Die ewige Hochhausfrage - das Original seit 2003

  • Die Diskussionen hören auch dann nicht auf:



    Alles Projekte 100m oder niedriger

    Es geht nicht allein um die 100m. Viele regen sich einfach auf, weil sie keine Hochhäuser in ihrer Nachbarschaft wollen, das klassische Nimby-Phänomen. Man ist ja nicht grundsätzlich gegen Hochhäuser, solange sie nur woanders stehen. Genau deshalb ist diese Hochhausstudie und ihre Umsetzung in verbindliche Bebauungspläne auch so wichtig. Dann ist klar und transparent geregelt, wo Hochhäuser hin dürfen und wo nicht.


    Für mich sprechen mehrere Gründe dafür, dies mit einem neuen Bürgerentscheid festzusetzen:

    1. Die Hochhausfrage hat wenig mit den klassischen, politischen Themen von Parteien zu tun. Es ist eine spezielle Frage und sollte darum nicht von Volksvertretern bestimmt werden, die in der Regel wegen ihrer Ansichten zu gänzlich anderen Themen gewählt werden.

    2. Die einzige adäquate Antwort um ein Bürgerbegehren zu entkräften (auch wenn es rechtlich schon lange nicht mehr verbindlich ist), ist ein neues Bürgerbegehren.

    3. Den Bürgerinitiativen/Wutbürgern/Querulanten wird nachhaltig der Wind aus den Segeln genommen, wenn ein Hochhausrahmenplan von den Bürgern bestätigt worden ist.

  • Noch etwas zur Hochhausstudie:

    Die südliche Bahnhofstadt wurde nicht mit einer Traufhöhenanhebung mit einbezogen, sodass diese neue Studie gegenläufig zu älteren Studien ist, die sich nur auf dieses Stadtviertel bezogen.

  • Aus den Erfahrungen mit dem Bürgerentscheid zu S21 in Stuttgart kann ich euch versichern, dass die Diskussionen auch nach einem gewonnenen/verlorenen Bürgerentscheid nicht aufhören werden. Im Gegenteil, manche fühlen sich dadurch erst richtig angestachelt. Fundamentalgegner wird es immer geben. Es ist eben an der Politik nicht auf jegliche kleine Kritik einzugehen und Entscheidungen zum Wohle der Stadt durchzuziehen!

  • iconic: Gehe hier absolut konform mit Dir. Ein Bürgerentscheid muß her. Naja, wer meine Postings kennt, der weiß das ich dieser Ansicht schon seit langer Zeit bin.


    Diese 100m Marke von 2004 :) MUSS endlich aus den Köpfen. Und zwar aus ALLEN! Bürger, Politiker, BA's, etc.


    Seitdem hat sich sehr viel getan. Wer sagt denn, daß Hochhausbefürworter keine Masse an Leuten mobilisieren können?


    Für alle, die es nicht mehr im Kopf haben. So sah es damals aus. Also JA bedeutet gegen Hochhäuser.


    Ergebnis absolut in %

    ja 101.780 50,8

    nein 98.725 49,2



    Gab es damals schon Facebook, deratige Büroleerstandsquoten, enormsten Wohnungsmangel, gab es Firmen (Marketingagenturen, etc.) in München, die mal auf die schnelle 100-150k Münchner (Business Leute) mit ihren e-mail Verteilern mobil machen können? Würden von denen nur 5% zum BE gehn wären das alleine schon 5-7,5k Münchner.


    Alleine meine 3 privaten Facebook Accounts, plus mein Social Media Account erreichen über 20.000 Leute. Selsbt wenn nur 2.000 hingehn :)


    Ben, Du arbeitest auch in einer großen, einflußreichen Company. Viele, andere hier auch! Diese Menschen sind zu 90% für Fortschritt. Ziehen sie ihren Bekanntenkreis und Freundeskreis noch mit, potenziert sich das Ganze.


    Es haben lächerliche 4.000-5.000 Stimmen gefehlt. Ich gehe davon aus, daß wenn sämtliche Influencer in München an einem Strang ziehen, würde es 70:30% pro HH ausgehn (ohne Höhenbegrenzung).


    Bitte BE, dann wird die komplette Maschienerie angeworfen!


    Der Bürger soll entscheiden. Wie damals :)

  • Es gibt in der heutigen MM Druckausgabe einen Artikel zu Jll zur Forderung von mehr Hochhäusern und Mobilitätskonzept in München.


    Ich darf das jetzt wahrscheinlich gar nicht hier schreiben ?


    Das ist für mich sehr verschachtelt...

  • Jaja, immer diese Forderungen. Aber wo sind die geplanten Projekte, dieser HH? Innerhalb von 15 Jahren 3 Projekte, die entweder bei ca. 100m liegen oder drüber (Knorr, Arabellapark, Hirschgarten).


    Ja, das ist schon beachtlich. Die HH Studie liegt nun da. Schön. Was damit anfangen (frägt sich wohl auch Dr. Merk)?

    Gegen jedes Projekt, das auch nur annähernd an die 100m heranreicht, oder diese gar übersteigt (Oh, Gott) wird von allen Seiten geschossen.


    Kann mich nur wiederholen. Ohne Bürgerentscheid, wird es hier in den nächsten 10-100 Jahren, kein Hochhaus über 100m geben. Fakt!

  • In der aktuellen AZ-Umfrageserie ging es diesmal um das Thema Hochhäuser. Demnach ist inzwischen eine Mehrheit von 55 % gegen den Bau von Gebäuden über 100m. Das wäre mehr als beim Bürgerentscheid 2004.


    https://www.abendzeitung-muenc…58-9c63-5c5b36a19e52.html


    Da wir wohl in nächster Zeit um einen "Ratsentscheid" nicht herum kommen werden, gehe ich davon aus, dass dieser dann das endgültige Aus für den Hochhausbau in der Stadt besiegeln wird. :sensenman:goodnight::ripthread

  • Naja, das Leserklientel der AZ ist wenig repräsentativ. Die Rekrutieren sehr viel aus dem Bereich Berufsgegner Gartenstadtbewohner oder frustrierter Mieter mit Alter 60+. Wenn die Wahl nur durch AZ Leser geführt würde, hätten wir vermutlich über 40 % AfD, 30 % CSU und 30 % Linke im Stadtrat.

  • Ich denke, man muss das schon ein wenig ernst nehmen, immerhin wurden offenbar 414 Personen am Telefon befragt. Und gerade die "Gartenstadtbewohner" sind ja wohl diejenigen, die sich mitunter am stärksten zum Thema Hochhäuser und Stadtentwicklung einbringen.


    Immerhin will sich keine der Stadtrats-Politiker auf AZ-Nachfrage komplett gegen Hochhäuser positionieren - hier herrscht eine weitgehend zurückhaltende Einigkeit Pro Hochhäuser. So wolle man mit "attraktiven Beispielen überzeugen", aber natürlich vorher die Bürger fragen, "gut gemachte Hochhäuser können eine Bereicherung sein" und "Hochhäuser können Münchens Gartenstadt-Charakter bewahren" aber man wolle "kein zweites Frankfurt werden".


    https://www.abendzeitung-muenc…52-9c1c-c411f6732d0f.html

  • Es ist sicherlich auch ausschlaggebend wie sich die Presse in den nächsten Wochen/Monaten das Thema behandelt. Ich kann mir kaum vorstellen, dass bei der Telefonbefragung der AZ Leser die Hochhausstudie erläutert und auf die freigegebenen Zonen zum HH Bau konkret eingegangen wurde. Da fehlt noch Erklärungsarbeit für die breite Bevölkerung, die von der HH Studie noch nie etwas gehört hat und schon gar nicht deren Inhalte kennt.


    Wenn die Beschränkung auf ein paar Gebiete außerhalb des Mittleren Rings und entlang der Autobahnen bzw deren Gewerbegebiete in den Köpfen der Münchner angekommen ist und keiner mehr Angst vor einem "Hongkong um den Marienplatz herum" hat dann wird sich auch der Gegenwind deutlich verringern denke ich.


    Es steht und fällt also mit der Art und Weise wie das Thema kommuniziert wird.

  • Ich bleibe dabei: Stadtplanung ist kein Thema das der breiten Masse zur Abstimmung vorgelegt werden sollte! Da spielen einfach viel zu viele Eigeninteressen, Vorurteile und Ahnungslosigkeit eine Rolle! Wenn man jetzt aber meint, "aber das betrifft doch die Bürger direkt", dann wäre meine Frage warum wir nicht auch über die Höhe der Steuersätze, Mietpreise, oder Arbeitszeiten und Feiertage Bürgerentscheide machen. Manche Themen verlangen klug ausgearbeitete Konzepte von Fachleuten und nicht den Senf von Max Mustermann. Man sieht doch auch heute schon das die Leute sich gegen Hochhäuser über 100 m aufwiegeln lassen, ohne überhaupt zu wissen das es in München z. B. schon Hochhäuser über 100 m gibt (!), bzw. sich dann über langweilige Vierkantbolzen mit 99,9 m Höhe beschweren. Und dann gbt es ja auch noch die Menschen, die hier gegen Hochhäuser sind, diese in New York oder Dubai plötzlich wieder super finden. Viele Menschen wollen einfach gar keine Veränderung, das ist doch der Punkt. Keine Hochhäuser, keine Nachverdichtung, keine neuen Baugebiete. Dazu dann weniger Autoverkehr, aber seinen Parkplatz vor der Tür will man dann eben doch behalten. Da muss die Politik, die ja schließlich demokratisch gewählt ist, einfach auch mal kommen und denn Leuten gute Konzepte vorstellen und einfach auch mal ehrlich sagen was Sache ist. Man kann es nicht jedem Recht machen, das ist eben einfach so.

  • ...dann wäre meine Frage warum wir nicht auch über die Höhe der Steuersätze, Mietpreise, oder Arbeitszeiten und Feiertage Bürgerentscheide machen. Manche Themen verlangen klug ausgearbeitete Konzepte von Fachleuten und nicht den Senf von Max Mustermann.

    Ich finde diesen Vergleich nicht fair. Denn höhere Steuern findet grundsätzlich niemand gut, es ist ein notwendiges Übel. Das gleiche gilt für Mietpreise oder Arbeitszeiten. Im Falle von Hochhäusern geht es um die Frage des Stadtbildes, das ist etwas völlig anderes und eine Frage von Ästhetik und persönlichen Präferenzen. Denn wie wir schon x-fach hier geschrieben haben: eine reine Verdichtung ist auch ohne Hochhäuser möglich.


    Welches Thema könnte also besser für eine solche Abstimmung geeignet sein?

  • Gut, aber ich wette mit dir, dass du auch bei einer Abstimmung über eine generelle Nachverdichtung oder eine Erhöhung der Traufhöhe mächtig Gegenwind bekommen würdest und vermutlich auch eine Mehrheit dagegen finden würdest. Wie du ja selbst schreibst, es geht um Notwendige übel – es braucht Wohnraum! Hochhäuser sind da natürlich immer das extrem Beispiel, da sie zum einen natürlich im Stadtbild auffallen und zum anderen als das Symbol des Kapitalismus par excellence gelten. Aber die Krux ist eben, die Bürger wollen eben auch keine Nachverdichtung, keine höheren Dichten und keine Neubaugebiete, verbunden am Besten noch mit einem Zuzugsstop und einer Mietpreisbremse. Man sollte da sehr vorsichtig sein was man alles zur Abstimmung freigibt, das könnte nämlich durchaus nach hinten losgehen. Bei einem erfolgreichen HH-Verhinderungs-Bürgerentscheid könnten sich die Initiatoren ja auch ermutigt fühlen neue Themen aufzugreifen. Vielleicht stören manchen Anwohner ja auch die Öffnungszeiten von Biergärten im Sommer oder ähnliches. Fakt ist einfach, Bürgerentscheide sind bestens dazu geeingnet die Meinung einer Minderheit der Mehrheit aufzuzwingen, da Erfahrungsgemäß die Gegner ein deutlich höheres Mobilisierunspotential haben.