Wolkenkratzer an den Elbbrücken?

  • Das mit dem Chicago-Square und den Chicagoer Architekten in Anlehnung an die Partnerstadt ist im Grunde ein an den Haaren herbeigezogenes Konstrukt und Beweis für Mangel an Kreativität. Es würde mich zwar freuen, wenn es umgesetzt werden würde, aber eigentlich zeigt es nur, wie wenig Einigkeit und Interesse in Hamburg an Hochhäusern besteht. Eine Stadt, die Hochhäuser wirklich will *, braucht dafür keine an eine Partnerstadt angelehnte Rechtfertigung, sondern kann mühelos ein eigenes Konzept entwickeln und zur Tat schreiten.


    * "nicht verhindern will", müsste man eigentlich sagen, denn ich würde davon ausgehen, dass Investoren für Hochhäuser sich zumindest im innenstadtnahen Bereich automatisch finden, wenn sie nicht durch eine Höhenbeschränkung vergrault werden.

  • Mod: Unnötiges Zitat entfernt.


    Genau ! Glücklicherweise gibt es eine Behörde, die die Stadt vor übermütigen Investoren und Architekten schützt.
    Habe selber schon an ein, zwei innerstädtischen Hochhausstudien mitgearbeitet, und war regelrecht froh, daß als die abgelehnt wurden.

  • ich zitiere mal Helmut Jahn persönlich:
    " The Guys in Hamburg only want to talk all the time, but obviously dont want to build anything".


    Sollte man ein Dutzend Kopien davon anfertigen und für andere "Projekte" aufbewahren. Wie dilettantisch der ganze schwarz-grüner Haufen in der Tat ist, zeigen doch eindeutig die Ereignisse der letzten Wochen und Tage rund um das Gängeviertel. Eine Blamage!
    Das hat man davon wenn außer viel zu labern es überall an Verstand und Sachlichkeit fehlt. Betrifft auch die HafenCity, ganz nebenbei.

  • ich zitiere mal Helmut Jahn persönlich:
    " The Guys in Hamburg only want to talk all the time, but obviously dont want to build anything".


    Und ich mag angesichts des Jahn-Entwurfes mit seiner Pyramide der Peinlichkeit und dem dildofoermigen Koziol-Klobuerstenhochhaus hinzufuegen: Gottseidank!!!

  • An-Di, könntest Du das mal bitte präzisieren, was Du genau meinst? Mich interessiert Deine Kritik, sofern sie konstruktiv ist, sehr.


    Google&Co wären deine Freunde gewesen...
    Steht/stand doch überall in der deutschen Presse. Ich finde es langweilig denjenigen eventuell als konstruktiv zu bezeichnen, der diese Artikel hier einfach nur reinkopiert. Bißchen kreativ sollte man schon selber sein.


    Man muß sich allerdings beeilen, weil die Herren von der Presse selber nicht genau wissen, wessen Interessen sie eigentlich verfolgen sollen - der Stadt, der Möchtegernkünstler, des Senats oder gar der Investoren (am unwahrscheinlichsten), und manche Sachen verschwinden von den Seiten daher schneller als sie dort erschienen sind. Von Objektivität kann daher wieder keine Rede sein, was auch btw keine Rolle mehr spielt; so wie diese Regierung, so die Zustände und so die Presse.


    Frag' mal vielleicht unseren Oberbaudirektor was er von der Sache hält.
    Oh, sorry. Du wolltest ja bestimmt konstruktive Meinung hören :)


    Hinweis: nix ist persönlich gemeint :)

  • Ich habe den Fortgang rund ums Gängeviertel in den letzten Tagen durchaus in den einschlägigen Lokalzeitungen verfolgt. Mich hat aber Deine ganz persönliche Meinung interessiert, die ich glaube schon herauslesen zu können.


    Du meinst bei den "Künstlern" handelt es sich nicht wirklich um Künstler, sondern um Leute, denen das Etikett "Künstler" einfach besser gefällt als "Hausbesetzer", "Linksextreme" oder schlicht "Obdachlose"?


    Prinzipiell bin ich der Meinung, dass man mit den Künstlern reden sollte, sofern es tatsächlich ernstzunehmende Künstler sind und ihnen ein paar Möglichkeiten in dem Projekt zur Verfügung stellen sollte, etwa einen Ausstellungsraum, vielleicht ein paar Ateliers auf Zeit oder sowas.


    Wenn es jedoch einfach nur die üblichen linken politischen Aktivisten sind, die sich jetzt einfach mal Künstler nennen, dann sollte man sich gar nicht mit ihnen auseinander setzen, sondern das Gängeviertel schnellstmöglich räumen, damit der Investor anfangen kann zu bauen.


    Aber ich hatte den Eindruck, Du hättest da noch weitere interessante Informationen und Meinungen. Nicht nur zu diesem Thema.

  • So in etwa könnte das aussehen ...



    Mod: Bitte Quellenangabe zu dem Bild angeben oder sagen, dass es deins ist, danke!


    Bildquelle: By me
    Edit: By me

  • Gefällt mir. Dafür!


    Ganz ehrlich, ich hoffe, dass der Chicago Square mit ein paar 300-Meter-Häusern umgesetzt wird. Bei dem Wettbewerb gab es ein paar wirklich schöne Entwürfe.

  • hat hier eigentlich jemand die überarbeitung des masterplans der östlichen hafencity mitbekommen?


    auf http://www.hafencity.com kann man sich das schön ansehen!:cool:


    u.a. sind (trotz wirtschaftskrise) die an den elbbrücken geplanten hochbauten noch konkretisiert worden! :daumen:


    ich hatte schon fast mit einer streichung gerechnet...


    ..."Das Quartier Elbbrücken wird neben dem Überseequartier zum zweiten großen urbanen Zentrum der HafenCity und dennoch völlig anders. Ganz so feinkörnig können die Nutzungen an diesem Standort nicht gemischt werden. Einzelhandel, Gastronomie, insbesondere Büro- und Hotelnutzungen dominieren, je weiter man in den Osten kommt. Die Gebäude erreichen westlich der Freihafen-Elbbrücke mindestens 14 Geschosse, östlich davon drei Gebäude auch 150 Meter und mehr."...


  • Jetzt möchte ich mich mal nach langer Zeit wieder zu Wort melden:-)
    Ich finde die Diskussionen zum Thema Hochhäuser/Wolkenkratzer in Hamburg sehr interessant. Aber es gibt mir doch zu bedenken, wie unweitsichtig sich hier die Pro-Wolkenkratzer-Fraktion gibt. Jeder kann sich ja für die schöne Stadt Hamburg wüschen was er will. Gar keine Frage. So auch Hochhäuser. Auch ich habe nichts gegen Hochhäuser, aber...
    Wenn man sich schon Hochhäuser in HH wünscht, sollte man doch erstmal wissen, wofür sie gut sein sollen. Was sollen denn die Wünsche an mehr Hochhäuser, wenn man nicht mal plausibel sagen kann, wofür sie sein sollen? Sollen wir uns hier Wolkenkratzer hinbauen, nur weil sie so toll gigantisch aussehen und Weltstadtflair vermitteln (täten sie es denn wirklich?)? So ein Argument kann ja nicht das Wahre sein, oder?
    Also, schauen wir mal, was die weiteren Gründe sein könnten. Hierzu wäre es vielleicht interessant zu wissen, warum einst anfang des 20.Jahrhunderts in den USA (Chicago u. New York) die ersten "wirklichen" Hochhäuser und Wolkenkratzer entstanden sind: ganz einfach deswegen, weil seiner Zeit der Grundstückspreise unermäßlich in die Höhe getrieben worden sind. Große Firmen, die einen hohen Bedarf an Räume benötigten mussten sich also was einfallen lassen, wie sie auf kleinem Grund soviel Büros wie möglich bauen konnten. Ganz einfach, indem man in die Höhe baute. Man kann also sagen, dass die ersten Wolkenkratzer aus einer Not heraus gebaut worden sind. Erst ein paar Jahrzehnte später stellten Wolkenkratzer Statussymbole der großen Unternehmen dar. Man wollte damit ihre wirtschaftliche Macht ausdrücken (z.b. das Crysler Building in NYC). Doch je fortgeschrittener die bauliche Technik und das Wissen wurde, je höher und größer konnte gebaut werden. Logisch!^^ Doch brauchte ein einziges Unternehmen so große Gebäude? Nein, zumind. nicht jedes Untermehmen. Heute nutzen kaum noch einzige Unternehmen einen Wolkenkratzer. Man teilt es sich mit vielen anderen Unternehmen. Doch die müssen erstmal da sein. Und wenn, dann werden diese als sog. Headquarters genutzt. In Hamburg haben wir soviel Büroleerstand, dass die Idee einer kleinen "Wolkenkratzerstadt" wie z.B. dem Chicago-Square einem Kopfzerbrechen beschert. Wer soll all diese Räume nutzen? Ja, vielleicht ein Hotel. Aber sonst? Wohnungen? Wer soll diese bezahlen? Firmen suchen sich für Headquarters sicher global bekanntere Städte aus. In Europa sind dies insbesondere London, Paris. Selbst Berlin ist da nicht (mehr) so interessant, Stichwort: Sony mit seinem SonyCenter am Potsdamer Platz. Sony kam und ging wieder...Richtung London.
    Man möge mich nicht verkehrt verstehen. Wolkenkratzer haben schon was und können ein Stadtbild vielleicht bereichern. Aber man muss auch über den Nutzen nachdenken. Wo kein Bedarf ist muss auch nicht gebaut werden. Und zZt ist ehr kein Bedarf. Das ist leider die Realität. In Berlin wollte man am Alex auch eine große Wolkenkratzer-Skyline errichten...musste alles auf unbestimmte Zeit verschoben werden. Und wichtiger als Büroräume sind doch ohnehin erstmal (bezahlbare) Wohnungen. Und dafür baut man nun wirklich keine Wolkenkratzer:-)
    Aber wer weiß, was uns noch die Zukunft so bringt. Mit der Elbphilharmonie sind wir, trotz der ausufernden Kosten, auf dem richtigen Weg!

  • ^^ Sehr richtige Punkte. Vielleicht sollten wir aber mal differenzieren, was in Hamburg an dieser Stelle den geplant ist. Es handelt sich ja nicht um Wolkenkratzer, sondern um 'normale' Hochhaeuser, die vielleicht eine Massstabs-Stufe groesser ausfallen, als diejenigen die wir bislang in Hamburg gewohnt sind. Mit 40-45 Etagen sind wir noch lange nicht in der Wolkenkratzer-Liga.


    Was mich in den Bisherigen Plaenen viel eher stoert, ist die monofonktionale Nutzung als Bueroturm. Ich wuerde mir fuer Hamburg sehr den Typus eines Wohnhochhauses mit bezahlbaren Eigentums- und/oder Mitwohungen wuenschen. Meiner Schaetzung nach gaebe es fuer Hamburg eine hohe Nachfrage fuer Single- und Paar-Hochhaus-Wohungen von 50-70qm mit guter Ausstattung, attraktiver Lage - aber eben nicht im Luxus-Segment, sondern in einer Preisklasse, dass es bezahlbar ist.


    Warum kann zB nicht statt dem gescheiterten 300m hochen BRT-Lighthouse-Tower am Eingang zum Baakenhafen ein halb so hoher Wohnturm stehen?

  • Der Wohnturm "Montevideo" ist in Rotterdam eins von vielen Hochhäusern. Auf Grund unseres Erbes einer Kirchturm-Skyline in Hamburg, sollte der Standort von Hochhäusern gut abgewogen werden. Ich möchte nicht, dass der Magdeburger Hafen als zentraler Ort der HafenCity von einem etwa 40 Stockwerke hohen Gebäude dominiert wird. Damit stünden z. B. Science-Center und Kaispeicher B (Internationales Martimes Museum) wie Spielzeug da.
    http://www.google.de/imgres?im…26rls%3Dde%26tbs%3Disch:1


    Allgemein ist der Standort für 40er Türme bei den Elbbrücken gut gewählt. Was machte es für einen Eindruck, wenn man von der Binnen-Alster aus in mittlerer Entfernung einen Wohnturm aufragen sieht...... pfui deibel.


    Die Planung und Umsetzung der Elbbrücken-Türme ist noch eine Weile hin. Das heißt auch, dass bis dahin der übrige Bestand an Büro- und Wohnfläche in Hamburg wieder etwas gealtert ist. Damit könnte ein modernerer Standard, der zudem zentrumsnah gelegen ist, wieder gefragt sein.

  • Das stimmt natuerlich. Ich wollte auch in meinem Beitrag nicht vorrangig den Standort eines solchen Hauses diskutieren, sondern die Nutzung. Mich nervt nach wie vor, dass in den Planungen jedes etwas hoehere Gebaeude als Hotel / Buerohaus / Sondernutzung geplant ist und die Kombination 'Wohnen im Hochhaus" offenbar nicht mal in Erwaegung gezogen wird - entgegen des erfolgreichen Vorgehens in vielen anderen Staedten.


    Zum 'urbanen Leben' gehoert eben auch 'urbanes Wohnen' - nicht zwingend fuer alle, aber als EINE Option unter vielen und fuer bestimmte Zielgruppen. Ich vestehe einfac die Logik nicht, nach der in Hamburg manche Dinge einfach ausgeschlossen werden.



    Aus den Tiefen meines Google-Sketchup-Folders: 37 Etagen fuer den oestlichen Baakenhafen als Anregung. Nicht 'hauen' fuer den Entwurf - ich bin schliesslich kein Architekt, es ging mit nur um Massstab, Schattenwurf, Anzahl der Wohneinheiten, etc. ;-)

  • Eine Wohnnutzung der Hochhäuser finde ich persönlich nicht besonders attraktiv.


    Es geht um das Fitzelchen Land rechts im Bild:


    Direkt angrenzend fließt westlich der gesamte Bahnvekehr der Nordsüdachse vorbei sowie eine S-Bahn-Linie. Nach Osten liegt die Fahrbahn der Elbbrücken, mit einem Großteil des Autoverkehrs von der Autobahn mit dem Ziel Stadt-Mitte.


    Die Lärmbelastung dürfte nicht unbeträchtlich sein.

  • Das ist soweit schon richtig. Beste Wohnlage sieht anders aus. Andererseits ist die Lage auf der Veddel, wohlgemerkt ein reiner Wohnstadtteil, so ziemlich die selbe. Wenn man an den Elbbrücken Wohnungen baut, dann funktioniert dies halt nur im unteren Preissegment.

  • Ich würde Vorschlagen dort das Parlament für einen Nordstaat zu errichten und dafür ein Abgeordnetenhochhaus zu bauen.
    Sozusagen einen Langen Eugen für die Elbe;-)

  • Nun ja, was den Nordstaat angeht, gibt es ja verschiedene Modelle, ich denke da an eine kleinnorddeutsche und eine großnorddeutsche Lösung... *räusper* In allen Fällen erscheint es mir jedoch am naheliegendsten, dass Hamburg die Hauptstadt wird, zumal sich die Hamburger wohl kaum die Butter vom Brot nähmen ließen und sich nur dann zu einer Abstimmung dafür hinreißen ließen, wenn sie dann Hauptstädter wären
    .
    Bei der kleinen und aus jetziger Sicht wohl noch am wahrscheinlichsten Variante einer Vereinigung von Hamburg und S-H wäre es wirklich etwas lächerlich, wenn Kiel die Hauptstatd würde - oder mal ganz was Freches: Wieso nicht das neue elegante Regierungsviertel in Neumünster? Zentral gelegen, das Land wird nicht zu kopflastig und wenn man schon mal dabei ist, kann man die ganze Stadt einplanieren und neubauen...