Sonstige Projekte außerhalb des Stadtgebiets / Aktuelles

  • Meine erste intuitive Reaktion war auch erst einmal ablehnend.


    Beim Durchlesen des oben verlinkten Artikels hat sich meine Meinung geändert.


    1. Es ist auch Wohnraum geplant - also kein reines Gewerbegebiet
    2. Gebäudehöhen von 60 Metern werden nur bei entsprechender Nachfrage erreicht.

    Angesichts der in München üblichen Höhen erscheinen mir 60m am Stadtrand auch etwas hoch gegriffen. Hier wäre die etwa 45-50 des typischen Münchner (oder deutschen) Wohnhochhauses mit 12-14 Etagen ausreichend. Ernsthaft stören würde mich 60 Meter aber auch nicht.


    Insgesamt überwiegen die positiven Aspekte.


    1. Durchmischung: Arbeit, Wohnen Freizeit, Gastronomie, Handel
    2. Flächenersparnis durch Dichte und Höhe
    3. Belebung des Stadtrandbereiches

    Insgesamt könnte es ein gelungener Abschluß der Stadtlandschaft hin zur Autobahn werden.

  • Noch zur Lage: https://www.google.de/maps/pla…3d48.1553793!4d11.7482648 (südlich der Feldkirchner Straße)


    Von einem "Abschluss" möchte ich hier nicht sprechen, das Gewerbe- / Industriegebiet geht auf der anderen Seite genauso weiter bzw. reihen sich die Gewerbeareale ohnehin entlang der A99 auf. 60m stören mich nicht, die bauen andere Umlandgemeinden auch, es ist eher die Menge und Verteilung, die momentan willkürlich erscheint.

  • derzberb. Hier wird keine Stadtlandschaft abgeschlossen. Die ist bereits in der Messestadt Riem, fünf Kilometer weiter westlich abgeschlossen. Dann kommen Felder, sogar Wald, dann Feldkirchen (auch ohne ein einziges Hochhaus). Dann Heimstetten als Ortsteil von Kirchheim. Hier ist keine Stadt mehr. Verdichtungsraum ja, aber ländlich geprägt.

    Nochmal: In Kirchheim gibt es bislang kein einziges Hochhaus. Mit 5 Stockwerken ist in seltenen Einzelfällen, die man an einer Hand abzählen kann, Schluss. In Taufkirchen oder Ottobrunn passt das strukturell eher rein. Hier gibt es schon Hochhäuser. Insbesondere Ottobrunn ist städtisch geprägt, ähnlich wie Haar. Hier in Heimstetten passt das nicht strukturell. Es ist schlichtweg eine Stufe oder eher zwei too much, so sehr ich Hochhäuser selbst geil finde. Das wirkt dann in etwa so wie die Deutsche Edelsteinbörse in Idar-Oberstein. Das ist kein guter Städtebau. Da gibt's dann nur 5%, die dann sagen, wow, tolles Neubaugebiet. Der Rest schüttelt den Kopf. Garantiert. Einen Hochpunkt mit 10 Etagen als Landmarke lass ich mir vielleicht eingehen. Schließlich sind wir hier auch nicht im Bayerischen Wald. Aber solche Planungen mit bis zu elf 60m-Hochhäusern wären ja selbst in der Kernstadt München ein Aufreger, wie wir wissen.

    Der Kirchheimer Gemeinderat wird hierzu schlichtweg niemals zustimmen. Und Nutzungsmischung WO/GE schön und gut. Aber wer möchte wirklich an (Europas meist befahrener) Autobahn in einem Gewerbegebiet wohnen? Mit suboptimaler Verkehrsanbindung, wo weiterführende Straßen teils nicht mal über Gehsteige verfügen? Wohnungsnot hin oder her. Wie MiaSanMia schon richtig konstatiert: Das hier ist rein Renditemaximierte Planung und ohne städtebauliches Gespür/Konzept schnell hingerotzt. Und wie ich schon vermutet habe: Wenn dann in einem Kompromiss die Hälfte realisierbar wird, ist's immer noch viel und ein gutes Geschäft für Rock Capital. Die sind doch auch nicht blöd und wissen auch, dass sie erstmal übertrieben hier reingehen. Zum Vorfühlen...

  • So sehr weit liegen wir nicht auseinander. Ich bezeichne es als der Stadtlandschaft zugehörig, da es innerhalb des Autobahnringes liegt - welchen ich als "natürliche" Stadtgrenze auffasse.


    So gesehen ist es für mich erstens ein Abschluß der Stadt und es ist auch etwas Höhenentwicklung erlaubt. Auf der anderen Seite der Autobahn sähe ich dies schon kritischer. Trotz der Zugehörigkeit zu Gemeinde Krichheim wirkt es auch für das Auge mehr so, als gehöre es zu Feldkirchen.


    Die Messestadt sehe ich nur als provisorisches östliches Ende der Stadt.


    Die Baumasse, die Dichte und die Höhenentwicklung sind, freundlich gesprochen, schon sehr gewagt. Trotzdem überwiegt für mich das Positive.


    Wie wir wissen ist Rock Capital ja auch kein Projektentwickler sondern eher Spekulant. Die Vermutung, daß sie hier mit Maximalphantasien herangehen und zufrieden sind, wenn wenigstens 50%+X davon genehmigt wird teile ich auch.

  • Ich bezeichne es als der Stadtlandschaft zugehörig, da es innerhalb des Autobahnringes liegt - welchen ich als "natürliche" Stadtgrenze auffasse.


    So gesehen ist es für mich erstens ein Abschluß der Stadt

    Von solchen starren Grenzen halte ich wenig, denn das Raumgefüge um die A99 kann m.E. keineswegs klar in eine urbane innere und ländliche äußere Seite aufgeteilt werden, gerade in Kirchheim nicht. Das Quartier würde keinen Abschluss bilden, sondern lediglich mitten in einem Gewerbegebiet liegen.

    Mir wäre es daher gleich, ob jetzt links oder rechts der A99, in jedem Fall würde ich mir ein durchdachteres Konzept wünschen, als nur blind verteilte Baumasse. Wenn man mit solchen Plänen bei der Gemeinde aufschlägt, ist eine erste Ablehnung nicht verwunderlich.

  • Ein wenig erinnert mich die Situation an die geplanten Hochhäuser in Unterschleißheim.


    Weitere Assotiationen in Frankfurt am Main ausserhalb der Innenstadt:


    EZB

    Niederrad

    Eschborn

    Gateway Gardens

  • Meine Gedanken:


    In München selbst wird immer noch viel zu wenig Baurecht realisiert.

    Verdichtung findet nur geringfügig statt.

    Fast nirgends Anhebung der Traufhöhe.

    Die 3. Hochhausstudie ist in mitten in einem Prozess der Untersuchung (?)


    Daraus folgt: Es geht munter weiter in die Fläche.


    Evtl ein Begriff: "Ver-Los Angeles-ung" ?


    Das fördert die Nutzung des Autos mehr als die S-Bahn.

  • Irgendwie fehlt mir hier das Gesamtkonzept, insbesondere die Anbindung. Würde man z.B. auf halber Strecke zwischen den Stationen Feldkirchen und Heimstetten einen weiteren S-Bahnhalt realisieren, wäre eine massive Aufwertung, Verdichtung und Nutzungsmischung (Wohnen & Arbeiten) auf den jetzt schon versiegelten Arealen auf der gesamten Länge zwischen Sonnenstraße/Kreuzstraße in Feldkirchen und der Umgebung rund um die Marsstraße in Heimstetten denkbar. Das jetzt vorgestellte Projekt wirkt auf mich ziemlich unausgegoren.

  • Der Entwicklungszeitraum wird mit etwa 20 Jahren angegeben (bis 2040). Bis dahin kann auch ein Verkehrskonzept umgesetzt werden.


    Immerhin ist neben den Rock-CapitalHeuschrecken anscheinend auch ein Einheimischer treibende Kraft des Projektes - sinngemäßes Zitat aus dem Artikel:


    Josef Glasl ... mit seiner Familie gehört ein Teil des Areals ... ist mit seinem Unternehmen "Urkern" des Projektes

    Ich finde, diese Projekt/diese Vision verdient neben all den berechtigten Zweifeln auch etwas Wohlwollen.

  • Das weiter entfernte Starnberg ist auch gerade dabei ein für dortige Verhältnisse größeres Neubauquartier in einem bisherigen Gewerbegebiet zu planen:

    Büros, Wohnen, Hotels, Gewerbe und kulturelle Einrichtungen auf rund 80.000 qm Geschossfläche am Ortseingang von der A95 kommend. Die Gebäude sollen in Holz-Hybridbauweise errichtet werden.


    © Steidle Architekten https://www.steidle-architekten.de/news/


    https://www.merkur.de/lokales/…uss-moosaik-91683567.html


    https://www.moosaik.de/

  • Warum stehen in Deutschland und insbesondere in und um München die Hochpunkte / Hochhäuschen stets in 2. Reihe bezogen auf die Hauptachse (hier B2).

  • ^

    Davon abgesehen, dass diese Behauptung derart pauschal formuliert natürlich nicht zutreffend ist, ist das hier wohl der vierspurigen B2 geschuldet, denn:


    "In der belebten Mitte soll ein Hochpunkt gesetzt werden, der neben einer Vielzahl von Nutzungen auch ein gastronomisches Angebot wie zum Beispiel ein Restaurant mit Dachterrasse bereithalten könnte."

    Finde ich gar nicht verkehrt, den Hochpunkt in die Mitte zu setzen, dort wo später der lebendigste Teil des Quartiers sein wird. Abweisende Hochpunkte entlang einer Quasi-Autobahn braucht´s nicht (mehr)... davon gibt es schon genug.

  • Aus dem Merkur Artikel "„Über allem steht der Begriff der Nachhaltigkeit: Ökonomie, Ökologie und Sozialem mit belegbaren Leistungsdaten“, sagte Glaser." In Anbetracht der hier schon berechtigt erfolgten Kritik an der mangelnden ÖPNV Anbindung fragt man sich da schon, wen der Herr da auf den Arm nehmen will (ich vermute der Name ist hier ein Schreibfehler, an anderen Stellen heißt der Planer/Eigentümer im Artikel Glasl.

  • Ich gehe davon aus, dass das nie genehmigt wird. Aber halt irgendeine abgeschwächte Variante. Das ist ok für mich. Ein 60m Turm direkt neben der A99 als Landmark wäre ganz nett.


    Ein gewisser Abstand zur A99 muss denke ich gewahrt werden. Eine mögliche Verlängerung der Autobahnparallelen von Aschheim steht ja noch im Raum und wäre für solch ein Projekt wahrscheinlich genau das richtige, um die Erschließung zu verbessern.

  • Der Münchner Merkur berichtet heute wieder vom geplanten "Campus Heimstetten". Ihr erinnert Euch, das ist dieses für die geographische Lage tief im Landkreis München reichlich übertriebene Hochhaus-Gewerbepark-Projekt. Ein Paradebeispiel schlechter Kommunikation zwischen Kommune und Grundstückseigentümern/Investoren? Klingt jedenfalls ziemlich wild. Aber jeder, über den schon einmal selbst in der Presse berichtet wurde, weiß auch, dass Journalisten die Realität nicht immer ganz exakt abbilden. Gar nicht mal bewusst, sondern eher wegen dem Flüsterpost-Effekt oder subjektiver Bewertungen. Ich bin Amateursportler über den auch manchmal im Regionalsport berichtet wird. Ein aus meiner eigenen Sicht eher schlechter Wettkampf wird dann beim Journalisten zur sehr guten Leistung. So mein ich das. Aber dennoch: Ganz offenbar läuft's im Vorfeld der Planungen des Campus Heimstetten mglw. suboptimal:

    Kirchheim: Hochhaus-Pläne am „Campus Heimstetten“: Grundstückseigentümer wusste von nichts (merkur.de)

  • Quartier am Taufkirchener S-Bahnhof

    https://www.sueddeutsche.de/mu…ochhaus-bahnhof-1.5686678


    Es werden wohl keine 58m. Man will sich an den 70er Jahre Türmchen nebenan am Lindenring orientieren.


    Die Gemeinde will diverse Gutachten (Lärm, Verkehr, Nahversorgung, mikroklimatische Auswirkungen etc.) beauftragen. Deren Ergebnisse sollen im Frühjahr vorliegen.


    Danach kann die Gemeinde ins Bebauungsplanverfahren einsteigen.


    Aufgrund des anzunehmenden Bevölkerungsanstiegs (aktuell sind 35% Wohnen und 65% Gewerbe auf dem derzeitigen, reinen Gewerbegebiet geplant) haben einige Bürger zu bedenken gegeben, dass möglicherweise mehr KiTa und Schulplätze nötig werden. Auch hierzu soll es eine Studie geben.


    Bin ich ja mal gespannt ob das was wird, auch hier mischt Rock Capital mit.

  • Taufkirchen ist ja nicht für seine Schönheit bekannt, eher im Gegenteil, selbst das Wappentier hat genug ;)

    Das Quartier am Bahnhof dürfte das beste sein, was Taufkirchen in den letzten Jahrzehnten passiert ist und in den nächsten Jahrzehnten passieren wird.

    RC wird vll nur bis zum Baurecht mitwirken. So oder so, ein für eine kleine Kommune derart wichtiges und großes Vorhaben wird viele Jahre im Bauleitplanverfahren verbringen. Mal schauen, ob RC bis dahin noch...