Hochhausentwicklungsplan: Fortschreibung / Weiterentwicklung

  • Damit sind jetzt gut der intelligente Leitfaden und die realpolitischen Leitplanken für die lokalen Politkfelder beschrieben.


    Die Stadt sollte bei dem gegebenen Wettbewerb sich die Flexiblität bewahren, Geld und Investoren zu halten und auch neu zu holen. Die Stadt muß sich ja ständig neu definieren und reaktionsfähig bleiben, aber auch konkrete (Hochhausstandort-) Angebote machen, selbst wenn Sie dann doch keiner anfaßt (siehe Standorte des letzten Hochhausrahmenplanes). Deshalb ist jeder ewige Plan, egal von wem, für die Füße (außer vielleicht "Grundgesetzartikel", wie z.B. das Wallservitut).


    Die Tauschgeschäfte lohnen sich aber für alle, wenn es der Politik und Verwaltung letzlich doch möglich ist, etwas über die Stadt zu hoppen.


    Der Investor muß gelockt werden, das Grundstück muß reif sein (MG => Welle, Holzmann => Skyper, Bundespost =>Ffmhoch4, Großmarkthalle=> Eurozentralbank wären mit einem statischem Plan nicht angegangen worden, haben aber letzlich viel Geld und Beschäftigung nach Frankfurt gebracht und gehalten).


    Deswegen muß man das Einzelergebnis nicht immer mögen, aber es geht letztlich nur darum die Arbeitsplatzdichte auszubauen und attraktiv zu halten.


    Es ist ein Gewerbegebiet und kein idealtypischer Architekturpark!

  • Zurückhaltend festgelegte Maximalhöhen können aus Sicht der Stadt doch ganz praktisch sein. Der Investor muss Goodies anbieten, die Stadt kann sich die Überschreitung bzw. den nicht im Rahmenplan vorgesehenen Standort so richtig schön versüßen lassen. Hier sind ja schon schöne Dinge zu verzeichnen, beispielsweise die Vergrößerung des Rothschildparks, die Rekonstruktion des Thurn-und-Taxis-Palais, im jüngsten Beispiel für 100% Höhenüberschreitung sehr langfristig garantierte Arbeitsplätze nebst Busbahnhof, früher schon zusätzliche Wohnungen und andere nette Dinge. Eigentlich recht schlau.

  • Naja Schmittchen, Problem an der Sache ist, dass die Stadt eben auch mal nein sagen muss um glaubwürdig zu bleiben (sonst gibt es irgendwann keine goodies mehr) und damit haben wir den Salat!

  • Wurde der Rahmenplan eigentlich am 25. September beschlossen oder ist die Entscheidung wieder mal vertragt? Hab jedenfalls bisher nix gehört ...

  • Die Niederschrift vom 25. September ist noch nicht online. Kann schon sein, dass nochmals verschoben wurde. Dafür gibt es seit gestern eine Vorlage der Koalition, Busbahnhof und Bahntower betreffend:


    Stadtentwicklungspaket II für Frankfurt am Main: Bahntower und Busbahnhof


    Das wäre dann eine "Fortschreibung des Hochhausentwicklungsplans". Interessant vor allem, dass hier die Bedingungen für die Einleitung eines Bebauungsplanverfahrens erstmals ausformuliert zu lesen sind.

  • In der Tat sehr interessant. Inbesondere folgender Absatz erinnert mich an eine Diskussion bzgl. der Interpretation von Höhenvorgaben im Zusammenhang mit T185 und T1.

    ...ein Hochhaus von ca. 200 m Höhe (oberstes, dauerhaft genutztes Geschoß)...


    Das Gute an solchen Formulierungen ist, daß sie grundsätzlich einen adäquaten Spielraum für Gestaltung eines solchen Projektes zulassen.

  • Stadtmodell Frankfurt auf der Expo Real 2008

    Und schon gibt es das erste Bild des neuen Stadtmodells von Frankfurt im pressebereich der expo real zu betrachten.
    Unter anderem ist auch schon der Bahntower mit drauf, allerdings auch das Kaiserkarree mit altem Design, einem 90m Turm auf dem Allianzareal, den Wohntürmen nahe der Zeil und einem überraschend hohen Neubau beim Posthochhaus hinter dem Hauptbahnhof (Nordseite):



    Quelle: Expo Real



    in Gross:


  • Sehr schön, Danke Gizmo und MagBeam! :daumen:


    Das Foto hat zwar nicht die EZB an der GMH erfasst, aber sonst ist alles drauf. MT sieht tatsächlich nach 400 Metern aus, Bahntower macht ordentlich Höhe her, Tower 185 scheint das aktuelle Design zu haben, das Kaiserkarree steht mit aktueller Höhe dabei und MAX ist ebenfalls drauf. Sogar das Allianztürmchen ist noch dabei...


    Was das Modell betrifft, so hatte ich aufgrund des Minibildes nicht viel mehr erwartet.


    Nur die DZ Bank fehlt. :(


    Korrektur, das Kaiserkarree scheint tatsächlich die alter Version zu sein, und wie du schon bemerkt hast, MagBeam, ist da ein unerwarteter Turm hinter dem Bahnhof. :confused:

  • Ja komisch, denn ursprünglich war laut HHRP nur ein Hochhaus von 110m zulässig an diesem Standort gegenüber des Posthochhauses an der Nordseite des HBF. Mal sehen was man da noch in Erfahrung bringen kann.
    Hier im Modell ist ein Hochhaus mit mindestens 150m zu sehen.

  • diese neue Hochhaus würde zusammen mit dem Bahn-Tower den Hbf schön einrahmen und aus perspektive der einfahrenden Züge ein stimmiges Bild ergeben.


    Was mich etwas verwundert ist, dass das Hochhaus auf dem Bild zwischen dem ehemaligen Posthochhaus und den Bahnschienen zu liegen scheint. Wenn an der Ecke gebaut werden würde, dann hätte ich höchstens auf dem unansehnlichen Parkplatz, der auf der anderen Strassenseite liegt, erwartet (wenn man aus dem Hafentunnel im Gallus rauskommt gleich rechts).
    Aber eventuell täuscht das auf dem Bild des Modells auch einfach nur.

  • Ist mir auch aufgefallen sukram. Schade finde ich auch, daß gerade die immobilientechnisch gesehen interessanten Viertel Westhafen, Europaviertel, City West und Campus Bockenheim nicht auf das Stadtmodell gepasst zu haben scheinen.
    Der Hotelumbau des ehemaligen Rothenberger Gebäudes hinter dem Nizza ist auch lächerlich niedrig dargestellt. Ist quasi als Hochhaus nicht erkennbar.
    Wo wird eigentlich das, wie ich finde, auch recht eindrucksvolle Stadtmodell aus dem Foyer des technischen Rathauses nach dem Abriss unterkommen?

  • @ sukram79:
    Die Perspektive täuscht nicht, das HH an der Hafenstraße soll tatsächlich zwischen Post-Hochhaus und Gleisen gebaut werden. Das sieht man sehr gut im Rahmenplan-Entwurf der Stadt. Der Parkplatz auf der gegenüberliegende Seite wurde unverständlicherweise nicht in die Planungen für neue Hochhäuser einbezogen.

  • Der Turm war irgendwann dieses Jahr mal mit 110 Metern im HHRP anvisiert worden.


    Wikos: is scho recht, aber das hat mit dem Rahmenplan nichts zu tun, dem ist es absolut Wurscht. Hier handelt es sich ohnehin mehr um die Theorie, Sandkastenspiele sozusagen. Die Praxis sieht allzu oft anders aus.


    Im übrigen verwundert es niemanden, daß jetzt Investoren, die ohne ausreichender Eigenkapitaldecke spekulativ bauen wollen, ganz schlechte Karten haben. Nur In Frankfurt hat seit dem Skyper niemand mehr spekulativ gebaut. Immobilienblasen sehen anders aus. Fast keines der aktuellen Projekte fällt in diese Kategorie. Ich glaube auch nicht, daß man in Frankfurt in übermäßige Euphorie verfällt oder verfallen ist.


  • Die Immobilienblase wird noch an ganz anderen Stellen platzen.


    Es gibt in Deutschland keine Immobilienblase. Das ist zur Zeit ein Problem im Finanzsektor, das sich wohl auf die Realwirtschaft ausdehnen wird. Jeder der Aktien in D besitzt wird sich bei der aktuellen Entwicklung (Wertverlust) wünschen, deutsche Immobilien statt dessen gekauft zu haben...


    Ich glaube auch, dass die Stadt Frankfurt mit ihren Vermarktungsaktionen auf der Expo Real nicht besonders erfolgreich gewesen sein kann, was ich so gehört habe soll die Stimmung extrem besch**** gewesen sein. Posititv finde ich allerdings, dass man dem Ude mal ein wenig vom Modell gezeigt hat! ;)

  • Das ist leider eine sehr naive Betrachtung. Die Banken hängen allesamt mit Ihrem Kapital in Immobilienprojekten drin. Wir haben in den letzen Jahren eine positive Entwicklung auf dem Immobilienmarkt gehabt weil es neben der konjunktuellen Belebung eine hohe Zuversicht in den Kapitalmärkten gab. Dieses Vertrauen ist bei Anlegern jetzt erstmal dahin und die Banken haben im Moment auch erst mal andere Sorgen...

  • Mag wohl sein, dass viele Banken sich in Immobilienprojekten investiert haben. Ebenfalls sind es spezielle Investment-Firmen, die im deutschen Immobilien-Markt investiert sind. Ich selbst arbeite für eine und kann mich nicht beklagen über die relativ gute Lage auf dem deutschen Markt. Man darf diesen eben nicht mit dem Amerikanischem vergleichen, welcher tatsächlich sich während der letzten zins-niedrigen Jahre auf ein hohes Preis-Niveau gehieft hat und letztendlich eben gefallen ist... Der zurückhaltendere deutsche Anleger wurde bis jetzt davor bewahrt.


    Solange es also in Deutschland Kapital gibt bin ich zuversichtlich, denn die Preise im Vergleich zu USA, England, Spanien etc. haben noch lange nicht ihren Höchststand erreicht.

  • Jourdan unzufrieden mit der Hochhausplanung der Stadt

    „Es gibt in der Frankfurter Politik neuerdings eine neue Angsthöhe. Sie liegt bei 60 bis 100 Metern. Und damit betreibt man Stadtplanung.“


    Stadtplaner Jochem Jourdan über die von der Stadt geänderte Fassung des ursprünglich vom ihm konzipierten Hochhausrahmenplans.


    FAZ, 22.10.08
    http://www.faz.net/s/RubFAE83B…Tpl~Ecommon~Scontent.html


    Recht hat er!