Hochhausentwicklungsplan: Fortschreibung 2024

  • Ist weitgehend so gekommen wie erwartet. Immerhin die Erwartungen waren nach allem was vorher schon bekannt war von Anfang an schon nicht groß, daher ist die Enttäuschung auch nicht ganz so groß...

    Bankenviertel wird zwar dichter, aber auch immer mehr zur abgetrennten Wand und verliert irgendwie die bauliche Verzahnung mit der Umgebung. Hier fehlen definitiv kleinere Türme zwischen 60-100m, vor Allem um die CoBa besser einzubetten.

    Positiv die Aufstockung der Marieninsel. Sofern das keine spinnerte Schreibtischidee ist sondern tatsächlich eine Realisierungschance hat, wäre das sehr zu begrüßen. Wobei hier 210m immer noch zu wenig ist, sofern irgend möglich sollte man auf die ursprünglichen 250 gehen.

    Das Tishmann-Speyer-Projekt an der Kaiserstraße sehe ich nach wie vor kritisch. Wenn der Turm auf Sockelniveau tatsächlich derart wenig Eingriff in die drei Bestandsbauten erfordert wie die Zeichnung erhoffen lässt, könnte ich mich gerade so (aber weiterhin unter Schmerzen) noch damit anfreunden, sehe dies aber grundsätzlich trotzdem nicht als geeigneten Hochhausstandort, sondern könnte ohne Mühe ein halbes Dutzend bessere aufzählen. ZB gegenüber des Maintower wo der Stadtführung aktuell der zukünftige Standort fürs Schauspiel vorschwebt. Dort bin ich nach wie vor dafür mindestens zwei Türme vorzusehen anstatt nur einen. Auch an die Südostecke des derzeitigen Schauspiels kann man problemlos ein Hochhaus vorsehen (würde auch problemlos mit einer Voll-Reko von Schauspielhaus und seiner östlichen Nachbarbebauung harmonieren).

    Die Planung für die Gallusanlage gefällt mir so noch nicht. Der derzeit dort stehende postmoderne Glaskasten ist zwar nicht der Weisheit letzter Schluss, aber deutlich besser als das meiste das seit dem Krieg sonst so errichtet wurde und fügt sich von seiner Kubatur und der klaren Betonung von Symmetrie recht gut in die Perlenkette der benachbarten Altbauvillen ein. Mit Hochhaus genau an dem jetzt vorgesehenen Standort wird diese Symmetrie völlig zerstört, das kann dann auch kein noch so guter Sockel mehr retten. Gundsätzlich ist ein Hochhaus dort zwar durchaus überlegenswert, gehört dann aber mittig und näher Richtung Silberturm platziert (den kleinen Turm den man dort noch dazwischen zwängen möchte halte ich sowieso für obsolet und kann mir kaum vorstellen dass irgendein Bauherr darin ein lohnendes Projekt sieht) um die Symmetrie zu erhalten und wieder einen repräsentativen Sockel zur Wallanlage hin zu ermöglichen.

    Vom Standort an der Münchner Straße halte ich weiterhin wenig: ist viel zu isoliert unter lauter Altbauten, und an den wunderbaren Vorkriegsbau der dort mal stand wird ein Hochhaus eh nicht ansatzweise heranreichen.

    Am Interconti hätte man die Chance gehabt einen kleinen Cluster zu bekommen, aber die Chance ist hiermit wohl endgültig vertan.

    Ostbahnhof ist ja kaum der Rede wert. Paar zusätzliche kleine Hochhäuser aber viel zu große Abstände untereinander und damit von irgendwas Cluster-artigem weit entfernt.

    Für den Molenstumpf war es das damit wohl auch endgültig. Dann besser erstmal gar nichts dort bauen als dieses unförmige Etwas das aktuell da vorgesehen ist.

    Völlige Ignoranz gegenüber der Messe. Bleibt zu hoffen dass die im - hoffentlich sehr bald schon aufzustellenden - Nachfolgerplan wieder berücksichtigt wird.

    3 Mal editiert, zuletzt von Rohne ()

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    Zitat:

    "Bankenviertel wird zwar dichter, aber auch immer mehr zur abgetrennten Wand und verliert irgendwie die bauliche Verzahnung mit der Umgebung."


    Die "abgetrennte Wand" beschreibt in etwa das, was ich seit Langem mit "zu dicht" bzgl. des CBD auch sagen will.

    Die "bauliche Verzahnung" würde ich dergestalt versuchen, dass man nördlich der Zeil (zwischen Hauptwache und Konsti) kleinere HH (ca. 120 Meter Höhe) zulassen könnte. Das könnte mMn eine ansehnliche "Forum-Situation" in Bezug auf die Altstadt schaffen.

    Vom Main aus nach Norden blickend: Im Vordergrund Dom und Altstadt, westlich und im Hintergrund dann ein HH-Kranz, der das ganze Bild wie ein "Forum" umsäumt.

    Die Denkweise unter den Planern ist aber wohl immer noch eine völlig andere:

    Die sehen das "PalaisQuartier" ja immer noch als eine Art "Betriebsunfall" - sehe ich genau gegenteilig.

  • Ich habe Schlimmeres erwartet.

    Der HEP ist nicht sehr umfangreich und - wie zu erwarten - sind nicht sehr viele neue Plätze ausgewiesen.

    Aber ich muss sagen, mich beeindruckt, dass man jetzt nicht nur einen Plan veröffentlicht, sondern ein Konzept. Jedem Investor wird jetzt etwas klarer, was die Stadt will und nicht nur welchen Bauplatz man irgendwie ergattern kann.

    Manche Investoren mögen da vielleicht die Nase rümpfen, andere werden wissen woran sie sind und wieder andere finden das vielleicht sogar en vogue und interessant.

    Natürlich haben sich die Planungspolitiker mit zukünftigen bzw. angehenden Bauherren angesprochen, wo bereits Planungen und Vorhaben in der Pipeline sind. Wäre ja auch sonst ein bisschen engstirnig.

    Von der EZB z.B. kann man einiges verlangen, muss aber auch ein bisschen was zugestehen.

    Beim Kaiserkarree gab es bereits Brainstormings mit TS.

    Die Aufstockungen werden auch nicht angeboten, wenn sie technischer Unsinn sind. Man kann sich auch anders lächerlich machen, wenn man es denn wollte. Beim MarienTurm weiss ich noch, dass man Fundament, Abtrag und Statik bereits so ausgelegt hat, dass man auch höher könnte. Bei Tausnusanlage 8 würde ich auch davon ausgehen. Allerdings käme da ja so richtig ordentlich was oben drauf. Beim MarienTurm wären es ja nur 12, 13 Etagen...

    Bei Kaiser 26 würde mich interessieren, ob da eine Aufstockung tatsächlich so einfach wäre, denn das Haus ist doch schon etwas älter.


    Das FIVE in der Junghofstrasse wird gut passen. Ebenso der Turm am neuen Schauspielhaus. Guten Höhenwahl jeweils.

    Das Ensemble vor dem SilverTower verstehe ich noch nicht so ganz. Es hätte auch ein Tower mit gemischter Nutzung getan, dann bräuchte man keinen kleinen Wohntower, der irgendwie versteckt wirkt.


    Was freue ich mich auf einen Flatiron-Tower in Frankfurt (Münchner Strasse). Ich bezweifle jedoch, dass es eine Aufstockung sein kann. Aber es hat ja auch bisher keiner vorgeschrieben, wie eine Aufstockung ausgeführt werden soll. In der Junghofstrasse gab ja auch eine "Aufstockung" auf das Parkhaus.


    Ein Landmark am HBF - na endlich - ein Revival. Ein Campanile sollte aber bitte etwas schöner werden, als zwei lange Scheiben.


    Zum "Molenstumpf" am Osthafen kann man nichts mehr sagen. Zumindest ergibt sich eine Art Ensemble mit den anderen neuen kleinen Hochhäusern.


    Keine Aussage zum HH an der Alten Oper wundert mich. Und es gibt sicher auch noch eine andere Punkte in der Stadt, über die wir hier schon viel gesprochen haben. Aber vielleicht gibt es ja eine neue Dynamik und der nächste Entwicklungsplan kommt zügiger - natürlich auch wenn Bedarf dafür besteht.

  • Zu diesem vorgeschlagenen Turmduo am SilverTower: unter Umständen ist dies auch ein Angebot der Stadt an einen potentiellen Investor. Der kleine Turm wirkt tatsächlich etwas verloren und der höhere mit seinen 170m zu niedrig. Die Vergangenheit hat ja bewiesen, dass das Planungsamt durchaus flexibel ist. Beim Millenium Tower hat man aus 1 Turm 2 gemacht; es gibt noch andere Beispiele solcher massiven Umplanungen bzw. Abweichungen vom Rahmenplan (Four, Taunusturm…). Ein mutiger Investor könnte eine Zusammenlegung vorschlagen: Der kleine Stummel fällt weg und der andere Turm geht satt als Mixed Tower (Inkl. Wohnungen) über die 230m.


    Ist nur eine spekulative Überlegung, aber ich erinnere mich gerne an ein Zitat von Groß&Partner bei Baubeginn des Four, dass sie gerne in Frankfurt höher bauen würden. Eine solche Höhe an dieser Stelle wäre nahezu ideal. Gerne auch 30 m mehr.

  • Genau das haben ich und ein anderer Forumsteilnehmer gestern auch spekuliert. Das könnte durchaus nach dem Schema Europa -Allee Tower laufen, kleiner Turm in der Gesamtentwicklung des Areals wird nicht gebaut, dafür wird der hohe Turm eben höher. Auch optisch würde das Ganze dann besser aussehen, ein hoher Turm, flankiert von 3 "kleineren" (Silver-Tower, Gallileo und Skyper).

  • Herrn Gwechenberger kann man wahrscheinlich von dieser Idee mit einer klassischen Blockrandbebauung (anlehnend an den Stil der Kaiserstraße) und darin geförderten Miet- und Eigentumswohnungen anstelle des kurzen Turmes überzeugen. Und wenn dann an dem höheren Turm, nehmen wir 250m an, zum „Central Park“ hin (und zur Mainseite) eine grüne Fassade wirkt oder nur Elemente davon, wird man auch die Grünen überzeugen können („wir ziehen den Park in die Vertikale“). Volt und FDP unterstützen dies ohnehin. Plus: lieber gleich „aufstocken“ anstatt später.

  • Eine angesprochene "Wandbildung" des Kernbereichs der Skyline könnte sicherlich eintreten, auch wenn die Tiefenstaffelung der Baukörper (gerade für Fußgänger) hier vielleicht die Wahrnehmung abschwächt.

    Zusätzlich wäre aber auch eine differenzierte Fassadengestaltung ohne Glas und Aluminium vorstellbar, was ebenfalls der "Verzahnung" mit dem städtischen Umfeld helfen könnte.


    Kleine (zusammengesponnene) Skizze basierend auf Streetview:

    Frankfurt-2040.jpg

  • Der HEP ist nicht sehr umfangreich

    Aktuell werden im Schnitt ~2 Hochhäuser pro Jahr fertiggestellt. Der Plan beinhaltet jetzt 26 Standorte bis 2040, wo ist das bitte nicht umfangreich? Einfach ganz viele Standorte ausweisen, würde nur zur Spekulation der jeweiligen Grundstücke führen, aber nix an der absoluten Zahl der erbauten HH bis 2040. Kann diese Kritik daher nicht ganz verstehen, die hier ja schon öfter geteilt wurde.

  • Hab mir jetzt mal die ergänzenden Unterlagen, e.g. diese einzelnen Broschüren angeschaut. Echt verständlich und schön aufgemacht auf einen Blick, inklusive Ideen zur weiteren Gestaltung (z.B. Danziger Platz, Radwege, etc.). Also kommunikativ finde ich das schon top, wüsste nicht in welcher anderen Stadt man dermaßen detailliert mitgenommen wird.

    Einmal editiert, zuletzt von Mayster ()

  • Im Rahmen des Beschlusses zum HHRP, wie von bridget bereits berichtet, wurden weitere PDFs zur Verfügung gestellt:


    Neben dem interessanten Entwicklungskonzept gibt es jetzt auch sog. Hochhaussteckbriefe der vorgeschlagenen Standorte.

    Nicht minder interessant ist das PDF Standortbetrachtung mit einer Vielzahl an Visualisierungen der zukünftigen Skyline


    Weiterhin gibt es dort Downloads in Bezug auf den HHRP über folgende Themen:


    1. Stadtklima
    2. Mobilität
    3. Nachhaltigkeit
    4. Lokales Umfeld
    5. Das Hochhaus und die Stadt

    Nachtrag: Auch das Baunetz berichtet ausführlich über den neuen Plan (Pdf öffnet sich nach ein paar Sekunden):


    https://www.baunetz.de/baunetz…oche_ausgabe_8565364.html


    PK: Nach dem Studium der ganzen Unterlagen glaube ich nicht mehr an die "Aufstockungen", sofern die Stadt überhaupt mit jemanden der ausführenden Architekturbüros gesprochen hat.

    2 Mal editiert, zuletzt von Adama () aus folgendem Grund: Nachtrag und PK.

  • Danke für den Link. Was ich besonders gut finde ist, dass die bestehenden Hochhäuser sich künftig auch für öffentliche Nutzungen im Erdgeschoss öffnen sollen. Mittelfristig könnte das Bankenviertel wirklich lebendiger werden. Das freut mich echt. Ich könnte mir vorstellen, dass der Eurotower mit das erste Gebäude sein wird, in dem das umgesetzt wird. Denn wenn die Bankenaufsicht ( oder ist da etwas anderes drin?) ins Gallileo zieht, wird bestimmt umgebaut und vielleicht auch eine neue Fassade gebaut.