Frankfurter Schienenverkehr I - konkrete Planungen

  • Echt ambitioniert. Aber wenn im Ergebnis dann die Straßenbahn komplett neu gebaut wird auf dem Abschnitt, wäre das sehr zu begrüßen. Im Idealfall vielleicht auch als Rasengleis?

    Da ja mit der neuen Brücke dann auch die bisherige Querung für den Straßenverkehr über die Straßenbahn entfällt, wird in diesem Bereich dann ja die Straße an sich auch mit angepackt. Aber wird dann am Ende auch die Straße auf dem gleichen Abschnitt wie die zu erneuernde Straßenbahn in Angriff genommen? Würde Sinn machen bei einem Zustand, bei dem man auch über eine Komplett-Erneuerung nachdenken dürfte.

  • Straßenbahn-Betriebshof Gutleut (Ausbau, Planung)

    Im Juni 2023 war erstmals über Pläne zum Ausbau des Straßenbahn-Betriebshofs Gutleut berichtet w0rden (klick). Inzwischen wird es konkret. Im Auftrag der VGF hat das Darmstädter Büro FS Architekten eine Variantenuntersuchung durchgeführt. War zunächst von einer offenen Anlage die Rede, ist jetzt eine geschlossene, 2-geschossige Anlage geplant, deren 1.OG als Abstellfläche für Kfz dienen soll, das Dach soll eine große PV-Anlage tragen. Zudem entsteht eine Waschhalle für Straßenbahnen.

    Dekoratives Anführungszeichen

    In Anbetracht des seitens der Stadt und der traffiQ erweiterten Netzkonzeptes gemäß Nahverkehrsplans, sind Erweiterungen des Fahrzeugfuhrparks der Verkehrsgesellschaft Frankfurt (VGF) bereits in Umsetzung und weitere in Planung. Insofern besteht bei der VGF mittel- bis langfristig Bedarf nach Erweiterung der Abstell- und Betriebshofkapazitäten von zusätzlich ca. 2.600 m Abstellgleisen. Auf grund der vorg. Notwendigkeiten ist die Erweiterung des Betriebshofes Gutleut (BBGU) ein Baustein des Gesamtabstellkonzepts der VGF. Hierfür soll der bestehende Betriebshof BBGU mit einer neuen

    Abstellanlage erweitert werden, die auf einem ca. 4500qm großen, noch zu erwerbenden Grundstückerrichtet werden soll.

    Neben der eigentlichen Nutzung als Abstellanlage hat ein erstelltes Schall- und Erschütterungsgutachten ergeben, dass die geplante Abstellanlage für Schienenfahrzeuge überdacht werden muss. Hierbei ergibt sich die Synergie, dass auf dem Betriebshofgelände in Gutleut ein Mangel an Pkw-Stellplätzen besteht und diese Überdachung als Parkdeck zur Erhöhung der Parkmöglichkeiten genutzt werden soll. Die bisherige Planung sieht weiterhin vor, dass das Parkdeck überdacht und mit Photovoltaik-Anlagen ausgerüstet wird. Unterhalb der Parkdeckzufahrt ist ein Technikgebäude für Normalstrom, Fahrstromtechnik sowie Signaltechnik vorgesehen. Eine Waschhalle für Schienenfahrzeuge ist im Lageplan oberhalb der Abstellanlage vorgesehen

    All dies ergibt sich aus einer Ausschreibung für die TGA-Planung.

    BBGU_Plan_EG.jpg

    BBGU_Plan_OG.jpg

    BBGU_Querschnitt.jpg

    BBGU_Visu.jpg

    Grafiken: VGF und fs|architekten

    Natürlich wird berücksichtigt, dass die Sperrung der Mannheimer Straße für den Bau des Fernbahntunnels eine Zufahrt zum Betriebshof über die Gutleutstraße erfordert. Der Lageplan zeigt eine Zufahrt über Heilbronner- und Mannheimer Straße und eine Zufahrt westlich direkt aus/in die Gutleutstraße

    Das südlich an den bestehenden Betriebshof angrenzende Gelände (ex. Degussa/Ferrostahl) wird bis Ende 2026 von der Mainova als Baustelleneinrichtungsfläche für den benachbarten Kraftwerksneubau und den Wärmespeicher genutzt, so dass für die VGF-Anlage ein Baubeginn in 2027 angepeilt wird, Inbetriebnahme Ende 2028.

  • Umbau Düsseldorfer Straße (Straßenbahn und MIV)

    Im Zusammenhang mit der Neugestaltung des Bahnhofsvorplatzes und der Erweiterung der Straßenbahnhaltestelle auf vier Gleise steht das Projekt Umbau Düsseldorfer Straße mit der Erweiterung der dortigen Haltestelle "Platz der Republik".

    Kern der Planung ist der 3-gleisige Ausbau der Haltestelle mit einem Mittelbahnsteig für Züge aus und in die Mainzer Landstraße und aus Richtung Messe und einem Seitenbahnsteig für die Züge Richtung Messe. Der 3-gleisige Ausbau soll erforderlich sein, um die Kapazitätserweiterung einer 4-gleisigen Haltestelle vor dem Hbf nutzen zu können. Im Zuge dessen wird auch vorgesehen, dass die Busse aus Richtung Opernplatz künftig nach links in die Düsseldorfer Straße abbiegen können. Der neue Seitenbahnsteig wird anscheinend im Wiener Modell ausgeführt, ist also überfahrbar, wenngleich der Durchgangsverkehr durch die Düsseldorfer Straße nach Norden entfällt, vom Hbf zur Mainzer Ldstr. gehts nur noch durch die Karlstraße, der Linksabbieger in die Poststraße bleibt zur Erschließung des Hbf. Der Verkehr in diesem Bereich soll sich durch die Abbindung der Taunusstraße reduzieren.

    Dekoratives Anführungszeichen

    Neben großräumigen Verkehrsverlagerungen werden Verlagerungen sowohl in den Hafentunnel als auch in die Taunusanlage (in Richtung Mainzer Landstraße und in Richtung Gutleutstraße) erwartet. Die geplante Kreuzungsgestaltung soll einen optimierten Betriebsablauf im ÖV durch einen parallelen Abfluss von Straßenbahnen in Richtung Messe und in Richtung Gallus ermöglichen. Dabei wird der Eingriff in den Verkehrsablauf des MIV auf das unbedingt erforderliche Maß beschränkt. Gleichwohl wird die Kapazität für den MIV spürbar reduziert. Ohne die Umsetzung weiterer begleitender Maßnahmen zur Abschwächung negativer Auswirkungen wird für den Knotenpunkt Platz der Republik ein Leistungsfähigkeitsdefizit prognostiziert.

    ...

    Für die aus Süden in Richtung Düsseldorfer Straße kommenden Verkehre werden jedoch neue Wege notwendig. Hierbei ist zu erwarten, dass alternative Routen und insbesondere Knotenpunkte sowohl im näheren als auch im weiteren Umfeld des Planungsraums stärker belastet werden. Aus diesem Grund werden verkehrliche Untersuchungen und Simulationen notwendig, die die Auswirkungen der Änderungen aufzeigen und zielgerichtet den Entwurf von Maßnahmen zur Abschwächung negativer Auswirkungen ermöglichen sollen. Diese Untersuchungen haben bereits begonnen und werden gebündelt mit

    den Analysebedarfen aus der Hauptbahnhofsvorplanung durchgeführt, um eine Gesamtaussage zu den Auswirkungen aller Änderungen treffen zu können.

    Quelle:

    M_59_2025 vom 28.3.2025

    Lageplan

  • Zum Thema des Vorbeitrags berichtet heute die FAZ. Bisher nicht erwähnt wurde die Planung, die Taunusstraße in eine Sackgasse umzuwandeln. Auch dies ist Folge des Ausbaus der Straßenbahnhaltestellen um den Hauptbahnhof herum. Auf der Düsseldorfer Straße soll es für Autofahrten in Richtung Süden künftig nur noch eine Fahrspur geben. In die Gegenrichtung keine mehr - wie oben erwähnt wird es nur noch über die Karlstraße nach Norden gehen.

    Prophet braucht man nicht zu sein, um deutlich erhöhte Belastungen alternativer Routen wie über den Hafentunnel oder die Taunusanlage vorherzusehen. Richtig lustig würde es, wenn der Hafentunnel für den Bau des Fernbahntunnels für mehrere Jahre gesperrt werden müsste (wie es Folge der hier vorgestellten Variante "Box in Hochlage" wäre).

  • Die Stadt Frankfurt meldet auf Ihrem Twitter und BlueSky Accounts dass die Fußgängerunterführung an der U-Bahnstation Weißer Stein ab 10.06.2025 dauerhaft geschlossen wird, da die Station komplett barrierefrei erreichbar ist und die Unetrführung schlichtweg nicht mehr gebraucht wird.

  • Wow, 20 Jahre nach dem barrierefreien Ausbau der oberirdischen Stationen auf der Erschersheimer hat man erkannt, dass die Unterführungen eigentlich überflüssig sind. Man hätte sich viel Geld gespart, wenn man sie mit dem Umbau geschlossen hätte. Fahrradkette... Vielleicht arbeitet man sich nun in Richtung Dornbusch ; D Kostet halt wieder Geld für die Schließung.

  • Nach meiner Wahrnehmung wird die Unterführung kaum noch genutzt, es gibt hier auch auf beiden Seiten der U-Bahn kaum attraktive Ziele außer dem Lido, aber zumindest auf dem Rückweg hat man systembedingt Zeit und schlendert. Das Ziel der Straßenüberquerung ist dann die Bahn selbst, dazu braucht es die Unterführung nicht so dringende. Im Unterschied zu den anderen Stationen mit existierenden Unterführungen ist

    - der Durchgangsverkehr gemäßigter.
    - an beiden Enden eine gleichwertige oberirdische Führung vorhanden, was wiederum auch mit dem geringeren Durchgangsverkehr zu tun hat.

    - kein gesonderter Umbau von Nöten, das wäre am Dornbusch und an der Hügelstraße der Fall, wo man an einem Ende der Station nur die Unterführung hat.
    An der Hügelstraße und am Dornbusch ist auch noch die Busanbindung weitreichender als am Weißen Stein.
    Von daher: Keine Überraschung und kein Präzedenzfall.

  • ^ Ich meine mich zu erinnern, dass weiland der Ortsbereirat darauf bestanden hat, die Unterführungen offen zu halten. Seitdem die irrige Idee, oberirdische Bahnstationen ausschließlich unterirdisch zugänglich zu machen, revidiert wurde, frage ich mich, wer eigentlich noch am Weißen Stein oder Lindenbaum durch den Untergrund wackelt. Menschen mit Gepäck, Kinderwagen oder Rolli sicherlich nicht. Aber anscheinend ist nun genug Gras über die Sache gewachsen, dass man es nun sukzessive angeht.

    Was die Umbauten angeht: selbst wenn man die Unterführungen nicht zuschüttet (was sicherlich nicht in absehbarer Zeit passieren wird), so wird man sie doch zumauern und die Zugänge samt Geländern entfernen wollen. Auch für das Stadtbild. Und das ist sicherlich nicht günstig zu haben. Mit Flatterband oder einer halbgaren Lösung, wird man im Tunnel nur Problemfälle anziehen.

  • Zuletzt wurde hier am 21.11.2024 über die U2-Verlängerung in Bad Homburg berichtet.

    Mittlerweile gibt es zwei Planänderungen hierzu.

    1. Bereits im November wurde ein 1. Planänderungsantrag beim RP Darmstadt eingereicht. Hier geht es um die Umverlegung von Versorgungsleitungen (Gas, Wasser, Strom) rund um die Haltestelle Gonzenheim.
    2. Im Juni ist nun der Bedarf aufgekommen, rund um die Haltestelle Ober-Eschbach, die während der 4 Jahre Bauzeit die Endhaltestelle der U2 sein wird, zusätzliche Weichen und neue Masten einzubauen. Auch diese Änderung muss vom RP Darmstadt genehmigt werden.

    Somit verzögert sich der Baubeginn weiterhin.

  • Erweiterung der DB-Regio-Wartungshalle geplant (Gutleutviertel)

    DB Regio plant, mittelfristig ihre Wartungshalle für die S-Bahnen des RMV an der Adam-Riese-Straße für ein weiteres Gleis zu erweitern. Diese Baumaßnahme soll im Zuge des geplanten weiteren Ausbaus des öffentlichen Nahverkehrs erforderlich werden. Dazu möchte sie von der Stadt ein schmales, unbebautes Grundstücks kaufen, das teilweise parallel zur Halle gelegen ist und das die Stadt erst 2017 von der Deutschen Bahn gekauft hatte. Dazu wurde jetzt eine Magistratsvorlage veröffentlicht (M 110), in der es um die Zustimmung der Stadtverordneten zum Abschluss eines Kaufvertrags geht.

    pict0071sbahn3xq.jpg

    Bild von 2006: Schmittchen

    Luftbild und Lageplan:

    Bild: https://i.ibb.co/XfxRP661/Zwischenablage01.jpg     Bild: https://i.ibb.co/gLqX4cZC/Zwischenablage02.jpg

    © Stadt Frankfurt am Main

  • Bericht zum Perspektivnetz Schiene, ÖPNV-Beschleunigung und Barrierefreiheit

    Im Jahr 2022 hatte die StVV im Nahverkehrsplan 2025+ eine Berichtspflicht des Magistrats zu diesen Themen beschlossen. Diesem Beschluss folgend berichtet der Magistrat in einer neuen Vorlage B_343_2025 vom 5.9.2925

    Jährlicher Sachstandsbericht zum Nahverkehrsplan 2025+

    Berichtszeitpunkt Mai 2025, Berichtszeitraum Jahre 2022, 2023 und 2024

    zu den Punkten "Perspektivnetz Schiene", "ÖPNV-Beschleunigung" und "Barrierefreiheit im ÖPNV".

    Wir erfahren einige neue Sachstände zur Ringstraßenbahn und anderen Projekten, zu den Haltestellenumbauten, Kreuzungs- und Ampelanlagen-Umbauten, sehr ausführlich vor allem zum Busnetz in Höchst und Umgebung, den Linien M55, und M72/73.

    Fazit: Verkehrsplanung war, ist und bleibt ein zähes Geschäft, ein permanentes Ringen um ausgewogene Kompromisse. Und bald ist Kommunalwahl!

  • Ich habe am letzten Samstag am „Tag der Schiene“ den U5 Tunnel besichtigt und durfte anschließend auf dem „Roten Sofa“ Mobilitätsdezernent Wolfgang Siefert einige Fragen stellen. Er räumte zuvor ein, wenn man die ursprünglich geplante Voll-Ubahn gebaut hätte, würde diese nicht nur seit Jahren fahren, der Steuerzahler hätte auch ca. 400 Mill. € gespart. Er war durchaus selbstkritisch. Mittlerweile hat sich zum Glück auch bei den Grünen die Erkenntnis durchgesetzt, dass auch mal die U-Bahn die beste Lösung für ein für ein Verkehrproblem sein kann. Das sah vor20 Jahren noch ganz anders aus. Er ist nach wie vor bemüht, die Verlängerung Römerhof zeitgleich bis 2029 hinzubekommen. Neu ist, er will versuchen in Verhandlungen das Regierungspräsidium zu überzeugen, die Planfeststellung ohne Bebauungsplan zu beginnen. Das war bisher nicht möglich. Die Verlängerung Frankfurter Berg wird nicht von der SEBV umgesetzt und bleibt bei der VGF, weil es ein kleineres Projekt ist, seiner Aussage nach. Ich fragte ihn auch nach dem oberirdischen Ausbau der U4. Er gab zu, dass bei der Rosa-Luxemburg-Allee alles offen ist und man sich Gedanken über deren Zukunft macht. Anscheinend sieht er darin aber kein Verzögerungsrisiko. Anfang 2027 soll die endgültige Planung der Stadtverordntenversammlung vorgelegt werden. Man habe bewusst erst den unterirdischen Teil geplant, da dies komplexer gewesen sei. Zum Schluss habe ich ihn noch auf die schlecht funktionierende Ampelvorrangschaltung in Frankfurt angesprochen. Er schob die Schuld dem Straßenverkehrsamt zu, da wäre er nicht weisungsbefugt. Es wurde die Hoffnung ausgesprochen, dass man im Zuge der Digitalisierung eine Verbesserung erreichen kann. Insgesamt eine sehr informative Veranstaltung und die Tunnelbesichtigung war beeindruckend.

  • Hbf-Vorplatz / Düsseldorfer Str. (Umbau Haltestellen)

    Die Straßenbahnhaltestellen vor dem Hauptbahnhof und in der Düsseldorfer Straße sollen bekanntlich stark erweitert werden (siehe zuletzt hier), um die Kapazität für mehr Straßenbahnverkehr zu erweitern. Im Prinzip gibt es dazu keinen neuen Sachstand, aber wir sehen auf nachstehendem Plan erstmals die beiden Teilprojekte Bahnhofsvorplatz und Düsseldorfer Straße im Zusammenhang.

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    Grafik: Stadt Frankfurt (Amt 66, VGF)

    Das Vorhaben zieht sich über mehr als 600 m von der Mainzer Landstraße bis zur Mannheimer Straße.

  • Es bleibt dabei. Mit dieser technokratischen Planung wird der Bahnhofsvorplatz nie attraktiv werden können. Ganz im Gegenteil, durch die Reduzierung der Fahrstreifen für diese sehr stark befahrene Straße (zu der es auch keinerlei Alternativen gibt, ist nunmal Teil des Alleenrings) wird das Volk auch noch auf riesige Autokolonnen im totalen Stillstand blicken können. Ist ja heutzutage schon praktisch rund um die Uhr eine Katastrophe wenn die jeweils zweite Spur gesperrt ist.

    Und dabei hat man direkt an den ganzen Bauzäunen dort unzählige Bilder angebracht wie der Platz wirklich attraktiv sein kann. Das fängt bei der Lage der Straßenbahngleise an, geht weiter über die Anordnung der Bäume und der Fahrbahnen, und endet bei der eigentlichen Platzgestaltung (inklusive Kandelaber).

  • Ich denke, die Lage der Haltestelle ist durch Zwangspunkte im Untergrund (Statik B-Ebene usw.) nicht frei wählbar. Immerhin stellt sie nicht die Sichtachse entlang der Kaiserstraße zu, aber es stimmt, schön wird's nicht. Im Ergebnis dürfte eine städtebaulich ansehnliche Platzgestaltung einerseits und ein Straßenbahnhalt mir der erforderliche Kapazität andererseits ein unauflöslicher Zielkonflikt sein, der jetzt erst mal zu Gunsten des Verkehrsbauwerks gelöst wurde. Zum Glück wird damit ja nichts gebaut, was künftig nicht auch wieder verkleinert werden könnte. Aber sag selbst, wie hätte es denn anders gehen können?

  • Das Problem ist einfach, dass diese Planung weder mit einer Neugestaltung des Bahnhofsplatzes noch mit einem übergeordneten Fahrradwegekonzept korrespondiert. Ich war gerade in den Niederlanden, da können sich die Planer was letzteres betrifft eine Menge abschauen.

    Folgende Verbesserungsvorschläge sehe ich:

    a) Warum den Radverkehr dort überhaupt entlang führen? Wer will da fahren? Das ist zu eng, die Autos zu nah, zu viel Verkehr, zu viele Passanten auf den Gehwegen. Und solche Fahrradweichen wie am Platz der Republik sind ohnehin Mist, weil gefährlich.

    Man sollte stattdessen den Fahrradverkehr dort einfach komplett herausnehmen und als Alternative eine großzügige Kfz-freie Verbindung vom Holbeinsteg über Windmühl- und Moselstraße und weiter durch die Westendstraße in Form einer Fahrradstraße mit Ost-West-Verbindungsfunktion schaffen, ebenso in der Kaiserstraße als Querverbindung mit direkter Anbindung an Hauptbahnhof und Hauptwache. Vielleicht böte sich ja auch ein Teilbereich der B-Ebene als Fahrradparkhaus an - das vorhandene an der Mannheimer Straße findet ohnehin kaum jemand.

    b) Der Bahnhofsplatz gehört aufgeräumt: die Taxis müssen dort nicht stehen, zumindest nicht in dieser Anzahl, sie können ebenso auf Post- und Mannheimer Straße aufgeteilt werden auf jeweils einem Taxistreifen. Auch den Parkplatz vor dem Bahnhof braucht man nicht. Damit könnten auch die jeweiligen Zufahrten entfallen.

    c) Wenn die Radwege und die Taxi- und Parkplatzzufahrten weg sind, hätte man genügend Platz für 2 durchgehende Kfz-Fahrbahnen je Richtung mit je 2 Fahrspuren (die derzeitige zusätzliche 3. Spur ist ohnehin sehr verwirrend).

    d) Die Zugänge von den Straßenbahn-Bahnsteigen in die B-Ebene sollte man schließen, sie stören nur das Gesamtbild, brauchen Platz und sind nicht unbedingt erforderlich.

    e) Schließlich sollten die Fußgängerüberwege deutlich ausgebaut werden, insbesondere der Hauptweg Richtung Innenstadt vom Hbf-Haupteingang zur Kaiserstraße, d.h. ordentlich breit und durch entsprechende Pflasterung vom Straßenbelag optisch abgehoben. Zusätzliche direkte Überwege vom dann komplett den Fußgängern und Radfahrern vorbehaltenen Bahnhofsvorplatz zur Münchner/Wiesenhüttenstraße und zur Karlsstraße/Taunusstraße wären ebenfalls wünschenswert.

    Eine Verlegung der Tram-Gleise Richtung Hbf, wie einst, scheitert dagegen wahrscheinlich an der Statik der B-Ebene.

  • Die Zugänge zur Tram hätte ich auch gerne weg, aber sie werden zur Entrauchung benötigt. Das sagte vor einigen Jahren einer der Planer bei einer OBR-Sitzung zum Umbau der B-Ebene, bei der die Schließung mehrerer wenig genutzter oder ungewollt genutzter Zugänge gewünscht wurde. Außer denen, die man dann auch geschlossen hat, werden die übrigen benötigt. Ähnlich wie an der Hauptwache ist das eben nicht so einfach, wie es für Dich und mich ausschaut.

    Und zusammen mit der von tunnelklick beschriebenen Tragfähigkeit der B-Ebene und den von ALLEN gewünschten direkten Übergängen für Fußgänger*innen (Kaiser-/Taunus-/Karlstraße, Wiesenhüttenplatz) und benötigten Radien für die Relation Münchner Straße/Hbf/Baseler Platz kommt man eben ganz schnell zu Zwangspunkten, die keine andere Option lassen, als das was wir hier sehen. Für die Stadtraumgestaltung bleibt ja immer noch genug Beinfreiheit mit gescheitem Stadtmobiliar oder auch formschönen Wartehallen (im Gegensatz zum Status Quo). Der schwungvolle Umriss auf dem Plan lässt hoffen.

  • Zu #1.197 - wer will da mit dem Fahrrad fahren? Ich. Es gibt sonst keinen vernünftigen Weg durch's Bahnhofsviertel Richtung Bockenheim. Der Vorschlag mti der Moselstraße ist mit Verlaub Quatsch - da ist ständig alles voller Scherben. Und ja, die Strecke ist jetzt schon ausgeschildert als Fahrradroute Richtung Bockenheim/Flughafen/Niederrad, etc., sollte also im Prinzip regelmäßig gereinigt werden.
    Wenn, dann muss man die Weserstraße umgestalten. Diese zwei Fahrspuren ergeben keinen Sinn - aber die Stadt will wohl kein Geld für die Ampelanlage in die Hand nehmen, wenn ich mich richtig erinnere. Unschön ist dann, dass der Hohlbeinsteg nicht direkt angebunden ist. Dafür könnte man dann als Radfahrer die Gallusanlage vermeiden. Die ist nämlich wirklich gefährlich. Die Untermainbrücke wäre dann ggf. auch sicherer erreichbar - die Neue Mainzer ist für Zweiräder auch indiskutabel zu nutzen.

  • Wenn man bereit wäre eine echte Fahrradstraße, d.h komplett ohne KfZ Verkehr und Parkplätzen einzurichten würde das ggf funktionieren. So ist der Verweis auf die Nebenstraßen wie fast immer nur eine bequeme Möglichkeit die ungeliebten Fahrräder loszuwerden bzw aus dem Blickfeld.der KfZ zu verbannen. Beispiel dadür ist das Gejammer über die zu unechten Fahrradstraßen umgebauten Nebenstraßen Oeder Weg, Grüneburgweg und Kettenhofweg.