Frankfurter Nahverkehr I - konkrete Planungen

  • Hat jemand eine Idee was für diesen Streckenabschnitt bzw. für einen vergleichbaren Abschnitt an durchschnittliche Betriebskosten anfallen?

    Beinhalten die Betriebskosten auch spätere Reparatur und/oder Sanierungskosten der Infrastruktur?

    Sollte nicht die bestehende Projektgesellschaft für die U 5 im Europaviertel solche Aufgaben in Zukunft übernehmen?


    Für die Interessierten: besagter RMZ Artikel ist seit heute Nachmittag digital verfügbar und hier noch die gestrige Pressemeldung von traffiQ.


    Vielen Dank vorab für den Erkenntnisgewinn.

    2 Mal editiert, zuletzt von main1a () aus folgendem Grund: Link eingefügt

  • Hier ist die PM (aus Bad Homburg): Grundsatzvereinbarung zu Bau und Betrieb vorgestellt


    Ich denke mir, diese Vereinbarung war ein schwerer Brocken, weil es ja nicht nur drum geht, wer welche Kosten trägt, sondern auch, wer welche Einnahmen erhält. Die VGF erhält für den reinen Bahnbetrieb einen Festbetrag pro Fahrplankilometer, sagen wir 12,00 €/Fkm pro Wagen, den zahlt der Aufgabenträger, also traffiq (= Stadt Frankfurt). Dafür erhält traffiq einen Anteil aus den im Zuständigkeitsbereich von traffiq generierten Fahrgeldeinnahmen. Für die Infrastruktur ist im Prinzip der Eigentümer zuständig, das ist die Stadt Frankfurt, welche diese Aufgabe an die VGF delegiert hat. Diesbezügliche Investitionen müssen nicht aus den Fahrgeldeinnahmen finanziert werden. Die Formel, nach der der RMV die verbundweit vereinnahmten Fahrgelder auf die lokalen Aufgabenträger verteilt, wird gehütet wie ein Staatsgeheimnis.


    Für die Homburger Fahrplankilometer müsste Bad Homburg die VGF beauftragen und bezahlen (so wie es Oberursel für die U3 tut, im O'urseler Haushaltsplan könnte man nachlesen, wieviel das ist). Daneben muss aber auch noch geregelt werden, wer was entscheidet. Welchen Einfluss kann Bad Homburg aus Kostengründen auf den Fahrplan, d.h. die Fahrplankilometer nehmen? Den Takt und die Zuglängen? [jahrelang ist die U3 mit 2-Wagen-Zügen gefahren, weil Oberursel nicht für 3-Wagen-Züge zahlen wollte, obwohl sie im Frankfurter Abschnitt dringend nötig waren]. Ich nehme an, es gab reichlich Diskussionsbedarf.


    Die SBEV sollte auf jeden Fall die weiteren Frankfurter Ausbauvorhaben bauen, aber in Bezug auf Bad Homburg war davon bisher m.W. nicht die Rede.

  • Danke Ahligator und tunnelklick! Ich blick‘s bisher nicht wer in Frankfurt die PM lanciert. :confused:


    Erwähnenswert ist tatsächlich nur der letzte Satz darin: "Beide Oberbürgermeister danken dem hessischen Minister für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Wohnen, Tarek Al-Wazir, für sein vermittelndes Engagement in diesem ehrgeizigen Projekt."

    Anscheinend musste er wieder einmal bei einem ÖPNV Vorhaben beschleunigend eingreifen weil vor lauter Details das große Ganz aus dem Blick geraten war.

    Auch wenn bisher die SBEV nicht als Projektgesellschaft handelt wird wäre dies eine Option um schnell eine handlungsfähige Gesellschaft ins Boot zu holen.

  • Die Rundschau berichtet über einen Vorschlag der BFF, der, wenn ich das richtig verstehe, eine Verbindung zwischen der D-Strecke und der A-Strecke vorsieht, so dass die U8 bei der Station Holzhausenstr. in Richtung Campus abbiegen soll und dann über Ginnheim nach Nieder-Eschbach. Soweit so unrealistisch, in dem Artikel steht aber auch noch Interessantes:

    Oesterling teilt mit, dass derzeit an einer Kosten-Nutzen Ausschreibung für 10 Varianten gearbeitet werde. Wegen der Corona-Krise und weil daher Planungsbüros nicht voll arbeitsfähig seien, rechne er aber erst nach der Kommunalwahl 2021 mit einer Veröffentlichung. Und er gibt sich als Anhänger einer Streckenführung über Campus und Europaturm zu erkennen.

  • Die Frankfurter Rundschau berichtet heute über ein neues Straßenbahnkonzept. So soll es zukünftig folgende Linien geben:

    Linie 13: Industriehof - Hauptbahnhof - Heilbronner Straße

    Linie 14: Nied Kirche - Bornheim Ernst-May-Platz

    Linie 15: Fechenheim Schießhüttenstraße - Niederrad Haardtwaldplatz

    Linie 16: Offenbach Stadtgrenze - Höchst Zuckschwerdtstraße

    Linie 19: Friedberger Warte - Konstablerwache - Offenbach Stadtgrenze

    Linie 20: Rebstockbad - Hauptbahnhof - Bürostadt Niederrad

    Linie 21: Ginnheim - Stadion

    Zu den Linien 11, 12, 17 und 18 steht dort nichts, sie bleiben wohl unverändert. Was aus den heutigen Linien 19 (Schülerverkehr) und 20 (Stadionverkehr) wird, wird nicht geschrieben. Details sollen am Montag vorgestellt werden.

    Einmal editiert, zuletzt von regulator () aus folgendem Grund: Linie 21 vergessen. Mea culpa.

  • Interessant - anscheinend werden die bislang nur für die Fahrschule genutzten Schienen in der Schlossstraße reaktiviert, wenn es bis Industriehof gehen soll. Allerdings fällt es mir etwas schwer, mir vorzustellen, wie das funktionieren soll, dass es einerseits eine Endhaltestelle der Tram sein soll und gleichzeitig auf derselben Station zwei U-Bahnlinien durchfahren, im Berufsverkehr ca. alle 3-4 Minuten eine.


    Und: wenn die 16 jetzt nach Höchst fährt, welche Linie fährt denn dann nach Ginnheim?

  • Das klingt sehr interessant. Habe mich noch nicht mit allen Details beschäftigt, aber ich bin gespannt, wie der Halt Industriehof realisiert wird. Sonst auch erfreulich, dass viel vom "ungenutzten" Netz mit Linie 13 in den Linienbetrieb kommt.


    Bevor sich noch jemand erschreckt, was mit Ginnheim ist, regulator hatte die Linie 21 vergessen. :'D


    Linie 21: Ginnheim - Stadion

  • Am Industriehof gibt es ein kleines Abstellgleis neben der Tunnelrampe, das könnte man in eine bestehende Grünfläche bis zum U-Bahnsteig stadtauswärts verlängern. Tendenziell würde ich sagen, dass die neue Linie 13 eines Tages den Hausener Ast übernehmen wird, Verlängerung bis Praunheim Brücke inbegriffen.

  • Dieses Abstellgleis mit einem Bahnsteig auszustatten, schiene mir auch eine Möglichkeit, nur halte ich das betrieblich für suboptimal, denn wie soll dann die Bahn Richtung Hauptbahnhof wieder auf das richtige Gleis kommen? Der nächste Gleiswechsel ist auf der Breitenbachbrücke und so deutlich außerhalb der Sichtweite. Die Frage nach den Wendestellen stellt sich ja auch bei der neuen 19 an der Friedberger Warte (derzeit gar keine Möglichkeit) und der neuen 20 an der Bürostadt Niederrad (nur ein einfacher Gleiswechsel, als Endstelle daher eher nicht geeignet).

    Wenn wir Glück haben, dann wird der Verkehrsdezernent diese Details am Montag vorstellen.

  • Bis Montag warten wäre wahrscheinlich wirklich am sinnvollsten.

    Trotzdem - meine Überlegung zur Linie 13 wäre, dass man Ptb-Wagen nimmt und einfach weiter bis nach Hausen fährt. Bahnsteige bauen klingt teuer und zeitaufwändig und wirklich Platz am Industriehof für einen Bahnsteig gibt es nur in Richtung Hausen. Der Halt Adalbert-/Schloßstr. wäre der nächste Fall von "zu wenig Platz für Bahnsteige" und wird wahrscheinlich Bahnsteiglos auf der Straße sein. Ich kann mir gut vorstellen, dass man erstmal die Barrierefreiheit vernachlässigt und dann, falls die Linie gut genutzt wird, nachbessert. Am Abschnitt auf der Mannheimer Straße bin ich mir nicht sicher, wie dort die Bushaltestellen aktuell aussehen und wie diese von der Straßenbahn mitgenutzt werden könnten.

    Der Fahrzeugeinsatz hängt aber auch davon ab, wann die Linie starten soll und welche Fahrzeuge dann verfügbar sind.

  • Trotzdem - meine Überlegung zur Linie 13 wäre, dass man Ptb-Wagen nimmt und einfach weiter bis nach Hausen fährt. Bahnsteige bauen klingt teuer und zeitaufwändig und wirklich Platz am Industriehof für einen Bahnsteig gibt es nur in Richtung Hausen.


    Es gibt keine Ptb-Wagen mehr. Von diesem Typ gibt es zwei Museumsfahrzeuge, die aus der Not heraus derzeit noch Liniendienst versehen und ein paar zur Ausmusterung vorgesehene Überstücke. Sie wären im Niederflurnetz auf Dauer nicht einsetzbar, da nicht barrierfrei zu betreten; eigentlich sind diese Dinger ein Zumutung und es ist gut, dass sie ausgemustert wurden (werden).

  • Am Industriehof gibt es ein kleines Abstellgleis neben der Tunnelrampe, das könnte man in eine bestehende Grünfläche bis zum U-Bahnsteig stadtauswärts verlängern.


    So sieht das aus:


    © Stadtvermessungsamt Frankfurt am Main, Stand 07.2020, © Hessische Verwaltung für Bodenmanagement und Geoinformation

  • Was ich hieran interessant finde ist dass mit der Straßenbahn in der Schloßstraße auch ein Stuck einer eventuellen zukünftigen Ringstraßenbahn wieder ans Netz angeschlossen wird.

  • Es würde mich wundern, wenn alle nicht genannten Linien unangetastet blieben. Dagegen spricht allein schon die neuen 14 und 16 nach Nied und Höchst und die neue 15 zur Schießhüttenstraße. Es ist nicht zu erwarten, dass dann auch noch eine 11 zur Schiehüttenstraße und vor allem noch eine dritte Linie nach Nied/höchst fährt. Ich denke eher, dass die 16 auf ganzen Länge im dichten Takt verkehrt und eine verkürzte 11 zwischen Mönchhof und Neckermann verstärkt. Auch vermute ich, dass die Nachtlinie 12/18 als Tagline vereint wird, wenn man schon dran ist. Das erleichtert letztlich auch die Kommunikation (s. U6/7). Für mich ergäbe sich anhand der Infos und meiner Überlegungen dieses Netz:


    11 Fechenheim Hugo-Junkers-Str - Römer - Hbf - Mönchhofstr

    12 (Fechenheim Hugo-Junkers-Str) - Ostpark - Bornheim Mitte - Konstablerwache - Südbahnhof - Louisa

    13 Industriehof - Hauptbahnhof - Heilbronner Straße

    14 Nied Kirche - Kleyerer Str - Hbf - Römer - Bornheim Ernst-May-Platz

    15 Fechenheim-Schießhüttenstraße - Römer - Uniklinik - Niederrad Haardtwaldplatz

    16 Offenbach Stadtgrenze - Hbf - Südbahnhof - Höchst Zuckschwerdtstraße

    17 Neu Isenburg - Hbf - Rebstockbad

    18 Gravensteiner Platz - Konstablerwache - Römer - Uniklinik - Schwanheim

    19 Friedberger Warte - Konstablerwache - Offenbach Stadtgrenze

    20 Rebstockbad - Hbf - Uniklinik - Bürostadt Niederrad

    21 Ginnheim - Hbf - Uniklinik - Stadion


    Dass das neue Netz erst in fünf Jahren eingeführt wird, kann ich mir nicht vorstellen. Vielmehr dürften die meisten Änderungen schon im Dezember kommen. Vielleicht mit Ausnahme der 13, die allerdings schon mal bis zum Westbahnhof geführt werden könnte, bis der Bahnsteig am Industriehof fertig ist.


    Es war von Oesterling ja schon vor längerem eine Verlängerung der Strecke von der Friedberger Warte zur Festeburg ins Spiel gebracht worden. Daher würde ich vermuten, dass eine 19 dann auch nicht alle anderen Linien mit einer Wende am Bodenweg oder der Warte selbst blockieren wird. Und ein Ringbahnstummel in der Homburger mit einer vorläufigen Endstation halte ich verkehrstechnisch für abwegig weil wenig realisierbar, ohne den Knoten komplett lahmzulegen.

  • Sehr Interessant! Der viergleisige Ausbau der Straßenbahnhaltestelle am Hauptbahnhof war mir zum Beispiel noch neu. Ich bin gespannt, wie wo man dafür den Platz her nimmt. Ein paar Details und Zeitprognosen mehr hätten mich jedoch gefreut. Vielleicht hat ja jemand noch mehr Informationen, als die Pressemitteilung hergibt.

  • Ich habe bislang auch keine Antwort auf meine Fragen (#1.031) gesehen, wie denn die Wende am Industriehof, der Friedberger Warte und in der Bürostadt Niederrad ablaufen soll. Da hatte ich mir schon mehr Einzelheiten erhofft.

  • regulator Ich gaube Deine Antwort steht im vorletzten Absatz:

    Über diese konkreten Maßnahmen hinaus beschreibt der NVP 2025+ ein Perspektivnetz Schiene, das weiter in die Zukunft weist. Es umfasst den Bau neuer Infrastruktur, um höherer Kapazitäten im Nahverkehr zur Verfügung stellen zu können. [...]
    Für die Straßenbahn sollen zum Beispiel die Verlängerung zum Bahnhof Höchst und die Ringstraßenbahn zwischen Markus-Krankenhaus und Friedberger Warte realisiert werden.
    Darüber hinaus weisen Überlegungen, die allerdings noch auf dem Prüfstand der GVP-Planungen, des Nutzen-Kosten-Indikators und der allgemeinen Umsetzbarkeit stehen. Dazu gehören die Ideen zur Verlängerung der Straßenbahn über die Frankfurter Stadtgrenzen hinaus ebenso wie der Ersatz besonders stark nachgefragter Buslinien. Als Beispiel seien die Verbindung vom Hauptbahnhof zum Briefzentrum im Gutleutviertel oder vom Börneplatz über die Alte Brücke bis zur Sachsenhäuser Warte genannt. Netzergänzungen in der Innenstadt zur Entlastung der
    hochfrequentierten Altstadtstrecke sind ebenso denkbar wie Lückenschlüsse etwa zwischen Triftstraße und Stresemannallee/Mörfelder Landstraße oder zwischen Haardtwaldplatz und der Bürostadt Niederrad

    Will sagen, Bürostadt Niederrad wäre bei einem Lückenschluß entweder eine neue Endstelle mit einer verlängerten 15. Dann vermutlich in einer Querstraße oder man macht gar einen Ring draus. Wer weiß. Und Friedberger Warte wäre dann im Kontext Vilbel zu betrachten, wobei sicherlich an der Festeburg eine Ausfädelung à la Mönchhof entstehen wird, um Kurzpendel analog zum Bus zu ermöglichen.

  • Ein paar Details werden wir in der Fortschreibung des Nahverkehrsplans lesen, welcher derzeit in der Abstimung der Träger und Verbände ist. Dazu wird es dann vermutlich eine Magistratsvorlage geben. Das Tramkonzept ist so 'ne Art ausgekoppelte Single, im Entwurf des NVP firmiert es als "Maßnahmenbündel 6".