Frankfurter Nahverkehr I - konkrete Planungen

  • Baubeginn der Straßenbahn Linie 18

    Wie schon im Beitrag 331 angekündigt, beginnt nun der Bau der Straßenbahnlinie 18 in den Frankfurter Bogen. Seit einigen Tagen wird an der Kreuzung Rohrbachstraße/Friedberger Landstraße gewerkelt. Allerdings ist der Baufortschritt mäßig. Das liegt aber vor allem daran, dass sämliche Leitungen (Gas, Wasser, Abwasser und Strom sowie Telefon) aus den Bereichen der zukünftigen Gleistrassen verlegt werden müssen.


    Schon seit gut zwei Wochen ist die Glauburgstraße von der Friedberger Landstraße bis zur Spohrstraße voll gesperrt. hier werden derzeit die Kanalrohre neu verlegt. Hier ein Bild von gestern:



    Seitdem man aus der Rohrbachstraße nicht mehr geradeaus in die Glauburgstraße bis zur Eckenheimer durchfahren kann, ist es auf der Friedberger wesentlich ruhiger geworden. Es herscht außerhalb der Hauptverkehrszeiten eine gespenstische Stille.



    Es wurden heute bereits Ersatzampeln aufgestellt und in der Rohrbachstraße eine neue Gasleitung verlegt. Der eigentliche Umbau der Kreuzung mit Verlegung der Gleise soll erst im Sommer 2010 erfolgen. An der übrigen neuen Straßenbahntrasse die Friedberger hinauf wird derzeit vereinzelt an einigen Stellen an der Leitungsverlegung gearbeitet, aber noch nichts spektakuläres.


    Bilder sind von mir.

  • Urheberrechtanspruch bei Station Alte Oper

    Der Architekt Artur C. Walter hat mehrere U-Bahn-Stationen im Frankfurter Netz entworfen, u.a. auch die Station Alte Oper. Er besteht auf sein Urheberrecht und fordert Planänderungen beim Aufzug in der Station Alte Oper. Die gegenwärtigen Pläne sehen vor, daß der oberirdische Teil transparent gestaltet wird. Die Aufzugstechnik soll deshalb auf dem Bahnsteig installiert werden welches jedoch Walters Wünschen, mehr Transparenz auf dem Bahnsteig, nicht entspricht. Um diesen Dissens zu lösen haben zwischen Walter und der Verkehrsgesellschaft Frankfurt (VGF) seit gestern Abend Gespräche begonnen und Walter möchte bis Ende Mai seinen Plan vorlegen. Der avisierte Fertigstellungstermin im November 2010 kann lt. VGF momentan gehalten werden.
    Quelle: HK vom21.04.2009

  • Das klingt für mich wie ein verspäteter Aprilscherz! Wieso müssen die Architekten immer auf ihr Urheberrecht so vehement pochen! Das ist doch im Endeffekt ein Zweckbau, gebaut im Auftrag der Stadt vor 20 Jahren. Hätte man damals ordentlich geplant, wäre der Umbau jetzt nicht nötig. Und das die Stadt sagt, uns ist wichitger, das der Opernplatz möglichst nicht stark beeinträchtigt wird und daher die Technik in die Station verlegt ist nachvollziehbar.
    Aber nein, die "Offenheit" der Station soll nicht verändert werden....ts. :nono::nono:

  • Ich finde die Einwände durchaus berechtigt, da dieser U-Bahnhof sowie Westend und Schweizer Platz nach meinem Geschmack die besten Vertreter gelungener Untergrundarchitektur in Frankfurt sind. Als reine Zweckbauten würde ich eher die Stationen aus der Anfangszeit der U-Bahn unter der Eschersheimer Landstraße bezeichnen. Die Architektur von AC Walter nimmt sehr stark Bezug auf die Umgebung der Stationen, während die meisten anderen U-Bahnhöfe architektonisch identisch sind und sich nur durch die Bilder an der Wand oder Farbe der Säulen unterscheiden.

  • Lächerlich. Eineinhalb Jahre Bauzeit für einen Aufzug ebenso wie Urheberrechtsansprüche an einer 20 Jahre alten U-Bahn-Station. Mamma mia. :nono::nono::nono:


    Was will der Architekt eigentlich? Geld? Aufmerksamkeit? Er kann doch nicht ernsthaft die "offene Atmosphäre" einer U-Bahn-Station, wo sich niemand freiwillig aufhält, sonst einzig und allein max. 10 Minuten, um in die U-Bahn zu gelangen, als wichtiger erachten als das möglichst dezente und unauffällige Erscheinungsbild des Aufzugs auf dem schönsten Platz der Stadt???

  • Bevor sich alle hier wieder aufregen sollte man vielleicht mal abwarten welchen Vorschlag Herr Walter bezüglich des Aufzugs vorbringt. Eventuell gibt es ja eine Lösung, die sowohl Opernplatz als auch die U-Bahnstation optisch nicht allzu sehr beeinträchtigt.

  • Hallo, wenn das mit dem Opernplatz jetzt so kompliziert wird, waere es dann nicht besser vieleicht doch auf den Aufzug zu verzichten und das Geld sinnvoller woanders auszugeben? Der U-Bhf. Hauptwache mit Aufzuegen ist keine 10 min zu Fuss von der alten Oper entfernt und bietet fahrgelegenheiten in alle moegliche Richtungen.


    Vieleicht reicht es aus, in Ffm nur jeden zweiten U-Bhf. mit Aufzuegen auszustatten, da diese im Vergleich zu anderen Staedten (Muenchen) recht nah zusammenliegen.


    Man koennte Herrn Walter einen Aufzug fuer die Station Westend entwerfen lassen, diese ist ebenfalls weniger als 10 min von der alten Oper entfernt und der Eingriff in die Gestaltung des Strassenraums waere nicht so dramatisch.


    Die Gefahr besteht, dass Herr Walter einen Entwurf vorlegen wird, der sich weniger mit dem Opernplatz vertraegt als urspruenglich vorgesehen. Es folgt dann ein langer Streit Aesthetik vs. Urheberrecht.

  • Dennoch wiederholt sich hier wieder das leidige Thema, daß sich Architekten(-erben) immer wieder ins Spiel bringen können.


    Echt lästig, wie man mit dem Ticket sich auf die Bühne drängt oder (nochmal) kassieren kann...


    Ähnlich widerlich wie das deutsche Maklerrecht! Erinnert den einen oder anderen immer wieder an Schutzgeld .....

  • Bei der Sache bin ich zwiegespalten. Einerseits empfinde ich dieses Urheberrecht als die reinste Lachnummer. Andererseits handelt es sich hier im konkreten Fall nunmal um eine der wenigen architektonisch gelungenen Stationen im frankfurter U-Bahn-Netz, und gerade bei dieser Station ist natürlich die große "Halle" ohne Stützpfeiler und sonstige herumstehenden Bauteile das Hauptmerkmal. So ein Aufzug mitten auf den Bahnsteig hinunter würde das ja komplett zur Farce machen. Dann lieber noch solche Schrägaufzüge wie an der Bockenheimer Warte. Natürlich sollte die absolute Priorität darauf liegen den Opernplatz in keinster Weise zu beeinträchtigen, aber auch die gestalterische Integration in den unterirdischen Teil der Station sollte nicht vernachlässigt werden.

  • Danke yyyves, sehr gute News.


    Ich hätte wirklich am Verstand einiger Verantwortlicher gezweifelt, wenn die Straßenbahn gekommen wäre...

  • U5

    In der leidigen Frage um die U5 hat der Verkehrsdezernent heute sein Konzept vorgestellt. Hier die taufrische Pressemeldung:



    Quelle: Stadt Frankfurt am Main – Presse- und Informationsamt

  • Nun ja. Ich wohne ganz in der Nähe der Station Musterschule, insofern bin ich hier "Betroffener" und Nutzer der U5. Die gute Nachricht ist, dass die U5 als U-Bahn-Linie, die bis zum Hauptbahnhof durchfährt (und in Zukunft hoffentlich auch weiter unterirdisch durchs Europaviertel verlängert wird), erhalten bleibt. Klar ist der vorgeschlagene Umbau dahingehend positiv zu sehen, dass barrierefreies Einsteigen ermöglicht wird und dass die Linie für die neuen Fahrzeuge der VGF tauglich gemacht wird.


    Trotzdem bleibt es mir völlig unverständlich, warum weiterhin dieses Jahrzehnte alte Provisorium mit der hässlichen Rampe in der Eschenheimer Anlage und der oberirdischen Führung einer Untergrund-Bahn beibehalten wird. Und das auf einer viel befahrenen Hauptverkehrsstraße, die mitnichten auch nur ansatzweise breit genug ist für eine konkurrierende Inanspruchnahme durch Individualverkehr und Bahn. Und: sie führt mitten durch ein innerstädtisches Wohnviertel. Man könnte doch gerade jetzt, wo ein Umbau fällig wird, und wo möglicherweise leichter als sonst an Bundesmittel heranzukommen ist (Stichwort "Konjunkturpakete"), endlich wenigstens die drei nördlich der Konstabler Wache liegenden Stationen "Musterschule", "Glauburgstraße" und "Deutsche Bibliothek" unter die Erde verlegen!


    Danach könnte die Linie ja - analog zur U 1/2/3 - wieder an die Oberfläche kommen, wenn sie an der Westseite des Hauptfriedhofs vorbeifährt. Denn hier hat die U-Bahn keine zerschneidende Funktion eines Viertels wie in Dornbusch. Es sind also nur drei unterirdische Stationen zu bauen, das kann doch nicht so schwer sein...


    Die Pressemeldung erwähnt ja noch nicht mal die langfristige Perspektive eines Verlegens unter die Erde. Ob ich das noch erleben werde?

  • Es wird der politische Wille fehlen, wie schon zu lange bei diesem Thema. Der Bund wird eine solche Massnahme kaum bezuschussen, schließlich ist die U-Bahn doch schon da. Die Konjunkturpakete sind als kurzfristig wirksame Hilfen gedacht, Projekte die planerisch fertig sind und sofort umgesetzt werden können sollen damit finanziert werden. Davon ist die Verlegung der U5 in den Untergrund - leider - weit entfernt.

  • Alles richtig. Und doch muss man aus meiner Sicht zugeben, dass die vorgestellte Lösung zwar nicht schön ist, unter den gegebenen Umständen aber doch ziemlich clever. Besonders hinsichtlich der unterschiedlichen Höhen der Bahnsteige und der Platzierung der Rampen.


    Drei Pressebilder des VGF-Entwurfs für die Stationen entlang der Eckenheimer Landstraße:





    Bilder: Verkehrsgesellschaft Frankfurt am Main

  • Sieht gar nicht so verkehrt aus. Ist wohl unter den gegebenen Umständen die am meisten praktikabele Lösung. Dann kann endlich auch weiter an der Verknüpfung zur S-Bahn am Frankfurter Berg gearbeitet werden und hoffentlich ist jetzt dieses elendige Strassenbahn-statt-U-Bahn-Thema vom Tisch. Würde mich dennoch nicht wundern wenn auch die Lösung wieder torpediert wird. Gibt es schon erste Reaktionen vom OBR Nordend?

  • Straßenbahnlinie 18 / Tram-Halt Konstablerwache

    Die Arbeiten sind mittlerweile in vollem Gange: Mit Beginn der Sommerferien (13. Juli) wird die Friedberger Landstraße zwischen Nibelungenplatz und Glauburgstraße stadteinwärts auf eine Spur verengt. Ein Jahr lang sollen die Bauarbeiten südlich des Nibelungenplatzes voraussichtlich dauern.


    Auf der Friedberger Landstraße sollen stadtauswärts weiterhin zwei Fahrspuren zur Verfügung stehen, möglich wird dies dadurch, dass die separate Busspur mitbenutzt werden kann.


    Quelle: FR-Online


    Die FR berichtet außerdem über einen "Test" an der Tram-Haltestelle Konstablerwache: Hier soll über die Sommerferien ein Meter der Fahrbahn stadtauswärts abgesperrt werden um die Haltestelle perspektivisch breiter erscheinen zu lassen. Bei einer Breite von dann nur fünf Metern sollen bis zur Allerheiligenstraße weiterhin zwei Autos nebeneinander auf die Fahrbahn passen. Funktioniert der Testlauf können die Fahrgäste an der Haltestelle mehr Komfort erwarten.
    Ist nach meiner Ansicht ein bißchen kompliziert geschrieben, als Fazit ziehe ich daraus, dass man testen möchte ob breitere Bahnsteige an der Konstablerwache möglich wären, was bei dieser stark frequentierten Haltestelle sicherlich von Vorteil wäre.
    Nicht ganz erschließt sich mir die Aussage "Fahrbahn stadtauswärts": Ist das jetzt Richtung Nordend oder Richtung Sachsenhausen? Ich gehe mal davon aus, dass hier Nordend gemeint ist, allerdings liegt die Allerheiligenstraße dann vor der Konstablerwache, was heißen würde, dass an der Haltestelle nicht genug Platz wäre für zwei Fahrspuren.
    Was meint ihr dazu?

  • Das Experiment geht wohl in erster Linie zu Lasten der Radfahrer, die an dieser Stelle tatsächlich die Fahrbahn benutzen - sind aber nicht viele, die Mehrzahl fährt auf dem Gehweg.


    Auf der nach Sachsenhausen führenden Fahrbahn gibt es keinen Schnittpunkt zur Allerheiligenstraße, ich nehme mal an, dass es sich bei Herrn Arning von der FR um einen der Radfahrer handelt, die mir an diesem Stück, in südlicher Richtung fahrend, auf dem Bürgersteig vor der Fa. Segmüller begegnen. Genau dann gibt es nämlich eine Fahbeziehung "von der Konstabler Wache zur Allerheiligenstraße".