Frankfurter Nahverkehr I - konkrete Planungen

  • Neubaustrecke S-Bahn und neue Station "Gateway Gardens"

    Der Magistrat hat eine Vorlage (M122) für den Streckenneubau der S-Bahn zwischen "Flughafen-Regionalbahnhof" und "Stadion" und für Neuanlage der Station "Gateway Gardens" (Thread) ausgearbeitet. Beteiligt waren die Deutsche Bahn AG, der RMV, das Land Hessen und die Gateway Gardens Projektentwicklungs-GmbH. Untersucht und bewertet wurden mögliche Varianten einer Verkehrslösung. Grundlage war eine Studie, die ihr hier herunterladen könnt (1,5 MB, sehr empfehlenswert!):



    Dabei ist eine Entscheidung zu Gunsten der Variante 3.2 gefallen (Seite 18 ff im Booklet). Die wesentlichen Fakten:


    • Neubau einer durchgehend 2-gleisigen Strecke
    • Länge ca. 3,8 km (ca. 1,8 km oberirdisch und ca. 2,0 km im Tunnel)
    • neue Haltestelle "Gateway Gardens"
    • Frequenz der Station ca. 14.000 Fahrgäste pro Tag
    • Gesamtkosten rund 146 Millionen Euro
    • das entfallende Teilstück (siehe Luftbild im Booklet) wird zurückgebaut


    Das Booklet enthält auch interessante Untersuchungen zur Anbindung der Terminals 2 und 3, auch an die Riedbahn-Strecke.

  • Nicht gut. Sogar gar nicht gut. Grund: die Reisezeit vom Hauptbahnhof zum Flughafen verlängert sich durch die zusätzliche Haltestelle.
    Das ist das Schlechteste, was Frankfurt hinsichtlich Standortwettbewerb passieren kann!
    DER zentrale Pluspunkt von Frankfurt im Vergleich zu anderen Städten in Deutschland und Europa ist die ausgezeichnete Infrastruktur, und hier speziell die einzigartige Anbindung zum Flughafen.
    In Frankfurt benötigt man ca. 15 Min. vom Hbf zum Flughafen, in München derzeit mind. 45 Min. Wenn München den Transrapid baut, ist dieser Vorteil natürlich dahin.
    Ich wiederhole: die hervorragende Anbindung zum Flughafen ist DER entscheidende Vorteil Frankfurts gegenüber allen anderen Städten. Ich habe selbst an einer Untersuchung mitgewirkt, die genau das herausgefunden hat (was man aber implizit vorher schon wusste).
    Mit dem zusätzlichen Stop in Gateway Gardens sägt Frankfurt einen Ast ab, auf dem es sitzt. Das sollte dringend nochmal überdacht werden, aber ich fürchte dafür ist es schon zu spät, nachdem Schmittchen schreibt, dass der Beschluss schon gefallen ist. :Nieder:

  • Sicher ist die schnelle City-Anbindung ein entscheidender Vorteil von FRA aber durch den kleinen Schlenker und und eine Station mehr dürfte sich die Fahrzeit doch nicht sehr verlängern, selbst wenn es ganze fünf Minuten mehr wären sind 20 Minuten An-/ Abfahrzeit zum Hbf doch wirklich sehr gut. Gateway Gardens selbst wird übrigens ein neuer Pluspunkt für FRA. Da würde ich mir keine Sorgen machen. Ich finde das Konzept gut und hoffe auf schnelle Umsetzung, vermutlich wird es nur so sein, dass wir noch Jahrzehnte warten dürfen... Oder gibt es bereits Infos zu einem Zeitplan?

  • In der favorisierten Variante wird die Strecke nicht länger, sondern nur verschwenkt. Der Fahrzeitverlust durch den Halt dürfte deshalb nur bei ein bis zwei Minuten liegen.

  • Mag ja sein, dass es nicht viel länger dauern wird. Aber bei der Bahn kostet im Fernverkehr 1 Minute Fahrzeiteinsparung durch Streckenneubau 1 Milliarde Euro. Hier wird viel Geld investiert, um die Fahrzeit zu verlängern. Und 5 Minuten bei der Kategorie von Geschäftsreisenden und in der Menge an Reisenden kosten volkswirtschaftlich gesehen richtig viel Geld. Insgesamt also eine Verschlechterung, nur um Gateway Gardens besser anzubinden.


    Warum lässt man nicht die bestehende Strecke wie sie ist und baut diesen zusätzlichen Schwenk wie jetzt vorgesehen, ohne die alte Strecke abzureißen? Dann könnte man schnelle S-Bahn-Verbindungen anbieten, die überhaupt nicht halten zwischen Flughafen und Hbf (und auf der alten Strecke fahren), sowie eine weitere Verbindung mit Stops in Gateway Gardens, Stadion usw. auf der teilweise neuen Schiene. Damit könne man sich auch den Rückbau der jetzigen Strecke sparen.


    Außerdem: hierfür wird wieder mal Bannwald geopfert, was die Flughafengegner nur noch weiter aufstacheln könnte, gegen den Flughafenausbau zu protestieren.

  • Als damals die Station Messe zwischen Westbahnhof und Galluswarte eingefügt wurde, hat das die Fahrzeiten, wenn ich mich richtig erinnere, um 1 Minute verlängert. Also nicht der Rede wert. Fünf Minuten werden es sicher nicht werden, warum auch, vielleicht lässt sich durch Streckenführung und Fahrgeschwindigkeit sogar noch etwas an der reinen Fahrzeit einsparen und dadurch der Zeitverlust durch den Halt weiter verringern.


    Eine Entscheidung ist noch nicht gefallen, die dürfte der Stadtverordnetenversammlung obliegen, aber eine Vorentscheidung natürlich schon. FMJFRA, Planungsmittel sollen für die Jahre 2008 und 2009 bereitgestellt werden, Baukosten für die Jahre 2009 bis 2014. Das lässt wohl grobe Rückschlüsse auf die zeitliche Perspektive zu.

  • ...na dann wollen wir hoffen, dass es bei 1 Minute bleibt. Ich bin zwar kein Experte, aber ich würde mal schätzen, dass die S-Bahn bei diesen Kurven in der neuen Streckenführung langsamer fahren muss als bei der jetzigen Situation. Was wiederum die Fahrzeit verlängern würde...

  • Okay aber selbst bei 2-3 Minuten wirklich kein Thema. Eventuell fährt die Bahn dank neuer Trasse an dieser Strecke ja auch zügig. Das wird die erste S-Bahn-Tunnelstation seit sehr langem in Frankfurt oder? Sehr schön :-)

  • FMJFRA: Die bisher jüngsten S-Bahn-Tunnelstationen sind die in Offenbach, welche seit 1995 in Betrieb sind. Man darf gespannt sein, wie die Station dereinst aussehen wird...

  • In dem von Maggus im Ostend-Thread verlinkten Artikel aus der FNP (Link) geht es nicht nur um die neue Mainbrücke, sondern auch um die S-Bahn-Station Gateway Gardens. Anscheinend ist alles auf einem guten Weg und kann erstaunlich schnell umgesetzt werden - bis 2016 (Baubeginn 2011).


    Auch wird in dem Artikel bestätigt, dass im Europaviertel eine unterirdische U-Bahn-Trasse geplant ist, die - nachdem aus nicht nachvollziehbaren Gründen die Straße darüber zuerst gebaut wurde - jetzt im aufwändigen und teuren bergmännischen Verfahren erstellt werden muss.


    Mir war nicht klar, dass das schon in trockenen Tüchern ist, dass wir hier tatsächlich eine neue U-Bahn-Linie bekommen, die diesen Namen auch verdient! Aber eine gute Nachricht, wie ich finde!

  • Eine U-Bahn ins oder durchs Europaviertel hört sich gut an, aber das müsste ja dann die verlängerte U5 sein und die soll ja angeblich in eine Straßenbahn mit Endpunkt Konstablerwache geändert werden. Außerdem denke ich, die Stadt ist im Moment eher auf dem Trip Straßenbahnen zu bauen, denn soweit ich weiß sollte die Strecke der 17 auch mal eine U-Bahn werden. Bin mal gespannt was daraus wird, vielleicht kommt ja auch die U-Bahn von Niederrad unterm Main über Hbf in Richtung Europaviertel. Im Laufe der letzten 20 Jahre sind ja schon viele U-Bahnstrecken geplant und wieder verworfen worden, man denke an die Untertunnelung der Eckenheimer Landstrasse bis zum Alleenring oder die U-Bahn nach Fechenheim. Leider alles nichts geworden. Ja ja die Kosten. :(

  • Die U-Bahn ins Europaviertel ist so gut wie sicher, ihr Bau ist Teil der aktuellen Koalitionsvereinbarung zwischen CDU und Grüne. Ungewiss ist ausschließlich die Frage, ob sie vollständig unterirdisch geführt wird oder ob sie etwa ab Güterplatz über ein Rampe an die Oberfläche geführt wird. Darauf stellte Miguels Beitrag ab, nicht zuletzt wegen des kaum zu lösenden Rampenproblems wird es wohl auf die erste Alternative hinauslaufen.


    Steht aber alles in diesem Thread, lies ihn dir doch einfach erst einmal durch. Selbstverständlich ist der Bau nicht davon abhängig, dass die U5 weitergeführt wird. Es gibt jede Menge Möglichkeiten, das Liniennetz neu zu ordnen, möglich wäre natürlich auch eine neue Linie.

  • Sorry, dass ich nicht alle 212 Artikel der letzten 3 Jahre gelesen habe, bevor ich hier etwas geschrieben habe. Wird bestimmt nie wieder vorkommen.
    Lieben Gruß aus dem Nordend


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    Das Forum bietet eine Suchfunktion. Einfach bei "Thema durchsuchen" den Begriff Europaviertel eingeben - und staunen! Lieben Gruß zurück aus Bockenheim

  • Aktueller Stand der Diskussion ist eine Linie, die unterirdisch im Europaviertel verläuft, ab dem Hauptbahnhof dem Verlauf der U4 bis Seckbacher Landstraße folgt und von dort über bestehende Betriebsgleise zum Riederwald und weiter auf der Strecke der U7 bis Enkheim verläuft.

  • Ideallösung wäre natürlich die Beibehaltung der U5 nach Preungesheim/Frankfurter Berg. Aber statt Tunnel unter der Eckenheimer am Besten Streckentausch mit der Straßenbahn im Nordend, also die 12 durch die Eckenheimer schicken und die U5 stattdessen unter der Friedberger Landstraße, bis hoch zur Gießener Straße. Wäre kürzer und deutlich schneller als die bisherige U5 (auch der Tunnel wäre kürzer als einer unter der Eckenheimer), zumal die beiden viel zu engen Kurven im Marbachweg wegfallen würden und das U-/Stadtbahnnetz deutlich störungsunanfälliger würde - und trotzdem bliebe die Haltestellendichte im Nordend nahezu unverändert.

  • Ein Tunnel unter der Friedberger Straße bis zur Gießener Straße wäre aber deutlich länger als der früher einmal geplante Tunnel unter der Eckenheimer bis zur Nibelungenallee.

  • Der Tunnel müsste nur bis zur Rat-Beil-Straße gehen, ab dem Hauptfriedhof kann die Strecke am östlichen Rand desselben völlig unabhängig vom Straßenverkehr bis hoch zum Marbachweg wo sie an die bisherige Strecke anknüpft verlaufen. Wären grad mal 1,7km Tunnel. Ein Tunnel unter der Eckenheimer würde je nachdem wo die Rampe hinkommt 1,6 bis 2km lang, also mindestens genauso lang und man hätte eben immer noch die verkehrlichen Nachteile am Marbachweg und im Nordteil der Eckenheimer Landstraße. Ganz abgesehen davon dass man in der Friedberger Landstraße auf Grund der größeren Breite und mehrerer Plätze auch zum Teil in der offenen Bauweise vorgehen könnte.

  • Das hört sich ja viel zu gut an, als dass da vorher noch niemand drauf gekommen wäre? Gibt's denn keine Planungen für eine U-Bahn-Linie unter der Friedberger Landstraße? Jetzt, nachdem die U5 wahrscheinlich an der Konsti enden soll?

  • Wenn man eine U-Bahn unter die Friedberger legen würde, müsste die ja einen unterirdischen Anschluss bekommen und das ginge wohl nur an der Konstabler. Das würde ganz schön kompliziert und teuer. Außerdem, ich wohne im Nordend und Ihr wollt mir wohl nicht meine U5 wegnehmen! :)
    Meiner Meinung nach, würde es mit ein bisschen Planung und guter Überlegung gelingen, die 2 Stationen "Musterschule" und "Glauburgstrasse" als Hochstationen umzubauen, muss ja nicht an der selben Stelle sein, denn ab dem Alleenring sind Hochstationen kein Problem mehr.

  • Eine wirklich endgültige Lösung wären Hochbahnsteige im Nordend aber nicht, irgendwann muss die U5 einfach unter die Erde innerhalb des Alleenrings. Und vor allem mit der Situation am Marbachweg würde die U5 ein Provisorium bleiben.
    Statt der U5 würde dann halt die 12 bei dir fahren, und die könnte sogar an mehr Stationen halten als jetzt die U-Bahn.