Großmarkthalle von 1928

  • Großmarkthalle von 1928

    Nach 76 Jahren, in der zweiten Juniwoche 2004 wurde der Handel in der Großmarkthalle endgültig eingestellt. Die denkmalgeschützte Großmarkthalle wird umgebaut und künftig zum Komplex der Europäischen Zentralbank gehören.


    Die Großmarkthalle an der Sonnemannstraße wurde in den Jahren 1926 bis 1928 nach einem Entwurf des Architekten Martin Elsaesser gebaut. Der Bau ist 250 Meter lang und 50 Meter breit, die beiden Kopfbauten umschließen die 220 Meter lange Halle mit ihren fünfzehn, nur sieben Zentimeter dicken Beton-Tonnengewölben. Weitere Informationen und Fotos aus der Zeit, als die Halle noch in Betrieb war, finden sich diesem Thread. Was man dort erleben konnte, habe ich hier beschrieben.


    Nun wurde der Handel in neu gebaute, sterile Hallen in Frankfurt-Kalbach, nahe dem Bad Homburger Kreuz, verlegt, Frischezentrum genannt. Eröffnung war am 6. Juni 2004.


    Die folgenden Fotos wurden nur 10 Tage nach dem offiziellen Ende des Handels aufgenommen. Annäherung von Norden:



    Die zusätzlichen Verkaufsbuden auf dem Platz nördlich der Halle zeigen bereits Auflösungserscheinungen:



    Auf dem Weg zum westlichen Kopfbau:




    Ein wenig Untergrund? Hier entlang!




    Einfahrt in die riesige Kelleranlage, geplant in Zeiten, als elektrische Kühlaggregate noch nicht selbstverständlich waren:



    Hauptdurchfahrt mit abgeschlossenen Räumen links und rechts, die Abzweigung links führt zu einer Durchfahrt mit weiteren Kellerräumen.



    Verbindungstunnel zwischen den Kelleranlagen unter der Haupthalle und den Kellern unter der Importhalle:



    Einzelne Kellerräume:



    Ob am anderen Ende jemand abheben würde?



    Raus aus dem Keller und hin zur Südseite der Haupthalle, dort befinden sich die überdachten Gleis- und Entladeanlagen. Auf den insgesamt 5.000 Metern langen Gleisanlagen der Großmarkthalle konnten 250 Bahnwagen gleichzeitig (!) entladen werden.




    Am östlichen Kopfbau:




    Nochmals eine Gasse in den Verkaufsbuden auf dem nördlichen Vorplatz:




    Und natürlich die Haupthalle auch von innen:



    Westliches Ende der Haupthalle:



    Impressionen:






    Das Hallenende im Osten:



    Weitere Impressionen:



    Widersprüchliche Auffassungen über die Zeit:



    Nochmals die Westseite mit Ausfahrt:



    Alle Bilder: Schmittchen (keine anderweitige Verwendung ohne ausdrückliche Gestattung)

  • Ziemlich vergammelt, aber wenn eine Institution wie die EZB dort einziehen will/wird, kann es ja nicht schlecht sein und wird ja wohl außerdem wieder hergerichtet - oder ;) ?

  • Stimmt tolle Fotos. Ich wohn zwar in Frankfurt aber bis jetzt war ich noch nie richtig bei der Großmarkthalle gewesen. Aber dank den Fotos kann ich mir jetzt ein Bild davon machen. Ich bin echt gespannt wie die vergammelte Halle und das öde Umfeld in 2-3 Jahren nach den Umbau aussehen wird.

  • Tolle Doku Schmittchen! :)
    @tigi
    das war tatsächlich auch das este was mir dazu eingefallen ist.
    Der eine oder andere "une caso per due" wird da wohl auch gedreht worden sein, oder?und wenn nicht wenigstens Dark Angle. :D

  • Ein höchstinteressanter Rundgang Schmittchen, vielen Dank! Wir sollten öfter solche nicht ganz so perfekten Schauplätze in Phototouren einbinden.

  • Um Gottes Willen.... :lach:


    Aber einsame Spitze, dass dieses.....was auch immer aka Grossmarkthalle.... renoviert und bezugsfertig gemacht wird für eine Institution wie die EZB. :daumen:

  • was man aus einem vergammelten riesigen gebäude wie diesem machen kann, kann man sehr gut an der tate modern in london sehen. die ezb ist das beste, was der grossmarkthalle passieren könnte. tolle bilder