Neubebauung Bahnhofsvorplatz ("Maximiliancenter" | "Urban Soul")

  • Dass der Investor allerdings bereits jetzt ankündigt, dass die Stadt für eine gelungenere Bebauung zuzahlen soll, treibt einem dann doch die Zornesröte ins Gesicht.


    Wohl "nur" die Kosten des Gestaltungswettbewerbs - mehr als 100-200 Tsd. EUR dürften sie nicht betragen. Mehr Sorgen macht mir, was daraus wird, vor allem wenn man "renommierte Architekten" zur Jury hinzuziehen würde. Einige warnenden Beispiele:


    -> Ein Wettbewerbsdesaster in Stuttgart (Das neue "Kunstmuseum" am Schloßplatz - der Entwurf wurde nach einem Wettbewerb erkoren!)


    -> "Temporäre" Begründungen der 1.-ten Preise beim Wettbewerb "1000 Baulücken" (Die preisgekrönten Fragezeichen für Duisburg sind bereits auch hier im Forum aufgefallen).


    -> Baufrevel auf der Zeche Zollverein in Essen (Die Jury meint ausdrücklich, daß der 40m-Kubus das Weltkulturerbe bedrücken würde und... wählt einstimmig just diesen Entwurf! :Nieder::nono: )


    Am besten wäre vielleicht, würde man alle Entwürfe im Internet vorstellen und in einem öffentlichen Forum den Bürgern eine Stellungnahme ermöglichen. Man sieht es z.B. für "1000 Baulücken"/Essen - der Entwurf No. 8 im hiesigen Thread ist der Renner - obwohl er von der Jury keinen Preis bekommen hat!

  • So, in der Zwischenzeit hat sich eine ganze Menge getan. Ein Bürgerbegehren wurde initiiert mit dem Ziel, das gesamte Projekt neu auszuschreiben. Die dafür erforderliche Zahl an Unterschriften wurde erreicht, was angesichts der emotional sehr aufgeladenen Debatte kaum verwundern kann. Das bedeutet, daß sich der Rat Anfang Dezember entscheiden muß, ob er sich dem Bürgerbegehren anschließt - das hieße Abbruch der Verhandlungen mit dem Investor Brune/ Concepta und Neuausschreibung des Projekts -, oder ob er es auf ein Bürgerentscheid ankommen läßt. In den letzten Tagen hat der Investor neue Pläne vorgelegt, die einen kleinen Platz vor dem Bahnhof vorsehen und versprochen, einen Fassadenwettbewerb durchführen zu lassen. Trotzdem hat sich gestern die CDU entschlossen, sich zusammen mit den Grünen und dem Bürgerbund dem Bürgerbegehren anzuschließen, obwohl man die Planungen lange Zeit mitgetragen hatte und erst selbst Kritik übte, als sich Widerstand aus der Bürgerschaft dagegen regte.




    Quelle: General-Anzeiger Bonn



    Die ganze Angelegenheit ist ein Armutszeugnis für alle Beteiligten: die Stadtverwaltung, die es versäumt hat, ein städtebauliches Konzept für das Areal zu entwickeln, um den Planungen einen vernünftigen Rahmen zu geben. Die Politik, die sich äußerst kopflos und opportunistisch gezeigt und sich aus ihrer Verantwortung gestohlen hat. Die versammelte Mannschaft der Gegner, der es nicht um städtebauliche oder architektonische Fragen geht, sondern nur darum, das Projekt insgesamt zu verhindern, weil man es nicht als Chance für die Innenstadt begreift, sondern als Gefahr. Den Investor selbst, der mit seinen indiskutablen Plänen zu dem jetzigen Schlamassel einen Gutteil beigetragen hat. Im Ergebnis sieht es so aus, daß sich an der miserablen städtebaulichen Situation vor dem Bahnhof möglicherweise auf Jahre nichts ändern wird. :mad:

  • Sieht doch eigentlich ganz gut aus.
    Kann die ganze Aufregung bezüglich der Architektur überhaupt nicht verstehen.


    Es gibt schon etliche sachlich begründbare Kritikpunkte an den Planungen (siehe dazu #6 und #9). Allerdings entspricht das Bild nicht mehr dem aktuellen Stand der Planungen, da der Baukörper nach neuesten Planungen verschlankt und die Fassade anders gestaltet werden sollte. Man hätte dem Investor wenigstens die Chance geben sollen, die neuen Pläne der Öffentlichkeit zu präsentieren. Warum sich die CDU nun gegen das Projekt ausspricht, ohne die überarbeiteten Pläne zu kennen, ist wohl nur mit gnadenlosem Opportunismus als Folge des Schocks der verlorenen Kommunalwahl zu werten. Außerdem sollte es eher Aufgabe von Politik und Verwaltung sein, sich um Verkehr und Drogenszene zu kümmern, anstatt die des Investors, wie die CDU moniert hatte. Es ist sehr schade, daß man "den Schwanz eingezogen" hat, anstatt zusammen mit allen Beteiligten auf eine bessere Lösung hinzuarbeiten. Eigentlich war man auf einem guten Weg, der Investor hat sich kompromißbereit gezeigt. Aber es gibt leider eine Reihe Leute, die gar nicht an einer vernünftigen Lösung interessiert sind und das Projekt insgesamt verhindern wollen. Und gegen deren Widerstand wollte die CDU nach der Wahlschlappe nicht mehr agieren. Unter den Gegnern des Projekts sind besonders kleinbürgerliche Parteien und Vereine aktiv, die argumentieren, das Projekt würde zu Leerständen in der Innenstadt führen. Absurd, denn zum Beispiel stand Saturn bereits als Ankermieter fest und so einen Laden gibt es in der Innenstadt gar nicht. Das wäre ein Riesengewinn und neuer Magnet geworden, stattdessen wird jetzt wahrscheinlich irgendwo im Industriegebiet gebaut, vielleicht sogar außerhalb der Stadtgrenzen. Aber krieg das mal in diese Köppe rein...


    EDIT: die Gegner haben auch nie wirklich gesagt, wie nach ihren Vorstellungen die Alternative aussehen soll. Es wurde eigentlich immer nur gesagt, "das wollen wir nicht", aber tatsächlich umsetzbare Vorschläge kamen nicht. Vermutlich hätten viele der Gegner so oder so die Planungen abgelehnt.

  • Aus für die Bahnhofsbebauung in Bonn.
    Die umstrittenen Pläne für die Bahnhofsbebauung in Bonn sind endgültig vom Tisch. CDU-Fraktion, Grüne und Bürgerbund im Bonner Stadtrat stimmten gestern abend gegen das Konzept des Investors. Damit tritt das Bürgerbegehren in Kraft, das eine komplette Neuausschreibung vorsieht. SPD und FDP kritisierten, dass Bonn eine einmalige Chance zur Erneuerung der Innenstadt vertan habe. Oberbürgermeisterin Dieckmann bewertet den Beschluss als Fehlentscheidung, weil millionenschwere Investitionen und hunderte Arbeitsplätze verloren gingen.


    Quelle: http://www.wdr.de

  • Wie gehts jetzt weiter? Wird in der nächsten Zeit überhaupt irgendwas passieren oder versteckt man die Frage nach ner Bebauung des bahnhofsvorplatzes jetzt erstmal ganz tief in der Schublade?


    Das

    Ob man sich auf Eckpunkte einigen kann, unter denen eine Bebauung irgendwann möglich wird, zweifelte Dieckmann am Ende des 90-minütigen Streits an. "Nach einem solchen Planungsprozess und vielen einstimmigen Beschlüssen seit 1998 müssen wir darüber sprechen, wie solche Prozesse in Zukunft ablaufen sollen", sagte sie. Bevor das nicht geklärt sei, werde es mit ihr keine Neuausschreibung geben.

    klingt ja nicht gut.


    http://www.general-anzeiger-bo…news/artikel.php?id=82512

  • Eigentlich ist ganz klar, was passieren muß, ja längst hätte passieren müssen: ein städtebaulicher Wettbewerb, aus dem sich die von Frau Dieckmann erwähnten Eckpunkte herauskristallisieren lassen. Dann erst kann man wieder konkret über eine Neubebauung sprechen und sich mit den gefundenen Vorgaben auf Investorensuche begeben. Leider werden wieder viele Jahre vergehen, bis irgendwann die Bagger vielleicht tatsächlich anrollen. Der letzte Anlauf hat sechs - leider verlorene - Jahre gekostet.

  • Mittlerweile nimmt man einen neuen Anlauf zur Bebauung des Bonner Bahnhofsvorplatzes. Zunächst werden in einer sogenannten "Bürgerwerkstatt" Meinungen zur Neubebauung aus der Bürgerschaft gesammelt. Auf dieser Grundlage sollen später Eckpunkte für die weitere Planung entwickelt werden, anhand derer man sich auf die Suche nach Investoren machen möchte. Die "Bürgerwerkstatt" hat auch einen Internetauftritt unter http://www.buergerwerkstatt-bonn.de!

  • Das ist ja mal ein vorbildliches Verfahren, ein städtebaulich anscheinend äußerst schwieriges Problem zu lösen. Klasse!


    Ist die Bürgerwerkstatt tatsächlich von der Stadt initiiert worden? Fängt man wirklich wieder bei Null an? Worauf wird es deiner Einschätzung nach hinauslaufen?

  • Ja, mit der Bürgerwerkstatt beginnt das Verfahren wieder bei Null. Alle bisherigen Pläne sind damit vom Tisch. Das Schöne an der Sache ist, dass sich jeder - auch Nicht-Bonner - an dem Verfahren beteiligen kann. Alle Meinungen, Ideen, Anregungen usw. werden gesammelt. Was am Ende davon in der konkreten Umsetzung übrig bleibt, muss man sehen.


    Hier nochmal die Kontaktadresse:



    Kontakt


    E-Mail an die Redaktion: ideen@buergerwerkstatt-bonn.de
    Telefon: (0228) 77 50-17
    Fax + SMS: (0228) 77 50-25


    Postadresse:
    Bürgerwerkstatt Bahnhofsbereich
    c/o Bonn Information
    Windeckstraße 1
    53111 Bonn



    Die Bürgerwerkstatt ist meinem Kenntnisstand nach eine Idee der Ratsfraktionen, wohingegen die Verwaltung wohl der Meinung war, ein solches Verfahren sei überflüssig und bringe nichts.


    Zu meiner persönlichen Einschätzung, ich begrüße das Verfahren, sehe aber auch Probleme


    Freiflächen: in der Diskussion stehen die Freiflächen im Mittelpunkt, es wird seitens vieler Bürger die Forderung nach einem Platz erhoben, teilweise nach einem völligen Weglassen von Bebauung. Ich bin zwar auch für mehr Platz vor dem Bahnhof, da die sogenannte Südüberbauung diesen ziemlich "erschlägt", allerdings gegen einen richtigen Stadtplatz, der dort nie existierte. Bis zu ihrem Abriss um 1970 stand dort gründerzeitliche Bebauung und sowohl die noch vorhandene Bebauung, als auch der Bahnhof sind auf diese ausgerichtet. Ein Platz würde überhaupt nicht mit der vorhandenen Bebauung und Blockstruktur harmonieren und zudem Raum für dringend benötigte Neubauten (siehe GA-Artikel unten) sowie einen ZOB wegnehmen.


    Bebauung: bei der Frage nach der Gestalt möglicher Neubauten wird deren Lage, Grundriss und Masse thematisiert, aber nicht die architektonische Gestalt. Es wird gefordert, die Neubauten dürften kein "Klotz" oder "Riegel" werden, aber keine Vorgaben bezüglich des äußeren Gestaltungsbildes gefordert. Dafür gibt es in Bonn keine Tradition. Es gibt auch keinen Gestaltungsbeirat oder etwas Ähnliches, der solche Gestaltungsvorgaben machen könnte. So werden wir wohl wieder funktionale Investorenarchitektur vorgeschlagen bekommen. Dabei halte ich die Frage nach der äußeren Gestalt der Neubauten für sehr wichtig, da wir uns in einem weitgehend noch gründerzeitlich geprägten Umfeld befinden.




    Jetzt hat sich auch der Einzelhandel in das Verfahren eingeschaltet...



    Ein Plädoyer für größere Einzelhandelsflächen


    Bahnhofsvorplatz: Bonner IHK, City-Marketing und Einzelhandelsverband einigen sich auf gemeinsame Position - Verkaufsflächen bis 20 000 Quadratmeter erhöhen Attraktivität - Parkplätze für Neubauten gefordert


    Den Beginn der Bürgerwerkstatt zur künftigen Gestaltung des Bahnhofsvorplatzes haben am Donnerstag die Vertreter des Bonner City-Einzelhandels (Einzelhandelsverband, City Marketing und Industrie- und Handelskammer) genutzt und ein Positionspapier vorgelegt, wie sie sich die Neubauten und deren Nutzung vor dem Bahnhof vorstellen. Der Grundtenor:Die Bonner City braucht neue Großverkaufsflächen, um sich im Wettbewerb mit anderen Städten messen zu können.


    (...) Die neuen Geschäftsflächen dürften aber nicht als separates Einkaufszentrum ("Mall") oder als Riegel konzipiert sein, sondern als offenes Eingangstor in die City. Oberstes Ziel sei die Stärkung der Bonner City im Vergleich zu anderen Standorten.


    (...)Mit Interesse hörte der städtische Wirtschaftsförderer Martin Ogilvie, wie einig alle drei Organisationen sind. "Das Positionspapier wird die Investorengespräche erleichtern", glaubt er. Finanziers, die sich für den Bau von Geschäften an einem Standort wie Bonn interessieren, gebe es; ebenso genügend Anfragen, in denen nach größeren Flächen verlangt werde. (...)


    Quelle: http://www.general-anzeiger-bo…ews/artikel.php?id=101746



    Das klingt hervorragend. Der Mangel an Objekten für großflächigen Einzelhandel ist der zentrale Standortnachteil der Bonner Innenstadt. Bisher war oft auch von den Vertretern des Einzelhandels zu hören, der Bedarf an solchen Objekten bestehe nicht.



    weitere Infos: http://de.wikipedia.org/wiki/B…_zum_Bahnhofsbereich_Bonn

  • Ich sehe diese Bürgerwerkstadt hier tendenziell kritisch. In Bonn habe ich den Eindruck, dass dahinter mehr die Angst vor Verantwortung steht als demokratische Überzeugung.
    Der Stadtrat ist gewählt, dann soll er auch entscheiden.


    Angesichts der extrem klammen Kassen in Bonn sehe ich kaum eine Chance für eine große Lösung. Es ist eine Illusion, dass man alle Kosten den Investoren auf's Auge drücken kann ohne ihnen quasi das alleinige Sagen zu überlassen.


    Benötigt wird ein umfassendes Konzept, ein Masterplan und dessen kleinschrittige systematische Umsetzung.

  • ^


    http://www.stefankoch.ch/bahnhof1957.jpg
    so sah es im Jahre 1957 vor dem Hauptbahnhof aus


    http://www.stefankoch.ch/bahnhof.2.jpg
    um 1934


    http://www.stefankoch.ch/bahnhof9.JPG
    das Bahnhofsumfeld aus der Luft um 1928


    http://www.stefankoch.ch/luft.jpg
    ebenfalls um 1928


    Quelle (mit vielen anderen alten Stadtansichten): http://www.stefankoch.ch/altbonn.htm


    http://visipix.dynalias.com/ne…artinstrasse3-31-67TW.jpg
    Poststrasse vom Bahnhofsportal aus gesehen


    http://visipix.dynalias.com/ne…artinstrasse3-30-67TW.jpg
    vor dem Hauptbahnhof, Höhe Gangolfstrasse


    http://visipix.dynalias.com/ne…Hauptbahnhof3-31-67TW.jpg


    http://visipix.dynalias.com/ne…nKBE-ET49atBonn6-63TW.jpg
    Rheinuferbahnhof, Richtung Köln


    http://visipix.dynalias.com/ne…rbahnhofBonn8-30-58TW.jpg
    nochmal Rheinuferbahnhof


    Quelle (etliche andere alte Straßenbahnansichten aus Bonn): http://visipix.dynalias.com/ne…chmethod=fulltext&start=0

  • Da wird mir klar, daß nur die Rekonstriktion eine befriedigende Lösung sein kann. Zeitgenössische Vorschläge hatten ihre Chance, sie haben sie vertan.
    Zumindest die Blöcke links und rechts der Poststraße sollten komplett wiedererstehen, von der engen Hofbebauung einmal abgesehen - bei Bedarf auch der Block, der an den Kaiserplatz heranreicht.
    Die verbleibenden beiden können ZOB oder den benötigten großflächigen Einzelhandel aufnehmen. Sie lägen nicht direkt an der Poststraße. Doch ich bin sicher, daß die Straße `Am Hauptbahnhof´ selbst zur Flaniermeile und Laufkundschaft locken würde.


    Im Alten Stadthaus wäre bei dieser Lösung zusätzliche Einzelhandelsfläche zu schaffen. Es scheint ja Bedarf für bis zu drei Kaufhäuser zu geben (Saturn, Media-Markt, Bekleidungshaus im Metropol).


    Man sollte das Gebiet gegenüber dem Bahnhof parzellieren und Schritt für Schritt bebauen. Und wenn es ein zwanzig Jahre oder gar ein halbes Jahrhundert dauert, die nächste Lösung darf kein Provisorium mehr sein.

  • Nett sah das vorher aus am Bahnhof- Eine Rekonstruktion wird es sicher nicht geben. Erstens ist das viel zu teuer, und ich wüsste nicht, wer das bezahlen soll. Zweitens bestanden die Häuserblocks vor dem Bahnhof aus vielen kleinteiligen Gebäuden, eine Rekonstruktion macht dagegen nur bei großen gebäuden Sinn, für die sich ein Investor finden ließe. Desweiteren glaube ich nicht, daß irgendjemand die Absicht hat, 08/15- Gründerzeithäuser wieder aufzubauen. Meines Wissens betreffen alle Rekonstruktionen in Deutschland vorgründerzeitliche Bauten von besonderem architektonischen Wert oder solche, die als Symbol einer Stadt als wichtig einzustufen sin. (Oder hat jemand schon mal was von Gründerzeit-Rekonstruktionen gehört??)


    Jedenfalls sollte sich die Neubebauung an der alten Poststrasse und der alten Bebauungskante zum Bahnhof hin orientieren. Des weiteren sollte sie nach Möglichkeit kleinteilig sein und keinen riesiegen Baublock darstellen. Dies war nämlich der Grund für den Protest gegen die ehemals geplanten Investorenbebeauung.


    Statt den sicherlich ärgerlichen Abriss der alten Bebauung rückgängig machen zu wollen durch Rekonstruktion (Was sicherlich an dieser Stelle nicht passieren wird) , wäre es für ein Architekturforum sicherlich interessanter zu diskutieren, auf welche Weise der Platz bebaut werden sollte. Die Zeitgenössische Architektur bietet genug Unterschiedliche Optionen von retro über klassisch modern bis organische architektur, von dominanten/hohen Strukuren bis zu unauffällig eingefügten Neubauten.


    Hat jemand Vorschläge? Oder beispiele einer in letzter Zeit durchgeführten städtebaulich und ästhetisch gelungenen Ergänzung kompletter Baublöcke in einm grösstenteils gründerzeitlich geprägten Viertel??

  • Ich bin auch für eine weitgehend kleinteilige Bebauung auf altem Grundriss. Ich hätte auch nichts dagegen, wenn die ein oder andere Fassade rekonstruiert würde, sehe es aber nicht als ein Muss. Wichtig scheint mir, dass die Neubebauung untereinander und mit dem Umfeld harmoniert. Dafür sollte eine Gestaltungssatzung erarbeitet werden. Architektonische Experimente, d.h. etwa organische oder dekonstruktivistische Architektur, sowie dominante Solitäre halte ich für dem Standort nicht angemessen. Die Gebäude sollten keine reine Glasfassade und kein Flachdach haben. Interessant und angemessen fände ich eine Retroarchitektur, die Stilelemente der Vorgängerbebauung aufgreift, ähnlich der Gebäude, die zum Beispiel Patzschke & Partner aus Berlin entwerfen. Aber auch eine dezente Moderne kann ich mir vorstellen, wenn sie sich den gestellten Anforderungen an die Gestaltung unterwirft.


    Oder hat jemand schon mal was von Gründerzeit-Rekonstruktionen gehört??


    Ist selten, gibt es aber auch, z.B. wurde in Rosenheim vor einiger Zeit ein gründerzeitliches Eckgebäude rekonstruiert.


    Bild: http://www.sto.at/jpg/pre045ak.jpg


    Hintergund: http://www.vsro.de/gillitzerblock/seite_gill-geschichte.htm

  • Warum so bescheiden auftreten?


    Im Bonner Zentrum ( also innerhalb der ehem. Stadtmauern) wurden nach dem Krieg zwar viel gebaut, aber qualitativ hochwertige Architektur ist dabei (im Gegensatz zu vielen einzelnen gebäuden in Köln oder anderen Städten) nicht entstanden. Wenig Licht und wenig Schatten, alles gepfegte Bonner Mittelmäßigkeit, was ja nicht nur Nachteile hat.


    Beim Bahnhofsvorplatz, der das letzte noch zu bebauende Arreal in der Bonner Innenstadt darstellt, hat man die einmalige Chance, diese Strategie zu überdenken. Besonders der südliche Teil des Platzes (von der heutigen Südbebauung bis zur Pop. allee) hat keinerlei historish wertvolle Architektur, auf die man Rücksicht nehmen müsste. warum also keinen Hochkarätigen Solitär, der einen einen Kontrast zur Gründerzeitbebauung darstellt und als Leuchtturm in der Nachkriegsmittelmäßigkeit steht? Heutzutage ist die Architektur in der Lage, hochqualitative und ästhetisch anspruchsvolle bazwerke abzuliefern, die die Umgebung dennoch respektieren, statt sie zu dominieren. Als Beispiel hier Nur das weltstadthaus in Köln, welches sich in faszinierender Weise mit der angrenzenden Kirche verträgt (obwohl diese viel kleiner ist) und gleichzeitig in einer Strasse ohne viel nennenswerte Architektur eine Higligt setzt, welches in der Umgebeung seinesgleichen sucht!


    Wieso nicht ein Highlight für Bonn als Identifikationspunkt für eine moderne stadt in der alten Stadt, Wieso rekonstruktionsversuche oder vorsichtige retro-bebauung, die das Niveau der Vorgängerbauten kaum erreichen?


    Der Verlust der originalen Bebauung kann nur überwunden werden, wenn man etwas schafft, was qualitativ und ästhetisch (und nicht funktionell!) die alte Gründerzeitbebauung weit übertrifft.


    man muss nur die richtigen Investoren und Architekten finden, um dieses Ziel zu erreichen. zumindest ein Gebäude der neuen Bebauung sollte diesen Ansprüchen genügen!