Dresden: Seevorstadt - Prager Straße

  • ^Ich finde den Entwurf in der gezeigten Form sowohl städtebaulich als auch architektonisch durchaus vielversprechend. Es handelt sich eben nicht um den üblichen Standard-Würfelhusten, die Qualität scheint für einen Verwaltungsbau überdurchschnittlich, die Monumentalität für den Standort, an dem auf weite Straßen- und Platzflächen gewirkt werden muss, angemessen.


    Mir sagt besonders die Turmausbildung in Richtung Georgplatz zu, die geeignet sein kann, eine wichtige Dominante an dem im Moment nur dem Namen nach existierenden Platz zu bilden und dessen städtebauliche Herausarbeitung damit vorwegnimmt. Er wird aus allen auf den Georgplatz zulaufenden Straßenzügen gut sichtbar sein und erfüllt damit das, was man momentan im rudimentären Dresdner Stadtbild schmerzlich vermisst: städtebauliche Fixpunkte zu bilden.


    Eine Bezugnahme der Formensprache auf das Neue Rathaus finde ich persönlich unnötig. Warum auch? Es liegen mit Waisenhausstraße und Dr.-Külz-Ring zwei Straßenzüge dazwischen, zudem der Grüngürtel und die Rathausvorfahrt.


    Ein Versetzung des Gänsediebbrunnens an den nahezu ursprünglichen Standort wäre sicher reizvoll, ich kann es mir aber im Moment nicht vorstellen. Auf jeden Fall ist zu begrüßen, dass man sich mittlerweile auch mal wieder über die Gestaltung von Platzanlagen Gedanken macht...

  • Städtebaulich finde ich das auch ganz brauchbar. Insbesondere die neu- bzw. wieder geschaffene Platzsituation erscheint gelungen. Architektonisch sehe ich es eher wie Chris. Die Visu ist eine halbe Verarsche. Als würde der Glasschuppen jemals so von innen heraus leuchten, ist ja totaler Käse. Und wenn man die Eckausbildung zum Georgplatz lobt, dann muss man die zur Viktoria/Waisenhausstraße rügen. Ich hätte mir aber auch grundsätzlich eine andere Form zum Georgplatz gewünscht. Eher mit einer Rundung, die den Schwung der Waisenhausstraße aufnimmt statt diesem doch sehr klobig proportionierten Türmchen, auch wenn das vielen vielleicht zu 90er ist.

  • Mir geht es wie Saxonia. Ich bin aber vor allem auf die anderen Entwürfe gespannt, um auch mal vergleichen zu können. Vielleicht schafft es jemand nächste Woche ins WTC und kann die Entwürfe für die Forengemeinde dokumentieren? Bei mir dürfte es erst Ende nächster Woche werden.

  • Ehe man sich jetzt zu sehr an den Fassaden festbeißt, sollte man bedenken, dass das maximal ein städtebaulicher Wettbewerb war. Es ging also um die Baufluchten und die Höhenentwicklung.
    Die Binnengliederung des Quartiers finde ich gut gelungen. Das könnte dort ganz schick werden. Nach außen finde ich die klare Fortsetzung der Fluchten von Waisenhausstraße und St.-Petersburger-Straße gut. Ich würde hier aber gerne mal eine Einfügung in ein weiter gefasstes Umfeld sehen wollen.
    Den Turm sehe ich zwiespältig. Ähnlich wie das Hochhaus am Pinaischen Platz würde es dem ausufernden Georgsplatz Halt geben. Doch bin ich etwas besorgt um die Blickbeziehungen in der Altstadt. Anders als am Altstadtring in Leipzig kann jedes zusätzliche Hochhaus in Dresden verheerende Wirkung haben. Das müsste man unbedingt untersuchen, zumal bei einem Haus dieser Größe.

  • Ich glaube, der Turm dürfte gar nicht so hoch sein.
    Wenn ich mich nicht verzählt habe, hat der Entwurf 15 Etagen. Zum Vergleich: Die Studentenwohnheime in der St. Petersburger haben 10 Etagen + Aufsatz (also de facto 11 Etagen); die DDR-Platten gegenüber 9 Etagen. Die "Prager Zeile" hat 11 Etagen + Dachaufbau. Von der Höhe könnte der Turm in etwa so hoch sein wie das Hotel Newa, möglicherweise etwas niedriger.

  • Das Hochhaus soll laut Text im Lageplan (er lässt sich auf der Seite der Stadt vergrößern) 54m hoch sein. Zum Vergleich: Der Turm des WTCs ist 60m hoch, liegt aber am 26er Ring. Das Hochhaus am Pirnaischen Platz ist 50m hoch. Dessen Lage am Promenadenring ist vergleichbar.
    Ein Befürworter von Hochhäusern in der Innenstadt bin ich nicht. Meine Meinung ist, dass die Baumasse des Turmes lieber in die endlosen Weiten gesetzt werden sollte, die den Ring noch immer prägen. Dann muss man auch keine Höhenmarken setzen, um die ausufernden Flächen zu fassen.

  • "Höhenmarke setzen" ? Also bitte, gleich gegenüber steht der Rathausturm, der hat (incl. Figur) 100 Meter.


    Ich finde es eigentlich ganz gut, dass der geplante Neubau der Stadtverwaltung wieder ein "Türmchen" bekommt.
    Wegen mir könnte der ruhig sogar noch deutlich höher werden. Einfach damit mal wieder ein Gebäude einen Akzent setzt,
    und sich abhebt vom Einerlei der letzten - zu Recht kritisierten - Neubauten der letzten Zeit.
    Das Gelände, von Größe und Lage her, wäre dafür gut geeignet, um mal etwas Nicht-Langweiliges entstehen zu lassen.

  • Wenn ich hier lese, dass es doch nur wieder ein Stadtbau-Entwurf ist und keine Architektur darstellen soll, dann muss ich euch ernsthaft fragen: Was habt ihr die letzten Male in DD so alles verpasst?
    Mittlerweile dürfte doch klar sein, dass zwischen "Baumassenstudie" und endgültiger Architektur kein Unterschied besteht. Siehe Kulka und Lingnerstadt.


    Das Ding ist ne klobige Katastrophe - viel zu gedrungen - und wer will auf ne graue abgeschrägte Dachfläche schauen, wenn er an der Haltestelle Prager Straße steht und dann da hin schaut? Wohlgemerkt vollgebaut mit Haustechnik. Der Entwurf ist weder mutig, noch modern - es ist genau der Mist den man von diesem SPA erwarten kann.


    Und die lieben Mitarbeiter werden sich bei Mittagssonne freuen - da dröhnt die Klimaanlage sicher gewaltig. Aber die Transparenz der Verwaltung soll ja bildlich werden. Pff...

  • Ich denke nicht das so ein Entwurf in Form eines Turmes in Dresdens Innenstadt reelle Chancen auf Umsetzung hat. Das Ding wird garantiert zeredet und zurechtgestutzt. Wenn ich daran denke was es für ein Theater um den WTC Turm gab. Die Architekten hatten damals schon sehr viel Rücksicht gezeigt und den Turm mit 18 Stockwerken geplant(Gesamthöhe max. 70m). Leider gab es so viel Gegenwind von Denkmalschützern und selbsternannte Besserwisser das dieser auf 16 eingekürzt wurde. Damit verlor er aber auch an gefälligen Proportionen und sieht heute alles andere als elegant aus. Allgemein ist Dresden ein schweres Pflaster in Sachen Hochhaus. Wer die Diskussionen in den Jahren miterlebt hat wird es bestätigen. Jedes Projekt mit manchmal nur 8 oder 10 Stockwerken hat es enorm schwer auf Aktzeptanz zu stoßen. Nein, ich denke nicht das es etwas wird. Dafür werden auch Gruppierungen wie unsere Wächter des Neumarktes dafür sorgen und sich kräftig einzumischen. Ich persönlich würde aber eine Entscheidung für einen zweiten kleinen Rathausturm sehr begrüssen(mit kleinem angeschränkten Kupferdach und etwas noblen Sandstein in der Fassade wäre perfekt:)

  • Städtebaulich ist bei dem Entwurf nichts einzuwenden, auch nicht gegen eine Eckbetonung zum Georgplatz, nur würde ich den Verlautbarungen ebenfalls nicht auf den Leim gehen, es handele sich nur um Massenstudiuen. Dafür ist es mir dann doch bereits zu detailliert visualisiert und beim „Quartier der Generationen“ am Güntzplatz in der Johannstadt tönte es auch anfänglich so und wird nun doch so einfach und stupide architekturmäßig umgesetzt. Die Architektur ist mir auch hier zu plump, von Effektheischerung bezüglich der Visualisierung (es wurde bereits erwähnt) ganz zu schweigen und ich bin vor allem auf den Entwurf unter der Beteiligung von Mäckler gespannt. Ob hier wirklich das beste Konzept gewonnen hat? Wenn schon Eckenbetonung (was ja ein guter Ansatz ist), warum so simpel? Wir sind hier vis-a-vis zum Rathaus. Warum kein Walmdach wenigstens bei diesem Qaurtier. Der Anbau am Karstadt könnte ja meinetwegen so bleiben, aber der repräsentive Bau zum Platz hin, warum geht da nicht mehr? Wenn sich die Bewertung der Architektur bereits darin erschöpft, dass man anmerken möchte, es hätte noch schlimmer kommen können, dann lässt das leider tief blicken ins heutige Bauen im unmittelbaren Zentrum einer Stadt, die sooo gern Kulturhauptstadt werden möchte.


    PeppM: Ich mag das WTC und vermag in ihm größere Qualitäten zu erkennen, als im obigen Entwurf und hätte mir ebenfalls 2 Stockwerke mehr beim runden Turm vorstellen können. Prinzipiell sollte man Hochhäuser aber sehr sensibel in den Stadtkörper setzen und immer darauf achten, evt. Cluster zu formen und Blickbeziehungen zu beachten, was im Grunde die Aufgabe einer visionären Sadtplanung (sic!) wäre. Ein Hochhaus muss etwas
    Besonderes bleiben, gerade auch in der architektonischen Gestaltung. Das massive Programm im Setzen von Punkthochhäusern aus DDR-Tagen sollte mahnendes Beispiel sein, wenn auch damals nur ein Bruchteil dessen umgsetzt wurde, was angedacht war (zum Glück möchte man heute meinen).

    Des Weiteren frage ich mich ebefalls ob es bei den ganzen noch vorhandenen Leerflächen in Dresden wirklich schon Zeit ist, wieder zu arg in die Höhe zu bauen.

  • Ich verweise mal auf den Link von der Website "das neue Dresden":


    http://www.das-neue-dresden.de/hochhaus-wettbewerb-1925.html


    Daran kann man gut erkennen das die Stadtväter schon in den 20iger Jahren visionärer dachten. Dies ist nur ein Wettbewerb von mehreren damaligen Hochhausplanungen.
    Aber leider wurde auch in diesen Zeiten vieles im Keim erstickt.


    @Dunkel Ich: Ich denke gerade punktuelle Standorte von kleineren Hochhäusern als Landmark verteilt über das Stadtgebiet sind reizvoller als z.B. ein Cluster. Aber das ist nur meine persönliche Meinung.
    Weiterhin wünsche ich mir schon länger ein Umdenken in Dresden in Bezug auf Höhenwachstum. Ein mahnendes Bsp. für mich wiederum ist der neu entstandene Wiener Platz. Abgesehen von der architektonischen Leistung stören mich vor allem diese Pavillons(IC-Hotel, Kugelhaus..) direkt am Hbf. Als Eingang zur einer Grossstadt mit vlt. mal wieder 600000 Ew. versprüht es Charme einer Kleinstadt. Schade.

  • Herrschaftszeiten.... Will man denn den Ring denn vollends zur Dokumentation zeitgenössischer Bau-Unkultur machen? Das Technische Rathaus ist hier auf der Visu das mit Abstand belangloseste Gebäude.

  • Auf der Seite der Stadt kann man neben dem Siegerentwurf auch die anderen Teilnehmer sehen. Da sind ein paar wirklich gruselige Sachen dabei (Herr Mäckler???), ein paar nette Ideen und viel gediegene Langeweile. Alles in allem finde ich den Entwurf von Barcode städtebaulich tatsächlich am Besten. Den Turm hinterfrage ich, lehne ihn aber nicht grundsätzlich ab.
    Link: https://www.dresden.de/de/stad…gplatz-Ferdinandplatz.php

  • Mäckler kann sich wohl nur schwer von Frankfurt trennen. Sein spitzgiebeliges Häuschen im XXL-Format passt jedenfalls null nach Dresden.
    Und verstehe einer den Kulka! Ausgerechnet hier greift er plötzlich auf Schrägdächer zurück. Gestalterisch finde ich das alles sehr schwach.

  • Beim Klicken auf die Bilder der einzelnen Entwürfe öffnen sich PDF- Dateien mit den originalen Wettbewerbsplänen. Also, entweder Barcode hatte sich von Anfang an mächtig ins Zeug gelegt oder das Büro als Sieger wurde von der Stadt beauftragt die Planung weiter auszuarbeiten. Jedenfalls besteht ein gravierender Unterschied in der Detaillierung der Planung.
    Ich will also nochmal meine bisher vielleicht noch etwas zögerlich klingende Meinung konkretisieren: Klasse, diesen Entwurf bitte bauen!

  • Saxonia - vollkommen Recht: der belangloseste Entwurf ist der des TR.


    Und diese Verarsche mit den Visualisierungen ist ja schon der Hammer. Als ob man in nem Loch der Fassade nen Baum pflanzt. Nichtmal im Kübel. Da hat doch sicher das Denkmalamt was dagegen.
    Und wir scheinen eine neue Teppichstange zu bekommen - diesmal geschwungen.


    Die Platzanlagen sind viel zu weit und groß - irgendwie erinnert mich das sehr an Chemnitz und die EG-Zone die Altmarktgalerie an der Wilsdruffer. Da hofft man wenigstens, dass da noch paar fähige Landschaftsplaner randürfen. Und Künstler für neue Brunnen oder Denkmäler oder weiss der Geier... sonst ist das einfach alles nur Trist und ein Postplatz 2.0. Großkronige Bäume sind das Beste dran.


    In die Mitte dieser monolitischen Bauten - direkt auf den enormen Aufmarschplatz, würde das Pinguincafe ganz gut passen. Oder wenigstens ein verspielter Neuentwurf eines Pavillons.

  • Mir persönlich gefällt der Siegerentwurf mit Abstand am besten und was sogar nur teilweise an der schwachen Konkurrenz liegt. Aus städtebaulicher Sicht bin ich sehr angetan. Auch das neue Verwaltungszentrum finde ich gar nicht so schlecht, es hat schon fast etwas Protziges, wenn man sich die Treppe im Foyer anschaut. Ob sich das unter RRG Dresden leisten kann und will?


    Die Glasfassade wird natürlich deutlich dunkler erscheinen und ich hoffe, dass man wenigstens die Pfosten und Riegel in einem möglichst hellen Farbton gestaltet. Dann könnte es halbwegs freundlich wirken.


    Ich bin so froh, dass Barcode teilnehmen durfte. Der Rest ist teilweise langweilig, teilweise von der Platzausformung ungünstig oder einfach hässlich > Kulka, Knerer & Lang, aber auch Mäckler.


    Das Hochhaus stört mich nicht, denn der Rathausturm des "alten Neuen Rathauses" bleibt eindeutig Platzhirsch, so wie sich das gehört.

  • Afrikahaus im ZOO - update
    SäZ berichtete bereits Ende Juni über die nun offizielle Verzögerung.



    Die Kunststoffkissen der Dachfläche sind nun drin und fotomäßig kaum zu erkennen.
    Auch begann inzwischen der Ausbau der Gehegelandschaft. Wie man sieht, sieht man aber: keine Arbeiter. :D


    Wie die SäZ oben schrob, soll das neue Pinguin-Café im Frühjahr öffnen - ein ursprünglich angedachter Start im November wurde durch den Einlagerungsbeschluss des Stadtrates und erst verzögerter Demontage verzögert.