Kleinode Frankfurts

  • Kleinode Frankfurts

    Mod: Um wieder Leben in diesen schönen Thread zu bringen, wurden Nur-Text-Beiträge und Postings mit toten Bild-Links im Mai 2019 aussortiert. Die im Laufe der Jahre getroffene Auswahl an Kleinoden soll aber nicht verloren gehen. Unten findet ihr die Liste der hier schon einmal gezeigten Gebäude, Objekte und Ensembles. Diese können gerne nach und nach erneut gepostet werden, versehen mit neuen Bildern. Bitte mit eigenen Fotos, nicht mit eingebundenen Netzfunden oder Links.

    • Liebieghaus
    • Brickegickel
    • Haus zum Paradies und Grimmvogel
    • Kuhhirtenturm
    • Westendsynagoge
    • Livingstonescher Pferdestall
    • Chinesischer Garten
    • Luftbrückendenkmal
    • Holbeinsteg
    • Bolongaropalast
    • Berger Rathaus
    • Mousonturm
    • Brunnen am Kurfürstenplatz
    • Frau Rauscher
    • Staufenmauer
    • Gutleutkaserne
    • Hammering Man
    • Holzhausenschlösschen
    • Griechisch-orthodoxe Kirche im Grüneburgpark
    • Villa Leonhardi
    • Großer und Kleiner Engel
    • Petrihäuschen
    • Justinuskirche
    • Friedberger Warte
    • Verwaltungsgebäude der Hoechst AG
    • Odeon

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    Wir haben ja schon viele Themen im Frankfurter Bereich gesehen. Da war die Rede von dem hässlichsten Hochhaus, von den vielen (jetzt so titulierten) Bausünden etc.etc.


    Mit diesem Thema würde ich gerne ein bisschen entgegenwirken.
    Hier können wir Gebäude sammeln (bitte nur aber ein Gebäude pro Reply vorstellen, bitte einen kurzen oder auch langen ;) Text verfassen, nach Möglichkeit ein Bild) die es wert sind als Kleinod tituliert zu werden und die vielleicht auch gar nicht so bekannt sind...obwohl sie es sein müssten.


    Tja die Hochhäuser, und mich nicht falsch verstehen, ich liebe die meisten davon in Frankfurt, nehmen sehr viel Raum ein. Aber Frankfurt hat eben mehr als extreme Vertikalität zu bieten.


    Beginnen möchte ich mit dem sog.


    Liebieghaus


    Eher unbekannt, schön, aber etwas versteckt in seinem ihm eigenem kleinen Park am westlichen Museumsufer gelegen, gegenüber dem Kunsthaus Giersch.


    Geschichte des Hauses


    Das Liebieghaus wurde im Jahr 1907 als städtische Skulpturensammlung gegründet.


    Heinrich Baron von LiebiegDafür hatte die Stadt Frankfurt einige Jahre zuvor die 1896 nach Plänen des Münchner Architekten Leonhard Romeis erbaute Villa des böhmischen Textilfabrikanten Heinrich Baron von Liebieg gekauft, umgebaut und um einen Galerietrakt erweitert.
    1990 wurde ein zweiter, der Antike gewidmeter Flügel eröffnet. Bereits im Jahr 1909 wurde das Haus unter großer Anteilnahme der Öffentlichkeit eröffnet...


    Heute gehört das Museum international zu den wichtigsten Skulpturenmuseen...


    Auszug aus: http://www.liebieghaus.de/gesc.htm


    Mich erinnert das Haus immer an ein romantisches Schlösschen wenn ich daran vorbeikomme.
    Hier nun Bilder:


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    Bilder: Adama

  • Dieses Kleinod werden die wenigsten kennen:


    Die Villa Passavant


    Ein Landhaus in Bockenheim, gebaut 1829 im Stil der italienischen Renaissance von Stadtbaumeister Friedrich Christian Hess für den Kaufmann Samuel Passavant. Dieser stammte aus der bekannten Frankfurter Familie, deren Name auch heute noch auf vielen Kanaldeckeln steht. Die Gießerei Michelbacher Hütte in Aarbergen besteht immer noch.


    Die beinahe quadratische, zweigeschossige Villa steht heute am Rande eines Parks, der zum St. Elisabethen-Krankenhaus an der Ginnheimer Landstraße gehört. Im Vergleich zu einem Foto der Straßenseite von 1910 hat sich ihr Aussehen seitdem nicht wesentlich geändert. Genutzt wird das Gebäude inzwischen als Kindertagesstätte des Krankenhauses. Hier die Seite zum Park:



    Bild: Schmittchen

  • Es hat viele Gestalten, ein Kleinod ist es nicht immer - aber häufig:


    Das Frankfurter Wasserhäuschen


    Zu ihrem Namen kamen die Wasserhäuschen, als ab den 1860er-Jahren Mineralwasserfabrikanten Konzessionen beantragten und in der Folge Verkaufsstände aufstellten. Nach dem Ersten Weltkrieg, als Umsatz und Produktion von Mineralwasser zurückging, wurde der Verkauf anderer Waren geduldet, um den Fortbestand der Trinkhallen zu sichern. Nicht zuletzt wegen der strengen Ladenschlusszeiten, an die die Wasserhäuschen nicht gebunden waren, gab es nach dem Zweiten Weltkrieg zeitweilig über 800 von ihnen in Frankfurt. Bis in 1980er-Jahre hinein galten die Wasserhäuschen auch bei den Behörden oft als Übel, vor allem wegen Geruchsbelästigung aufgrund fehlender Toiletten und Ruhestörung der oft alkoholisierten Gäste. Inzwischen haben einige der etwa 280 verbliebenen Wasserhäuschen ein WC und auch die Nostalgiewelle trug glücklicherweise dazu bei, dass das Wasserhäuschen-Sterben inzwischen nachgelassen hat.


    Ein bekennender Wasserhäuschen-Fan ist beispielsweise Eckhard Henscheid. Auch eine sehr lesenswerte Diplomarbeit, der ich einige der hier genannten Informationen verdanke, ist zu diesem Thema entstanden.


    Das beispielhaft gezeigte Wasserhäuschen steht in der Innenstadt, in der Petersstraße. In dieser Lage ist ein Wasserhäuschen eher eine Ausnahme, denn die meisten befinden sich in den traditionellen Wohnvierteln.



    Bild: Schmittchen

  • Eines der erstaunlichsten Wohngebäude der Stadt, erbaut 1857:


    Maurisches Haus


    Die Denkmaltopografie der Stadt Frankfurt von 1986 beschreibt das Gebäude wie folgt: Orientalisch geprägte Vorstadtvilla des romantischen Klassizismus von 1857 mit mauresken Fensterbögen, Reliefs und Eckfialen in rekonstruierter Farbigkeit.


    Der Legende nach ließ es ein Frankfurter erbauen, der von einer Ägyptenreise mit einer orientalischen Geliebten zurückkehrte. Vielleicht folgte es aber auch nur dem Zeitgeschmack, denn im 19.Jahrhundert war orientalische Bauweise in Mode. In jedem Fall hat das an der Eschenheimer Anlage gelegene Haus (Anschrift: Blumenstraße 2) durch Ornamente, Fenster in Sternform und minarettartige Ecktürme ein Menge Exotik und Charme. Auf einem älteren Foto sind die Details besser zu erkennen, dafür ist mein Foto farbig:



    Bild: Schmittchen

  • Schon weit oben an der Berger Straße, der "Bornheimer Zeil", steht das Gasthaus


    Zur Sonne


    Viele Informationen über das Gebäude und seine Geschichte habe ich nicht gefunden. Doch nebenan liegt das ehemalige Bornheimer Rathaus, ein barockes Fachwerkgebäude mit hohem Satteldach und einer reich geschnitzten barocken Haustür. Das Rathaus wurde 1770 errichtet, die angebaute Sonne wird etwa ebenso alt sein.


    Das Gasthaus (Berger Straße 312) ist eine Empfehlung wert, sehr nett sitzt es sich auch im Sommer im Innenhof. Und so sieht es von der Straße aus:



    Bild: Schmittchen

  • Nicht so augenfällig in der Höchster Altstadt wie etwa die Schlösser, der hier schon aufgeführte Bolongaropalast, das Dalberger oder das Greiffenclau'sche Haus, gerade deswegen eben ein Kleinod: Das


    Alte Rathaus von Höchst


    Der zweigeschossige Renaissance-Steinbau mit Stufengiebeln und Kugelaufsätzen an allen vier Seiten wurde von den oberitalienischen Baumeistern Oswald und Jakob Stupanus erbaut, Fertigstellung war im Jahr 1595. Das Gebäude diente bis 1844 als Rathaus, seitdem wird es als Wohnhaus genutzt. Mittlerweile befindet es sich wieder in städtischem Besitz, zu finden ist es im Allmeygang 8, Ecke Justinusplatz.



    Bild: Schmittchen

  • Auf dem Hauptfriedhof (im Gewann F) steht das


    Mausoleum Reichenbach-Lessonitz

    Emilie Ortlepp wurde 1791 in Berlin als Tochter eines Goldschmieds geboren. Von 1812 an war sie die Geliebte des Kurfürsten Wilhelm II. von Hessen, erst viel später, nämlich 1841, wurde sie seine zweite Ehefrau. Zur Gräfin Emilie von Reichenbach-Lessonitz wurde sie bereits 1821 erhoben. Mit dem Kurfürsten hatte sie acht Kinder.


    1843 starb die Gräfin in Frankfurt am Main. Der Kurfürst beauftragte den Architekten Friedrich Hessemer, auf dem Frankfurter Hauptfriedhof ein Mausoleum im byzantinischen Stil zu bauen. Das Mausoleum aus rotem Sandstein mit kreuzförmigem Grundriß steht auf einem Hügel, es besteht aus einer Vorhalle mit Zugang zur Gruft und zwei Nebenräumen. Bekrönt wird der Bau von einer Rippenkuppel. Das Mausoleum ist immer verschlossen, eine Besichtigung ist nur im Rahmen einer Führung möglich.


    Weitere Informationen, einen kleinen Teil habe ich mir erlaubt zu übernehmen, und viele Fotos, auch aus dem Inneren, finden sich auf dieser sehr gut gemachten Website. Ein Foto aus dem Winter, das mehr Details der Grabkapelle als mein Foto zeigt, gibt es hier bei Wikipedia.



    Bild: Schmittchen

  • An der Cronstettenstraße liegt die 1912/13 erbaute neoklassizistische


    Villa des Nellinistifts


    Gründerin des Nellinistifts war die Kunstmäzenin und Stifterin Rose Livingston (1860-1914). Zweck war es, bedürftigen, alleinstehenden Frauen einen Altersruhesitz zu bieten.


    Architekt der Villa war Bruno Paul (1874-1968). Bemerkenswert ist, dass Paul später zum Wegbereiter der modernen Zweckarchitektur wurde. Ende der 1920er-Jahre entwarf der Architekt bereits Bauten wie das Berliner Kathreiner-Hochhaus (Foto).


    2008 wurde die Villa aufwändig saniert, seitdem dient das Gebäude als Mutterhaus der Frankfurter Diakonissen. Die Straßenseite:



    Die Gartenseite (beide Fotos vom 10. Mai 2009):



    Bilder: Schmittchen

  • Um eines der ehemals schönsten Themen des DAFs wieder aus dem Nirvana hervorzuholen. Vielleicht kann man ja das Thema wieder mit aktuellen Bildern versorgen...


    Ein Bild eines wunderbaren (leider nicht öffentlich zugänglichen) Hinterhofs in der Braubachstrasse, von denen es leider kaum noch welche gibt in Frankfurt:




    Bild: Adama

  • Alt-Bonames: Gasthaus Zum Einhorn und Metzlersches Palais

    Das als Gasthaus genutzte Renaissance-Fachwerkhaus Alt-Bonames 2 mit weit vorkragendem, vor einigen Jahrzehnten noch verputztem Obergeschoss (Foto) wurde um 1546 erbaut. Es steht unter Denkmalschutz.



    Was vom Hang hinter dem Gasthaus hervorschaut, ist das Metzlersche Palais. Das ebenfalls denkmalgeschützte klassizistische Landhaus wurde 1827 nach einem Entwurf von Rudolf Burnitz gebaut, auch Architekt des nach ihm benannten Burnitzbau des Saalhofs, heute Teil des Historischen Museums. Mehr nach Klick auf den Thumb weiter unten. Ein Foto der Nordseite gibt es hier, und das ist die Südseite:



    Alle Bilder: Schmittchen


    Bild: https://www.deutsches-architektur-forum.de/pics/schmittchen/4315_kleinode_in_bonames.jpg

  • Nebbiensches Gartenhaus





    Vielleicht auch nicht jedermann bekannt, befindet es sich in den Wallanlagen, gleich gegenüber vom Hilton.


    Als Zitat ein paar Sätze zu seiner Geschichte, nachzulesen auf der Website des heutigen Nutzers, des Frankfurter Künstlerclub.


    Das Nebbiensche Gartenhaus


    Das "Nebbiensche Gartenhaus" gehört zu den Kleinodien Frankfurts, die im Krieg nicht zerstört wurden. Dieses klassizistische Häuschen wurde von dem berühmten Architekten Salins de Montfort 1810 für den Verleger Marcus Johannes Nebbien als Pavillon am Ende seines Grundstückes an der Hochstraße erbaut.
    [...]
    Zur Erinnerung an die "Alt-Frankfurter Gartenkultur" stellte man neben dem Gartenhaus zwei Brunnen auf. Ein italienischer Renaissance-Brunnen aus dem Garten der "Villa Waldfried" des Carl von Weinberg in Niederrad ist eine besondere Zierde. Auf der anderen Seite steht der aus einem Kapitell gebildete zweite Brunnen.
    [...]
    Mit Ausstellungen, Matineen, Dichterlesungen und weiteren Begegnungen der verschiedenen Kunstrichtungen erfüllt sich die Aufgabe des Gartenhauses, ein kulturelles Kleinod der Stadt Frankfurt zu sein.



    Bilder: Adama

  • Regina pacis am Portal der Frauenfriedenskirche (Bockenheim)

    Die Generalsanierung der zwischen 1927 und 1929 auf der Ginnheimer Höhe erbauten Frauenfriedenskirche dauert an. 2017 wurden Risse am Gebäude und ein sich nach oben wölbender Fußboden festgestellt. Ursache waren die Wurzeln von vier nahe am Kirchengebäude stehenden Platanen. Die Bäume wurden nach langem hin und her gefällt, sodann konnte eine neue Bodenplatte hergestellt werden. Derzeit ist die Wiedereröffnung der Kirche im November 2020 geplant.


    Zwanzig Meter hoch ist der Portalbau der Kirche. In der mittleren Rundbogennische steht die Regina pacis, die zwölf Meter hohe Mosaikstatue einer Friedenskönigin, entworfen vom Bildhauer Emil Sutor (1888-1974).


    4373_frauenfriedenskirche.jpg


    Die Frauenfriedenskirche von Nordwesten sowie Tafeln zur treibenden Kraft und zum Architekten:


    Bild: https://www.deutsches-architektur-forum.de/pics/schmittchen/4374_frauenfriedenskirche.jpg  Bild: https://www.deutsches-architektur-forum.de/pics/schmittchen/4375_frauenfriedenskirche.jpg  Bild: https://www.deutsches-architektur-forum.de/pics/schmittchen/4376_frauenfriedenskirche.jpg

    Bilder: Schmittchen

  • Frankfurter Hauptfriedhof, Mausoleum Gans:


    Neben der klassizistischen Gruftenhalle, dem Mausoleum Reichenbach-Lessonitz (ebenfalls sehr sehenwert) gibt es noch das Mausoleum Gans.

    Die Grabstätte wurde 1909 durch den Industriellen Friedrich Luwig von Gans (1833–1920) erbaut. Entwurfsverfasser war der Bildhauer Friedrich Christoph Hausmann. Angelehnt ist der Entwurf an den Tempietto in Rom vom Renaissance-Baumeister Donato Bramante, nach dem dieser auch benannt ist.



    Bild: Adama

  • Am letzten Wochende habe ich eine kleine Radtour zum Flughafen und zurück durch den Schwanheimer Wald gemacht. Dabei kam ich am Wasserwerk Hinkelstein vorbei. Es entstand um das Jahr 1890 herum und wurde 1894 eröffnet. Baumeister war ein Herr Lindley. Näheres könnt Ihr dort nachlesen. Das wunderschöne Gebäude der Maschienenhalle existiert noch. Ich war begeistert, als ich es beim Radeln zufällig entdeckt hatte:


    img_14432w7j5k.jpg


    Bild: Marty