Four Frankfurt I: die Planung (233/178/128/105 m)

  • Da muss ich dir aber stark widersprechen, von wegen allgemeiner Wunsch. Es gab sehr wohl Kommentare, unter anderem auch von mir, die sich vehement gegen eine Architektur "aus einem Guss" ausgesprochen haben. Und bei dieser Meinung bleibe ich. So hübsch der Entwurf auch sein mag, gleich vier derart prägnante Türme in so ziemlich der gleichen Architektursprache tun der immer noch relativ kleinen und daher umso mehr von ihrer Abwechslung lebenden Skyline auf keinen Fall gut. Ein Wohn- und ein Büroturm von UN-Studio und der Rest von anderen Büros (kann mir nicht vorstellen, dass unter 15 Entwürfen absolut nichts brauchbares dabei gewesen sein soll) wäre definitiv die bessere Wahl gewesen.
    Die sehr modisch und wenig zeitlos gestalteten Sockel bei UN-Studio gefallen mir nach wie vor überhaupt nicht - zu kalt, zu grau/weiß, zu verglast und abweisend.
    Und dann noch etwas, das hoffentlich nur an einer starken optischen Verzerrung liegt und in Realität nicht ansatzweise so schlimm wird: das erste Bild das die Türme aus dieser Perspektive wie Solitäre mit riesigen Freiflächen wirken lässt, strahlt leider überhaupt keine Urbanität aus. Das hat eher was von Eschborn als von urbanem Stadtzentrum.

  • M.M.n. könnte der Dachabschluss beim Ex-MAX noch optimiert werden. Zudem teile ich Rohnes Einwand hinsichtlich zu viel Glas. Mit dem OMNI Turm entsteht ja ein weiterer reiner Glaskasten in direkter Nachbarschaft.


    Die Wohntürme sind sehr ansprechend und gefällig.

  • ^^Eschborn? Wenn schon, dann Stargate Atlantis. Genug der schiefen Vergleiche.


    Das sieht sehr modern aus, das kann eine Ikone des frühen 21. Jahrhunderts werden. Ein reinrassiges Minicluster einer noch nicht näher definierten Nachmoderne, Postmoderne passt auch nicht, der Cobaturm ist Postmoderne aber sieht gegen dieses Ensemble alt aus, wortwörtlich.


    Das kann gut einer der Leitbauten einer noch namenlosen, neuen Architektur des 21. Jahrhunderts werden.


    Und wer die Visualisierung genau anschaut wird erkennen, dass sich die Türme sehr wohl stark unterscheiden. Der eine mit begrünbaren Balkonen, der andere mit glatter Glasfassade, ich sehe da keine Monotonie, sondern eine große Variation - innerhalb eines neuen Architekturstils. Ihr müsst die Visualisierung auch noch als etwas abstrakt betrachten. So wirkt zB die glatte Glasfassade in der Realität doch extrem anders, man kennt das, auch eine mit Balkonen bzw. Loggien ist sehr markant - auf der Visualisierung wirken beide durch den Weichzeichner und fehlende Tiefe einer Animation natürlich "flacher" und ähneln sich auf der Visualisierung stärker als später tatsächlich in der Realität.


    Dass solch einen Stadtkrone Frankfurts einen Einfluss auf die Entwicklung der Architektur haben wird versteht sich von selbst. Möglicherweise ist dies die mutige Geburtsstunde eines echten Nachfolgers für das Kontinuum genannt "Moderne Architektur", die ja schließlich auch maßgeblich mit einzelnen Leitbauten (auch in Deutschland) ihren Anfang nahm.


    Und wir waren dabei! Diesen Mut das so zu bauen hätte ich kaum für möglich gehalten, das ist alles, nur nicht "Eschborn"!

  • Ich war auch eher der Hoffnung, es käme zum Bau von Entwürfen verschiedener Architekturbüros. Vor allem weil ich befürchtet habe, was sich nun bestätigt: Die Türme von UNStudio besitzen nicht den formalen Eigensinn, der doch mehr oder wenig für alle anderen der zehn höchsten Hochhäuser der Frankfurter Skyline kennzeichnend ist. Ob Messeturm, Commerzbank-Turm, Westend- oder Maintower: Mit wenigen Bleistiftstrichen kann sie sich jeder von uns vergegenwärtigen, ganz einfach ihrer ausgebildeten gestalterischen Merkmale wegen. Sogar beim "schlichteren" Taunus- oder Opernturm ist dies möglich. Die Türme von UNStudio entziehen sich dem. Das bietet jedoch gleichzeitig die für Frankfurt einmalige Chance, ein Hochhaus-Ensemble als einen Turm zu "lesen". Denn als Ensemble haben sie eine schlichte Gestaltidee, die greifbar und zu zeichnen ist: Die Türme schrauben sich im Uhrzeigersinn in den Himmel, was Bewegung und Dynamik ausdrückt und der Frankfurter Hochhauslandschaft so zu einer Architektur verhilft, die den originären Menschheitstraum, in den Himmel zu bauen, vergegenständlicht. Konklusion: Irgendwie doch top, dass es so kommt wie es kommt!

  • PS: zur Frage der Architektur ein Nachtrag. Wo zB der postmoderne Cobaturm im Detail weiter ein Kind der Moderne blieb, zB das strenge Fensterraster der einzelnen Segmente die zwischen die drei "Ecktürme" des Cobaturm "eingehängt" sind, lösen einige aktuelle Bauten in FFM jegliche Konvention und Grundformen auf.


    Sei es der Henningerturm, der damit spielt die Silhouette des namentlichen Vorgängers aufzulösen:


    https://abload.de/img/img_2645c1pf8.jpg


    Sei es der Grand Tower am Europaviertel, der kein Raster, keine Symmetrie und nicht einmal mehr einen quadratischen Grundriss kennt:


    http://www.deutsches-architekt…er_neue_vis_1_11.2016.jpg


    Oder sei es dieses Quartier hier. Der eine Turm ist am Sockel schlanker als in der Mitte, beim anderen genau umgekehrt, keine rechtwinkligen Grundrisse, keine Symmetrie, kein Raster. Nichts daran folgt den Konventionen sog. Moderner Architektur und auch zu Postmoderne a lá Coba sind die Unterschiede groß.


    Alles sehr unterschiedliche Gebäude, die aber eine Art Dekonstruktion teilen, aber auch das Spiel mit Glas und der Farbe Weiß (in der Realität sind, anders als auf Visualisierungen, Glasteile von Fassaden unter Tags fast schwarz, einen stärkeren Lichtkontrast als zwischen diese Fenstern und weißen Fassadenelementen kann man kaum erzeugen). Das wäre ausreichend Variation aber auch Gemeinsamkeiten um fast von einem eigenen Baustil zu sprechen, wie immer man ihn auch nennen will. Man kann ihn jedenfalls nur mit Gewalt unter hergebrachte Architektur subsumieren was hier gebaut wird, meine ich.

  • Erstmal Erleichterung und eine gute Entscheidung alles an UN Studio zu geben. Warum noch was riskieren und das Gesamtbild gefährden? Ausserdem, wird es auch mal Zeit, dass Frankfurt ein echtes Center aus mehreren Türmen (a la World Trade Center, Petronas Towers, usw) bekommt. Es stehen ja jetzt schon genug individuelle Türme rum und es werden in Zukunft auch noch mehr hinzukommen. Das ganze Projekt ist mal eine willkommene Abwechslung und ein richtiges Highlight, Europaweit. Das wird in Zukunft schon alles stimmig aussehen.


    Ansonsten sehe ich es wie Rohne, Sockel und Square usw muss man noch attraktiver gestalten, aber da ist man bestimmt schon dran...

  • Ich war schon ein Fan des ersten Wurfs und bin doch sehr froh, dass das Ganze weiter wie aus einem Guss daher kommt. Es gibt viele schöne unterschiedliche Hochhäuser in Frankfurt, da kann so ein Ensemble auch als Bereicherung gesehen werden.
    Sehr schön was da für gut befunden wurde und ich bin schon auf die (erneute) Ausstellung der Wettbewerbsergebnisse gespannt. Auch das sei hier mal lobend erwähnt, dass Groß & Partner das der Öffentlichkeit Zugänglich zu machen :daumen:

  • Sensationelle Meldung!!! Ich hatte zwar sehr gehofft dass es so kommt, aber gleichzeitig auch befürchtet dass der Kelch mal wieder an UNStudio vorüber geht. Zumal ja nach der Baumassen-Studie zu hören war, man würde gerne jeden Turm seperat entwickelt haben und jeweils an einen anderes Architektur-Büro vergeben.


    Ich finde diese Lösung wesentlich besser und glaube gerade im Bereich der Blockrandbebaung wird das Ganze stimmiger wenn ein Konzept komplett druchgezogen wird. Die Türme haben zudem ein gewisses Maß an Eigenständigkeit, harmonieren aber super im Zusammenspiel. Daumen hoch für die mutige Entscheidung und die „groß(artig)e Lösung“!!!


    Stolze 228 Meter werden der Skyline nach all den kurzen Intermezzi übrigens auch gut zu gesicht stehen. Und ich muss m.Ro80 da wiedersprechen, gerade weil dieses mächtige Gegengewicht (zum derzeit omnipresenten CoBa-Tower) an sehr zentraler Stelle und mit entprechender Höhe geschaffen wird, wird der Impact auf die Skyline erheblich sein. Und das von überall aus der City. Das Beispiel von WINX funktioniert lediglich aus der Postkarten-Ansicht vom Main aus, aus nahezu jeder anderen Perspektive aus der City ist das komplette Maintor-Areal gar nicht oder nur bedingt sichtbar.



    Der neu entstehende Platz zwischen dem Ensemble, dem Omniturm und dem CoBa-Tower mit großer Freitreppe wird sicher atemberaubend.


    Ich freu mich schon auf weitere Visualiserungen und Details.

  • Was ist das auf der ersten Visualisierung ganz links angeschnittene Gebäude? Ist das der kleinste der vier Türme von hinten? Oder soll das einen Teil des Garden Towers oder des Omniturms darstellen? Ich kann es nicht einordnen. Falls es ein Teil des neuen Entwurfs ist, dann passt der wegen seiner Strenge und Eckigkeit aber gar nicht zum Rest!

  • Ja, ich glaube die erste Darstellung ist durch ihre Verzerrung etwas unglücklich geraten. Siehe Eurotheum. Siehe Größenbezug und Abstände zueinander. Wenn man sich allerdings das zukünftige Baufeld und die schon bekannten Grundrisse ansieht, sollte ersichtlich werden, daß die Dichte der Baukörper so gering nicht sein kann.

  • Auf der Projektseite von Groß & Partner gibt es zwei interessante Visualisierungen des Sockelbereichs. Die Fassaden wirken auf der Nahaufnahme trotz gleicher Handschrift erfreulich heterogen und strukturiert.


    http://www.gross-partner.de/wp…_DBA_NightView_medium.jpg


    http://www.gross-partner.de/wp…2016/06/db_karteimg-1.jpg



    Ich bin mir leider nicht sicher, ob die Visus aktuell sind, wollte sie Euch jedoch nicht vorenhalten, da sie hier bisher nicht gezeigt wurden. Falls nicht aktuell, entfernt meinen Beitrag bitte wieder.

  • Ich muss ganz ehrlich sagen, dass ich mir ganz zu Anfang etwas schwer getan habe mit einer eindeutigen Bewertung des Ergebnisses. Schließlich finde ich es immer noch sehr schade, dass das alte IBCF Hochhaus abgerissen wird. Ich weiß, das stand schon länger fest und war von Anfang an notwendiger Bestandteil der Neuentwicklung. Dennoch ist es in meinen Augen ein großer Verlust, da es wie fast kein anderes für eine Anfangs-Epoche im Frankfurter Hochhausbau steht, m.E. noch mehr als das alte Commerzbank Hochhaus.
    Aber sei’s drum, die Entscheidung, den gesamten Block neu zu entwickeln ist großartig und wird der Stadt und vor allem diesem Umfeld gut tun, da die heutige Situation komplett abgeriegelt und abgeschottet ist. Sehr gut finde in diesem Zusammenhang auch das Ergebnis, nicht etwa mehrere Blöcke von Hochhäusern mittlerer Höhe auf dem Terrain zu platzieren. Der städtebauliche Entwurf mit den vier nun geplanten Hochhäusern unterschiedlicher Höhe ist in meinen Augen genau richtig und abwechslungsreich genug. Zudem ist es ein großes Wurf, dass die beiden Riesen im Bankenviertel (Coba und Helaba) einen neuen Bezugspunkt erhalten mit dem neuen 228 Meter Turm.


    Die Architektur des 228m Turms ist in meinen Augen fast schon genial in diesem Umfeld: seine moderne Architektur passt hervorragend zwischen die beiden Platzhirsche Coba und Helaba. Beide Hochhäuser sind immer noch sehr modern, aber man sieht, dass sie aus einer anderen Epoche stammen. Dagegen wirkt der neue 228m Turm mit seinen etwas fließenden Strukturen aus einer anderen Zeit. Aber dennoch nimmt er sich noch zurück und übertreibt es nicht mit seinen „Schwüngen“. Vielmehr passt er sich in Form und Ausrichtung (zumindest vom Rossmarkt aus gesehen) den beiden Nachbarn an und nimmt zitiert elegant sowohl das Eckige der Coba als auch das Runde der Helaba! Klasse!


    Auch der kleinste der Türme (100 Meter) passt sich hervorragend ein, nimmt er doch Struktur und Formen des großen Bruders auf und führt diese bis zum Boden zu einem harmonischen Abschluss. Dazu kommt, dass auch die beiden anderen Türme jeder für sich durchaus gelungen sind und einen perfekten Rahmen für das gesamte Ensemble schaffen: der 120 Meter Turm, der wiederum etwas mehr die im Bankenviertel vorherrschenden strengen und geraden Linien betont, aber dennoch mit dem Knick etwas Abwechslung schafft. Demgegenüber steht dann wieder der schwungvolle, etwas dekonstruktivistisch daherkommende 172m Turm, der sich zur Mitte hin zu verneigen scheint und den perfekten Abschluss zwischen Coba und dem neuen Ensemble schafft.


    Und genau aufgrund dieser absolute Perfektion, diesem in sich völlig stimmigen Gesamtbild, bin ich mir noch etwas unsicher, ob ich es nicht eine Spur zu perfekt und stimmig empfinde. Diese Perfektion mag letztendlich dann doch dazu führen, dass die 4 neuen Hochhäuser zu dominant wirken, gerade weil sie in Formen, Materialien und gegenseitiger Bezugnahme so grandios aufeinander abgestimmt sind. Das ist für mich die einzige Kehrseite. Aber sicherlich werden wir noch mehr bezgl. der zu verwendenden Materialien erfahren und vielleicht ist noch Platz für die eine oder andere Überraschung.


    Ich freu mich sehr auf dieses Projekt!

  • Es liegt gerade einmal die Entscheidung im Architekturwettbewerb vor. Bislang wurde noch jedes Großprojekt anschließend auch gestalterisch weiterentwickelt (schließlich muss die Genehmigungsplanung erst noch erstellt werden). Ich würde also nicht davon ausgehen, dass alles so realisiert wird, wie es auf den Visualisierungen dargestellt ist. Entsprechendes gilt für die Nutzungen; ein Mitarbeiter des Bauherrn soll der FAZ gestern mitgeteilt haben, dass möglicherweise noch eine Fläche für Kultur in das Projekt integriert wird. Das steht heute in der gedruckten Zeitung. In einem Kommentar dazu heißt es, dass sich die Türme sehr ähnlich seien und etwas mehr Vielfalt in der Überarbeitung nicht schaden könne. Dem ist zuzustimmen.

  • Ehrlich gesagt glaube ich auch, dass die beiden Wohntürme gleich sind, obwohl sie hier immer unterschiedlich wahrgenommen und bewertet werden. Das ist wohl aber nur der Visualisierung geschuldet. Aus dieser Perspektive wirkt es so, als wäre der kleinere der beiden weniger organisch, was aber vermutlich nicht so sein wird. Wieso auch? Ich glaube weiterhin, dass beide Wohntürme als Zwillinge mit unterschiedlichen Höhen entworfen sind. Gleiches gilt offensichtlich für die beiden Büro/Mixedtürme.

  • Skylinewirkung - (noch) gewöhnungsbedürftig

    Eins möchte der Entwrf von UN Studio in jedem Fall: er will auffallen.
    Ich mag die Entwürfe dieses Büros, auch dieser gefällt mir. Jedoch leider nur im EINZELNEN.
    Argumente für diese Variante kann ich nachvollziehen. Dass es z.B. Zeit sei, zur Abwechslung ein Cluster "aus einem Guss" zu errichten in der von Vielfalt geprägten Skyline Frankfurts, kann man für plausibel halten. Der Entwurf wirkt lebendig, dynamisch und etwas spielerisch.


    Allerdings halte ich die Lage für sehr unangemessen für solch ein neues, auffallendes Quartier, welches durch die sehr ähnliche Architektursprache der 4 Türme relativ mächtig wirkt und eher wenig mit den benachbarten Hochhäusern, die im Vergleich stabil bzw. statischer wirken, harmoniert.
    Mir tut es ehrlich gesagt Leid, wie der benachbarte Comerzbank Tower an Wichtigkeit und Dominanz im Stadtbild verlieren wird. Rund 20 Jahre hat er die Skyline dieser wunderbaren Stadt geformt, wie kaum ein anderer und eine großartige Identifikationsfigur verkörpert. Der Wiedererkennungswert von Sir Norman Fosters Wahrzeichen war zweifellos einzigartig. Hiermit wird sich aber nun die "Hirarchie" spürbar ändern.


    Wie dem auch sei, habe ich das Gefühl, dass zukünftig durch eine Ergänzung eines weiteren Hochpunktes des "Fraspa-Turms" mehr Balance und Ausgleich in der Skyline entstehen kann. Die vier neuen Türme scheinen in meinen Augen dazu anzuregen, mehrere neue Akzente innerhalb des Bankenviertels zu setzen und gewisse "Lücken" mit ein paar Wolkenkratzern über 200m zu füllen und ebenso die Dichte somit noch weiter auszubauen

  • Ja, zum großen Glück wird die Dominanz des Coba-Towers endlich gebrochen! So schön, außergewöhnlich und extrem präsent er auch ist, er steht halt bislang an der falschen Stelle. Nämlich am äußersten Rand der Skyline in Richtung Innenstadt. Das fällt aus der klassischen östlichen Perspektive von einer der Mainbrücken nicht auf, aber aus Norden oder Süden betrachtet eben schon, und zwar unangenehm.


    WINX ist schon eine Korrektur dahingehend aus Süden. Der Operntum aus Norden, aber beide "funktionieren" nur aus wenigen Perspektiven. Dieses neue Quartier, und insbesondere der höchste der vier Türme, wird entscheidend dazu beitragen, den Standort der Commerzbank städtebaulich sozusagen nachträglich harmonischer und verträglicher zu gestalten, also eine bessere städtebauliche Einbindung zu schaffen. Als ob es von Anfang an so geplant gewesen wäre, nur erst 20 Jahre später umgesetzt wird. Aber auch die kleineren Türme, die am östlichen Rand des Quartiers stehen, tragen erheblich zu dieser positiven Entwicklung bei.


    Daumen hoch für dieses Sensationsprojekt. Ich bin sehr glücklich, dass sich Groß & Partner für den kompletten UN-Studio-Entwurf entschieden hat. Die beste Entscheidung! Das wird großartig.

  • In einem Kommentar dazu heißt es, dass sich die Türme sehr ähnlich seien und etwas mehr Vielfalt in der Überarbeitung nicht schaden könne. Dem ist zuzustimmen.


    Ich würde dem ebenfalls zustimmen. Ich weiß nicht, woher manche Leute die Begeisterung für eine ganze Gruppe "aus einem Guss" schöpfen - die Einheitlichkeit wirkt bereits auf Visualisierungen langweilig und der Erfahrung nach ist die gebaute Realität in solchen Fällen schlimmer.


    Wenn alles von einem Büro stammen soll, sollte man dort vier interne Teams bilden, die jeweils eigenständig arbeiten und verschiedene Ansätze verfolgen - auch Glasanteil, Materialwahl, Farbigkeit. Ich kenne Projekte, wo damit gute Ergebnisse erreicht wurden.


    Da in den meisten Meldungen die Areal-Fläche nicht angegeben wird - hier lese ich 1,6 Hektar. Die 600 WE sind demnach 375/Hektar, mehr als in den meisten innenstädtischen Wohnprojekten - so braucht man nicht zu bedauern, dass der Wohnanteil nicht größer wird. 215.000 Qm BGF wären eine GFZ von 13,4, eine der konsequentesten Nachverdichtungen in Europa.

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    Danke für den Beitrag! Ich sehe es genauso. Ein paar Kontraste sollten es schon sein, sonst wirkt das neue Viertel zu distanziert und bezugslos zur Umgebung. Die Skyline Frankfurts zeichnet sich schließlich durch Kontraste und Abwechslung aus.
    Vier ähnliche Türme mit derselben Handschrift sind für mich wie eine Radio-Playlist, wo ganz willkürlich und sinnlos vier Lieder von einem einzigen Interpreten hintereinander folgen.


    Dennoch sollte man beachten, dass es mit großer Wahrscheinlichkeit nicht exakt den Visualisierungen bei Fertigstellung entsprechen wird, wie Schmittchen bereits angesprochen hat. Ich hoffe, dass wirklich noch etwas mehr Balance und Anpassung durch mehr gestalterische Variation entsteht. Dazu gehört mEn auch mindestens ein HH, das sich "ruhiger", weniger dynamisch verhält, da das Ensemble ansonsten zu hektisch und aufdringlich wirkt.

  • Aus einem Guss

    Es gibt nunmal Leute, denen so etwas zusagt. Man denke an das Dominion Centre in Toronto.


    Ich habe mir die Bilder nochmal angeschaut, insbesondere die Perspektive, die die neue und alte Visualisierung zeigt. Im Vergleich zum alten Entwurf finde ich die Baukörper der Hochhäuser nicht mehr ganz so gelungen. Vor allem die Abstufung des 172m Hochhauses vermag mich nicht zu überzeugen.
    Das 228m Hochhaus finde ich entgegen sehr ansprechend.


    Für die Platzwirkung gefallen auch mir die Sockel nicht. Vor allem, dass im Einzelhandelbereich die Wände schmäler sind, als die Gebäudeteile darüber und nach den Dachterrassen die Hochhauskörper dann aber wieder schmäler werden.
    Persönlich bin ich eher ein Freund von Hochhausfassaden, die sich bis zum Boden runter ziehen. Dieses sich aus dem Sockel Schälen ist nicht so meins.