Four Frankfurt I: die Planung (233/178/125/105 m)

  • Ganz klar mein Favorit: UNStudio.
    Warum man die Formensprache der Hochäuser kritisiert erschliesst sich mir nicht.
    Endlich mal Abwechslung! Die Wegeführung gefällt mir ausserordentlich gut bei UNStudio.


    Was ich nicht begrüsse das jedes der Baufelder von einem anderen Architkten geplant werden soll, das könnte ungut enden. Wenn unterschiedliche Architekten, dann mit klaren Vorgaben damit es einigermaßen stimmig aussieht.

  • Der UNStudio Entwurf ragt wirklich heraus. Durch die Grundform und die Anordnung harmonieren die Türme unglaublich gut miteinander und der Umgebung.
    Einer meiner Lieblingsentwürfe der letzten Jahre!


    Hinsichtlich der Ausarbeitung der einzelnen Türme durch unterschiedliche Architekten könnte etwas noch interessanteres herauskommen. Nur ist die Latte durch diesen Entwurf sehr hoch gelegt. Ich tendiere auch dazu zu sagen: setzt das so um.


    Kompliment an UNStudio!

  • Der Preissieger hat den Entwurf vom "Hochhauskomplexes Neue Mainzer Straße" (von damals HRE und Frankfurter Sparkasse) mit in das Rendering aufgenommen.

    Man bekommt eine gute Vorstellung von der Verdichtung der Skyline an dieser Stelle. Find ich Klasse!

  • Jetzt versteift euch mal nicht so auf die Architektur, um die ging es bisher doch gar nicht. Klar hat da UNStudio die besten Entwürfe für die Hochhäuser abgeliefert (der zu erkennende Sockel dagegen gefällt mir nicht so gut), aber so wird das eh nicht gebaut.


    Bin noch etwas unentschlossen. Die Anordnung der Sockelgebäude gefällt mir beim Sieger irgendwie nicht ganz, das hat Dudler mit seinen klaren Wegen und der höheren Dichte auf Ebene 0 doch etwas besser hinbekommen. Sehr gut jedenfalls, dass jedes Baufeld von einem anderen Büro geplant wird, das ist schonmal der erste Schritt um zu viel Monotonie ala Europaviertel vorzubeugen - dem Maintor-Areal hat das ja auch sehr gut getan (auch wenn es deutlich besser hätte werden können, aber nicht auszudenken was für ein Einheitsbrei herausgekommen wäre, hätte man das gesamte Areal vom selben Architekten planen lassen).
    Sehr schade allerdings dass das "Hotel T1" nur im Sockel des höchsten Turms untergebracht werden soll. Ein paar der höheren Etagen des Turms wären doch ideal für ein 5Sterne-Hotel. Außerdem dürfte es aus der Erfahrung heraus ohnehin schwierig werden beide Türme zügig mit eine anständigen Quote vermietet zu bekommen.

  • Ich finde es auch schade,dass das Hotel im Sockel geplant ist.Im oberen Drittel des Hochhauses wäre es doch viel besser,als dass dort auch nur Büros entstehen sollen.Sollte das Hochhaus nicht spekulativ gebaut werden sehe ich sowieso schwarz für den 228 Meter Turm.


    Ich lass mich gerne eines besseren belehren,aber ob man da jemanden findet,der vor dem Bau mehrere zehntausend qm für 40 Euro/qm abnimmt?Naja,da bin ich mal sehr skeptisch.

  • Der erste "trockene" Entwurf vor einigen Tagen von UNStudio war schon sehe schön, die neuen Visulisierungen umso mehr. Was mir persönlich besonders gefällt an den 3 niedrigeren Türmen sind die geschwungenen Linienführungen. Die machen einen sehr deutlichen Unterschied zu den anderen 3 Vorschlägen und das ganze wirkt natürlich als Ensemble, irgendwie zusammengehörend. Der 228m Turm ist dort mit weniger geschwungener Linienführung (ich meine sie aber im unteren Bereich erkennen zu können) einen schöner Kontrast.


    Auf der einen oder anderen Visualisierung kommt es ja auch zum Vorschein, auch auf einer von UNStudio die auf der Web-Seite zu sehen ist, dass der nach oben hin komplettt kantige Metzler-Turm sowie die Marienturm genug neue eckig wirkende Türme in unmittelbarer Nachbarschaft sind.


    Ich hoffe mal, das man sich sehr nahe an dem Siegerentwurf orientiert.

  • Auf jeden Fall sind die Aufteilung der Fläche und die dadurch neu geschaffen Wege super. Das wird eine solche Aufwertung dieser Ecke werden, das habe ich mir in dieser Form bisher nicht vorstellen können. Neben der großen Freifläche in der Mitte gefällt mir bei UN-Studios sehr gut, dass man bei allen Türmen an fast allen Seiten Geschäfte oder Restaurants finden wird. Das ist ein gewaltiger Kontrast zu den meisten bisherigen Türmen? Wo findet man das bisher so? Im Bankenviertel sind es eigentlich doch nur der Taunusturm (derzeit ein Geschäft und das MMK2 nebendran) und das Eurotheum. Eine sehr gute Entwicklung.

    Einmal editiert, zuletzt von Megaxel () aus folgendem Grund: Grammatik

  • Ließt sich alles sehr gut und die Visualisierung von UNStudio schaut auch echt klasse aus! Nach wie vor ein Traum, daß nicht nur der totgesagte MAX mit seinen 228m tatsächlich (wieder) kommt, sondern daß auch ein weiteres -schon höheres HH mit 173m- und sogar noch 2 weitere, kleinere Türme dazu geplant sind!! Fantastisch. Manchmal wird ein Scheitern im nachhinein zum Glücksfall, ähnlich wie beim "GrandHyatt" im EV...

    Aber meine Bitte an den Realisierungswettbewerb --> KEINE (EXTREME) Verjüngung beim Supertall! Es schadet m. E. überhaupt nicht, hier mal die Grundfläche des Grundrisses bis in 228m hochzuziehen, damit der Turm richtig BIG wirkt! (wenn schon Abstufungen, dann max.;) wie beim MAX-Siegerentwurf von Jahn damals).

  • ^^^ Es sei daran erinnert, dass der Eurotower noch zu BfG-Zeiten den ganzen Sockel mit Läden vollgestopft hatte. Es gab sogar eine (sehr zugige) Passage mit, wenn ich mich recht entsinne, U-Bahn-Anschluss und allem drum und dran. Funktionierte nicht, wurde x-mal umgebaut und umgewidmet und ist jetzt verschlossen.


    Auf die Fassadenandeutungen und die Baukörperformen des UNStudio-Entwurfs mag ich nicht eingehen; denn es ging ja bekanntermaßen um das Städtebauliche. Mir gefälllt die deutliche und beidseitige Öffnung zur Großen Gallusstraße sehr gut. Der Einschnitt hinter dem historischen Gebäude der Deutschen Bank (die "Filiale 100"), der Platz zum Metzler-Turm und der Quartiersplatz stellen den IBCF-Nachfolger komplett frei. Das ermöglicht direkte Blickachsen von der Großen Gallusstraße her auf die an allen Innenseiten des Quartiers vorgesehenen Einzelhandel- und Gastronomie-Schauseiten und wird Laufkundschaft ins Dreieck ziehen.


    Die Situation an der Junghofstraße finde ich eher gruselig. Die westliche Passage ist eng, sie weitet sich nicht trichterförmig zur Straße hin (was eine gewisse Sogwirkung erzeugen würde, aber wegen des Denkmalschutzes sicher nicht möglich war), vor allem aber sind die Hälfte ihrer Fronten für Eingänge und Treppenhäuser vorgesehen. Die andere Passage ist großzügiger, aber fast ihre komplette Westseite besteht aus Fenstern zur Hotellobby und Treppenhaus. Zudem sind die Passagen überbaut. Mal sehen, ob der erhoffte Anschluss an das Goetheviertel damit funktionieren wird.


    Den kleinen Wendekreis und die Lage der Tiefgaragenrampe in der Mitte der Neuen Schlesingergasse finde ich gelungen. Irgendwo müssen Andienung, Rettungswege-/flächen etc. ja hin.


    Frage: An der "Filiale 100" steht "Bestehende Gastronomie". Schön, dass dort eine Sonnenterrasse mit Restaurant/Café betrieben werden kann. Aber wieso "bestehend"? Im Moment gibt es dort ja nur die Rückseite des historischen Gebäudes. Gab es dort einmal Gastronomie?

  • Antwortversuch: Das muss ja keine öffentliche Gastronomie sein. Vielleicht gibt es dort ein Personalrestaurant.


    Sehr gelungene Analyse, epizentrum. Ich bin mir auch nicht sicher, ob die eher kleinen Durchgänge an der Junghofstraße funktionieren werden. Zumal der bestehende und als solcher erkennbare Eingang im Osten (hier im Bildvordergrund) einem Hotel zugeschlagen werden soll. Auf der anderen Seite kann man es als reichlich dreist ansehen, was die Architekten um Max Dudler mit der denkmalgeschützten Blockrandbebauung machen wollen.


    Über die Nutzungen würde mir mal gar keine Gedanken machen, rilla90. Darüber entscheidet der Bauherr und letztlich die Nachfrage, sicher nicht ein Architektenteam in einem städtebaulich orientierten Ideenwettbewerb. Dessen Aufgabe ist es, ein schlüssiges Gesamtkonzept als Grundlage für weitere Planungen vorzulegen. Und das ist den Niederländern außerordentlich gut gelungen, meine ich.


    Überrascht bin ich über die detaillierte Ausarbeitung des Entwurfs. Wahrscheinlich war dies einer der Schlüssel zum Wettbewerbserfolg. Herausgekommen ist eine dreidimensionale hochverdichtete Stadtlandschaft, mit öffentlichen Ebenen zum Einkaufen, zum Essen und Trinken auf Straßenniveau ("EG Level"), darüber eher privaten Zonen, wahrscheinlich unter anderem mit den Eingangsbereichen zu den Wohn- und Büroebenen, Kindergarten etc. ("Podium Level") und nochmals höher der wohl teils öffentliche Dachgarten auf den Podiumsgebäuden. Letztlich die daraus emporwachsenden vier Türme. Vielversprechend!

  • ... gefällt mir bei UN-Studios sehr gut, dass man bei allen Türmen an fast allen Seiten Geschäfte oder Restaurants finden wird. Das ist ein gewaltiger Kontrast zu den meisten bisherigen Türmen?


    Man darf hier nicht vergessen, es sind nicht nur die neuen Anwohner in den HH des Areals selbst (inkl. Metzler Turm) sondern auch deren Besucher, Hotelgäste und Mitarbeiter der Firmen in den Türmen. Von daher wird das mit den Geschäften und Restaurants auch gut funktionieren!

  • Das bestehende Restaurant, ist die DB Kantine.
    So war es jedenfalls vor 5 Jahren noch als ich da drin gearbeitet habe.



    Freue mich auf jeden Fall schon sehr darauf, was da schönes neues entstehen wird.

  • Betrachtet man sich die Planungsskizze, dann fällt auf, dass der neu entstehende Platz zwischen dem Metzlerturm (neu) und dem DB-Gelände genau auf die große Freitreppe der Commerzbank ausgerichtet ist.


    Bisher fand ich diese Treppe in der engen Strasse überdimensioniert.


    Ich frage mich ob Norman Forster schon vor 25 Jahren den Weitblick hatte, wie er durch die Gestaltung dieser Freitreppe die zukünftige Umgebung in seine Richtung zwingen kann.


    Es wäre ihm zuzutrauen.

  • Diese beiden Wohntürme des Gewinnerentwurfes erinnern mich irgendwie an den 1. Entwurf des Tower 2. Ich weiss den Architekten nicht mehr,aber das Gebäude (ca. 110m hoch) war unfassbar schön.
    Insgesamt ein schönes, grosses Projekt. Schade um den kleinen, schwarzen DB Turm, irgendwie war er ganz nett, allerdings lieber weg damit als dass er bis zur Unkenntlichkeit energetisch saniert wird. ;)

  • Genau das meinte ich.
    Sensationell schönes Gebäude. Aber nun "lebt" es ja scheinbar dann in ähnlicher Form weiter. Aber dass es von denselben Architekten ist klärt dann einiges. :lach:

  • Betrachtet man sich die Planungsskizze, dann fällt auf, dass der neu entstehende Platz zwischen dem Metzlerturm (neu) und dem DB-Gelände genau auf die große Freitreppe der Commerzbank ausgerichtet ist.


    Das fiel mir sogar als Nicht-Frankfurter auch auf. Diese Szenerie würde aus Fußgängerperspektive nach Fertigstellung "richtig großes Kino" geben, soviel "big city life" ist sonst nirgendwo im Straßenbild einer deutschen Stadt.


    Deute ich den kurzen Austausch zwischen pkdex und Ismaninger richtig, dass ihr für den 228 m Turm ein Design wie für den zwei Posts über mir verlinkten "Hyatt-Turm" Entwurf erwartet, falls UNStudio zum Zuge kommt? Die (tolle) Visu von UNStudio verdeckt ja leider den 228er Riesen ziemlich stark. Aus der 2. Visu in #196 (Schmittchens Post) scheint sich aber anzudeuten, dass die Fassade in ähnlichen Linien wie beim "Hyatt-Turm" Entwurf zum Sockel runtergezogen wird. Visus aus anderen Betrachtungsrichtungen gibt es leider auch keine (oder?). Klar ist schon jetzt: diese vier Hochhäuser werden, sollte UNStudio seine Visu ohne all zu große Veränderungen umsetzen dürfen, die Skyline von Frankfurt am Main vollkommen verändern, mit einer riesigen Portion "Postmoderne". Toll!


    Vielleicht erbarmt sich der Bauherr noch und das komplette Projekt wird UNStudio übergeben und nahe an der Visu umgesetzt. Der Abstand zwischen UNStudio und den anderen Entwürfen ist einfach zu klar und zu groß. Jeder Abstrich vom UNStudio Entwurf ist vergeudetes Potential, das ist wohl nicht nur hier im Forum der übergroße Konsens.


    PS: jetzt erst lese ich, was die Jury zu den Entwürfen meinte. Die Architektenkollegien sind wohl immer noch fest in der Moderne des 20. Jahrhunderts verhaftet, siehe "Allerdings wurde die „etwas aufgeregte“ Formensprache der Hochhäuser durchaus auch kritisch gesehen." und gleich darauf "Der zweitplatzierte Entwurf von Max Dudler geht hingegen einen anderen Weg und versucht, sich stärker in die Umgebung zu integrieren. Die für Dudler durchaus typischen Steinfassaden liest die Jury als Auseinandersetzung mit dem Bestand, was „großstädtisch und kühl“ zugleich anmute." (http://www.baunetz.de/meldunge…in_Frankfurt_4718755.html)


    Ich hätte es nicht als "großstädtisch und kühl" sondern als altbacken und langweilig bezeichnet. Die "etwas aufgeregte" Formensprache des UNStudio Entwurfs ist 21. Jahrhundert und Postmoderne. Zur Orientierung der Jury an der Architektur des letzten Jahrhunderts passt dann auch fast klischeeartig "Dass es gelingt, die beiden alten Foyers der Deutschen Bank aus der Nachkriegszeit zu erhalten, erzeugt außerdem eine interessante Spannung zwischen Alt und Neu" (http://www.baunetz.de/meldunge…in_Frankfurt_4718755.html).


    Nach der kurzen Euphorie über den innovativen UNStudio Entwurf befürchte ich doch, dass sich der 20. Jahrhundert Konservatismus durchsetzt und es eher Richtung Raster und Rechtwinkligkeit geht. Und Schmittchens Analyse, warum der Entwurf gewann (#211), ist wohl zutreffend: "Überrascht bin ich über die detaillierte Ausarbeitung des Entwurfs. Wahrscheinlich war dies einer der Schlüssel zum Wettbewerbserfolg.". Das musste dann wohl auch die Jury anerkennen, die ja sonst v. a. Kritik an der Ästhetik des Erstplatzierten äußerte und Vorzüge der Dudler-Ästhetik hervorhob, so zumindest im Baunetz-Artikel.

  • Ich verstehe nicht wieso die Entwürfe bereits so stark ausgearbeitet wurden wenn es gar nicht um die Architektur ging. Geht doch eigentlich nur um die Baumasse, die zusätzlichen Details lenken dann doch auch vom wesentlichen ab.


    So ist es schon schade das der Siegerentwurf in der Form nie verwirklicht wird. Mir gefällt daran auch gut, dass alles sehr stimmig ist und sozusagen aus einem Guss entwickelt worden wäre. Selbst das wird ja wohl aber auch nicht kommen da für jeden Tower ein anderes Büro zuständig sein soll. So ein Milliarden Projekt aus ein Guss wäre einmalig in Europa, City Center in Las Vegas lässt grüßen.

  • Ja, das wäre wirklich einmalig, es wäre dann aber auch ein heftiger Fremdkörper in der Skyline. Nein, es ist gut so und ich bin auch heilfroh darüber, dass die 4 HHer jeweils von unterschiedlichen Büros entworfen werden. Schließlich ist es auch die Vielfalt, die die Skyline von FFM so besonders & schön macht.