Four Frankfurt I: die Planung (228/173/120/100 m)

  • Auf den gestern abgebildeten Modellen ist deutlich sichtbar, dass der 228m-Turm zu sehr an das Commerzbank-Hochhaus heranrückt. Den offiziellen Bebauungsplan mit einem Abstand zwischen den beiden Türmen halte ich für besser. Genauso ungünstig ist das Zusammenpferchen beider geplanten Hochhäuser, während der Rest des Geländes flach bleiben würde. Die Türme kann man so verteilen, dass sie genauso Weitsicht aus den Fenstern bekommen wie auch interessante Sichtbeziehungen bilden würden statt sich nur zu verdecken.


    Für diese Dachgestaltung spricht nur, dass diese noch grottiger ist. Wenn das prämiert wird, kann ich nur hoffen, dass künftiger Bauherr rechtzeitig Entwürfe auf Probe veröffentlicht und offen Reaktionen der Bevölkerung abwartet.

  • Roßmarkt 18

    (Vorab: Nein, keine News zum MAX-Hochhaus. Ich will hier keine Pferde scheu machen, erst recht nicht am Roßmarkt...)


    ^ Eben jenes Gebäude mit der Hausnummer 18 erhält gerade ein Gerüst, zumindest an der Nordseite entlang der Junghofstraße. Wahrscheinlich handelt es sich hier um eine Fassadeninspektion, Fassadenausbesserung oder ähnliches. Aktuelles Foto, weil's so schön ist, mit Entzerrungspipapo: (Klicken für große Version)



    Ich würde mir sehr wünschen, dass die Deutsche Bank dem denkmalgeschützten Gebäude endlich wieder die ursprüngliche Dachform spendiert. Der Platz würde allein durch die Wiederherstellung des Gebäudes erheblich gewinnen.


    Das Haus beherbergt übrigens die prestigeträchtige Filiale "100" der Deutsche Bank Privat- und Geschäftskunden, den Investment & FinanzCenter (Website).

  • Händlerzentrum soll verlegt werden

    Bedeutende Veränderungen stehen voraussichtlich dem Hochhaus und den Nebengebäuden der Deutschen Bank an der Großen Gallusstraße bevor. Die Bank will ihr aus dem Jahr 1971 stammendes Händlerzentrum an einen neuen Standort verlegen. Als Grund wird der schlechte Bauzustand genannt. Die dortigen Abteilungen sollen mit der Fondsgesellschaft DWS Investments, bisher an der Mainzer Landstraße 178-190 tätig, an einem neuen Standort zusammengelegt werden. Das schreibt die FAZ in diesem Artikel. Weiteres in Stichworten:

    • die Deutsche Bank sucht 20.000 bis 30.000 m² Bürofläche
    • in Betracht kommt derzeit das Hochhaus Nextower im PalaisQuartier plus ein Neubau auf dem früheren Areal der Frankfurter Rundschau, allerdings dürften das Sicherheitsbedürfnis eines Händlerzentrums und eine erwünschte Einzelhandelsnutzung der Erdgeschosse sowie öffentlich genutzte Tiefgaragen kaum in Übereinstimmung zu bringen sein oder
    • die ehemaligen Gebäude von Allianz Global Investors, Mainzer Landstraße 15, plus neu zu errichtendem Anbau, Eigentümer ist Tishman Speyer



    • rund 1.000 Mitarbeiter sind im Händlerzentrum tätig
    • für den Baukomplex von DWS Investments, nach einem Entwurf von Hadi Teherani erbaut, sind 30€/m² Miete zu zahlen



    • das gesamte Areal zwischen Großer Gallusstraße und Junghofstraße könnte neu entwickelt werden, zumal das Bankhaus Metzler bekanntlich ebenfalls umzieht
    • damit wäre, nach Abriss der flacheren Bebauung an der Großen Gallusstraße, auch der Weg für den Wolkenkratzer "MAX" frei, der gemäß Bebauungsplan 228 Meter hoch werden dürfte
    • in der Immobilienbranche wird damit gerechnet, dass die Deutsche Bank versuchen wird, das Hochhaus-Grundstück (an einen Entwickler) zu verkaufen


    Das Deutsche Bank Investment Banking Center Frankfurt (IBCF), das Hochhaus zumindest soll der hier geführten Diskussion zufolge unter Denkmalschutz stehen:



    Bild: Mylius (mit Lizenz CC BY-SA 3.0 @Wikimedia)

  • Das ist eine interessante Nachricht mit spannenden möglichen Implikationen. Die spekulativen Zielstandorte verwundern mich. Der Nextower bietet mit seinem Grundriss nun einmal gar keine Flächen für Händlerinternetcaféhallen, und ein hermetisch abgeriegelter Neubau zwischen Hauptwache und Eschenheimer Turm geht gar nicht. Und ML15 dürfte selbst mit "Anbau" deutlich zu klein sein. Da müsste die Deutsche Bank schon mindestens die halbe Weserstraße (bspw. die 54 samt Nachbarbauten) hinzunehmen.


    Mich freut an der Nachricht vor allem, dass für den Block zwischen Neuer Mainzer, Großer Gallusstraße und Junghofstraße endlich die lang ersehnte Hochhausfantasie wiederaufblüht.


    Hat jemand tiefere Einblicke in die Metzler- und die DB-Überlegungen?

  • Nicht zuletzt verwundern die Standorte auf der laut FAZ bestehenden Shortlist, wenn man sich vor Augen hält, dass ein vermutlich bestens geeignetes Areal auch ohne Fernglas von den Deutsche-Bank-Türmen zu sehen ist. In einem Hochhaus auf der Marieninsel könnte die DWS unterkommen, die Händler im flacheren Bauteil mit viel Gebäudetiefe und Platz für Technik. Es gäbe genügend Fläche einschließlich Reserven, auch den Sicherheitsanforderungen dürfte an dieser Stelle gut zu entsprechen sein. Die Planung könnte noch an die Bedürfnisse angepasst werden, man wäre in Nähe der Zentrale und wahrscheinlich gäbe es das Ganze auch noch für eine vergleichsweise moderate Miete.


    Zu den Vorteilen Frankfurts gegenüber einer nahen Steueroase hat die FAZ nun auch einen Kommentar online (mit herrlicher Spitze zum gastronomischen Angebot dies- und jenseits der Stadtgrenze). Doch damit zurück zum Areal zwischen Junghofstraße und Großer Gallusstraße, denn darum geht es in diesem Thread.

  • Mehr als 2.000 Mitarbeiter aus der GroGa (Investmentbanking Frankfurt) und AMC (DWS in der Mainzer Landstrasse im Gallus) werden ab Ende 2016 in die Mainzer Landstrasse 15 / Ecke Weserstrasse ziehen.
    Bauherr und Eigentümer von ML15 ist Tishman Speyer.
    "In diesem Zusammenhang prüft die Bank auch die langfristige Verwendung des derzeit genutzten Innenstadt-Areals zwischen Großer Gallusstraße, Neuer Schlesingergasse und Junghofstraße. Die Bank wird hierzu in den kommenden Monaten Gespräche mit der Stadt Frankfurt und mit potenziellen Investoren führen und Optionen für eine mögliche städtebauliche Neuentwicklung des Areals prüfen."


    https://www.db.com/medien/de/content/4238_4782.htm


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    Mod: Bezüglich Mainzer Landstraße, Ecke Weserstraße geht es hier weiter.

  • Nachfolgend ein aktueller Blick über das hier besprochene, innerstädtische Deutsche-Bank-Areal. Unten schließt sich das Metzler-Eck an (zuletzt hier besprochen):



    Bild: epizentrum

  • Hier wird es bald spannend! Das GroGa-Areal ist so gut wie verkauft, hört man, der neue Eigentümer will dort ein gemischtes Quartier entwickeln, ähnlich wie das Maintor. Das dürfte ein Milliardenprojekt werden. Grüße Euch übrigens mal wieder ganz herzlich!

  • Für einen Teil der dortigen Belegschaft steht demnächst wohl auch der Umzug an (teilweise allerdings nach Eschborn, mir unverständlich wie man sowas seinen Mitarbeitern zumuten kann).


    Ich hoffe mal, dass man sich hier nicht lumpen lässt, und einen anständigen Entwurf abliefert mit anständiger europäischer Blockrandbebauung in hoher architektonischer Qualität und mehr als nur einem zusätzlichen Hochhaus. Neben dem Max-Grundstück das auf jeden Fall eine ordentliche Höhe haben sollte, wären zwei drei zusätzliche Standorte für kleinere Hochhäuser auf jeden Fall wünschenswert. Ganz nettes Beispiel in dem Zusammenhang finde ich die Neubebauung in Den Haag zwischen Hauptbahnhof und Binnenhof

  • Heute schreibt die FAZ, dass neben dem Gründerzeitgebäude am Goetheplatz (1900er) auch der Querriegel der Deutschen Bank (1950er) in der Junghofstraße unter Denkmalschutz gestellt wurde. Damit soll der geplanten Neuentwicklung des Areals die Richtung vorgeben werden. Das Gebäude hat meiner Meinung nach keine große Qualität. Zudem hat es ohne Bankbetrieb keine Funktion.


    Den Josef-Abs-Saal hätte man sicher auch von außen überbauen können.


    Das Hochhaus und der Handelssaal in der der Großen Gallusstraße (1970er) können aber abgerissen werden.


    Durch diese (nicht überraschende) Entscheidung wird der Innenstadtentwicklungsplan (Albert Speer) konterkariert.


    An dieser Stelle sollte ja eine Durchlässigkeit nach dem Vorbild der fünf Höfe in München entstehen.


    Als Lösungsmöglichkeit sehe ich eigentlich nur Durchgänge und Durchbrüche. Schliesslich durfte die EZB sogar die Großmarkthalle mit einem massiven Beton-Riegel zereissen. Da hatte das Denkmalschutzamt nichts dagegen.


    Generell ist wieder festzustellen, dass das Landesamt für Denkmalpflege, dass übrigens im barocken Schloss Biebrich sitzt (!) für Gründerzeitarchitektur wenig übrig hat, dafür aber die Notarchitektur der Aufbauzeit schützt.

  • Eine Schaffung besagter Durchgänge und Durchbrüche an der Junghofstraße 5-11 hat das Landesamt für Denkmalpflege bisher ja nicht ausgeschlossen. Laut FAZ ist diese Frage offen. Ich denke, dass man auch unter weitgehender Erhaltung des Blockrands etwas Attraktives schaffen kann. Wenn man will (die Teilnehmer am Bieterverfahren planen laut FAZ alle den Abriss der Junghofstraße 5-11).


    In diesem Zusammenhang überrascht es, dass offenbar niemand vom Denkmalschutz wusste. Die FAZ schreibt "wie erst jetzt bekannt wurde". Dabei ist die Junghofstraße 5-11 im jedermann mit ein paar Mausklicks frei zugänglichen DenkXweb aufgeführt.


    Die Blockrandbebauung an der Junghofstraße ist aus meiner Sicht klar erhaltenswert. Das sind die Fünfziger, aus dem Vollen geschöpft, wie oben schon geschrieben. Für die dahinter liegenden Querbauten und sonstigen rückwärtigen Trakte gilt das überwiegend nicht. Diese sollten zur Disposition gestellt werden. Dann hätte der Block an der Nordseite genügend Tiefe, um Neubauten hinter dem bestehenden Blockrand bauen zu können, meinetwegen auch Wohnhochhäuser. Nach den sattsam bekannten Missgriffen in der letzten Zeit liegt das Landesamt für Denkmalpflege in diesem Fall richtig, meine ich. Die FAZ zitiert den Landeskonservator so: "Durch den Denkmalschutz bietet sich die Chance, das Gelände adäquat mit Elementen der Kontinuität zu entwickeln."



    Karte: OpenStreetMap und Mitwirkende - veröffentlicht unter CC-BY-SA 2.0

  • Und doch liegt das Denkmalamt wieder mal falsch, als es dem Abriss des IBCF-Hochhauses keinen Denkmalschutz in den Weg stellt. Von dieser Qualität gibt es kein vergleichbares, unverdorbenes Beispiel der späten 1960er Jahre in der ganzen Stadt mehr.

    Einmal editiert, zuletzt von RMA ()

  • Na ja, wenn man das Hochhaus auch noch unter Schutz stellen würde, blieben im Prinzip nur noch die Flächen des Parkhauses und des mit "10-14" gekennzeichneten Flachbaus ( vorausgesetzt, die rückwärtigen Teile der Junghofstraße bleiben komplett bestehen ).


    Dann kann man sich die "große Neuentwicklung" auch gleich ganz sparen, der Platz reicht dann gerade noch für 2 Hochbauten mit Sockel.


    Ein Kompromiss zwischen Turmerhalt und Neubau wäre, wenn man ähnlich wie hier beim ehemaligen BfG Gebäude
    http://www.google.de/imgres?im…ndsp=33&ved=0CHsQrQMwJzhk
    eine stimmige (!) Scheibe hinter den bestehenden, sehr schmalen Turm setzen würde.

    Einmal editiert, zuletzt von Äppler () aus folgendem Grund: + Letzter Absatz

  • ^liegt im CoBa-Schatten zu einer Zeit, in der die meisten Leute arbeiten sind... Auch wenn man von dort aus für etwa eine Stunde die Sonne nicht sehen wird, der Himmel geht rechts und links dennoch weiter und die Stadt auch.

  • Bloomberg berichtete letzte Woche vom möglichen Interesse des Abu Dhabi Investment Authority (ADIA) am Deutsche Bank Dreieck.


    http://www.bloomberg.com/news/…ent-in-deutsche-bank-site


    Die Rede ist von €300m für das Grundstück und Entwicklungskosten von €1bn. Man suche bei der Entwicklung den Schulterschuluss mit Tishman Speyer und der Gross & Partner Grundstuecksentwicklungsgesellschaft.


    Hier noch eine weitere Quelle zum Stand der Planung und der Beteilung von Gross & Partner:


    http://www.bloomberg.com/news/…idding-for-frankfurt-site


    Beide Quellen in englisch, sollte ja aber hoffentlich kein Problem für Euch sein ;)



    Edit: Interessant vor allem die Meldung heute, dass Tishman Speyer auch das Grundstück des Metzler-Hauses gekauft hat und entwickeln wird. Vielleicht plant man hier den grossen Wurf und die beiden Grundstücke werden gemeinschaftlich entwickelt.