Hbf-Empfangsgebäude inkl. HH Arnulfstr. (69m) [im Bau]

  • Danke Baukunst, du sprichst mir in gewisser Weise aus der Seele. Irgendwie muss man aus diesem 50er Jahre Kasten doch noch was rausholen können, insbesondere da ich die Qualitäten des vorgeschlagenen Auer&Weber-Entwurfs bezweifle.


    Allerdings glaube ich, dass man an der Fassade zum Bahnhofplatz mehr umbauen muss, als einfach nur zu sanieren. Natürlich muss als aller erstes dieser ganze Kleinkram (Dächer von U-Bahn-Eingängen, Fahrstuhleingänge, Fahrradständer etc.,.) weggeräumt werden, damit die Glasfassade der Eingangshalle vollständig sichtbar wird. Obwohl es einen gewissen Charme hat, muss auch dieses geschwungene Dach, unter dem die Taxis halten, entfernt werden, da es den Eingangsbereich total unglücklich verdeckt. Außerdem finde ich, dass diese Fassadenelemente (in den unteren „Bürobereichen“ grünlich, oben, im Parkdeckbereich sind es solche Aluminium-Lamellen) grundsätzlich durch hochwertigere Materialien ersetzt werden müssen. Ja, dann könnte man aus dem Gebäude vielleicht etwas machen, es bedarf aber viel Feingefühl und wirklich hochwertiger Fassadenmaterialien.

  • Grundsätzlich haben wir doch alle die Erfahrung gemacht dass Modernisierung und Ergänzung von bestehender Substanz in aller Regel ein unheimlich angenemes Ambiente erzeugt und nicht zuletzt ein wirklich einmaliges Gebäude - gerade weil es nicht nach der "reinen Lehre" eines Zeitgeschmacks und einem Stand der Technik gebaut wurde. Ich stimme absolut zu, wenn man dies 50er Jahre Gebäude vor allem saniert und dann noch geschickt ergänzt wäre das preiswert und sehr stimmungsvoll. Diese Glaskathedralen allüberall werden uns relativ bald gewaltig auf die Füße fallen, riesige Sanierungskosten verursachen. Ich spüre da schon eine gewisse Ungerechtigkeit gegenüber München, auch Stuttgart erhält ja nun eine Milliardeninvestition mit Stuttgart 21. Nur München soll "leer" ausgehen? Nein. Aber ich würde lieber das Kopfgebäude erhalten und grundlegend sanieren und modernisieren so dass daraus wieder ein Schmuckstück wird aber dafür lieber die Bahnsteighalle abreißen - die nach bisherigen Planungen sogar erhalten werden soll - und gegen eine moderne Interpretation von Stahl-Fachwerk (siehe FFM Hbf, Hamburg Hbf,..) austauschen. Abgestimmt auf den Retro-Chic des Empfangsgebäudes. Das wäre wirklich etwas einmaliges und kreativer als einfach "abreißen und neubauen".

  • Das ist eine Frage der Gestaltung eines solchen Bahnsteiges. Ein Bahnhof mit 4 Gleisen, jeweils mit Weichen am Ende und am Anfang und einem in der Höhe differenzierten Bahnsteig würde den Betrieb ermöglichen. Wäre zugleich durchaus architektonisch reizvoll. Die "Längsstufe" im Bahnsteig könnte teilweise als Sitzgelegenheit genutzt werden...


    Eine Längsstufe wäre nicht barrierefrei und damit nicht EU rechtskonform. Und ehrlich gesagt meiner Meinung nach auch völlig sinnbefreit. Wenn man einen solchen Kombinationsbahnhof bauen will, könnte man einfach die S-Bahngleise im Zulauf etwas senken und die ICE Gleise etwas anheben.

  • ...ein Durchgangsbahnhof brächte eben nur für den Durchgangsverkehr Zeitvorteile. Da aber 2/3 aller Züge am HBF enden hätten 2/3 der Fahrgäste eine Verschlechterung im Vergleich zum jetzigen ebenerdigen Kopfbahnhof bei dem man leicht zwischen den Gleisen wechseln kann bzw. leicht ebenerdig in die Stadt reinlaufen kann. Die meisten Menschen empfinden unterirdische Räume und Tunnel ja eher beklemmend und wenig einladend, kein Ort zum verweilen. Das ist für einen Hbf, an dem nicht zuletzt auf Züge gewartet werden muss, durchaus ein wichtiges Kriterium. Die jetzige Halle ist, zumindest nach meinem Geschmack, alles andere als schön aber sie ist weder eng noch düster.


    Will man die sog. "Magistrale" durch Europa fördern, wobei mich echt interessieren würde über welche Passagierzahlen wir hier reden die tatsächlich von West nach Ost durch Bayern fahren, muss man eben ein zusätzliches Durchgangsgleis bauen was das münchner Zentrum umfährt. Ich hielte es einfach für Geldverschwendung dafür den Hbf groß umzubauen oder gar Verschlechterungen für Münchner und Leute aus dem münchner Umland in Kauf zu nehmen - der Hbf ist zuerst und zuvorderst für die Münchner da, nicht dazu dass man paar Minuten schneller von Bratislava nach Paris gelangt. Es braucht kein "München 21".

  • Die Stuttgarter Zeitung geht in ihrer heutigen Ausgabe der Frage nach, warum München sich bisher gegen den Umbau zum Durchgangsbahnhof entschieden hat, und berichtet außerdem aus Neu-Ulm vom einzigen bereits verwirklichten Durchgangsbahnhof-Umbau. Zur Münchner Situation gibt es in dem Beitrag interessante Einschätzungen von der ehemaligen Stadtbaurätin Christiane Thalgott: http://www.stuttgarter-zeitung…inen-kopfbahnhof-hat.html

  • Ich glaube, aus dem Kopfbahnhof München einen Durchgangsbahnhof machen zu wollen, ist eine der vielen auf irgendeiner Ideologie basierenden, radikalen Ideen. Um aus tatsächlichen Erfordernissen eine funktionierende Lösung zu entwickeln bedarf es mehr als nur einen architekturideologischen Geistesblitz.


    Für die Verhältnisse in München wäre EIN Durchgangsgleis völlig ausreichend. Die Lage Münchens am Alpennordrand war wohl dafür verantwortlich, dass sich der Hauptbahnhof zum Kopfbahnhof entwickelt hat.

    Von den ca. 15.000 qm Erdgeschossfläche des 50iger Jahre Hauptgebäudes (ohne Bahnsteig) sind nur ca. 2500 qm der breiten Öffentlichkeit zugänglich. Der Rest besteht aus Innenhofbrachen, einigen Läden und Geschäften und bahninternen Räumlichkeiten.

    Eine Sanierung des Hauptgebäudes würde lediglich ein bisschen die optischen, nicht aber die strukturellen Defizite beseitigen. Ein umfangreicher Umbau würde viel kosten und am Ende bestenfalls wieder nur eine halbe Lösung sein.

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  • Entweder man legt die Gleise in den Untergrund, wie es in anderen Städten (z.B. New York) auch der Fall ist oder man spart sich das Geld.
    Optisch viel schlimmer ist das NH-Hotel gegenüber, das müsste dringend mal weg.


    Der Hauptbahnhof ist erst seit den 50er und 60er Jahren diese von stinkendem Autoverkehr eingeschlossene Stahlbetonhölle, noch 1923 war es ein schönes Gebäude mit menschenfreundlichem Vorplatz, siehe auch:
    http://de.wikipedia.org/wiki/München_Hauptbahnhof

  • Wieso? Sieht es in Nürnberg noch schlimmer aus?


    ich glaube, die nürnberger sind grundsätzlich bescheidener als die münchner, was auch die geringere anzahl an prunkbauten bestätigt.


    aber: bescheidenheit ist eine eigenschaft, für die der mensch bewundert wird, falls die leute je von ihm hören sollten.

  • ^^
    Die Nürnberger haben einen schönen Bahnhof!
    Aber - und ich wiederhole mich gerne - die Münchner auch, wenn sie ihn denn mal ordentlich sanieren und vor allem den Vorplatz entrümpeln würde!
    Auch das Hotel "Deutscher Kaiser" (das Hochhaus ggü) ist eigentlich ganz cool (hier: http://www.bing.com/maps/?v=2&…20Bayern%2C%20Deutschland) - auch hier gilt: Sanierung nahe am Originalzustand! Ergibt ein Ensemble der 50er/60er. Die Ablehnung vieler leute resultiert m.E. nach aus den schmuddeligen Geschäften und der allgemeinen Verwahrlosung und nicht aus der Ablehnung der Architektur selbst.

  • Dann sollte man wirklich noch abwarten ob diese Stammstrecke gebaut wird. Der Beschluss des Landtags war nicht mehr als eine Willenserklärung. Wenn sie aus Kostengründen beerdigt wird wie der Transrapid, müsste man wirklich mit der Sanierung beginnen, denn Zeitzeugnisse sind diese Gebäude allemal. Und für den Auer-Weber-Neubau ist eh kein Geld da.

  • Zumindest wollen MVG und SWM demnächst die Modernisierung der U-Bahn-Zwischengeschosse in Angriff nehmen:



    Quelle: http://www.mvg-mobil.de/presse…010_mvg-pressemeldung.pdf


    Visualisierungen:




    Quelle der Bilder: Stadtwerke München GmbH, Emmy-Noether-Straße 2, 80287 München. Link: http://www.swm.de/de/aktuelles…otos/aktuell-bildmaterial

  • ^^
    Ich entnehme euren Äußerungen einen Anflug von Ironie? ;)
    Aber mal ehrlich: Das HBF-Untergeschoss ist von den "großen drei" (HBF, Stachus, Marienplatz) m.E. das mieseste und sähe nicht mal gut aus, würde man es originalgetreu sanieren. Marienplatz z.B. hat wenigstens einen super Branca-UBahnhof, der Stachus ist angenehm blau gestaltet. Allerdings ohne, wie auf den obenstehenden Visualisierungen, gleich wie ein Schwimmbad auszusehen :)
    Aber: man kann mit den Planungen schon zufrieden sein, stellt euch bloß mal vor, man würde hier à la Münchner Freiheit mit Kotz-und-Weglauf-Farben experimentieren. Grusel.