Hbf-Empfangsgebäude inkl. HH Arnulfstr. (69m) [im Bau]

  • Tja, ich bleibe dabei, dass ich es schade finde, dass hier nicht die Chance wahrgenommen wurde, aus dem Bestand - der ja nicht nur die 1950er-Jahre Empfangshalle samt Front und Verwaltungsbauten sondern auch die Reste des Bürklein-Vorgängerbaus umfasste - denkmalgerecht und zeitgemäß wiederzubeleben. Das wäre in jedem Fall spannender gewesen als der jetzige Neubau-Entwurf, der nicht nur unförmig sondern vor allem absolut austauschbar daherkommt. Aber durch den Bau der zweiten Stammstrecke ist der Abriss wohl rein bautechnisch alternativlos.


    Hier noch einige Ansichten des alten Empfangsgebäudes aus den 1950er/1960er Jahren:


    Ursprungs-Modell: https://c8.alamy.com/compde/rm…r-hauptbahnhof-rmdey3.jpg
    Schalterhalle: https://www.picclickimg.com/d/…n-Hauptbahnhof-AGF283.jpg
    Schalterhalle Nordseite: https://www.picclickimg.com/d/…n-Hauptbahnhof-AGF293.jpg
    Durchgangshalle (vermutlich der Bereich zwischen Schalterhalle und Gleishalle): https://www.picclickimg.com/d/…angshalle-1953-AGF192.jpg
    Blick vom Restaurant in der Durchgangshalle: https://www.picclickimg.com/d/…ngshalle-Galerie-1953.jpg

  • Danke iconic für die Bilder.


    Auf den Bildern der Anfangszeit erkennt man sehr gut die Qualitäten des 50/60er Jahre Baus und wie man mit einem Mindestmaß an Corporate Design (allein die Beschriftungen der Schalter und der sonstigen Einrichtungen), mit reduzierten und hochwertigen Werbungen und ohne zeitgenössische Ergänzungen einen ansprechenden und übersichtlichen Bahnhof gestalten kann.


    Es ist für mich irgendwo schade, dass man das alles nicht bewahren konnte, allerdings hat sich auch die Nutzung eines Bahnhofs und die Anforderungen die ein Verkehrsknotenpunkt erfüllen muss in den letzten 70 Jahren verändert.


    Von der fehlenden Instandhaltung und sei es nur ein neuer Anstrich der Fassade, regelmäßige Reinigung sämtlicher Glasflächen und eine umfassende, gleichartige Beschilderung, ganz zu schweigen.


    Von daher hoffe ich, dass der neue Bahnhof wieder aus einem Guss, übersichtlich und aufgeräumt genau das bieten kann.


    Den geplanten Neubau finde ich auch nicht unbedingt austauschbarer wie den 60er Jahre Bestand (den Holzkirchener und Starnberger Flügelbahnhof ausgenommen), sofern eben auch hier von den Architekten und der Bahn ein Komplettpaket von Außen- und Innenarchitektur geboten wird.

  • Sehr schöne Fotos, danke für den Link auf diese Website. Schon bemerkenswert, welche enormen Abbruch- und Baumassen man hier in den nächsten Jahren hin- und her schieben wird…

  • Endlich kommt dieses hässliche Vordach weg. Der gesamte Eingang des HBF verkam nicht zuletzt durch diese viel zu niedrige Betonkonstruktion zu einem dunklen, tauben- und alkoholikergeplagten Entree ohne Aufenthaltsqualität.

  • Nicht allein die Architektur trägt die Schuld dafür, dass die Bahn den Hbf. über die letzten Jahrzehnte dermaßen hat verwahrlosen lassen. Ich gebe dir insofern Recht, als dass das geschwungene Vordach noch aus einer Zeit stammt, als man sich vorstellte, elegant mit dem Auto zum Hbf. anzureisen und dort an dieser überdachten Vorfahrt auszusteigen. Städtebaulich und funktional hat das Vordach in der Tat schon lange ausgedient.

  • Interessant welche (zuvor unsichtbaren) Teile des Vorgängerbaus da zum Vorschein kommen. Scheinbar war da noch einiges erhalten...
    Aber das wird jetzt wohl alles dem Abrissbagger weichen.

  • Ich halte es für einen grossen Fehler und bedauere es sehr, dass der Muenchener Hauptbahnhof abgerissen wurde. Eine Sanierung waere die bessere Loesung gewesen. Das Originalgebaeude hat eine grosse Qualitaet auch wenn es nach jahrelanger Verwahrlosung kaum mehr zu erkennen war, ein Juwel, der mitunter oft verachteten 50ger Jahre Architektur.
    Wenn man sich die Originalentwuerfe ansieht, kann man das erkennen.
    Eine Grundsanierung haette es wieder zum Vorschein gebracht.
    Abgesehen davon verkoerperte dieser Hauptbahnhof einzigartig fuer ein oder zwei Generationen - auch fuer mich - die Nachkriegszeit von Muenchen und war Identifikation einer vielleicht schwierigen und doch unglaublich dynamischen Zeit. Leider wurde bewusst oder unbewusst das Gebaeude und die Umgebung viel zu lange der Verwahrlosung preisgegeben und in einem an dieser Stelle voellig falschen Drang nach Modernisierung, dass Muenchen auch endlich einen geilen Bahnhof bekommt, voellig verkannt, was fuer ein Ensemble hier entstanden ist.
    Moderne seelenlose Bahnhoefe gibt es genug, Muenchen haette bei entsprechender Sanierung mit entsprechender Modernisierung oder Abriss von Teilgebaeuden und dem Bau eines entsprechenden Hochhauses etwas eigenes schaffen koennen, das ein wichtiges Stueck Stadtgeschichte widerspiegelt und bewahrt haette.
    Jetzt kommt ein Klotz dahin, der sicherlich todschick aussieht aber dadurch auch Muenchen aermer und glatter macht. Ich halte es fuer einen Verlust.
    Zugegebenermassen ist mir diese Erkenntnis auch erst im Laufe der Zeit gekommen, aber dafuer bin ich jetzt mehr denn je davon ueberzeugt.
    Aber der Drops ist gelutscht.

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    Deine Sicht auf den HBF kann ich zwar nicht teilen aber nachvollziehen. Ich selbst erkenne in dem zusammengewürfelten, für mich sehr nach Büroriegel aussehenden Empfangsgebäude keine erhaltenswerte Architektur. Dabei bin ich absolut ein Fan vieler 50er Jahre Bauten, der HBF - selbst wenn er wieder herausgeputzt wäre - gehört nicht dazu.


    Wie auch immer: Die Empfangshalle musste für den Bau der 2. Stammstrecke ohnehin abgerissen werden, da an ihrer Stelle nun das Zugangsbauwerk zum künftigen S-Bahnhof gebaut wird.
    Soweit ich die Presse verfolgt habe, war ein Abriss dafür die einzige sinnvolle Lösung.


    Was aber natürlich bleibt, ist die Gleishalle, dort dürfen die 50er Jahre weiterleben - vielleicht ein Kompromiss ;).

  • Zum einen denke ich hat es seinen Grund, warum die 50er Jahre Architektur so oft verachtet wird.


    Zum anderen sieht man jetzt gerade beim Abriss, welch geringe Qualität das Gebäude hatte. Nicht umsonst pflügen sich die Bagger da so schnell durch. Da ist kaum Bausubstanz dahinter.
    Ich glaube die provisorische weiße Wand, die den Rest des Bahnhofs abtrennt hat mehr Qualität als der bisher zusammengeschobene Schutt je hatte.

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    Das wäre mir neu, dass 50er Jahre Architektur oft „verachtet“ wird.


    Dass da kaum Bausubstanz vorhanden war, liegt wohl auch daran, dass es einfach nur eine Halle war.