Mercedes-Benz-Arena | Mediaspree (in Nutzung)

  • Multifunktions-Arena "O₂World" [realisiert]

    Boomtown bis zum Oberbaum
    Universal, MTV und Verdi: Nirgendwo verändert sich Berlin so wie am Spreeufer in Friedrichshain-Kreuzberg. Nun kommt die Anschutz-Halle


    Von Christian van Lessen


    und Till Schröder


    Der Musiksender MTV wird Nachbar von Universal-Music, Warner-Music könnte folgen, diverse Dienstleistungszentren oder Stadtquartiere wie das Postareal am Ostbahnhof oder die Verdi-Zentrale sind bereits im Bau oder geplant: Nirgendwo sonst in Berlin tut sich derzeit auf engem Raum so viel wie zwischen Michaelbrücke und Oberbaumbrücke beiderseits der Spree. Nun ist auch der Bau der Mehrzweckhalle von US–Investors Philip Anschutz beschlossen. Der erste Spatenstich soll Anfang 2004 sein, die Eröffnung ist 2007 geplant. Die Halle kann dem Quartier den letzten großen Entwicklungsschub geben.




    Als die Anschutz Entertainment Group (AEG), der viele Sportmannschaften gehören (darunter die Berliner Eisbären), vor gut drei Jahren zum ersten Mal das Projekt vorstellte, stieß sie in Berlin auf große Skepsis. In der Nähe des Ostbahnhofs, auf Lager- und Brachflächen sollte eine große Mehrzweckhalle entstehen, mit einem eigenem Stadtteil rings herum. „Viel zu abgelegen, ein Luftschloss“, sagten Skeptiker in den Behörden. Inzwischen aber hat sich das Image des einstigen Grenzviertels gegenüber der Eastside Gallery gewandelt.


    Die Vorboten eines neuen Medien- und Dienstleistungsviertels namens „media spree“ sind nun zu sehen. Universal Music ging vor Anker und zog etliche kleine Medienfirmen mit in die Umgebung. Nun ist auch das langwierige Genehmigungsverfahren für die Mehrzweckhalle für 16 000 Zuschauer von Philip Anschutz so gut wie abgeschlossen. Die Bewilligung des Bauantrags ist für Franz Schulz, Bezirksstadtrat für Stadtentwicklung und Bauen von Kreuzberg- Friedrichshain nur noch „eine Formsache“. Vor allem Brandschutzfragen verzögerten das Genehmigungsverfahren. Amerikanische Erfahrungswerte und wissenschaftliche Expertisen ermöglichten Ausnahmen vom deutschen Baurecht. Der 150-Millionen-Euro-Bau soll spätestens Mitte 2007 fertig sein.


    Auf 18 Hektar Fläche rund um die Halle will AEG außerdem ein Stadtviertel aus Wohnungen und einem „Entertainment Center“ mit Kinos und insgesamt 280 000 Quadratmeter Verkaufsfläche errichten. Das geplante Quartier wird vermutlich doppelt so groß wie das Daimler-Viertel am Potsdamer Platz. Mit der Fertigstellung des Viertels ist spätestens in 20 Jahren zu rechnen. Für die Baugenehmigung des Stadtquartiers hat Philip Anschutz die wichtigsten Hürden schon genommen. Nach der Änderungen von ein paar Details „soll der Plan noch im Dezember zur zweiten förmlichen Bürgerbefragung ausgehängt werden“, sagt Franz Schulz. Der Baustadtrat rechnet mit dem Abschluss des Genehmigungsverfahrens im März 2004.


    AEG-Vizepräsident Kevin Murphy lobt die gute Zusammenarbeit mit den Behörden, die „ständige Unterstützung von Senator Strieder und Baustadtrat Franz Schulz. Ihre Unterstützung hat uns motiviert, immer weiter zu machen“. So habe man beispielsweise jetzt die Sicherheit, die großen Werbetafeln aufstellen zu dürfen, um die es lange Streit gab. Der US-Investor sucht allerdings noch nach einem Namens-Partner für die künftige Halle. „Dies ist der erste und wichtigste Schritt für die finanzielle Basis der Arena“, sagt Kevin Murphy.


    Das Anschutz-Unternehmen will im Januar beginnen, Platz für die Halle zu schaffen. Die alten Lagergebäude und Gleisanlagen auf dem einstigen Bahnareal nördlich der Mühlenstraße sollen abgerissen werden. Zur Neuordnung des vier Hektar großen Bauareals für die Halle gehören der Bau einer Erschließungsstraße, die vom Rummelsburger Platz zur Halle führt und eine Fußgängerbrücke, die das Areal mit der S-Bahnstation Warschauer Straße verbindet.


    In den Planungen der Bauherren, die rings um das Viertel Projekte hochziehen wollen, sind Halle und Stadtteil schon jetzt ein fester Bestandteil. Die Investoren-Partnerschaft „media spree“, zu der auch die Post, die KapHag, Behala und Hochtief gehören, hat das Anschutz-Projekt in seinen Werbebroschüren groß verzeichnet. Sozusagen als weiteren Anreiz, sich in der Gegend niederzulassen.




    Wat ist denn nu mit dem Hochhaus?

  • nuelle: Das mit dem Hochhaus wüßte ich auch gerne, aber weder bei der Telekom noch bei der Anschutz-Gruppe erhält man Informationen. Ich weiß nicht einmal woher die Info stammt, daß die Telekom den Tower mieten will. Es ist richtig, daß das mal in irgendeiner Berliner Tageszeitung stand, aber es handelte sich dabei auch nur um unbestätigte Angaben.:(
    Heute im Tagesspiegel war ja das ganze Media Spree Bild drin, was vor 2 Monaten schon mal in der MoPo zu sehen war. Nicht zu sehen war dort allerdings der Turm an der Warschauer Straße(weil Schrift davor). Von diesem weiß ich immer noch nicht welcher Entwurf denn nun aktuell ist:
    dieser?
    oder dieser?

  • tja keine ahnung....hauptsache wir bekommen wenigstens da nen paar hochhäuschen..ich denke an diesem standort sind die chancen sowieso besser........

  • Denke auch!

    . . . das die Chancen da besser sind als anderswo. Immerhin muß sich dort weder um Denkmalschutz noch um irgendwelche Anwohner, die um Verschattung ihrer Wohnung fürchten gekümmert werden.
    Das Anschutz-Areal soll ja immerhin ein sog. "Urban-Entertainment-Centre" von der doppelten Größe des Potsdamer Platzes werden. So zumindest die Planung bis 2020 (hoffentlich meinten die nicht bis 2525! pers. Anmerkung).
    Bauchschmerzen bereitet mir allerdings das noch immer kein Namensgeber für die Halle gefunden wurde - auf diesen legt nämlich die AEG größten Wert.:rolleyes:

  • Damit uns die Zeit, bis in Berlin mal was passiert, nicht zu lang wird, sende ich uns noch ein Bildchen von der AEG-Halle.
    Viel Spaß damit.

  • interessantes projekt und die AEG-halle gefällt mir auch relativ gut, aber der städtebau ist wirklich grauenvoll.
    gibt es in der gegend eine hohe zahl an arbeitslosen, sodass das neue "UEC" sich positiv auf den arbeitsmarkt der gegend auswirken würde?
    Kai

  • Original geschrieben von Kaiser
    interessantes projekt und die AEG-halle gefällt mir auch relativ gut, aber der städtebau ist wirklich grauenvoll.
    gibt es in der gegend eine hohe zahl an arbeitslosen, sodass das neue "UEC" sich positiv auf den arbeitsmarkt der gegend auswirken würde?
    Kai


    hallo es geht um berlin........was fragst du da nach arbeitslosen?

  • nuelle: Genau, so isset
    Kaiser: Berlin hat 17,7% Arbeitslose
    Lange Zeit war vom Senat und von Städteplanern die sog. Siemensarena am westlichen Stadtrand favorisiert - zähneknirschend einigte man sich dann auf das weiter voran getriebene Anschutz-Projekt - das macht auch Sinn, weil es U-, S-, Tram(ich hasse dieses Wort), Bus, ja sogar ICE-Anschluß hat. Außerdem ist es in der Mitte Berlins.
    @the Berliner: AEG ist aber in diesem Fall nicht der Sponsor, in Form eines Elektrogeräteherstellers, sondern steht für Anschutz-Entertainment-Group.
    Sehr lustig ist es nicht, daß noch immer kein Namenspatron gefunden wurde (Kosten ca. 20 Mille), weil davon die gesamte Realisierung abhängt.

  • Original geschrieben von TowerCat
    Matte schrieb:;

    Erzähl mir nicht, daß die (zeitweilig fast ausgestorbene) Straßenbahn in Berlin jetzt Tram genannt wird?


    Kaum ist man mal 'ne Weile weg, schon schleichen sich "Bavarismen" ein....:rolleyes:


    ich dachte die heißt schon immer tram?!

  • Das stimmt - und das dies eine schlechte Investition war, lehrt uns jetzt die BVG höchstpersönlich. Die Linie 24 wird nämlich künftig nicht mehr bis zum Virchow-Klinikum fahren, sondern nur noch im ehem. Ostgebiet.
    Ich mache keinen Hehl daraus, daß ich die Tram (und nicht nur den Namen) hasse. Die Akzeptanz der Bevölkerung zeigt auch, daß das kein subjektives Empfinden ist. Eine Tram kann niemals eine Alternative zu einer Metro sein! Sie ist auch zu unflexibel. Fast täglich ist die Berliner Tram in einen Unfall mit einem PKW verwickelt und sehr oft reißen die Auslader der LKW's die Oberleitung ab - und dann ist Stillstand, ein Bus könnte eine Ausweichroute fahren, aber die Tram . . .
    Eines muß ich aber doch der Tram zu Gute halten - nämlich der Name Tram kommt nicht aus dem bayerischen oder gar östereichischen - da hätte ich auch drauf gewettet - sondern aus dem anglophonen Sprachgebrauch!! Deshalb heißt es auch nicht Tram, sondern korrekterweise "Träm".
    In London scheinen ja genau solche Pappnasen wie in der Berliner Politik zu sitzen, dort hat man sich ja auch eine Tram gebaut (als Pre-Metro sozusagen), die die südlichen Trabantenstädte Croydon und Sutton verbindet. Dort fährt dieses Verkehrsmittel als "Tram-Link". Cool oder?
    :freude:

  • Original geschrieben von Matte
    AEG ist aber in diesem Fall nicht der Sponsor, in Form eines Elektrogeräteherstellers, sondern steht für Anschutz-Entertainment-Group.
    Sehr lustig ist es nicht, daß noch immer kein Namenspatron gefunden wurde (Kosten ca. 20 Mille), weil davon die gesamte Realisierung abhängt.


    Den Elektrogerätehersteller als Sponsor fände ich schon aufgrund der historischen Bedeutung für Berlin besser.

  • Original geschrieben von derhund
    nuelle
    ja, heißt sie auch schon immer. (vielleicht um konfusion mit der s[traßen]bahn zu vermeinden?!)


    und sie fährt übrigens auch nur im osten der stadt.


    .....und das ist auch gut so......:)

  • Ich hatte Euch ja letztens schon mein ungutes Gefühl angedeutet, was die AEG-Halle anbelangt. Ich sollte wohl leider recht behalten. Lest hier: Sponsor gesucht: Anschutz-Arena im Zeitverzug
    Ursprünglich im Zusammenhang mit der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 geplant, wird die Anschutz-Arena am Ostbahnhof wohl frühestens 2007 fertig sein. Investor Anschutz Entertainment Group sucht derzeit noch einen finanzstarken Namensgeber für die Mehrzweckhalle. Wie ein Mitarbeiter des US-amerikanischen Unternehmens gestern bestätigte, sind die Verhandlungen über die Namensrechte noch nicht abgeschlossen. Die Finanzierung der Halle hänge nicht zuletzt auch am Verkauf der Namensrechte.


    "Das Zeitfenster wird immer enger", hieß es gestern. Termin für den ersten Spatenstich werde deshalb wahrscheinlich erst 2005 und nicht wie ursprünglich geplant 2004 sein. Im nächsten Jahr beginnen die Abrissarbeiten auf dem Gelände für das 150-Millionen-Euro-Projekt. Planungsrechtlich ist die 16 000-Besucher-Arena auf dem Gelände des ehemaligen Ostgüterbahnhofs in Spreenähe jedoch laut Gesetzesverordnungsblatt seit 11. Oktober in trockenen Tüchern.


    "Die Halle ist planungsrechtlich sicher" bestätigt auch der Friedrichshain-Kreuzberger Baustadtrat Franz Schulz (Grüne). Schulz sieht die Realisierung der Anschutz-Arena "als ganz wesentlichen Motor für die Entwicklung des gesamten Spreeraum-Gebietes". Anschutz-Vertreter Kevin Murphy wollte sich gestern nicht zu den Plänen einer zweiten Mehrzweckhalle am Sachsendamm äußern, da ihm davon noch nichts bekannt sei.


    Dafür baut uns ja dann vielleicht ein anderer Investor, der noch unbekannt bleiben will eine Halle in Schöneberg auf der ehem. Radrennbahn.


    Auch die Siemens-Arena ist noch nicht vom Tisch. Zur Zeit wird mit drei Investoren verhandelt, so Siemens-Sprecher Prokosch.:mad:


    Wenn die Ostbahnhof-Halle nicht kommt, dann entwickelt sich auch das gesamte Viertel nicht!! Also drückt die Daumen, daß der Namensgeber gefunden wird.


  • Das Problem ist bloß, daß diese ganzen Provinzler ja der Meinung sind, daß Berlin nur eine solche Halle verkraftet!
    Natürlich sagen die das nur, um ihre völlig am Bedarf der heutigen Zeit vorbei geplanten (weil viel zu klein) Hallen (Velodrom und Max Schmeling) rechtfertigen zu können.
    Das hört sich immer so hoch wissenschaftlich an - Untersuchungen von unabhängigen bla di blub . . . haben ergeben, daß bla bla, . . . Berlin nur eine . . .
    So ein Blödsinn, wie will man denn Aussagekräftige Vergleiche haben, wenn es gar keine deutsche Stadt mit zwei Hallen dieser Größenordnung gibt?? Und selbst wenn - wir wissen ja, Berlin ist zum Glück anders als der Rest des Landes (abgesehen davon, daß Berlin doppelt so viel Einwohner hat wie die nächst größere Stadt) - hier sind Dinge möglich, die woanders undenkbar wären und/aber leider auch umgekehrt . . . so muß man die Möglichkeit in Betracht ziehen, daß das Projekt keinen Namenspatron bekommt. Und dann??:mad: