Architektur-Streifzug: Vom Glückstein-Quartier bis zu Baudenkmälern und Kirchen

  • Da ich regelmäßig in Mannheim und Umgebung unterwegs bin, nutze ich die Gelegenheit stets für fotografische Streifzüge. Die Architektur der Stadt bietet dabei vielfältige Motive. Von den historischen Quadraten über die moderne Hochhausbebauung am Hauptbahnhof und im Glücksteinquartier bis hin zu den wunderbaren barocken Baudenkmälern. Los geht's!


    Zum Einstieg eine KI-generierte und kolorierte Rekonstruktion einer frühen Fotografie, die einen Eindruck vom Mannheimer Bahnhofsvorplatz Mitte der 1920er-Jahre vermittelt. Die historische Kuppel des Empfangsgebäudes wurde zwischen 1927 und 1929 entfernt:


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    Das historische Bild zeigt sehr deutlich, wie klar und repräsentativ der Bahnhofsvorplatz früher räumlich gefasst war. Durch die schweren Kriegszerstörungen ging ein großer Teil dieser Geschlossenheit verloren; auch der Hauptbahnhof wurde in den 1950er-Jahren nur stark vereinfacht wiederaufgebaut. In den folgenden Jahrzehnten prägten Nachkriegsbauten und vor allem der Verkehr den Platz.

    Bei der späteren Neuordnung entschied man sich weitgehend gegen Rekonstruktionen und für moderne Ergänzungen. Der Hauptbahnhof wurde bis 2001 hinter den denkmalgeschützten Fassaden nahezu vollständig neu aufgebaut. Auf dem ehemaligen Postareal entstand schließlich das Kepler-Quartier mit dem Hilton Garden Inn, dessen Natursteinfassade vier historische Portale des früheren Postgebäudes aufnimmt. So blieb zumindest ein markanter Teil der alten Platzbebauung erhalten.

    Heute zeigt sich der Bahnhofsvorplatz wieder erstaunlich klar gerahmt und räumlich gut gefasst. Der Hauptbahnhof, die Neubauten des Kepler-Quartiers und mehrere Hochhäuser von ungefähr 50 Metern Höhe bilden inzwischen einen markanten Platzraum, ohne dass der historische Bahnhof völlig in den Hintergrund gerät. Unruhig bleibt allerdings der Verkehr: Straßenbahnen, Haltestelleninseln und Oberleitungen legen sich als dichtes Netz über den Platz und lassen die Situation bisweilen recht chaotisch erscheinen. Aber genau diese Betriebsamkeit gehört auch zu seinem Charakter. Der Bahnhofsvorplatz ist kein stiller Stadtplatz, sondern ein ausgesprochen urbaner Verkehrsknoten.


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    Mehr zum Hilton Garden Inn Hochhaus hier bei den Architekten Schmucker und Partner


    Bevor es über die Heinrich-von-Stephan-Straße und die Reichskanzler-Müller-Straße zum Kleinfeldsteg geht, noch ein kurzer Blick auf die Entwicklung rund um den Hauptbahnhof.

    Auf der Innenstadtseite verlief die Neuordnung schrittweise. Zwischen 1999 und 2001 wurde das Empfangsgebäude hinter der erhaltenen historischen Fassade weitgehend neu aufgebaut. Später folgten weitere Neubauten und Verdichtungen entlang des Willy-Brandt-Platzes und der angrenzenden Schwetzingerstadt. Den bislang größten Eingriff bildet das östlich des Bahnhofs gelegene Postquadrat. Nach der Insolvenz des Projektentwicklers im Jahr 2021 kam das Vorhaben für mehrere Jahre zum Stillstand; seit 2026 wird an der Fertigstellung gearbeitet.

    Parallel dazu wurde der Willy-Brandt-Platz selbst grundlegend neu geordnet. Die Arbeiten erfolgten in drei Bauabschnitten von Mai 2021 bis Juli 2025. Neue Grüninseln, hellere Beläge, zusätzliche Sitzmöglichkeiten sowie eine Neuordnung von Buswendeschleife und Taxistand sollten aus dem reinen Verkehrsknoten wieder ein angemessenes Entrée zur Stadt machen.

    Auf der anderen Seite der Gleise liegt der Lindenhof, einer der beliebtesten und schönsten Mannheimer Stadtteile. Direkt am Hauptbahnhof entstand auf früheren Bahn- und Gewerbeflächen das zunächst als "Mannheim 21“ bezeichnete Glückstein-Quartier. Den Anfang machte der von Albert Speer & Partner entworfene Victoria-Turm: Baubeginn war am 20. Oktober 1999, 2001 wurde das 97 Meter hohe Bürohochhaus eröffnet. Damit stand die erste Landmarke bereits, lange bevor sich das übrige Quartier geschlossen hatte.


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    Diese Aufnahme wurde zwar noch von der Innenstadtseite aus aufgenommen, zeigt aber bereits ein Gebäude südlich der Gleise: das LOKSITE im Glückstein-Quartier. Der 54 Meter hohe Bürokomplex mit seiner fast schwarzen Rasterfassade wurde 2024 fertiggestellt und stammt vom Kölner Büro Lepel & Lepel. Der Hochpunkt erhebt sich über einem lang gestreckten, sechsgeschossigen Sockel und bildet am östlichen Ende des Quartiers einen kräftigen, wenn auch etwas zu niedrigen Gegenpol zum Victoria-Turm.

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    Rechts, zuweilen aber auch mittig das bekannte Mannheimer Schloss (sichtbar ist hier nur der große Mittelbau), welches der zweitgrößte Barockschlosskomplex Europas nach Schloss Versailles ist.

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    Das Glückstein-Quartier wird heute von einer Reihe Hochpunkte geprägt. Den Anfang machte 2001 der von AS+P entworfene Victoria-Turm mit knapp 100 Metern. Später folgten das rund 53 Meter hohe No. 1 von Rübsamen Partner, das ebenfalls etwa 53 Meter hohe Quartier Hoch 4 von Sacker Architekten, das 56 Meter hohe Technische Rathaus von schneider+schumacher sowie das 54 Meter hohe LOKSITE von Lepel & Lepel.

    Eine ausgeprägte Höhenstaffelung war offenbar leider nicht vorgesehen. Der städtebauliche Rahmenplan setzte entlang der Gleise auf kompakte Blockstrukturen, die in regelmäßigen Abständen durch Hochpunkte akzentuiert werden; deren Höhen waren weitgehend durch die jeweiligen Bebauungspläne vorgegeben. Die jüngeren Türme bilden deshalb eine ziemlich einheitliche Kante zwischen etwa 53 und 56 Metern, während der Victoria-Turm als einzelne, weithin sichtbare Landmarke darübersteht.

    Städtebaulich ist diese klare Ordnung für mich teilweise nachvollziehbar. Eine stärkere Staffelung, etwa zwischen 45 und 70 Metern, hätte der Skyline aus meiner Sicht allerdings mehr Spannung gegeben. So wirkt die Hochhausreihe streckenweise, als sei sie auf einer gemeinsamen Höhe abgeschnitten worden.


    Auf der Rückseite des Hauptbahnhofs zeigt sich das Glückstein-Quartier wesentlich vielfältiger, als es die Hochhausansichten vom Gleisfeld zunächst vermuten lassen. Entlang der Glücksteinallee wechseln große Bürogebäude mit Wohnbauten, begrünten Freiflächen und den erhaltenen Resten der früheren Bahnnutzung. Mehrere Tausend Menschen arbeiten inzwischen im Quartier, zugleich entstanden rund um den Hanns-Glückstein-Park neue Wohnungen und deutlich ruhigere Bereiche.


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    Gegenüber wurden 5 Wohngebäude errichtet, nämlich die fünf Glückstein-V-Stadthäuser von blocher partners. Diese empfinde ich als besonders gut gelungen. Die fünfgeschossigen, unregelmäßig polygonalen Gebäude umfassen insgesamt 100 Wohnungen und bilden bewusst keine harte geschlossene Kante, sondern vermitteln zwischen dem Park und dem denkmalgeschützten Lokschuppen-Ensemble. Die warmen Klinkerfassaden, Loggien und unterschiedlich geschnittenen Baukörper geben dem Quartier genau jene Wohnlichkeit, die vielen neueren Bürovierteln fehlt.


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    Anmerkung: Rauchende Person auf dem Balkon ist KI generiert.


    Das sanierte Lokschuppen-Ensemble setzt einen wichtigen historischen Gegenakzent zu den Neubauten. Mit Gastronomie (Hans im Glück), Innenhöfen und den alten Sandsteinfassaden blieb zumindest ein Teil der früheren Identität des Areals erhalten. Ohne diese Bauten wäre das Glückstein-Quartier zweifellos sauber und hochwertig, aber auch austauschbarer. Der Hanns-Glückstein-Park verbindet die Neubauten mit dem bestehenden Lindenhof und hält zugleich den Blick auf das Lokschuppen-Ensemble frei.


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    Über den Conradplatz und die Rennershofstraße führt der Weg schließlich zum neu gestalteten Lindenhofplatz, direkt am Victoria Hochhaus. Er bildet die direkte Verbindung zwischen Hauptbahnhof, Glückstein-Quartier, dem älteren Lindenhof und dem Weg Richtung Rhein. Mit seinen großformatigen Pflasterflächen, Sitzgelegenheiten und dem Wasserfontänenfeld ist hier ein großzügiger (wenn auch etwas zu versiegelter) südlicher Bahnhofsvorplatz entstanden, auch wenn die angrenzende Bebauung noch immer nicht vollständig abgeschlossen ist:


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    Noch ein paar Aufnahmen an der Auffahrt zur Helmut-Schmidt-Brücke in Richtung Glückstein-Quartier, Gleisanlagen und Hauptbahnhof:


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    Zum Abschluss noch etwas Fine Art: Auch dafür eignen sich diese Motive sehr gut.


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    Bilder: © Adama


    Serie wird fortgesetzt...

    Einmal editiert, zuletzt von Adama (29. Juli 2026 um 22:57)

  • Nach der modernen Architektur rund um den Hauptbahnhof führt der Streifzug nun in eine völlig andere Epoche: zur Mannheimer Jesuitenkirche St. Ignatius und Franz Xaver. Für mich gehört sie mit zu den schönsten Barockkirchen Süddeutschlands. Sie ist aber weit mehr als nur ein prachtvoller Sakralbau, denn als ehemalige Hofkirche der Kurfürsten zählt sie zu den bedeutendsten Bauwerken der einstigen kurpfälzischen Residenz. Nach Plänen von Alessandro Galli da Bibiena ab 1733 errichtet und 1760 vollendet, beeindruckt sie bis heute durch ihre mächtige Doppelturmfassade und ihre fast theatralische Wirkung.

    Schon von außen ist die Kirche ein Erlebnis. Fotografisch macht sie es einem allerdings nicht leicht: Die dichte Bebauung, der hohe Baumbestand und die wenigen geeigneten Standpunkte erschweren eine ausgewogene Gesamtansicht erheblich. Auch das Licht wechselte an diesem Tag ständig zwischen hartem Gegenlicht, tiefen Schatten und vorbeiziehenden Wolken. Zunächst also einige Außenaufnahmen, bevor es in den noch überwältigenderen Innenraum geht.


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    Bild links: Beim Blick durch die enge Straßenflucht erscheint die Kirche beinahe unvermittelt zwischen der umgebenden Bebauung. Gerade diese dichte Einbindung verstärkt ihre monumentale Wirkung.

    Bild rechts: Eine weitere Annäherung aus dem Stadtteil: Über den niedrigeren Häusern erhebt sich die reich gegliederte Doppelturmfassade, während Fahrräder, Autos und Grünflächen, den heutigen, teilweise visuell chaotischen, städtischen Alltag zeigen.

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    Vom Schillerplatz aus lässt sich der gesamte Baukörper besonders gut erfassen. Zwischen den hohen Bäumen werden neben der Hauptfassade auch die große Kuppel und die ungewöhnlich komplexe Dachlandschaft sichtbar.

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    Bild links: Die steile Nahansicht betont die enorme Höhe und Plastizität der Fassade und verleiht der Kirche dabei eine besondere Dramatik

    Bild rechts: Zum Schluss ein genauerer Blick auf die barocke Schaufassade. Figuren, kräftige Gesimse, Säulen und der rötliche Sandstein zeigen, wie reich und fast bühnenhaft der Bau gestaltet wurde.

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    Bevor wir die Jesuitenkirche betreten, lohnt sich ein kurzer Blick auf eine Kunstform, die den Barock wesentlich prägte: die Scheinarchitektur, eine Form des Trompe-l’œil, also der bewussten Täuschung des Auges. Sie kam sowohl im Inneren von Kirchen und Schlössern als auch an deren Fassaden zum Einsatz. Gemalte Säulen, Gesimse, Steinquader, Nischen, Figuren und Marmorflächen täuschen plastische Bauteile oder kostbare Materialien vor. Das war keineswegs nur eine Sparmaßnahme. Malerei, Stuck, Skulptur und echte Architektur sollten vielmehr so ineinandergreifen, dass Räume und Fassaden größer, reicher und bewegter erscheinen, als sie tatsächlich sind.

    Auch in der Mannheimer Jesuitenkirche begegnet uns diese barocke Lust an der Illusion, man könnte auch sagen Freude an der Täuschung. Stuckmarmor, Vergoldungen, Malerei und reale Architektur sind teilweise kaum voneinander zu unterscheiden. Ursprünglich muss dieser Eindruck noch überwältigender gewesen sein, denn die großen Fresken von Egid Quirin Asam bezogen Langhaus und Kuppel in eine scheinbar grenzenlose Himmelsarchitektur ein. Sie wurden im Zweiten Weltkrieg zerstört und später nicht rekonstruiert.

    Um diese Kunstform vor dem Eintritt in den Kirchenraum etwas anschaulicher zu machen, möchte ich zunächst vier Bilder des Schlosses Bruchsal zeigen. Bruchsal gehörte zwar nicht zur Kurpfalz, sondern war Residenz der Fürstbischöfe von Speyer, steht aber für dieselbe barocke Hofkunst im südwestdeutschen Raum. Dort täuschen Fassadenmalereien plastische Steinrahmungen, Ornamente, Figurenfelder und sogar Mauerwerk vor. Vieles, was wie aufwendig gemeißelt oder aus verschiedenfarbigem Stein zusammengesetzt wirkt, wurde tatsächlich nur auf die weitgehend ebene Fassade gemalt.

    Wie weit diese Täuschung reicht, zeigen die beiden Vergleichsbilder eines Ausschnitts der Erdgeschosszone. In der bearbeiteten Version habe ich alle aufgemalten architektonischen und dekorativen Elemente entfernt. Übrig bleibt eine beinahe kahle Wand mit den echten Fenstern und wenigen realen Gliederungen. Erst im direkten Vergleich erkennt man, welche erstaunliche räumliche Tiefe allein durch Farbe, Licht, Schatten und Perspektive erzeugt wurde.


    Schloss Bruchsal: Die reich wirkende Fassadengliederung besteht zu einem beträchtlichen Teil aus illusionistischer Malerei:


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    Im näheren Blick wird sichtbar, wie geschickt gemalte Architektur, Licht und Schatten plastische Bauteile vortäuschen:

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    Bild links: Originalansicht des Fassadenausschnitts.

    Bild rechts: Aufgemalte Elemente der Parterrefassade entfernt. Übrig bleiben die real ausgeführten Bauteile.


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    Kommen wir nun zum Innenraum dieses barocken Meisterwerks. Schon beim ersten Blick in das Langhaus entfaltet sich eine Grandeur, die man von außen kaum erahnt. Das hohe Mittelschiff, die nur angedeuteten Querhausarme, die mächtige Vierungskuppel und der kurze Chor steigern sich Schritt für Schritt bis zum goldglänzenden Hochaltar. Weißer Stuck, grüne und rötliche Marmorierungen, große Fensterflächen und reich gesetzte Vergoldungen erzeugen einen ungewöhnlichen, beinahe theatralischen Raum.

    Die Kirche ist als Wandpfeilerbasilika angelegt. Das Langhaus führt direkt zur Vierung unter der Tambourkuppel und weiter in den halbrund geschlossenen Chor. Trotz der schweren Kriegsverluste, vor allem der zerstörten Fresken Egid Quirin Asams, ist die Wirkung noch immer überwältigend. Der rekonstruierte Hochaltar gibt dem Raum seinen eigentlichen Zielpunkt zurück.


    Zunächst der klassische Blick vom Eingangsbereich durch das Mittelschiff. Die Bankreihen und der Mittelgang führen direkt zur Vierung, zum dahinterliegenden Chor und schließlich zum Hochaltar. Durch das kurze Langhaus beginnt die räumliche Steigerung sehr früh: Schnell zieht die Kuppel den Blick nach oben, während der goldene Altar den klaren Zielpunkt in der Tiefe bildet.

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    Aus einer der seitlichen Abseiten öffnet sich der Blick durch einen mächtigen Bogen schräg in das Langhaus. Die angeschnittenen Säulen im Vordergrund wirken fast wie ein Bühnenportal. Dahinter folgen die Wandpfeiler, die Vierung und der Chor mit dem Hochaltar:


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    Nun ein weiter Blick aus dem Bereich des angedeuteten Querhauses. Erfasst werden die Vierung, Teile der Kuppel, der Chor und der Hochaltar; links ist zugleich die seitlich aufgestellte Chororgel zu sehen. Aus dieser Perspektive zeigt sich besonders gut, wie Architektur, Stuck, gemalte Marmorierung und Gold zu einer einzigen barocken Inszenierung verschmelzen.

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    Im Mittelpunkt steht nun der knapp 20 Meter hohe Hochaltar. Der nach vorne geöffnete, sechssäulige Aufbau umschließt die Altarmensa monumental. Die Figurengruppe zeigt Ignatius von Loyola, der Franz Xaver zur Mission nach Indien entsendet; darüber erscheint der Heilige Geist in einer goldenen Gloriole aus Engeln, Putten und Strahlen. Der im Krieg zerstörte Hochaltar wurde zwischen 1986 und 1997 rekonstruiert:


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    Das steile Hochformat verbindet den Hochaltar mit der gesamten darüberliegenden Raumfolge. Über dem Altar erhebt sich der halbrund geschlossene Chor mit seinen großen Fenstern, darüber schwebt das goldene IHS-Monogramm. Noch höher folgt die Vierungskuppel. Altar, Chor und Kuppel erscheinen hier fast wie ein einziger vertikaler Aufbau:


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    Folgende Aufnahme folgt der Deckenachse über nahezu den gesamten Kirchenraum. Zu sehen sind das Gewölbe des Langhauses, die runde Vierungskuppel und das Chorgewölbe mit dem IHS-Strahlenkranz. Das Bild macht den architektonischen Aufbau besonders gut nachvollziehbar und zeigt zugleich, wie schnell sich das kurze Langhaus zur Kuppel und zum Chor steigert:

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    Eine bewusst schräge und dynamische Ansicht unterhalb der Vierung. Fenster, Emporen und Gesimse laufen aus verschiedenen Richtungen zusammen, während der Hochaltar am unteren Bildrand auftaucht. Die strenge Ordnung des Grundrisses verwandelt sich aus diesem Blickwinkel in eine beinahe schwebende Raumkulisse:


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    Noch einmal die Vierung, nun aus einem anderen seitlichen Winkel. Das Auge wandert vom Hochaltar über den IHS-Strahlenkranz bis in die Kuppel. Die stark gekippte Perspektive betont weniger die Symmetrie als die Bewegung, die dieser Architektur innewohnt:


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    Hier ist der Übergang von der Vierung in den Chor genauer zu erkennen. Oben erscheint der Tambour (Ein Tambour ist das walzenförmige Bauteil, auf dem eine Kuppel thront. Er funktioniert wie ein architektonischer Kragen oder ein Zwischenring, der die Kuppel weiter in die Höhe hebt) der Kuppel, darunter liegen zwei der erhaltenen Gemälde in den Kuppelzwickeln (Ein Kuppelzwickel ist das dreieckige, gewölbte Verbindungsstück, das den Übergang zwischen einem eckigen Raum und einer runden Kuppel schafft). Der große IHS-Strahlenkranz markiert schließlich das Chorgewölbe und leitet den Blick zum Hochaltar hinunter:

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    Alle Bilder und Texte: © Adama

    Einmal editiert, zuletzt von Adama (30. Juli 2026 um 22:23)

  • Teil 2:


    Historische Kuppelaufnahme, von mir mit KI und meinen eigenen Aufnahmen koloriert. Die historische Aufnahme zeigt die Vierungskuppel noch mit dem Fresko Egid Quirin Asams. Acht Bildfelder erzählten Szenen aus dem Leben und den Wundern des heiligen Ignatius von Loyola. Das dichte Figurenprogramm löste die gebaute Kuppel optisch auf und ließ sie wie einen geöffneten Himmel erscheinen.

    Meine KI-Kolorierung soll diese verlorene Wirkung etwas anschaulicher machen, erhebt aber selbstverständlich keinen Anspruch auf historische Farbtreue oder Perfektion, denn z.B. Gesichter kann eine KI noch schlecht darstellen. Das Kuppelfresko und das große Langhausfresko wurden im Zweiten Weltkrieg leider zerstört. Erhalten blieben lediglich die vier Erdteilallegorien von Philipp Hieronymus Brinckmann in den Zwickeln unterhalb der Kuppel. Der Bildautor des schwarz-weiß Bildes aus dem Jahr 1916 ist unbekannt. Das Bild ist gemeinfrei. Weiterführende Informationen und historische Aufnahmen: https://www.sueddeutscher-barock.ch/In-Werke/h-r/Mannheim.html


    Bild: https://www.fvgffm.de/img2/2026/MA/Jesu_Ma_20_fresko_alt_KI.jpg


    Direkt zum Vergleich folgt die heutige Kuppel aus nahezu zentraler Perspektive. An die Stelle des figurenreichen Freskos trat eine wesentlich ruhigere, radiale Gliederung mit grün marmorierten Feldern. Im Zentrum erscheint heute das Auge Gottes im Dreieck und Strahlenkranz; ursprünglich war dort Gott dargestellt. Die erhaltenen Erdteilallegorien in den vier Zwickeln lassen noch erahnen, wie eng Malerei und Architektur früher miteinander verbunden waren:


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    Ein näherer Blick auf Tambour, Kuppelzwickel und Gurtbogen. Gerade in diesem Ausschnitt wird die Verbindung aus realem Stuck, Vergoldung, gemalten Marmorflächen und figürlicher Malerei deutlich. Vieles wirkt plastisch, obwohl ein erheblicher Teil der farbigen Gliederung lediglich auf die Flächen gemalt wurde:


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    Das folgende Detail zeigt eines der prächtig dekorierten Kapitelle. Blätter, Voluten, Blüten, kleine Figuren und vergoldete Akzente wuchern beinahe über die eigentliche Architektur hinaus. Direkt daneben stehen die grünen und rötlichen Felder der Scheinmarmorierung, wodurch echter Stuck und gemalte Materialillusion kaum noch voneinander zu trennen sind:


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    Die reich verzierte Kanzel besteht aus rötlich marmoriertem Holz und üppig vergoldeten Rokokoformen. Es sind die Initialen des Kurfürsten Carl Theodor abzulesen. Sie gehört allerdings nicht zur ursprünglichen Ausstattung der Jesuitenkirche: Nach der Zerstörung der alten Kanzel wurde dieses Stück aus der ehemaligen Heidelberger Karmeliterkirche hier angebracht. Da Treppe und rückwärtiger Zugang fehlen, hängt sie heute als nicht benutzbares Schaustück am Wandpfeiler. Wieder eine Illusion:


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    Bild links: Der Marienaltar steht im nördlichen Querhausbereich. Sein Altarblatt zeigt die Verkündigung, flankiert von weißen Figuren und dunklen, rötlich marmorierten Säulen. Oberhalb des Altars ziehen sich die Empore, zwei große Fenster und das reich gegliederte Gewölbe empor. Die Querhausaltäre wurden nach den Kriegszerstörungen rekonstruiert.

    Bild rechts: Ein weiterer Seitenaltar in einer der Abseiten. Der Borromäusaltar zeigt im Altarblatt den heiligen Karl Borromäus, der einem Sterbenden die Sakramente reicht. Besonders schön ist hier das Zusammenspiel aus rötlichem Marmor, weißem Stuck, Gold und der darüberliegenden geschwungenen Empore. Dieser Altar gehört zu den vier Kapellenaltären, die nach dem Krieg restauriert werden konnten.


    Bild: https://www.fvgffm.de/img2/2026/MA/Jesu_Ma_18.jpg Bild: https://www.fvgffm.de/img2/2026/MA/Jesu_Ma_19.jpg


    Nun dreht sich die Blickrichtung um. Vom vorderen Teil der Kirche schaut man durch das gesamte Mittelschiff zurück zur Eingangsempore. Die (fast) symmetrisch angeordneten Bankreihen, die seitlichen Abseiten und die hohe Orgel schließen den Raum auch auf dieser Seite eindrucksvoll ab:


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    Die Hauptorgel erhebt sich auf der Eingangsempore. Ihr dunkles Gehäuse mit den beiden mächtigen Pfeifentürmen und dem reich bewegten Mittelteil stammt aus der Barockzeit und überstand auch die schweren Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs. Das heutige Instrument wurde 1965 von Johannes Klais Orgelbau eingebaut und besitzt 56 Register:


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    Der steile Blick von unten steigert die Monumentalität des Orgelprospekts. Die großen Seitentürme ragen weit nach oben, während sich die vergoldeten Schnitzereien deutlich vom dunklen Holz abheben. Das Fenster und das Gewölbe darüber binden die Orgel fest in die Architektur des Langhauses ein:


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    Noch einmal eine vollständige Ansicht durch das Mittelschiff zum Chor, allerdings bei einem anderen Besuch und in einer deutlich kühleren, ruhigeren Lichtstimmung aufgenommen. Dadurch wirken die grünen Marmorierungen stärker, während die Vergoldungen etwas zurücktreten. Zugleich lässt sich die gesamte Raumordnung sehr klar ablesen: Langhaus, erhöhte Abseiten, Vierung, Chor und Hochaltar liegen nahezu vollständig auf einer Achse. Zudem erkennt man, an welcher Stelle sich das große Fresko des Langhauses von Asam befand.


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    Zum Abschluss spannt das Vertorama (sehr schwierige aufwendige Technik) den gesamten Innenraum in einer einzigen, extremen Perspektive auf. Der Blick beginnt am Hochaltar, steigt über Chor und Vierungskuppel hinweg, folgt dem Gewölbe des Mittelschiffs und reicht bis zur Orgel auf der Eingangsempore. Durch die panoramische Projektion wird der rückwärtige Teil des Raumes am oberen Bildrand gedreht wiedergegeben. Gerade diese ungewöhnliche Darstellung vermittelt noch einmal den beinahe schwindelerregenden räumlichen Reichtum und Grandeur der Jesuitenkirche:


    Bild: https://www.fvgffm.de/img2/2026/MA/Jesu_Ma_14_Vertorama.jpg


    Alle Bilder und Texte: © Adama

    Einmal editiert, zuletzt von Adama (30. Juli 2026 um 22:21)

  • Ein kurzer Ausflug auf und in Richtung und der schönen Parkinsel Ludwigshafen:


    Vom Bahnhof Ludwigshafen Mitte ging es über die Yorckstraße hinunter zur Rheinpromenade. Von dort öffnet sich zunächst der Blick über den Rhein zurück nach Mannheim, mit der historischen Silhouette aus Schloss und Kirchtürmen, dem Victoria-Turm, der Konrad-Adenauer-Brücke und dem dahinter auf Mannheimer Seite stehenden Hochhaus „Haus Oberrhein“.

    Anschließend führte der Weg am Ludwigshafener Rheinufer weiter in Richtung der Neubaugebiete Rheinufer Süd und Luitpoldhafen. Dort trifft man auf eine für Ludwigshafen erstaunlich spannende Mischung aus moderner, teilweise fast futuristischer Wohnarchitektur, attraktiven und gediegen gewachsenen Wohnstrukturen im Südosten der Insel, alten Hafenanlagen und viel Wasser. Über die markante Schneckennudelbrücke gelangt man direkt auf die Parkinsel. Mit ihren alten Alleen, dem dichten Baumbestand, kleinen Strandabschnitten und dem grünen Wohngebiet gehören der Stadtpark und die Parkinsel für mich zu den schönsten Stadträumen Ludwigshafens.


    Wieder der Victoria Turm, diesmal von der anderen Rheinseite, eine der markantesten Landmarken der Mannheimer Stadtsilhouette. Bei 97 m Höhe eben immer wieder auffallend.


    Bild: https://www.fvgffm.de/img2/2026/MA2/D85_3460.jpg Bild: https://www.fvgffm.de/img2/2026/MA2/D85_3465.jpg Bild: https://www.fvgffm.de/img2/2026/MA2/D85_3471.jpg


    Die Konrad-Adenauer-Brücke, als eine der beiden großen wichtigen Rheinbrücken verbindet Mannheim und Ludwigshafen und prägt mit ihren weit gespannten Stahlbögen diesen Rheinabschnitt. Hinter der Brücke erscheint mittig das Haus Oberrhein, ganz rechts sind die Türme und die Kuppel der Mannheimer Jesuitenkirche zu erkennen. Das 1959 errichtete Haus Oberrhein gehört mit 50 Metern Höhe zu den älteren Mannheimer Hochhäusern. Statt eines Abrisses wurde das Bürogebäude 2006 umfassend saniert. Heute sitzt dort die Mannheimer Hafenbehörde.

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    Am Luitpoldhafen ändert sich das Bild deutlich. Entlang des ehemaligen Hafenbeckens treffen neue Wohnbauten auf die erhaltene, dunkle Kaimauer, ein reizvoller Kontrast zur hellen Bebauung. "LUIT_PORT“ liegt am Hafenbeckens gegenüber der Parkinsel. Dieses Projekt von Diringer & Scheidel umfasst 62 Wohnungen in einer Stadtvilla, drei Stadthäusern und einem achtgeschossigen Solitär. Der Solitär wurde von Turkali Architekten entworfen und markiert den südlichen Abschluss der rund 1,5 Kilometer langenund sehr gelungenen Rheinpromenade.


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    Die geschwungene Schneckennudelbrücke verbindet das Rheinufer Süd mit der Parkinsel. Ihr Name erklärt sich beim Anblick der spiralförmig geführten Rampen beinahe von selbst:


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    Auf den kommenden Bildern sehen wir auffällige Wohnbauten unmittelbar an der Uferkante des Luitpoldhafens auf der Parkinsel. Dabei handelt es sich um das von Reisch Architekten & Ingenieure geplante Projekt "Uferkante Luitpoldhafen“. Auf acht Baufeldern entstanden insgesamt 16 dreigeschossige Einfamilienhäuser, die jeweils paarweise als sogenannte Twin-Häuser angeordnet sind und Wohnflächen von bis zu rund 250 Quadratmetern bieten. Die massiven Sockel reagieren auf die besondere Hochwasserlage, während große Glasflächen, Terrassen und Balkone den Blick über den stillgelegten Hafen öffnen. Die Architektur ist durchaus eigenwillig, teilweise fast futuristisch, passt für mich aber gerade deshalb. Mir gefallen sie sehr.

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    Ein näherer Blick auf die auffälligsten Wohnbauten. Besonders die schräg gestellten Fensterflächen, tiefen Terrassen und auskragenden Geschosse verleihen ihnen einen ausgesprochen individuellen, beinahe mediterranen Charakter:

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    Der lange Blick durch das Hafenbecken zeigt die beiden sehr unterschiedlichen Uferseiten: links die neuen Wohnbauten mit ihren privaten Anlegern, rechts die alte Kaimauer und die stärker verdichtete Bebauung des Rheinufer Süd:

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    2 Bilder vom wirklich beeindruckenden Baumbestand auf der Parkinsel:


    Bild: https://www.fvgffm.de/img2/2026/MA2/parki01.jpg Bild: https://www.fvgffm.de/img2/2026/MA2/parki02.jpg


    Auf dem Rückweg kamen wir noch an einem Projekt vorbei, bei dem ich sofort vermutete, wer dahintersteckt. Leider blieb kaum Zeit, deshalb entstanden nur einige Aufnahmen im Vorbeigehen. Stefan Forster Architekten, ein uns bereits bekanntes und von mir sehr geschätztes Büro mit einem ausgesprochen guten Team, hat auch hier deutlich seine Spuren hinterlassen. Und zwar sehr positiv. Das sogenannte Ludwigs-Quartier trägt klar die Handschrift des Büros. Momentan nur zu Hälfte fertiggestellt, der gesamte westliche Block fehlt noch.

    Bild: https://www.fvgffm.de/img2/2026/MA2/D85_3533.jpg Bild: https://www.fvgffm.de/img2/2026/MA2/D85_3538.jpg Bild: https://www.fvgffm.de/img2/2026/MA2/D85_3540.jpg


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    Bild links zeigt das Projekt --> PDF Download startet bei Klick<-- "Heimatufer", in diesem Fall aber das Teilprojekt "BEAUFORT BY
    HEIMATUFER"
    an seiner zur Rheinallee gelegenen Seite. Die markanten Terrassen befinden sich auf der zum Rhein orientierten Seite. Insgesamt ein gelungenes und erfreulich farbenfrohes Projekt.

    Bild rechts: Die Ostseite der ehemaligen Walzmühle, deren frühere Industrieanlagen eines historischen Mühlenwerks zu einem Einkaufszentrum, nebst Parkhaus umgebaut wurden. Die Kombination aus Backstein, großen Glasflächen und horizontalen Metallbändern lässt den industriellen Ursprung noch gut erkennen. Dahinter erhebt sich das deutlich weniger einladende "Yorckhaus", ein 1974 errichtetes Wohnhochhaus mit 23 Etagen, 77 m Höhe und 233 Wohnungen. Seine gealterte Fassade und die schwere, streng gegliederte Kubatur bilden einen harten Kontrast zur umgebauten Walzmühle.

    Bild: https://www.fvgffm.de/img2/2026/MA2/D85_3546.jpg Bild: https://www.fvgffm.de/img2/2026/MA2/D85_3547.jpg


    Abschließend der Blick aus der Yorckstraße auf den Victoria-Turm in Mannheim. Immer wieder neue und interessante Perspektiven:


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    Bilder: © Adama

  • Weiter ging es zum Friedrichsplatz mit dem berühmten Mannheimer Wasserturm. Das 1889 vollendete Wahrzeichen wurde nach Plänen des Stuttgarter Architekten Gustav Halmhuber errichtet. Mit 60 Metern Höhe, 19 Metern Durchmesser und einem Fassungsvermögen von 2.000 Kubikmetern war der Turm einst ein zentraler Bestandteil der städtischen Wasserversorgung; bis zum Jahr 2000 blieb er als Reservehochbehälter in Betrieb. Gekrönt wird der monumentale Bau von der Figur der Amphitrite, der Gattin des Meeresgottes Poseidon. Seine eigentliche Wirkung entfaltet der Wasserturm allerdings erst zusammen mit dem Friedrichsplatz. Die streng symmetrische Anlage mit Wasserbecken, Pergolen, Terrassen und den flankierenden Arkadenbauten entstand im Wesentlichen nach Plänen von Bruno Schmitz und bildet bis heute einen der eindrucksvollsten Stadträume Mannheims.

    Zunächst die klassische Frontalansicht des Wasserturms mit der vorgelagerten Brunnenanlage. Der mächtige Turmkörper, die geschwungenen Freitreppen und die Wasserspiele bilden hier eine nahezu vollständig symmetrische Komposition.

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    Aus unmittelbarer Nähe zeigt sich die enorme Massivität des Bauwerks. Besonders eindrucksvoll sind das Sockelgeschoss, das aufwendig gestaltete Eingangsportal und der plastische Schmuck, der sich bis zum oberen Turmabschluss fortsetzt.

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    Eine etwas ruhigere Seitenansicht aus der Grünanlage heraus. Der Wasserturm steht hier weniger isoliert, sondern wird als Teil des weitläufigen Friedrichsplatzes mit seinen alten Bäumen, Rasenflächen und Brunnenanlagen wahrnehmbar:

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    Vom Wasserturm aus fällt der Blick über die Brunnenanlage in Richtung der Planken. Die zentrale Achse führt beinahe schnurgerade in die Mannheimer Innenstadt und macht deutlich, wie präzise der Friedrichsplatz in die Quadratestadt eingebunden ist:

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    In der entgegengesetzten Richtung öffnet sich der Platz zur Augustaanlage. Die symmetrischen Arkadenbauten rahmen die Blickachse, während die gestaffelten Becken, Pergolen und Gartenflächen den Höhenunterschied innerhalb des Friedrichsplatzes aufnehmen. Herrlich komponiert:


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    Noch einmal der Blick in Richtung Augustaanlage, diesmal als sehr breites Panorama. Bei diesem Bild musste bzw. wollte ich in der Bearbeitung behutsam KI einsetzen: Das vordere Becken war bei meinem Besuch vollständig leer, auch die dortigen Wasserspiele waren deaktiviert. Um die eigentlich vorgesehene Wirkung der Gesamtanlage wieder sichtbar zu machen, habe ich den regulären Wasserzustand unter zu Hilfenahme von KI wiederhergestellt. Der bauliche Bestand und die Architektur selbst wurden dabei nicht verändert, in der Realität sieht das Wasserbecken leicht anders aus, das nur als Information:


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    Auf der Nordseite des Friedrichsplatzes steht der Rosengarten. Die ehemalige städtische Festhalle wurde zwischen 1900 und 1903 nach Entwürfen von Bruno Schmitz errichtet und gehört mit ihrer monumentalen Sandsteinfassade, den großen Rundbogenfenstern und dem markanten grün glasierten Dach zu den wichtigsten Jugendstilbauten Mannheims. Im Zweiten Weltkrieg schwer beschädigt, wurde zumindest der historische Vorderbau äußerlich wiederhergestellt; spätere Ergänzungen machten aus dem früheren Festhaus das heutige Kongresszentrum.

    Zunächst ein Blick aus der Grünanlage des Friedrichsplatzes. Zwischen Bäumen und historischen Leuchten erscheint der Rosengarten fast beiläufig, seine enorme Baumasse bleibt durch den dichten Bewuchs zunächst nur teilweise sichtbar:


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    Von der gegenüberliegenden Seite auf dem engen Vorplatz zeigt sich die Schaufassade bereits nahezu vollständig. Der breite Mittelbau mit seinen fünf hohen Rundbogenfenstern wird von zwei seitlichen Pavillons eingefasst und bildet einen monumentalen Gegenpol zur übrigen Platzanlage. (Es handelt sich um ein Panorama, das nur mit erheblichem Aufwand aus mehreren Einzelaufnahmen zusammengesetzt werden konnte. Die beengte Aufnahmesituation und die unmittelbare Nähe zur stark befahrenen Straße machten eine unverzerrte Gesamtansicht ausgesprochen schwierig. Daher ist diese natürlich nicht ganz unverzerrt, vermittelt aber einen schönen Eindruck des imposanten Bauwerks direkt vom Vorplatz aufgenommen):


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    Eine nähere Ansicht des Mittelteils. Hier treten die kräftige Gliederung aus rotem Sandstein, die Säulenreihe vor den Eingängen und der reiche figürliche Bauschmuck besonders deutlich hervor. Jugendstil par excellence:


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    Zum Abschluss die gesamte Fassade in einer streng frontalen Ansicht (für dieses Panorama musste ich ebenfalls teilweise auf KI-gestützte Bildbearbeitung zurückgreifen. Direkt vor dem Rosengarten liegt kein ausreichend großer Platz, sondern eine stark befahrene Straße (diese wollte ich nicht im Bild haben); selbst mit einem Weitwinkel lässt sich die vollständige Fassade von dort nicht ohne deutliche Verzerrungen erfassen. Die Ansicht wurde deshalb aus mehreren Aufnahmen zusammengesetzt. Um den Eindruck eines freien Vorplatzes, statt der viel befahrenen Straße zu erzeugen, habe ich störende Elemente vorsichtig entfernt wie z.B. zwei hohe, störende Beleuchtungsmasten und die Rasenfläche im Vordergrund mithilfe von KI ergänzt). Das Gebäude selbst blieb unverändert. Durch die realen Personen kann man die Ausmaße gut erahnen:


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    Bilder: © Adama