Anna-Lindh-Haus am Europaplatz

  • Ist kalte, abweisende Architektur an dieser Stelle vielleicht gewollt? In nahezu jeder deutschen (bzw. europäischen) Großstadt ist das Bahnhofsumfeld Schwerpunkt für Kleinkriminalität u.a. Diebstahl, Drogenkonsum und -handel. Ein allzu einladendes Stadtquartier hätte möglicherweise zur Folge, dass sich hier ein neuer Kriminalitätshotspot etabliert, was Investoren natürlich vermeiden wollen.

  • Diese krass (!) technokratisch anmutende graue Gegend kann wirklich nur durch sehr viel (gepflegtes und gezäuntes) Grün aufgewertet und lebendig werden. Diese Art von Architektur funktioniert nur im Zusammenspiel mit besonderer Botanik – ich kenne kein einziges Beispiel, wo das bei derart einfachen Formen, Fassaden und Höhenunterschieden ohne besondere Bepflanzung funktioniert.

    Gute Beispiele dafür sind Los Angeles oder Miami – da wirkt die manchmal blasse und einfache Architektur tatsächlich oft sogar richtig cool und einladend, weil sie eben mit Palmen und viel Rasenfläche konturiert wird. Palmen werden es hier wohl nicht, aber schöne zum Klima passende Bäume wären angebracht.

    Das sollte sich bis zum Hafen neben dem Hbf ziehen, da ist auch noch einiges an Potential rauszuholen.

    Ich habe das Gefühl, man ist in Berlin zurückhaltend mit neuer Bepflanzung, weil sich die Stadt scheinbar nicht genügend Personal für die Pflege dieser Grünflächen leisten kann. Es sieht oft so verwahrlost und unordentlich aus – super schade, da Berlin per se ja schon sehr grün ist und das einfach ein schöneres Stadtbild ergeben würde.

  • Dekoratives Anführungszeichen

    Ich habe auch schon öfters den von dir, alexsb73 , erwähnte "Renderbeschiss" kritisiert, aber ein Fall für den Gesetzgeber ist das natürlich nicht. "Betrogen" werden ja nicht wir, sondern höchstens der Investor..

    Das sehe ich etwas anders. Stadtentwicklung betrifft die Allgemeinheit genauso wie Politik. ABER auf Basis der Renderentwürfe sind häufig Diskussionsgrundlage in den relevanten öffentlichen Gremien wie Senat oder auch in der Kommune. Das ist Irreführung und würde ich "bestrafen" - denn zum Teil sind die Abweichungen so erheblich das es sich nicht mehr mit dem vorhandenen Stadtraum vereinen lässt oder noch frecher - die in weiten Teilen abweichende Flächnutzung etc...Nein der Investor ist häufig derjenige der am Ende sagt, wenn wir die Geschossfläche nicht mit Luxuswohnungen bauen, lohnt es sich nicht mehr für uns....ja und der Effekt ist brutal für Städte, 20% Wohnraumverlust durch leer stehende Wohnungen oder teure AirBnB Angebote etc.

  • An Einfallslosigkeit mal wieder kaum zu übertreffen. Grau in verschiedenen Nuancen, Rasterfassaden ohne Gliederung, wo auch so ein Knick keinen unterschied macht. Winkel vor Kurve. Außen Billy-Regale aus Spanplatten. Drinnen (zumindest lt. Rendering) Holz, Steinböden, Rundungen. Wieso immer so ein Gefälle?

    Es gibt einen Grund, wieso die Renderings solche Gebäude im Dunkeln/in der Dämmerung mit Beleuchtung zeigen. So verschleiert man, dass diese Fassaden tagsüber im Grunde schwarze Wände sind.

  • Hier neue Eindrücke des Büroneubaus.

    Die gläserne Fassade an den Regelgeschossen ist nahezu vollständig montiert, und der Rohbau des doppelstöckigen Staffelgeschosses deutlich erkennbar.

    [Bilder © bauhelmchen 2026]

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  • ^ Ergänzend von heute. Auch ein großer Teil Höhe Heidestraße wurde am EG die Fenster eingebaut.

    Im oberen Bereich ( letzen) wird noch am Außenbereich gebaut, dann die Fenster / Fassaden eingebaut.

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  • Foto Update Anna Lindh Haus.

    Mit jeder neuen Bauetappe gefällt mir das Anna Lindh Haus mehr und mehr. Derzeit werden ja die Fassadenelemte am Sockel angebracht und das Staffelgeschoss wächst auch. Mir gefällt das ziemlich gut. Ich kann auch keinen etxtremen Renderbeschiss erkennen. Sicher, in den ersten Visualisierungen hat man hier und da einen Lichtpunkt zuviel gesetzt. Technisch gesehen, wird die Fassade 1 : 1 umgesetzt. Was bisher auch noch keine Beachtung gefunden hat, ist der Umstand, dass die Fassadenelemente im oberen und unteren Bereich eine Holzabdeckung erhalten. Zusammen mit den bald komplett frei gelegten Holzstützen erhält die metallisch, technische Fassade ein wenig mehr Wärme. Jedenfalls ist der hier kolportierte Renderbeschiss völlig überzogen.


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  • Ist das das, womit sich Berlin dem Besucher präsentieren möchte, wenn er den Hauptbahnhof verlässt - monofunktionale Bürogebäude? An einem baulich nach Norden und Westen nicht gefassten "Platz"???

    Bei allen unbestrittenen Stärken des Hauptbahnhofes - auf diese Weise wird der Nordausgang zum Hinterausgang.

  • ^ Nein, dass ist nur eine Imagination. Was für eine Frage. Aber im Ernst, nach Westen hin wird das ULAP-Gelände bebaut. Auch mit Hochhäusern. Nach Norden hin, ist das ausgeschlossen. Auf Tunnel lässt sich nur mit sehr hohen Aufwand bauen. Es ist nunmal ein Kreuzungsbahnhof.

  • nördlich verlaufen 7 bahngleise, daher bietet sich hier die sicht auf die europacity mit dem port one berlin und dem upbeat als hochpunkte am ende der europacity. die einfassung erfolgt nordöstlich ua vom anna lindh haus.

    westlich entsteht das ulap quartier (siehe foto) und fasst auch diesen bereich zukünftig

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  • Dekoratives Anführungszeichen

    Ist das das, womit sich Berlin dem Besucher präsentieren möchte, wenn er den Hauptbahnhof verlässt - monofunktionale Bürogebäude?

    Bürogebäude an einem Hauptbahnhof finde ich an sich nicht problematisch, sofern die EG-Zone durch Läden und Gastronomie belebt ist. Hier stört mich wieder diese kleingeistige Winzigkeit. Solcherlei Fassaden funktionieren ab einer Höhe von ca. 10 Stockwerken (vgl. Cube) -- so, wie es gebaut wird, wirkt es für mich wie ein Bürogebäude in einem Gewerbegebiet am Stadtrand.

  • Dekoratives Anführungszeichen

    Ist das das, womit sich Berlin dem Besucher präsentieren möchte, wenn er den Hauptbahnhof verlässt - monofunktionale Bürogebäude? An einem baulich nach Norden und Westen nicht gefassten "Platz"???

    … lesen hilft. Ich hatte in meinem verlinkten Baunetz-Artikel aus Anlass des 20ten Geburtstages des Hauptbahnhofs extra darauf hingewiesen, welch tragische Auswirkungen der Verkürzung des Daches des Hauptbahnhofs durch den ehemaligen Bahnchef Mehdorn in 2006, nicht nur für die Ästhetik des Bahnhofsgebäudes sondern auch für das stadtplanerische Geschehen in diesem Bereich hatte. Durch die Verkürzung des Daches war eine ursprüngliche vorgesehene Wohnungsbebauung nicht mehr möglich. Aus Gründen des Lärmschutzes. somit nur noch tauglich für Büronutzung.

  • In Ungers ursprünglichen Plan für den Humboldthafen war eine mantelartige Wohnbebauung um den ganzen Hafen vorgesehen. Diese Planung war mit der Verkürzung der Hallendächer obsolet. So zumindest das veröffentlichte Argument. Denn rein formal hätte man deswegen nicht auf die architektonische Form verzichten müssen.

    Hier geht es aber eh um das Anna-Lindh-Haus am Europaplatz. Da wirkt das Lärmschutzargument nicht mehr. Erst recht, wenn auf der Nordseite des Humboldthafens eine Wohnbebauung realisiert wurde.

    Ich kann das Befremden beim Anblick des Anna-Lindh-Hauses nachvollziehen. Es gibt schöne Details. Ich mag die Fassade, die Fenster. Ich mag die Holz-Hybrid-Konstruktion, auch wenn sie kaum noch in Erscheinung tritt.

    Aber als Ganzes wirkt es wie der schlafende Rücken eines Riesen. Wie auch immer die EG-Zone aussehen wird, ich erwarte auch von den darüberliegenden Etagen so etwas wie eine Hinwendung zum Platz, eine nicht nur funktionale Reaktion darauf, dass der Europaplatz keine Seitenstraße ist.

    Für mich zeigt dieser Bau nochmal den eigentlich großen Mangel, unter dem die ganze Europacity leidet. Und das ist nicht das städtbauliche Konzept, das ursprünglich mal auf Vielfalt und Mischung aus Wohn- und Geschäftshäusern angelegt war. Es ist vielmehr der Verkauf ganzer Blöcke - statt einzelner Grundstücke - durch die CA Immo an wenige Immobilienentwickler. So sieht es dann aus, wenn Verwertung im Vordergrund steht.