KI-generierte Bilder und Videos - Vorstellung und Diskussion

  • Aktuell gibt es ja die Diskussion den Neptunbrunnen, die Rossebändiger sowie das Gigantentreppenhaus zurück zu bringen. Hierzu habe ich mittels KI eine Simulation erstellt, wie dies damals so gewirkt hat und wie dies heute mit Touristen, Autos etc. aussehen könnte. Natürlich gibts hier und da auch Glitsches auf den Bildern. Aber ich denke man bekommt einen guten Eindruck. Wie ist eure Meinung zur potentiellen Rekonstruktion?

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  • Sorry aber diese Visualisierungen machen überhaupt keinen Sinn. Es ist ja schön, dass sich jemand Gedanken und Mühe macht aber diese Ansichten haben städtebaulich überhaupt nichts mit Berlin zu tun. Kein einziger Straßenverlauf und keine Sichtachse wirkt korrekt. Von daher bringt das Video irgendwie keinen richtigen Mehrwert.

  • Ich halte es für problematisch, wenn solche KI-Bilder zum Selbstzweck werden und einfach nur eine hübsche Galerie abgeben wie hier. Das Mindeste, was dazugehört und was ich hier vermisse, ist der Abgleich mit den historischen Aufnahmen. Man muss einschätzen können, wie die KI gearbeitet hat und dabei möglicherweise verändert oder dazugedichtet hat. Sonst besteht die Gefahr, dass wir uns in einer Parallelrealität verlieren. Ich befürchte, das gilt auch für die beschworene Diskussion um die Rückkehr von Neptunbrunnen und Rossbändiger. Haben wir es hier wirklich mit einer breiten gesellschaftlichen Diskussion zu tun, oder findet diese nicht nur in bestimmten Filterblasen statt?

    Einmal editiert, zuletzt von tegula (21. September 2025 um 11:34)

  • ^ … Danke tegula , sehr wichtige Anmerkung von Dir bezüglich der Verwendung von KI. Vielleicht kann sich die Berliner Moderation hier am Frankfurt-Forum orientieren. Die haben einen eigenen Strang für KI generierte Visualisierungen, so dass man gleich weiß wie man damit umzugehen hat.

  • Sir Moc

    Danke für die herzerwärmenden Bilder!

    Ich bin voll und ganz der Meinung meines Vorredner, dass es mit Vorsicht zu genießen ist, da es KI ist.

    Jedoch bin ich auf deiner Seite, wenn es um die Platzgestaltung des Schlossumfeldes geht, dass diese wieder im alten Glanze erstrahlt.

    Das Modernisten eine Platzgestaltung einfach nicht können, das Desaster kann man sich ja gegenwärtig anschauen... Leider der Preis des vermeintlichen "Fortschritts", wie ich immer mit einer Träne im Auge zu sagen pflege.

    Mehr als ein JA, zur Platzgestaltung im alten, aber dennoch mehr als zeitgemäßen, Glanz!

  • Ach, ja. Sir Moc: Ich finde die echten Bilder von Merlin #1891 genauso reizvoll wie das KI-Video - natürlich auf einer anderen Art und Weise. KI ist immer mit Vorsicht zu genießen, so wie alte Schwarz-Weiß-Fotos ebenfalls. Man sollte sich daran erfreuen, was man erreicht hat: 3 rekonstruierte Schlossfassaden plus Kuppel, wahrhaft keine Selbstverständlichkeit. Der Bundestagsbeschluss sah explizit nur die Rekonstruktion der Barockfassaden vor. Die Rekonstruktion der Gigantentreppe wurde nicht vorgegeben, sie ist aber auch nicht ausgeschlossen. Ich persönlich finde aktuell die Bauakademie wichtiger.

    Mit etwas mehr Grün (niedrige Büsche) lässt sich das Schlossumfeld schnell leicht weiter verbessern. Natürlich passt der Neptunbrunnen hervorragend vor das Schloss. In Berlin geht es letztendlich immer um 4 Dinge: Historisch vs Modern und Ost vs West, wobei die Ostberliner noch andere Ansichten zum Stadtzentrum Ost haben als die Ostdeutschen im ehemaligen Rest der DDR-Republik.

    M.E. kann man auch eine moderne Platzgestaltung mit wenigen historischen Elementen verbinden (moderner Brunnen und Rossbändiger). Man kann es nicht jedem recht machen.

  • Also hier gilt es mE einiges voneinander zu trennen:

    - Auch für mich stellt sich diese Diskussion aktuell eigentlich nicht (wie ich schon wiederholt schrieb. Wenn nach dem Ende der Baustellen eine entsprechende Sehnsucht um sich greift, wäre das ok für mich. Falls es ausbleibt und man in zeitgemäßer Sprache das Umfeld weiter entwickelt, kann ich aber auch gut damit leben. Mir fehlt da jedwede Aufregung, mit der mitweilen aus beiden "Lagern" agiert und teils agitiert wird.

    - Es ist mE aber vollkommen legitim, wenn in interessierten Kreisen darüber diskutiert wird und wenn man aus diesen heraus eine breitere gesellschaftliche Diskussion anstoßen möchte. Wenn jemand sich dann noch den Aufwand macht - und dazu auch meinetwegen etwas euphorische bis pathetische aber doch gemäßigte Sprache ohne Aggression oder Agitation benutzt - dann ist das mE alles vollkommen ok.

    - Wo ich allerdings mitgehe, ist das Unbehagen bezüglich künstlich generierter und alternativer Realität(en). Die historische Situation (idealerweise in Abgleich mit der aktuellen und einer realistisch machbaren zukünftigen Option) wäre mE die ideale Ausgangslage. Dagegen findet sich ja leider noch nicht einmal innerhalb des Videos eine angemessene Stringenz von einer Aufnahme zur nächsten. Dazu dann teilweise dann teils auch noch Menschengruppen in historischen Gewändern und diese doch sehr eindringliche Musik. Das ist mE etwas viel, wo auch weniger die entsprechende Wirkung hätte entfalten und konkretere sowie realistischere Ansätze für eine mögliche Debatte hätte liefern können.

    Ich persönlich finde übrigens auch rein inhaltlich nicht, dass unbedingt DIESER Brunnen vor das "Schloss" gehört. Er macht sich nicht schlecht (egal ob auf historischen Aufnahmen oder per KI produziert). Aber ein schlichterer Brunnen könnte mir ebenso gut gefallen. Die Rossebändiger könnten mir auch gefallen. Diese Alternativlosigkeit kann ich aber dann doch nicht nachvollziehen. Wie gesagt: Mir ist das alles etwas zu dramatisch und ich teile das Gefühl der historischen Tragik, das mit der Machart des Videos rüber kommt, zumindest nicht in seiner vollen Intensität.

  • Dieses Video zeigt Vorkriegs-Ansichten und die heutigen Schlossfassaden, oft als raffinierte Mischungen aus Alt und Neu. Natürlich ist keine Szene, kein Ausschnitt und keine Bewegung in dem Video real. Alles sind komponierte KI, d. h. „künstliche Illusion“, schön, aber so, wie im Ganzen gezeigt, nicht realisierbar. Was aber das Video jedenfalls deutlich zeigt, ist:

    1. dass der Neptunbrunnen vor Portal II mit dem Südfassaden-Hintergrund eine schöne, in Dimension und Stil stimmige, belebte Platzgestaltung schaffen und wiederbringen könnte.

    2. dass die Rossebändiger vor Portal IV mit dem Nordfassaden-Hintergrund und Gärtchen vor dem Lustgarten ein eindrucksvolles Eingangsensemble, sogar mit niederländischen Freiheitskämpfern wieder herstellen könnte.

    Die in dieser Art mögliche Ästhetik des Schlossumfeldes könnte jeder erkennen, ohne sich gleich wieder in die so beliebten ideologischen Grabenkämpfe auf modernistischer, nostalgischer, rechter oder linker Seite einzugraben und das Todschlag-Argument einer notwendigen Zeitscheibensicht hervorzuholen .

  • Ich möchte gar nicht zu tief in diese kontra-faktische Diskussion einsteigen, aber wäre es wirklich erstrebenswert wenn sich in 100 Jahren optisch nichts geändert hätte?

    Zumindest die Fahrstreifen direkt am Schloss und quer über die Schlossfreiheit und eine modernere Tram sollten doch drin sein. Ob die schlichten Häuser an der Breiten Straße und am Schlossplatz von ihren Eigentümern so gelassen worden wären, halte ich auch für sehr unwahrscheinlich...

  • Dekoratives Anführungszeichen

    ... aber wäre es wirklich erstrebenswert wenn sich in 100 Jahren optisch nichts geändert hätte?

    Ich glaube nicht, dass es irgend jemand gibt, der/die das ganze Umfeld des Humboldt Forums einschließlich Gebäuden und Bepflanzung usw. 1:1 zurück auf die Vorkriegszeit zurückdrehen will. Moderne Gestaltung, z. B. Der Garten auf der Nordseite, ist durchaus gelungen, die Treppenanlage auf der Westseite verspricht attraktiv zu werden, ich finde auch die moderne Ostseite in ihrer schlichten Klarheit durchaus großzügig und in der Struktur sogar passend. Als gravierenden Fehler halte ich lediglich die kategorische Verweigerung des Senats gegenüber der selbstverständlichen Rückführung der Kunstwerke NB und RB aufgrund ihrer unvergleichlich eindrucksvolleren Wirkungen an ihren früheren Standorten.

    Einmal editiert, zuletzt von Bauaesthet (21. September 2025 um 18:44)

  • Frage: Wo und in welcher Stadt ist folgendes Foto? Link Foto.

    Zufällig entdeckt auf einer Ost-Nostaliker-FB-Seite, was egal sei. Auch der Fahnenträger und seine Botschaft auf der Fahne seien egal.

    Es geht mir um den Hintergrund: eine breite lange Magistrale mit (kahlen) Bäumen und alten Laternen. Leider verdeckt die Fahne die weitere Flucht.

    Eigentlich sieht es wie Berlin-Mitte aus, v.a. wie der Bereich um Gendarmenmarkt oder UdL, ist es aber nicht. Ich wüßte gern wo das sein soll.

    Ich finde die Gebäudereihung von hier vereinfachten Nachkriegs-Rastern recht ansprechend, aber kein Gebäude lässt mir eine Verortung zu.

    Obwohl es für deren Zwecke keinen Sinn macht, könnte es eine KI-generierte Fake-Strasse sein, die es m.E. so in Deutschland und drumrum nicht gibt.

    Den Nostalgikern gehts um Kritik an verpollerten Märkten, dafür haben sie einfach einen Markt als Foto gebraucht, der Mann vorn kann reingemixt sein.

    Die Polizisten links zeigen, daß es in Deutschland sein soll. KI-verräterisch ist das Polizeiauto rechts, wo auf der Motorhaube "Polize" bzw Quatsch steht.

  • Rein vom Straßenzug her, sieht das nicht nach Berlin aus. Rund um die Friedrichstraße bzw. UdL sind die Straßen auch schmaler. Zudem sind die Laternen untypisch. Die Polizisten tragen auch keine Berliner Hoheitszeichen.

    Die Aufschrift "Polize" ist ja schon ziemlich verräterisch. Müsste bei dem Fahrzeug in der Mitte nicht auch ein Nummernschild zu sehen sein?

  • Ich glaube nicht das das Bild KI ist. Ich habe auch schon im realen Leben "missing letters" an solchen Fahrzeuge gesehen.

    Es könnte in Hamburg sein. Die Botschaft des Bildes ist vielleicht provokant, aber auch nicht vollkommen aus der Luft gegriffen. Aber darum soll es hier nicht gehen. Dafür gibt es zum Glück (noch) auch andere Foren. Also, ich vermute Hamburg. Kann aber auch weiter im Süden sein.

  • Ich bin mir absolut sicher, dass das KI ist. Man betrachte die Dienstkleidung des zweiten Polizisten von links. Offen gesagt finde ich es auch erschreckend, dass kaum jemand im Stande ist, so etwas zu erkennen.

  • ^ Gruselig und faszinierend zugleich. Danke für die Beispiele. Ein paar Kleinigkeiten gibt es noch: Der Junge könnte die Stange so gar nicht festhalten, und das Wasser tropft etwas zu perfekt vom Ruder – aber das werden künftige Versionen sicher bald lösen.

    Egal. Markoma zeigt ja, dass es gar nicht sooo überzeugend sein muss: Wenn es einem politisch in den Kram passt, übersieht man offensichtliche KI-Anzeichen schon jetzt. Bittere Aussichten für den öffentlichen Diskurs. Man kann solche Sachen zwar quellenkritisch widerlegen, aber diese Bemühungen werden der propagandistischen Breitseite, die in solchen Bildern steckt, wenig entgegenzusetzen haben. I want to believe.

  • Oha, danke für die vielen Betrachtungen, echt witzig die Reaktionen. Ok, also klar KI, denn solch eine Strasse gibt es schlichtweg nicht - auch nicht in Hamburg, was ich sehr gut kenne. Aber richtig, der Baustil wäre etwa in Hamburg zu verorten, aber ich denke auch in Berlin. Egal.

    Schade, denn diese Magistrale hat durchaus Qualität und eine harmonische Einheitlichkeit, was die KI wohl ohne Wunsch gut hinbekam.

    Fraglich bleibt, warum die Ostalgiker sowas machten, man kann sich doch in Echt vor jeden Marktpoller stellen und ne echte Fahne schwenken.

    Offenbar sitzt man irgendwo und kann/will grad nicht zu einem Weihnachtsmarkt, so generiert man (also der Urheber) es husch vom heimischen Sofa aus.

    Diese KI-Bilder zersetzen allerdings Vertrauen und Medienwahrnehmung, denn man kann sich ab sofort nicht mehr sicher sein, womit man es zu tun hat.

    Oft fotografieren Pressefotografen Orte so, daß man entweder die Verortung oder vertrauliche Inhalte nicht zeigen möchte. Dann guckte ich bislang, wenn

    ich den Ort wissen wollte, welche Details eine Verortung zulassen. Meist komme ich detektivistisch gut zum Ziel, auch bei allg. Fotos ausländischer Städte.

    Die KI kann also künftig einen Haufen interessante Dinge zeigen, wo man wie bisher gern wüßte wo es ist, allerdings ändert das die Sache fundamental.

    Es kommt Beliebigkeit und Gleichgültigkeit beim Leser auf, der darauf eben keinen Bock hat. Bilder brauchen Vertrauen, man sollte KI-Bilder zwingend immer als solche kennzeichnen (müssen). Ja, die Fahne des Ostalgikers hat keinen Steg und hängt somit unrealistisch perfekt und eben. Das ganze Bild ist Fake.