Namensherkunft und historische Entwicklung
Schwäbisch Hall ist eine bedeutende historische Stadt im fränkisch geprägten Nordosten von Baden-Württemberg. Ursprünglich hieß der mittelalterliche Ort schlicht und einfach Hall. Erst im 15. Jahrhundert erhielt er den Zusatz „Schwäbisch“. Dieser verschwand wieder, als die Stadt 1802 an Württemberg gelangte. Erst ab 1934 trägt Schwäbisch Hall wieder seinen spätmittelalterlichen Namen. Seinen Reiz bezieht die ehemalige Reichsstadt aus ihrer Lage im engen Kochertal und der historischen Altstadt, die sich vom Fluss steil die Hänge hinaufzieht. Die Furt im Kocher, an der sich die Stadt entwickelte, ist noch heute erkennbar.
Hall erlangte schon frühzeitig Bedeutung durch eine Salzquelle, auf die möglicherweise auch der Name der Stadt zurückzuführen ist. Von manchen Geisteswissenschaftlern werden Salz oder salzhaltige Stätten mit der mutmaßlich keltischen Bezeichnung „hala“ in Verbindung gebracht. Auch die erste urkundliche Erwähnung von Hall im Jahre 1037 ist nicht gesichert, da sie auf eine vermutlich gefälschte Urkunde – den Öhringer Stiftungsbrief – jüngerer Zeit zurückgeht. 1156 erhielt der Ort unter staufischer Herrschaft Marktrecht und wurde noch im 12. Jahrhundert befestigt. Nach dem Untergang der Staufer konnte Hall seine Selbstständigkeit gegen die Schenken von Limpurg, die eine Burg unweit der Stadt über dem Kochertal besaßen, ebenso bewahren wie gegen die Edelherren von Hohenlohe und die Würzburger Bischöfe. Dadurch wurde sie 1280 zur Reichsstadt, die unmittelbar dem Kaiser unterstellt war. Bis ins ausgehende Mittelalter wurde Hall vom Stadtadel beherrscht, der aus der staufischen Ministerialität hervorging. Der Reichtum von Schwäbisch Hall gründete auf dem Weinhandel und der Saline. Seit dem Hochmittelalter wurden in Hall Münzen geprägt.
Die Stadt entwickelte sich zunächst am östlichen Ufer des Kochers rund um den nach Westen abfallenden Marktplatz mit der bereits 1156 erwähnten Kirche St. Michael. Im 14. Jahrhundert erfolgte eine erhebliche Erweiterung des Stadtgebietes nach Norden (Gelbinger Vorstadt) und auf die westliche Kocherseite (Weiler- und Katharinenvorstadt). Die Unterlimpurger Vorstadt im Süden der Altstadt gehörte dagegen bis 1544 den Herren vom Limpurg. Die Reformation zog in Schwäbisch Hall im Jahre 1525 ein. 1655 wurde ein Gymnasium gegründet. Nach einem Stadtbrand im Jahre 1728, bei dem große Teile der Altstadt zwischen Markt und Kocher zerstört wurden, ist die Neue Straße als Achse zwischen Markt und Henkersbrücke angelegt worden. Das Straßenbild ist seitdem zunehmend von barocken Fassaden geprägt. Daneben sind unzählige Fachwerkbauten des Mittelalters und der Renaissance im Stadtbild vorzufinden.
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