Dresden: Carolabrücke, St. Petersburger Straße, Carolaplatz

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    Aus dem Artikel geht auch leider nicht hervor (oder ich habe es überlesen), wo genau dies konstruiert werden solle. Ich gehe mal vom Altstädter Brückenkopf aus mit dem alten Gondelhafen, Hasenberg und Übergang zur Brühlschen Terrasse. Ich kann diesen Entwurf, obwohl er mich anspricht, keiner konkreten Situation in Dresden zuordnen.

    Es handelt sich um die Altstädter Seite, im Hintergrund ist die Synagoge zu sehen.


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    Für mich stellt sich eine weitere Frage. Welcher Entwurf würde den Wiederaufbau des Venezianischen Hauses zulassen? Die hierfür seit längerer Zeit vorhandenen Plänen mit dem Mix aus Rekonstruktion und moderner Architektur fand ich schon immer spannend und würde mir dies für Dresden wünschen.

    Ich hatte dazu irgendwo gelesen, ich meine bei DNN oder in der Sächsischen Zeitung, dass einer der Entwürfe die Möglichkeit eines späteren Wiederaufbaus des Venezianischen Hauses ausdrücklich mit berücksichtigt. Leider finde ich den Artikel gerade nicht mehr.

    Grassl war es auf jeden Fall nicht. Vom Gefühl her würde ich eher auf FHECOR/TSSB tippen, weil dieser Entwurf mit 32,5 m vergleichsweise schmal ist und damit wohl am ehesten genug Spielraum am Ufer lässt. Ganz sicher bin ich mir aber nicht — ich suche die konkrete Stelle noch.

  • Joe: Zumindest von Fhecor gabs eine Plandraufsicht für die Zukunft - mit Tram in Mittellage - wo das Venezianische Haus berücksichtigt ist, siehe SäZ-Bild.


    SPD-Stadtrat Engel (Baupolitiker) brachte es aktuell mal auf den Punkt: wir diskutieren noch "über ungelegte Eier", weil wir noch in spärlichen Infos stochern. Insofern ist das Benennen von "Favoriten" seitens der SäZ doch arg verfrüht, zumal viele wohl zunächst einem Anfangsreflex nachgaben und Fhecor/TSSB präferierten, so ja auch ich zunächst. Erste Online-Votings waren also viel zu verfrüht und reine Medienmasche, ist jetzt aber ziemlich egal, denn der Meinungsbildungsprozess hat erst begonnen und wird noch einiges andauern. Die SäZ selbst wunderte sich ja über divergierende Votings zu zwei Fragestellungen, allerdings mit Tagen Abstand. Schwamm drüber. Nun sollten mehr Details und Infos veröffentlicht werden, damit alle klarer sehen können.

    Dem Denkmalschutzamt wird qua Gesetz eine gewichtige Stimme zukommen, hoffentlich divergiert es nicht mit den Trends aus der Gesellschaft. Hier anzuecken sollte dieses Amt tunlichst vermeiden, wäre mein Tip und drängender Rat. Fhecor/TSSB sehe ich weniger wegen des einen Pfeilers mehr in der Bredullie, vielmehr wird wohl das DS-Amt sich arg an der Überhöhe der Brücke stören, eben weil es die Silhouette verdeckt und die Brücke als Ganzes zu dominant das Panorama beherrschen würde. Dresden braucht einen ruhigen Entwurf, der sich einfügend unterordnet, und welcher auf einer Ebene (der Hochufer) bleibt. Dabei hat Fhecor/TSSB doch eigentlich alles richtig gemacht und genau das versucht, was viele forderten: eine echte Bogenbrücke in Besinnung der alten Carola1. Nun wird genau das evtl. zum Verhängnis, weil man echte Bögen nur durch krasse Überhöhung (sollen 2,5m sein) erreicht, also einfach alles nach oben gedrückt. So soll es aber dann doch nicht gehen. Im Grunde muß Fhecor/TSSB analog wie die Grassl den Entwurf hin zu deutlich flacheren Bögen ändern. Ob das statisch-konstruktiv überhaupt geht, weiß nur das Büro selbst. Wir werden sehen. Ein Brückenpfeiler mehr dürfte im Planverfahren kein Ausschlußgrund sein, meine ich, da es geht um Naturschäden qua Eingriff an dieser Stelle, dort ist seit ewig nur Schutt und Zeugs im Brückenschatten, der vielmehr maßgebliche Brückenumgriff ändert sich ja nicht. Mal schauen ob dies so die Stadt selbst einschätzen wird. Hohe Stäbchenmasten für die Leuchten wird mE ebenso der Denkmalschutz ablehnen, da bin ich guter Hoffnung, aber was finden sie gut?, mich stören historisierende Kandelaber rein gar nicht, aber auch schmucke moderne Varianten halte ich für möglich, die DDR-Klotöpfe waren piefig und sind no go. Irgendwelche "Fachwerk"gedanken sehe ich kritisch, da sie atypisch für die ganze Gegend sind, außerdem soll man ja gerade durch die "Öffnungen" ein Mehr an transparentem Durchblick zur Silhouette haben. Fachwerk ist hier konstruktiv auch nicht nötig, es brächte auch "Unruhe" hinein.

    Also Grassl/gmp ist ebenso mein absoluter Favorit zur Zeit, ein wirklich Freude machender guter Entwurf, soweit wir die Dinge bislang beurteilen können.

    Und großen Dank noch an die emsige BI Carolabrücke, das ist schon toll was ihr da zustande bringt und wieviel Kompetenz ihr euch selbst aneignet.

  • Joe Ja, das soll der Bereich auf Altstädter Seite sein. Attraktiv wäre diese Treppenanlage vielleicht mit Blick auf das Venezianische Haus, aber die Garageneinfahrt und die Fahrradbügel direkt vor der irgendwie repräsentativ gemeinten Treppe versauen es schon wieder. Auch das ist sicher eines der Details, die noch nicht abschließend entworfen sind, aber für mich zeigt das Bild eine Grundhaltung, nämlich zusammengewürfelte, improvisiert wirkende Architektur. Es gibt Leute, die so etwas besonders mögen.

    Querfeldeins für LAP halten den Bauplatz für das Venezianische Haus m. E. frei, obwohl ich auf Anhieb nichts dazu finde:

    https://www.querfeldeins.de/wiederaufbau-carolabruecke/

    Jordi, Keller, Pellnitz für GRASSL auf jeden Fall.

    Bei FHECOR ist es auch berücksichtigt, aber das ergibt sich schon daraus, dass die Brücke schmaler ist.

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    Querfeldeins für LAP halten den Bauplatz für das Venezianische Haus m. E. frei, obwohl ich auf Anhieb nichts dazu finde:

    https://www.querfeldeins.de/wiederaufbau-carolabruecke/

    Kommando zurück! Die SZ schreibt heute klar, das Venezianische Haus käme beim LAP-Entwurf unter die Räder. Eigentlich hätte ich mir das mit Blick auf die ausufernde Treppenanlage denken können, so viel Platz zwischen Haus und Brücke wäre ja nicht.

    Mir völlig unverständlich, das Venezianische Haus zu überplanen, zumal Querfeldeins, die auch Partner in diesem Team sind, eine Rekonstruktion des Belvederes auf der Brühlschen Terrasse zeigen. Für klein Venedig gibt es einen Bauherren, der nach wie vor Lust auf das Projekt hat.

    svbdwl2r.jpg

    Foto von 1896 auf altesdresden.de - Bilder vom alten Dresden

  • In der heutigen SZ gibt es einen Artikel mit einem selbsterklärten großen Überblick über die Entwürfe, der mich wirklich ärgert. Die Entwürfe werden hier nach Preisschild sortiert und folglich mit dem Entwurf von Grassl/GMP begonnen. Darin werden die im Verhältnis niedrigen Baukosten angezweifelt (das kann man machen). Der Entwurf wird zudem aber mit dem einer Autobahnbrücke gleichgesetzt, was ich gar nicht nachvollziehen kann. Die tatsächlich sehr problematische Überhöhe des Entwurfs von TSSB wird mit einem Halbsatz abgehandelt.
    Das stinkt für mich nach einer Kampagne.

  • Wie ich vor ein paar Tagen meinte, mir kam es spanisch vor, dass die SZ den Fhecor-Entwurf als den eindeutigen Publikumsliebling dargestellt hat, wenn ich überall online den Grassl-Entwurf als den klaren Publikumsliebling wahrgenommen habe. Auch hier dürfte sich eine Mehrheit für den Grassl-Entwurf ausgesprochen haben. Ich weiß aber nicht wie genau, wie die SZ das bemisst.

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    Der Entwurf wird zudem aber mit dem einer Autobahnbrücke gleichgesetzt, was ich gar nicht nachvollziehen kann.

    Das ist mir auch sofort bitter aufgestoßen, dies ausgerechnet bei dem Entwurf von Grassl so herauszustellen, bei dem das aus mehreren Gründen deutlich am wenigsten der Fall ist.

  • Arwed Nach Kosten erfolgt die Sortierung in der SZ nicht. Dennoch hast du insofern Recht, dass es ein dürftig zusammengeschusterter Artikel ist. Wenn man mit einem Thema vertraut ist, merkt man erst, wie schludrig Presseartikel mitunter geschrieben sind. Die Journalisten scheinen sich aber kaum noch Zeit zu nehmen, was bei so vielgelesenen Artikeln wie über die Carolabrücke doch irgendwie drin sein sollte.

    Dass GRASSLs Entwurf auf den ersten Blick an eine Autobahnbrücke erinnert, kann ich sogar teilen, aufgrund der Massivität und vor allem der grottenschlechten Visualisierung. Genau aus diesem Grund der zu mächtigen Erscheinung braucht es die Detaillierung, welche die Initiative einfordert. Ärgerlicher finde ich am Artikel die zweimalige (!) Aussage, dieses Ingenieurbüro sei "auf Autobahnbrücken spezialisiert". Naturgemäß werden neue Brücken nicht so oft gebaut, häufig sind die Aufgaben Autobahnbrücken, doch das betrifft alle Büros. "Spezialisiert" ist GRASSL darauf nicht und hat unterschiedlichste Brücken im Portfolio, auch gestalterisch anspruchsvolle. Beispielsweise dürften die beiden Brücken im Welterbe Berliner Museumsinsel ziemlich maßgeblich für die Aufnahme unter die vier Teilnehmer gewesen sein.

    Es bleibt nicht die einzige seltsame Aussage im Artikel. "Kritiker bemängeln aber, dass durch die Einzügigkeit unter der Brücke wenig Licht wäre." Weder ist deren Brücke einzügig (das ergibt sich schon aus der gestaffelten Inbetriebnahme, von der die SZ ja selbst schreibt), noch lassen die anderen - unabhängig von der Zügigkeit - mehr Licht nach unten dringen. Bei LAP schreibt die Zeitung von einer einzügigen Brücke, wonach es auf den Bildern gar nicht aussieht, beim nächsten Entwurf im Artikel, Schüßler-Plan, von "ebenfalls dreizügig", was stimmt. Ich denke, dass lediglich die FHECOR-Brücke einzügig ist. Wodurch deren relative Schmalheit zustande kommt (4 Meter weniger als die breiteste von Schüßler), würde man mit Blick auf einen Querschnitt erkennen. Ich glaube nicht so recht, dass es an der Zügigkeit liegt.

    Die bei Schüßler-Plan so hervorgehobene Flexibilität, die Verkehrsbelegung später zu ändern, bieten andere Entwürfe auch, ebenso wie die Möglichkeit einer vorzeitigen Teil-Inbetriebnahme.

    Insgesamt bietet der Artikel keinen guten Vergleich für unkundige Leser, womit er aber wirbt. Um das zu erreichen, hätte man für alle Entwürfe durchweg die gleichen Prüfsteine anlegen sollen.

    Eine Kampagne würde ich aber nicht gleich wittern. Gut möglich, dass uns die noch erwartet, sobald sich die Stadtverwaltung selbst für einen Entwurf entschieden hat.

  • Die SZ wirbt seit Beginn eindeutig für den Entwurf von TSSB. Warum die das tun, weiß ich nicht. Mit journalistischer Neutralität hat das aber m.E. nicht viel zu tun. Die Visualisierungen von Grassl findest Du „grottenschlecht“? OK, kannst Du, das sehe ich aber völlig anders. Ich finde die sogar richtig gut (bis auf die etwas seltsame Collage der Altstadt im Hintergrund). Eher unbeholfen sehen hingegen die Visus von TSSB aus.
    Dass der Entwurf von Grassl wie eine Autobahnbrücke erscheint, bestätigst nun auch Du. Der Unterschied zwischen einem reinen Verkehrsbauwerk und einem künstlerisch ansprechenden Werk liegt für Dich also bei den historisierenden Verzierungen. OK, sehe ich aber ganz anders. Dir fehlt es jedenfalls nicht an Selbstbewusstsein, schön für Dich.

  • Die SZ hat schnell den Schutzschirm aufgespannt, um ja keine Misstöne gegen den protegierten Entwurf aufkommen zu lassen. In Interview mit dem Baubürgermeister hat dieser den Kostenansatz von Grassl/GMP quasi vorab als unrealistisch eingeordnet und gleichzeitig die Abweichungen von TSSB von den Planungsbedingungen als nicht für einen Ausschluss ausreichend erklärt.
    Soll ich das noch kommentieren? Ich lasse es.

  • Wie bereits erwähnt, steht in meinen Augen der TSSB-Entwurf längst fest. Der Wettbewerb dient lediglich der Schaffung einer Illusion von Auswahl. Die Stadt hat ihren Favoriten bereits ausgewählt und dieser wird auch gebaut werden, jede Wette. Die SZ trägt, ob nun zufällig oder absichtlich, dazu bei, dass der Entwurf auch in der Öffentlichkeit Akzeptanz findet.

  • Ich sehe auch nicht, daß sich jemand schon auf einen Entwurf festgelegt hat und diesen protegiert. Wetten würde ich da jetzt schon gar nicht.

    Die SäZ oder "die Stadt" (so taukri, vermutlich meint er die Verwaltung) sind keine Entscheidungsebenen bei der neuen Brücke, sondern "die Stadt" als Ganzes in Form von Stadtrat, Expertengremium, Bürgervoting und Denkmalschutz. Es macht auch keinen Sinn, was es jetzt der "Stadt" bzw der SäZ nützen würde, sich ohne Vertiefung für irgendwas zu entscheiden, da droht zudem nur Ungemach und Rufverlust. Das Spektrum aus Willen und Fachlichkeit gilt es dann beizeiten unter einen Hut zu bekommen. Aktuell wartet "die Stadt" (also Verwaltung / aber auch alle anderen) auf die erste Expertenbegutachtung der Entwürfe, die Verwaltung selbst wird mE auch nie einen "Favoriten der Verwaltung" kommunizieren. Natürlich wird es noch Kungeleien und Gezerre hinter den Kulissen geben, das dürfte unvermeidlich sein, aber da sind wir noch nicht, erst müssen die Details der Entwürfe ans Tageslicht und dann kommt es auf die planerische Behebbarkeit von erkannten Defiziten an. Wenns ans Finale geht, dann sollte man genau auf das Verhalten der Akteure achten, und sich um Infos hinter den Kulissen bemühen.

    Daß der BauBM mit dem gesetzten Kostenrahmen agiert, ist normal und definitiv angeraten. Bis das Gegenteil bewiesen ist (Expertenbegutachtung etc.) darf man im Wettbewerb stehenden Büros nicht auf den Leim gehen. Man wird schon bald sehen, ob Plausibilität vorliegt - auch bei weiteren Details.

    Die hier geäußerten Mutmaßungen sind mE nicht zutreffend, vielleicht ist unbeabsichtigt hier und da ein falscher Eindruck entstanden, es nützt nur nichts. Man kann mutmaßen, aber dann bitte mit einer wenigstens groben Nachweisführung. Was ich zur Sache des zusätzlichen Pfeilers hörte, deckt sich mit dem Interview in der SäZ pay, wonach dieser Pfeiler kein Problem für die Machbarkeit/Planverfahren Ersatzneubau sei. Insofern war der Vorwurf aus der BI wohl falsch, wovon ich bereits seitdem ausging. Vielleicht kann nochmal der Absatz zur Sache aus dem Gutachten hier zitiert werden, vielleicht kann ich den Denkfehler der BI dann erklären. Irgendwoher hat sich in der BI ja diese Feststellung zum Mehr-Pfeiler gebildet, und das wird sich wohl nun als Schuß in den Ofen herausstellen, was mir leid tut. Die Hybris der harschen Korrektur-Forderungen (3 Möglichkeiten gäbe es) der BI hat zudem am sonst hehren Anliegen der BI meines Erachtens etwas Schaden angerichtet. Die BI sollte ohne echte fachliche Abklärung solcher Details besser zurückhaltender agieren /defensiver kommunizieren.

  • Baubürgermeister Stephan Kühn hat der Sächsischen Zeitung ein bemerkenswertes Interview gegeben.

    Darin sagt er: „Der zusätzliche Pfeiler wäre möglich.“

    Eine geradezu spektakuläre Nachricht und man fragt sich, warum die Stadt ein teures Rechtsgutachten beauftragt hatte, wenn sie die fähigeren Juristen in den eigenen Reihen hat. Nun gut, damit ist die Forderung der Initiative Carolabrücke, dass nämlich die Verwaltung klar Stellung bezieht, erfüllt. Damit lässt sich doch arbeiten.

    Zur höheren Lage der Brücke im fraglichen Entwurf, wozu das Gutachten ebenfalls Aussagen machte, verweist er dagegen auf laufende Prüfungen.

    Des weiteren sagt er auf die Frage, ob 50 Millionen Euro Preisunterschied ein gewichtiges Argument sein könnten: „Ich glaube, dass sich diese Frage so nicht stellen wird.“

    Als Begründung führt er an, dass die Kostenschätzung der Verwaltung über 140 Millionen realistisch gewählt sei. Dazu muss man wissen, dass dafür lediglich der Baupreisindex pro m2 auf die vermutete Oberfläche der Brücke hochgerechnet wurde. Wobei sich die Verwaltung bei der zu erwartenden Breite um bis zu 7 Meter verschätzt hatte und natürlich auch die Konstruktionen noch nicht kannte. Herr Kühn beteiligt sich hier also munter an den Spekulationen, die man angeblich vermeiden will.

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    Der Unterschied zwischen einem reinen Verkehrsbauwerk und einem künstlerisch ansprechenden Werk liegt für Dich also bei den historisierenden Verzierungen.

    Das sind gleich mehrere Behauptungen, die ich nicht getätigt habe. Weder habe ich behauptet, dass Autobahnbrücken nie künstlerisch ansprechend wären, noch dass nur Verzierungen ein reines Verkehrsbauwerk von einem Baukunstwerk unterschieden. Meine These ist konkret auf diesen Entwurf bezogen, dass die GRASSL-Brücke sehr massiv, mächtig, dadurch auch dominant wirkt. Und dass in diesem Fall eine stärkere optische Untergliederung dem Bauwerk sehr gut täte. Sowie, dass die Geschichte und das Umfeld bei dieser Brücke eine besondere Bedeutung haben, was der Entwurf ja auch anerkennt. Er formuliert den Bezug zur Geschichte aber zu inkonsequent aus, deswegen erkennen viele Leute den auch nicht. Die historische Gestaltung, die das Umfeld prägt, lebt ganz wesentlich von Detaillierung und die fehlt dem Entwurf eben (noch).

    Es ist jedenfalls wunderbar, wenn nun zusätzliche Pfeilerstandorte wie von Zauberhand plötzlich doch genehmigungsfrei sein sollen. Auch das kann zur optischen Untergliederung der Brücke beitragen.

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    Insofern war der Vorwurf aus der BI wohl falsch, wovon ich bereits seitdem ausging. Vielleicht kann nochmal der Absatz zur Sache aus dem Gutachten hier zitiert werden

    Mein Gott, das Gutachten ist doch als Download in der Ratsinfo für jede/n verfügbar, aber bitteschön.

    In dem Gutachten werden drei Kategorien aufgemacht:

    1. Voraussichtlich verfahrensfreie Maßnahmen
    2. Maßnahmen, deren verfahrensrechtliche Einordnung näherer Angaben bedarf
    3. Planfeststellungsbedürftige Maßnahmen

    Von ca. 20 Fragestellungen, welche die Stadt an die Gutachter gerichtet hat, ist eine einzige dieser letzten Kategorie zugeordnet worden: „Erhöhung Anzahl Pfeiler (Pfeilerstandorte)“. Dazu schreiben die Gutachter: „Eine Erhöhung der Anzahl der Pfeiler führt mit hoher Wahrscheinlichkeit zu einer Planfeststellungspflicht nach § 17 Abs. 1 Satz 2 Nr. 2 FStrG.“ Es wird dann ausgeführt, dass davon auszugehen sei, dass eine solche Erhöhung nicht auf eine Anpassung an aktuelle Regelwerke und Standards zurückgehe, sondern im Zuge einer sonstigen Umgestaltung erfolgen würde, „etwa bei einer Wiedererrichtung nach historischem Vorbild“, womit TSSB ja explizit seinen Entwurf erklärt.

    Ob der Pfeiler auf den Elbwiesen oder im Fahrwasser steht, oder gar dazwischen im „Nirgendwo“, worauf die Verwaltung laut Medienberichten abhebt, ist völlig unerheblich. Würde das Bundes-Fernstraßengesetz auf dem Mond gelten, wäre eine Brücke mit zusätzlichem Pfeiler auch auf dem Mond kein Ersatzneubau.

    Elli, ich verstehe deinen Impuls. Ich hätte mir früher auch nicht träumen lassen, dass eine Bürgerinitiative professioneller agiert als eine große Stadtverwaltung. Eines habe ich in den letzten 1,5 Jahren aber gelernt: Zumindest diese Stadtverwaltung hat Eigensinn und Fakten und Regeln sind da manchmal sehr optional.

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    Was ich zur Sache des zusätzlichen Pfeilers hörte, deckt sich mit dem Interview in der SäZ pay, wonach dieser Pfeiler kein Problem für die Machbarkeit/Planverfahren Ersatzneubau sei. Insofern war der Vorwurf aus der BI wohl falsch, wovon ich bereits seitdem ausging.


    Diese Aussage würde ich so pauschal nicht unterschreiben:

    1. Auch ein Baubürgermeister kann sich irren.
    2. Das Rechtsgutachten sieht zusätzliche Pfeiler durchaus kritisch, eine Ersatzneubau-Planverfahren wäre damit immerhin grenzwertig; im Zusammenhang mit weiteren wesentlichen Abweichungen wohl nicht mehr genehmigungsfähig. Der Vorwurf wird durch das Gutachten bestätigt.
    3. Die BI forderte nebenbei bemerkt auch "gleiches Recht für alle" - wenn zusätzliche Pfeiler jetzt plötzlich kein Problem mehr sind, dann wäre das eine Info, die die anderen Büros jetzt auch für sich nutzen können sollten. Dieser Umstand bleibt wahr, auch wenn juristisch die obrige Frage zugunsten des Baubürgermeisters ausgehen würde. Insofern ist auch hier der Vorwurf nicht falsch, im Gegenteil.
    4. Auch wenn die Landehauptstadt und vielleicht auch die Landesdirektion sich gegenseitig in die Tasche lügen, dass ein zusätzlicher Pfeiler den Brückenschatten schon nicht so stark tangieren möge, so wäre es immer noch ein gefundenes Fressen für all jene Akteure, die so eine Brücke im FFH-Gebiet und den dadurch induzierten PKW-Verkehr kritisch sehen - warum sollten die Umweltverbände nicht klagen gegen einen Entwurf, der es Ihnen so leicht macht? Dann wäre nichts gewonnen und diejenigen, die von Anfang an zur Vorsicht bei der Auslegung des gesetzlichen Rahmens warnten (allen voran die BI) wären im Recht - übrigens auch hier unabhängig vom juristischen Ausgang. Die Klage würde verzögern, so oder so.

    Einmal editiert, zuletzt von Masumania (8. Juni 2026 um 08:40)

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    Mir völlig unverständlich, das Venezianische Haus zu überplanen, zumal Querfeldeins, die auch Partner in diesem Team sind, eine Rekonstruktion des Belvederes auf der Brühlschen Terrasse zeigen. Für klein Venedig gibt es einen Bauherren, der nach wie vor Lust auf das Projekt hat.

    Vollkommen richtig, das verstehe ich ehrlich gesagt auch nicht. Wenn es schon einen interessierten Bauherren gibt, sollte man diese Chance für Dresden nutzen. Warum man das jetzt ignoriert, ist mir ein Rätsel.

  • Das Venezianische Haus ist recht weit hinten auf meiner Liste, was ich mir bezüglich der Carolabrücke 3.0 wünsche. Wenn die Brücke nicht 4-, sondern 2-spurig gebaut würde, sollte trotz breiter Fuß- und Radwege, sowie eines Gleiskörpers für die neuen breiten Straßenbahnen, zuerst einmal noch etwas mehr Platz entlang der Synagoge verbleiben. Wenn dann inklusive eines ausreichenden Abstandes zur Brücke für das Venezianische Haus noch Raum wäre, könnte es von mir aus gern (originalgetreu!) errichtet werden.