Das neue "Premier Inn" Hotel hinter dem Opernhaus nimmt langsam Formen an.
Es fehlt noch ein Stockwerk bis zum Richtfest.
(Fotos von mir Halleipziger)
Das neue "Premier Inn" Hotel hinter dem Opernhaus nimmt langsam Formen an.
Es fehlt noch ein Stockwerk bis zum Richtfest.
(Fotos von mir Halleipziger)
Den letzten Beitrag dazu mit den ersten Visualisierungen (als Link) gibt es hier.
Aktuellere Werbebilder zeigen das:

Bildrechte: Markgraf Architektur/Premier Inn Germany, https://www.marggraf-architektur.de/hotel-premier-…baufortschritt/
Bildrechte: Markgraf Architektur/Premier Inn Germany, https://halle.de/verwaltung-sta…inn-an-der-oper
Versehentlich im falschen Strang geschrieben. Der Stadtteil nördliche Innenstadt gehört nicht mehr unbedingt zur Altstadt/Zentrum.
Halle, als einzige deutsche Stadt über 200.000 Einwohner von Weltkriegs-Zerstörungen weitgehend unversehrt, hat leider bis heute mit Nachkriegs-Zerstörungen zu kämpfen.
Jüngstes Beispiel: die "Marktwirtschaft" in der Brüderstraße 7 aus der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts. Es ist eines von nur sechs erhaltenen spätmittelalterlichen Fachwerkhäusern der Stadt.
Nach Kauf des Gebäudes 2013 stellte der Eigentümer einen Abrissantrag und schlug Angebote eines Vereins aus, welcher das Haus zum Verkehrswert kaufen würde (m. E. sogar zu einem höheren Preis als der Eigentümer bezahlt hatte).
Über 10 Jahre lang wurde das Haus dem weiteren Verfall preisgegeben. Nun will es die Stadt abreißen lassen.
https://dubisthalle.de/einsturzgefahr…esichert-werden
Ein "Gesamtkonzept zur Stabilisierung des Gebäudes" wurde offenbar erst kürzlich nach einem lebensgefährlichen Teileinsturz in Auftrag gegeben. Dabei wurden wohl die gravierenden Mängel festgestellt, die jetzt zum Ad-hoc-Abriss führen sollen. Mal sehen, wie fix der Eigentümer mit dem Abriss ist. Meine Prognose: vier Wochen wird er dafür nicht benötigen.
https://dubisthalle.de/nach-teileinst…stuerzten-mauer
Lage: Google Maps
Innenaufnahmen: Brüderstraße 7 | Lost places Halle (Saale) "Das markante, sp… | Flickr
Für weitere Rückfragen:
denkmalschutz@halle.de (Leitung: Andreas Rühl)
erueberschuette@lda.stk.sachsen-anhalt.de (Landesdenkmalamt, Leitung Baudenkmalpflege: Dr. Elisabeth Rüber-Schütte)
stadtentwicklung-umwelt@halle.de (Leitung: René Rebenstorf)
info@aic-halle.de (Architekt des Bauherrn, Hans-Jürgen Mönch)
SessionNet | Ausschuss für Planungsangelegenheiten und Stadtentwicklung
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erueberschuette@lda.stk.sachsen-anhalt.de (Landesdenkmalamt, Leitung Baudenkmalpflege: Dr. Elisabeth Rüber-Schütte)
Nicht ohne Ironie befindet sich das Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt exakt auf der anderen Straßenseite.
Damit erübrigt sich wohl ein freundliches Schreiben, ich denke, man hat den Fall "im Blick".
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Damit erübrigt sich wohl ein freundliches Schreiben, ich denke, man hat den Fall "im Blick".
Klar haben den Fall alle Beteiligten im Blick, aber das bisherige Ergebnis spricht für sich. Es braucht öffentliche Aufmerksamkeit, um bei der Vielfalt von Themen etwas anzustoßen. Wenn die Leute still bleiben, hat es der Abriss als "einfachste Variante" leicht.
Zwei Vertreter aus dem Bauausschuss haben mir bereits geantwortet und angekündigt, alle Rettungsmöglichkeiten, die jetzt noch bleiben, auszuloten.
Zur Info, hier ist meine Email (bitte nicht einfach übernehmen):
Alles anzeigen...
mit einem dringenden Anliegen wende ich mich zur "Marktwirtschaft" in der Brüderstraße 7 in Halle (Saale) an Sie. Den drohenden Abriss empfinde ich als skandalösen Abschluss eines langjährigen Versagens aller Beteiligten, seit der aktuelle Eigentümer das Gebäude 2013 gekauft hat und schon damals abreißen wollte. Angebote des AKI zum Ankauf und Sanierung durch den Verein wurden ausgeschlagen.
Offenbar wurden erst kürzlich - nach einem lebensgefährlichen Teil-Einsturz - genauere Untersuchungen vorgenommen, um ein "Gesamtkonzept zur Stabilisierung des Gebäudes" zu erstellen. Dabei kam vermutlich das ganze Ausmaß der Versäumnisse zutage. Jetzt soll ein Ad-hoc-Abriss das Problem endgültig "ausräumen".
Es ist eines von nur sechs erhaltenen spätmittelalterlichen Fachwerkhäusern der Stadt.
Statt Abriss muss das Haus im Zuge einer umfassenden Ersatzvormaßnahme bewahrt werden! Der Eigentümer darf mit seiner Verwahrlosungs-Strategie nicht durchkommen! Auch bei äußerst angespannter Haushaltslage sollte konsequent gehandelt und dieser unwiederbringliche Wert erhalten werden. Die Kosten sind, wie gesetzlich vorgesehen, vom Eigentümer zu erstatten. Auch ein Enteignungsverfahren sollte eingeleitet werden.
Eine "Unverhältnismäßigkeit" kommt hier nicht infrage. Die hohen Kosten einer Erhaltung ergeben sich aus über 10-jähriger Untätigkeit und sind damit vom Bauherrn selbst verschuldet. 2015 wurde gerichtlich bestätigt, dass aufgrund des Denkmalwerts ein Abriss nicht infrage kommt.
Halle (Saale) scheint sich immer noch nicht bewusst zu sein, dass seine historische Bausubstanz bundesweites Alleinstellungsmerkmal mit großem Potenzial ist. Der Brand in der Großen Steinstraße 34 oder der Not-Abriss an der Waisenhausmauer sind weitere Beispiele. Die ehemalige "Marktwirtschaft" ist jedoch ein ungleich bedeutenderes Gebäude.
Leipziger Straße 6, Neumühle am Schlossberg oder Polizeipräsidium zeigen indes, dass es auch anders geht. Es ist möglich, alte, verfallene Gebäude zu sanieren!
Können Sie sich bitte dafür einsetzen, dass die Verfügung zum Abriss zurückgenommen wird? Es eilt, da der Eigentümer wohl nur darauf gewartet hat und sicher schnellstmöglich abreißen will.
Mit freundlichen Grüßen
Mit der Verfügung zum Teil-Abriss wurde dem Eigentümer zugleich auferlegt, den unteren Bereich des Hauses zu erhalten. Allerdings sind gerade die oberen Etagen jene, die über die Jahrhunderte weitgehend original erhalten geblieben sind. Fachwerkhölzer und andere Bauelemente sollen immerhin geborgen und für einen Wiederaufbau eingelagert werden.
Interessanterweise soll dieser Wiederaufbau sich auch auf Bereiche erstrecken, die schon in den letzten Jahren verloren gingen. Das könnten z. B. die Hofgebäude sein.
Die Stadtverwaltung rechtfertigt sich, sie habe nichts falsch gemacht, es seien zahlreiche Sicherungsmaßnahmen umgesetzt worden. Doch das Ergebnis spricht für sich. Der Schwemme e. V. und der Arbeitskreis Innenstadt (AKI) zweifeln an, ob die Prüfstatiker der Stadt genug Verständnis von Fachwerk haben, um die Standfestigkeit zu beurteilen, und bieten Hilfe an. Sie wollen Erhalt statt Abriss und Wiederaufbau. Bei einem Wiederaufbau würde auch sicher ein großer Wert verloren gehen, denn das Haus ist nach meiner Einschätzung nicht gut genug dokumentiert, um es 1:1 wieder aufzubauen. Mindestens müsste es fachgerecht abgebaut statt nur "abgerissen" werden.
Mehrere Stadträte aus dem Bauausschuss sind sehr bewegt vom Geschehen und setzen sich für eine möglichst weitgehende Rettung des Gebäudes ein. Der Eigentümer ist laut einer Publikation von 2012 Leonid Medved. Den Namen kann jeder selbst googeln. Eine Baugenehmigung liegt jedenfalls vor. In den zuletzt bekanntgewordenen, ansonsten wenig erfreulichen Planungen war auch das Denkmal dargestellt gewesen.
Und wer Inspiration braucht, wie das heute hässliche Entlein aussehen könnte, findet sie bei ähnlichen Halleschen Bürgerhäusern aus der gleichen Epoche:
Es ist einfach nur bedauerlich wie die Akteure hier reagieren. Ich kenne mich rechtlich leider nicht so gut aus, aber welche Möglichkeiten gibt es denn, damit der Eigentümer handelt? Schließlich steht ja auch im Gesetz Eigentum verpflichtet. Wenn er nicht handeln kann oder will und er sogar ein Kaufangebot erhalten hat, ist es umso trauriger, wenn der Eigentümer auch noch damit durch kommt.
Ich habe Leonid Medved mal gegoogelt und da kam, dass er wohl auch Käufer von der Rigaer Straße 34 in Berlin war. Das ging ja auch durch die regionalen Medien.
Das momentane Vorgehen ist leider wieder mal ein Armutszeugnis für die Behörden und es ist nur zu hoffen, dass der Abriss noch irgendwie angewendet werden kann.
Sanierung und Umbau des ehemaligen Polizeipräsidiums zu Wohnungen,
erbaut 1909 nach Entwürfen von Stadtbaurat Zachariae.

Visu:




Ein Gebäude dieser Größe und stadtbildprägenden Wirkung lohnt einen kleinen Rundgang,
wir beginnen in der Dreyhauptstraße:











...jetzt die Seite zum Hallorenring:







Fassade Richtung Hallmarkt mit Haupteingang:
















Sehr positiv fällt auf, dass auf Balkonanbauten an den Fassaden verzichtet wurde.
Bemerkenswert vielleicht auch noch, dass dieses Bauwerk das einzige größere Gebäude von Zachariae aus seiner Amtszeit in Halle war,
wegen Unfähigkeit wurde 1912 durch Wilhelm Jost abgelöst.
"Wilhelm Jost prägte in seiner langen Wirkungszeit, bis heute deutlich sichtbar, mit über 50 Bauten, die sich durch eine gekonnte städtebauliche Einordnung auszeichnen, das Bild der Saalestadt."
Diesen Vorwurf kann man den Nachbarhäusern sicher nicht machen...


...trotzdem blieb den dafür verantwortlichen Personen meiner Kenntnis nach das Schicksal von Zachariae bisher erspart, nunja.

(Fortsetzung folgt...)
Leipziger Straße 6

Nur wenige Schritte vom Markt entfernt…

…erstrahlt die elegante Sandsteinfassade dieses ehemaligen Kaufhauses nach dessen Sanierung in neuem Glanz:

©555Farang maps
Schon seit 2024 schlummern Fotos von der Sanierung des "Napoleonpalais" bzw. " Riesenhauses" in der Großen Brauhausstraße 17 auf meiner Festplatte.
In dem Haus von 1697 logierte Napoleon, empfing dort Goethe, ließ aber auch die Hallenser Professoren antanzen, um ihnen vom Balkon die Auflösung der Universität zu verkünden.
Das Schmuckstück ist inzwischen fertig saniert.







Blick in die Straßenflucht. Um das rechts angeschnittene Haus geht es im nächsten Beitrag.

Gegenüber:


(eigene Bilder)
Rundling hatte uns ja schon mit einer wie gewohnt tiefgehenden Bilddokumentation des ehemaligen Polizeipräsidiums beschenkt, aber hier noch ein paar ergänzende, nicht gezeigte Ansichten.
Das gründerzeitliche Eckgebäude gehört zum Ensemble und beherbergt die einzige Gewerbeeinheit des Projekts. Herausfordernde Lage, für Laufkundschaft ungeeignet. Ich habe es so verstanden, dass bei diesem Teil nur die Fassade blieb und dahinter komplett neu gebaut wurde. Bild vom Vorzustand.

Ganz typisch für Halle, wo einen fast an jeder Ecke ein unerwartetes Schätzchen verschiedenster Stilepochen erwartet, seht ihr unten das Renaissance-Haus (links vom rosa Gründerzeitler), das ebenfalls von Quarterback saniert wurde, hier ein Bild von der Baustelle.

Unten Ansicht der Parallelstraße, andere Straßenansicht des gleichen Gebäudes. Dahinter die Moritzkirche.

Ich nehme mir vor, beim nächsten Halle-Besuch Fotos der abgerüsteten Fassade zu machen.
Hier noch Bilder vom Haupttreppenhaus des ehemaligen Präsidiums. Inzwischen ist es restauriert, auch die schönen, schmiedeeisernen Geländer gibt es noch.
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Dahinter die Ulrichskirche
Da verwechselst du etwas. Auf dem Bild ist die Moritzkirche zu sehen, die Ulrichskirche befindet sich in der Leipziger Straße.
Oh, wie peinlich. Danke, ich hab's korrigiert und werde dann beim nächsten Halle-Besuch Bilder von beiden Kirchen machen. ![]()
Das kommt eben dabei heraus, wenn die Bilder a) so lange auf der Festplatte herumliegen und b) man in Halle-Fragen nicht ganz sattelfest ist.
Kein Problem, beide Kirchen sehen sich auf den ersten Blick auch relativ ähnlich 😊
Die Ostfassade der Moritzkirche, welche aktuell saniert wird und auf deinem Bild sichtbar ist, ist jedoch an gotischer Schönheit und Detailverliebtheit nicht zu überbieten.
Deswegen auch der alte hallesche Spruch:
"St. Marien hat das schönste Geläut, St. Ulrich das schönste Geschmeid' und St. Moritz das schönste Gebäud'."
Und dann gibt es ja in der Innenstadt noch den Dom, also ich persönlich wüsste auf Anhieb nicht, welche der Halleschen Kirchen die schönste ist.
Alles anzeigenDen letzten Beitrag dazu mit den ersten Visualisierungen (als Link) gibt es hier.
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Bildrechte: Markgraf Architektur/Premier Inn Germany, https://halle.de/verwaltung-sta…inn-an-der-oper
Dazu aktuelle Bilder:







Ein Stückchen weiter, an der Ecke Kapellengasse/Bebel-Str., wurde dieses Objekt behutsam in den Bestand eingefügt:

Die Säulenstellungen finde ich nicht gelungen, ansonsten ist das Hotel ein Gebäude, das ich fast schön nennen möchte. Ich muss es allerdings erst vor Ort in Augenschein nehmen. Städtebaulich etwas unglücklich scheint mir der zu fast allen Seiten geschlossene Sockel, der dem Haus den Charakter einer Trutzburg verleiht, was auch reizvoll sein könnte, wenn es nicht durch das darüberliegende Glasband konterkariert würde.
Das Haus auf dem letzten Foto kann ich mir hässlicher und unpassender kaum vorstellen. Die meisten Laien hätten etwas Besseres entworfen.