Hallenser Stadtgespräch

  • Schon seit JAHREN wundere ich mich über das scheinbare (?) Desinteresse der in Halle wohnenden Menschen, ihre Stadt bekannter zu machen.

    Vermutlich trägt die Foren-Struktur nicht dazu bei, das Interesse der HallunkInnen zu befördern...

    Es fällt ja auf, dass Städte ohne eigenen Forenbereich wesentlich weniger beachtet werden - z.B.:

    Hannover (550.000 Ew), Halle (250.000 Ew), Magdeburg (240.000 Ew)...

    In Chemnitz steppt nun auch nicht gerade der Bär im Kettenhemd, trotzdem wird dort relativ regelmäßig berichtet (250.000 Ew).

  • Das kann ich nur ebenfalls so wahrnehmen. Falls hier ein Moderator mitliest : was spricht dagegen, für Halle ebenfalls einen Forumsbereich einzurichten, wie ihn Chemnitz hat?




    Mod: Siehe oben

  • Liebe Moderation,

    Die Antwort oben bezieht sich aber auf die Frage, Halle in den Leipzig Strang zu integrieren, als sogenannte Twin-City analog Berlin/Potsdam, Köln/Bonn, Dortmund/Bochum, nun geht es aber darum Halle einen Forenbereich einzurichten, wie ihn Chemnitz hat.

    Gerade mit der Entscheidung zum Zukunftszentrum und den aktuellen bundesweiten Interesse zum Architektur-Wettbewerb von nationaler Bedeutung sollte Halle mehr in den Mittelpunkt gerückt werden.

  • Dazu bereits oben, Beitrag #7. Ein eigenes Forum sehen wir als gerechtfertigt an, wenn eine ansehnliche Menge an Beiträgen vorhanden ist. Vage Aussichten auf steigende Beitragszahlen, ist erst ein Städteforum eingerichtet, erfüllen sich meist nicht.

  • Die neuen Einwohnerzahlen des Zensus 2022 wurden veröffentlicht. Demnach hat die Stadt leider einen deutlichen Einwohnerverlust von fast 17.500 Einwohnern gegenüber der Zahlen des Melderegisters. Somit sind für das genannte Datum anstatt 244.000 EW nur 226.586 EW. Das sind 7% weniger als die Stadt laut Fortschreibung des Melderegisters. Im Mitteldeutschenraum gibt es eine vergleichbaren Verluste unter den Großstädten. Im Vergleich zu Magdeburg oder Chemnitz mit einer ähnlichen Größe haben deutlich kleinere Veränderungen um 1-2% (plus als auch minus). Aber wie kommt der deutliche Unterschied zu den Zahlen des Melderegisters zustande?

    Nur Köln oder Hannover haben ähnlich hohe Verluste an Einwohnern (in Prozent). Die Einwohnerzahl ist trotz Flüchtlingswelle 2015/2016 und beginn der Ukrainekrise 2022, selbst gegenüber des Zensus 2011 mit 229.153 EW zum Zensus 2022 mit 226.586 EW gesunken. Wie passt das zusammen?


    Zensus2022



    Zensus 2022 Halle/ Mitteldeutsche Zeitung

  • Finde es ebenfalls total unverständlich wie die Zahlen zustande gekommen sind und bin immernoch der Meinung, dass irgendwo ein Fehler vorliegt. Allein wenn man das Baugeschehen und die Sanierung der letzten 10 Jahre mit dem Wohnungsmarkt vergleicht, ist ein Einwohnerverlust in dieser Größenordnung nicht erklärbar. Dazu kommen die Flüchtlingswelle 2015 und der Ukrainekrieg 2022. Auch ist das vom Meldeamt veröffentlichte Geburten- und Sterberegister nachvollziehbar.

    Als Begründung für die Karteileichen und die dadurch entstandene Differenz zwischen Zensus und Meldeamt-Daten wird mit dem Wegzug ins Ausland erklärt. Aber die Erklärung klingt irgendwie nur nach Alibi, weil man keine bessere Antwort hat. Der Zensus so gut und wichtig er auch sein mag, wirft in diesem Fall mehr fragen als Antworten auf. Es muss geklärt werden wie es dazu kommen konnte.

  • Nur ein kleines vereinfachtes Rechenbeispiel.

    Im Jahr 2022 gab es in Halle 1505 mehr Sterbefälle als Geburten. Wenn man vereinfacht annimmt dass diese Zahl jährlich gleich groß ist, hätte alleine diese Entwicklung im Zeitraum 2011 - 2022 einen Bevölkerungsschwund von 16555 Menschen bedeutet. Stattdessen ist die Einwohnerzahl nur um 2567 Personen gesunken.


    Das bedeutet dass es in den vergangenen Jahren mit über 10000 Menschen einen, für eine Stadt wie Halle, ganz passablen Zuzug gab.


    Geburtendefizit 2022: https://statistik.sachsen-anha…ten_Sterbefaelle_2022.pdf

  • Das Halle eine negative natürliche Bevölkerungsbewegung hat ist bekannt. Dies trifft im übrigen auf die meisten deutschen Großstädte zu.

    2020 verzeichneten 90 bis 100 Prozent aller ländlichen und städtischen Kreise sowie kreisfreien Städte natürliche Bevölkerungsverluste.

    In den letzten 10 Jahren hatte Halle laut der Statistik der Stadt somit natürliche Bevölkerungsverluste von etwa 10.000 Menschen. Ja es gibt für eine Stadt wie Halle, einen ganz passablen Zuzug. Allein durch die Wanderungsgewinne seit 2009 konnte sich die Bevölkerungszahl stabilisieren. Mit der Flüchtlingswelle seit 2015 gab es einen starken Bevölkerungswachstum. Durch die eher jüngeren Wanderungsgewinne gerade aus dem Ausland, gab es auch ganz passable Geburtenzahlen. Weshalb die Kapazitäten der Kitas und Schulen bei weiten nicht ausreichten. Der Zensus suggeriert aber, dass es diese Phase der Stadtentwicklung nicht gab und sich der Trend seit den 2000er Jahren mit leichten Bevölkerungsverlusten einfach nur fortgesetzt hat. Aber warum hat sich der Trend dann nicht auf dem Wohnungsmarkt ebenfalls fortgesetzt? In den 90er und 2000er Jahren hatte Halle mit extremen Wohnungsleerstand (bis zu 19%) zu kämpfen, der nur durch Reduzierung der Wohngebäude (Stadtumbauprogramm) aufgehalten werden konnte. Aber seit 2013 wird wieder mehr gebaut und der Leerstand steigt trotzdem nicht wieder und liegt bei etwa 7%.


    Die Stadt und auch die Einwohner sind über die Differenz zwischen den Zahlen des Zensus und des Melderegisters nur so stark verwundert, weil es eben den persönlichen Eindruck absolut nicht widerspiegelt.

  • Glaube nur der Statistik, die du ..,, so fängt eine alte Weisheit an. Natürlich haben Ballungszentren viel mehr daran Interesse Wachstum auszuweisen, um so Investitionen anzuziehen.

    Die Anzahl der Wohnungen in einer Stadt kann durchaus steigen, wenn weniger Personen darin wohnen, das heißt, das der Flächenverbrauch pro Person somit steigt. Es müssen also nicht notwendigerweise mehr Einwohner in der Stadt leben, wenn es mehr Wohnungen gibt. Als Schlagzeile taugt aber die Meldung, das es mehr Wohnungsneubau gibt, schon.

    Da die derzeit älteren Menschen oft in normaler Ehe verheiratet sind, wird der Wohnungsleerstand nach dem Tod des ersten Ehegatten nicht sofort eintreten. Zukünftig wird sich das sukzessive ändern, da die Nachfolgegenerationen vermehrt bereits allein leben. Bei der zu erwartenden Sterbestatistik dürfte für die Städte ein Zunehmender Wohnungsleerstand „vorprogrammiert“ sein. Statitistisch gesehen bräuchte ganz Deutschland keinen massiven Wohnungsneubau, gesellschaftlich ökonomisch gesehen ist das aber schon ein Dilemma.