Halle: Riebeckplatz mit Hotelhochhaus (85 m geplant)

  • Der Startschuss ist gefallen, jetzt geht es los: den Riebeckplatz in gegenwärtiger Ausführung kann man noch genau eine Woche lang "genießen". In Vorbereitung für den Bau des Zukunftszentrums wird die Delitzscher Straße zwischen Riebeckplatz und Hauptbahnhof ab 30. Juni bis vsl. 8. August 2025 voll gesperrt.

    Hier wird eine Fernwärmetrasse verlegt bzw. ausgebaut, welche nicht nur das Zukunftszentrum anbinden wird, sondern auch die angrenzenden Viertel mit Fernwärme versorgen wird.

    Nach Ausbau/Verlegung der Trasse erfolgen sicherlich zeitnah die Vorbereitung zum Bau des Hochaus-Turmes am Busbahnhof.


    In diesem Zusammenhang möchte ich noch einmal die positiven Ausführungen des halleschen Oberbürgermeisters zur Eröffnung der Saline-Ausstellung ausführen (Gedächtnisprotokoll):


    Der Riebeckplatz war seit dem Bau des Hauptbahnhofes immer das dynamische und belebte Eingangstor zur Stadt.

    Mit dem Hotel goldene Kugel stand am Platz eines der höchsten Bauwerke der Stadt -> Der Platz war belebt.


    Mit dem Bau der beiden Wohn-Hochhäuser nach den Kriegsjahren zu DDR-Zeiten entstanden hier direkt am Platz ebenfalls zwei der höchsten Gebäude der Stadt -> der Platz war belebt.


    Nach der Wiedervereinigung erfolgte jedoch genau das Gegenteil, platzprägende Bauten wurden bewusst zurückgebaut. Die Folge -> ein Platz, der kein Platz mehr ist. Eine Ödnis, wie wir sie heute noch erleben können. Ohne Rahmen, ohne Struktur.


    An die alte Transformation des Aufschwunges will man jetzt jedoch endlich wieder anknüpfen: zum dritten Mal in Folge entstehen mit dem neuen Hotel und dem Zukunftszentrum wieder zwei der höchsten Bauwerke der Stadt. Der Platz erhält endlich wieder ein Gesicht, endlich wieder die Belebung und Bedeutung, die dem Eingangstor zur Stadt würdig ist.


    Das werden sehr spannende kommende Jahre, die den Hallensern sicherlich eine Menge Geduld durch Umleitungen, Baulärm und Verkehrseinschränkungen abfordern werden. Aber es ist eine einmalige Chance, der Stadt an genau diesem historischen Platz wieder ein Gesicht zu geben und als würiges Eingangstor zur Stadt zurückzufinden.

  • Bei alledem frage ich mich, ob es Effekte für die großen angrenzenden Areale geben wird, die schon lange auf ein Wachküssen warten. Das Gelände des ehemaligen Maritim Hotels liegt dem Zukunftszentrum dabei am nächsten. Einen städtebaulichen Wettbewerb gab es, aber seither ist bis auf das Einzäunen des Geländes nichts passiert. Thüringer Bahnhof und RAW-Gelände sind zwei weitere brachliegende Areale im Umfeld.


    Geht vom Zukunftszentrum kein nachhaltiger Impuls für die Stadtentwicklung - ich sage mal grob: für alles östlich des Leipziger Turms - aus, wird es ein Fremdkörper sein, ein Ufo.


    Das Potenzial der Gegend ist allerdings riesig. Ich hoffe sehr, sehr, dass hier ein Knoten platzt. Gerade dem Riebeckplatz samt Umfeld hat Halle seinen überaus schlechten Ruf zu verdanken, bei jenen, welche die Stadt nicht näher kennen.


    Extrem wichtig wäre auch ein Abriss der Hochstraße, welche die Franckeschen Stiftungen und Glaucha im Würgegriff hält. Am Rückbau der Hochstraßen über dem Riebeck-Kreisel sieht man allerdings, wie hysterisch auf so etwas reagiert wird. Vielleicht, hoffentlich trägt es ein bisschen zum Bewusstseinswandel bei, wenn das Projekt Riebeckplatz gelingt und damit gezeigt werden kann, wie sinnvoll ein Rückbau von Kfz-Infrastruktur auf ein verträgliches Maß sein kann.


    Aber erst einmal werden sechs Abschnitte im westlichen Teil der B80 durch Neubauten ersetzt, Saale-Brücken mit Carola-Spannstahl aus den 60er-Jahren. Wie marode auch die östliche Hochstraße wirkt, sieht man im verlinkten Artikel...

    Einmal editiert, zuletzt von Ziegel ()

  • Bei alledem frage ich mich, ob es Effekte für die großen angrenzenden Areale geben wird, die schon lange auf ein Wachküssen warten. Das Gelände des ehemaligen Maritim Hotels liegt dem Zukunftszentrum dabei am nächsten. Einen städtebaulichen Wettbewerb gab es, aber seither ist bis auf das Einzäunen des Geländes nichts passiert. Thüringer Bahnhof und RAW-Gelände sind zwei weitere brachliegende Areale im Umfeld.

    Wenn ich mich richtig erinnere. Ist der Investor/Entwickler vom Thüringer Bahnhof die NORSK Deutschland AG und die haben Anfang diesen Jahres einen Insolvenzantrag gestellt. Daher sind die Entwicklungen gerade sicherlich auf Eis gelegt.

    Geht vom Zukunftszentrum kein nachhaltiger Impuls für die Stadtentwicklung - ich sage mal grob: für alles östlich des Leipziger Turms - aus, wird es ein Fremdkörper sein, ein Ufo."

    In der MZ stand was zu einer Ausstellung zur städtebaulichen Entwicklung zum Areal am Güterbahnhof, also alles nördlich der Delitzscher Straße. Vielleicht kann ja jemand was dazu berichten?

    Das Potenzial der Gegend ist allerdings riesig. Ich hoffe sehr, sehr, dass hier ein Knoten platzt. Gerade dem Riebeckplatz samt Umfeld hat Halle seinen überaus schlechten Ruf zu verdanken, bei jenen, welche die Stadt nicht näher kennen.


    Extrem wichtig wäre auch ein Abriss der Hochstraße, welche die Franckeschen Stiftungen und Glaucha im Würgegriff hält. Am Rückbau der Hochstraßen über dem Riebeck-Kreisel sieht man allerdings, wie hysterisch auf so etwas reagiert wird. Vielleicht, hoffentlich trägt es ein bisschen zum Bewusstseinswandel bei, wenn das Projekt Riebeckplatz gelingt und damit gezeigt werden kann, wie sinnvoll ein Rückbau von Kfz-Infrastruktur auf ein verträgliches Maß sein kann.

    Bevor man das anfasst muss man erstmal den Verkehr in andere Richtungen umleiten und dafür fehlt mindestens eine weitere Saalequerung. Vielleicht reicht ja die Fertigstellung der A143 um den Verkehr aus der Stadt rauszuhalten. Aber ich denke nicht, dass damit der Verkehr soweit reduziert werden kann, dass es ausreicht um die Hochstraße an der Franckischen Stiftung zurück zubauen. Auch die Tunnellösung beginnend vom Dessauer Platz des damaliger Bauleiter des Riebeckplatzes, ist keine realistische Lösung.




  • Ich fände es toll, wenn sich die Farbgestaltung noch ändern lässt. So wie es auf dem Bild wirkt, erscheint mir das Hochhaus noch zu grau und trist.

  • Ich fände es toll, wenn sich die Farbgestaltung noch ändern lässt. So wie es auf dem Bild wirkt, erscheint mir das Hochhaus noch zu grau und trist.

    Bei dem Hochhaus auf dem von 555Farang geposteten Bild handelt es sich nicht um den geplanten Neubau, sondern um die Visualisierung einer möglichen Sanierung der jedoch mittlerweile abgerissenen Riebeckplatz-Hochhäuser. Das hat mit dem jetzigen Hotel-Neubau nichts zu tun.

    Nach aktuellstem Stand wird der bald beginnende Hochhaus-Neubau einen hellen, beige bzw. creme-weißen Farbton bekommen (das Bild wurde bereits von Ziegel auf Seite 1 dieses Stranges gepostet).


    lthwrb5d.jpg

  • Kurzes Live-Update von der aktuellen Stadtratssitzung in Halle:

    vor wenigen Minuten wurde der Änderung des Flächennutzungsplanes bzw. deren Beschluss zur öffentlichen Auslegung für die Umbauarbeiten am Riebeckplatz mehrheitlich zugestimmt.

  • Heute bei bestem und heißen Sommerwetter habe ich mich einmal am Riebeckplatz umgesehen. Seit gestern ist die Delitzscher Straße zwischen Hauptbahnhof und Riebeckplatz für den Fahrzeugverkehr voll gesperrt.

    Hier finden vorbereitende Maßnahmen für den Bau des Zukunftszentrums und des Hotel-Hochhauses in Form von Um- bzw. Neuverlegungen von Fernwärme- und Trinkwasserleitungen statt.


    (Das Zukunftszentrum wird am rechten Bildrand entstehen)


    Zudem habe ich einmal ein bisschen rumgespielt (alles am Handy "manuell" gemacht, also bitte Nichts super hyperrealistisches erwarten):


    Hier die heutige Ansicht auf den "grünen Hügel" zwischen Riebeckplatz Ebene -1 und Busbahnhof.



    Im Gegensatz dazu wird das die Ansicht vom selben Blickwinkel nach dem Bau des neuen Hochhaus-Hotels sein:



    Da ich vor Kurzem von dem leicht beklemmenden Gefühl geschrieben habe, welches die Brücken über den Riebeckplatz in mir auslösen, habe ich auch hier einmal versucht das zukünftige Aussehen zu visualisieren.

    Hier die Gegenwart:



    So "befreiend" sieht dann der Platz nach Abriss der Brücken aus:



    Und so sieht der Platz dann in einigen Jahren nach Fertigstellung des Hotels aus (hier noch in der wohl nicht mehr aktuellen Fassadenoptik, das Bild hat sich aber perspektivisch angeboten):



    Meiner Meinung nach sieht man deutlich, welch positiven optischen Einfluss der Abriss der Brücken auf das innere Rondell des Platzes hat.

    In welchem Maße die geplante Fuß- und Radwegbrücke dies wieder zunichte macht, wird sich zeigen.

  • Die Häuser, die jetzt am Riebeck-Platz entstehen, formen keine Raumsituation, sondern sie erscheinen wie zufällig vom Himmel gefallen.


    Ein runder, von Gebäuden gesäumtr Platz entsteht dort nicht. Denn dazu hätte man wohl das Zukunftszentrum und das Papenburg -Hotel dichter an den Verkehrskreisel setzten müssen und es hätte jeweils eine konvex Stirnseite zum Platz hin gebraucht. Nur dann werden diese Randgebäude auch aus der Fussgängerperspektive als Begrenzung eines Platzes wahrgenommen werden. Und spätere Bauten hätten sich diesem Ductus vielleicht sogar angeschlossen?

  • Ein runder, von Gebäuden gesäumtr Platz entsteht dort nicht. Denn dazu hätte man wohl das Zukunftszentrum und das Papenburg -Hotel dichter an den Verkehrskreisel setzten müssen und es hätte jeweils eine konvex Stirnseite zum Platz hin gebraucht.

    Also zumindest das Papenburg Hotel wird direkt am Kreisverkehr stehen. Zwischen Gebäude und Fahrbahn werden nur ein paar Meter liegen.

    Das Zukunftszentrum liegt etwas weiter entfernt von der Fahrbahn, bekommt aber dafür genau diese konvexe Seite zum Kreisverkehr. Aufgrund der Höhe des Zukunftszentrums wird der etwas größere Abstand wahrscheinlich weniger ins Gewicht fallen, die "Rahmenwirkung" ist dennoch gegeben.


    so6xfi6l.jpg
    (Quelle Halle-Saale-Investvision)


    Wie man sieht ist vor allem die weitere Gestaltung am ehemaligen Maritim ausschlaggebend, eine Raumwirkung zu schaffen.


    Die perfekte Raumwirkung ist auf dieser Visualisierung des Strukturkonzeps für den Riebeckplatz ersichtlich (hier noch ohne Zukunftszentrum).

    Eine dichtere Bebauung am Kreisverkehr in Höhe Maritim sowie eine weitere Gebäudereihe vor den bestehenden Gebäuden in der Magdeburger Straße sowie das dritte Hochhaus vor dem Haus des Lehrers lassen den Platz wieder als Platz wirken.


    4d7hlsbf.jpg

    (Quelle: Schönbornschmitz Architekten).

  • Ich stimme insoweit zu, dass es ein Höchstmaß an Ambition und städtebaulichem Geschick braucht, um hier wieder einen oder mehrere funktionierende Plätze zu formen. Ich glaube, dass einfache Rezepte wie dicht an den Kreisel heranrückende konkave Gebäude dafür nicht genügen. Wir reden hier ja auch nicht nur von einen Kreisverkehr, sondern von einem der größten Kreisel Deutschlands und dem verkehrsreichsten Platz in Mitteldeutschland und zwar mit der ausufernden Verkehrsführung der 1960er-Jahre, also einer gigantischen Kreuzung mit Autobahncharakter. Das ganze Umfeld wurde in dieser Zeit komplett überformt, den einzigen positiven Impuls gibt heute eigentlich nur der Bahnhof, was schon erstaunlich ist, da Bahnhofsgegenden ja meistens schwierige Bedingungen bieten.


    Das Hotel wird hier eine gute räumliche Teil-Situation schaffen, dahinter liegt bereits mit dem Busbahnhof ein kleiner architektonischer Edelstein, der noch eine bessere Fassung vertragen könnte. Das benachbarte Eisenbahn-Bundesamt (Außenstelle) trägt nicht gerade zur wertigen Belebung bei, aber die nahen kleinen Ladenzeilen am Bahnhof finde ich eigentlich recht nett und angemessen. Insgesamt wird dieser Winkel der Riesenkreuzung mit der Hoteleinweihung ganz gut bespielt sein.


    Die großen Sorgenkinder sind zur Zeit das Gelände des künftigen Zukunftszentrums und des ehemaligen Maritim-Hotels. Dort braucht es Aufwertung durch Neubau, dann im nächsten Schritt in allen Bereichen Verdichtung durch ergänzende Gebäude und parallel bzw. Stück für Stück lokale Vernetzung durch Rückbau der Kfz-Strukturen.

  • Halleipziger Wir hatten parallel geschrieben. :) Dein Vergleich der beiden Planungen zeigt schon, dass bereits jetzt einige Chancen verbaut werden. So hat man dem Zukunftszentrum mehr Platz geben wollen und dafür die Volkmannstraße im Osten näher an die Gleise gerückt. Ja, dafür fielen aktuell nur Parkplätze weg. Fläche, die man aber, wie im Konzept von Schönbornschmitz Architekten zu sehen, später für z. B. Bürogebäude hätte weiterentwickeln können. Jetzt haben wir dort nur noch eine kleine, sehr spitz zulaufende Abstandsbrache, und das wird sie wohl auch bleiben müssen. Und auch die Architekten des Zukunftszentrums haben den ihnen zugeschlagenen Raum nicht sinnvoll genutzt. Sie hängen weiter der Idee der "Stadtlandschaft" an, in die Solitäre gestreut werden. Man hatte einst genug Platz nach Zerbombung und Abriss der Innenstädte für solche Großzügigkeiten. Bewährt im Sinne lebendiger Urbanität hat sich dieser Städtebau meistens nicht. In Bezug auf das Zuze gebe ich Franz111 also recht (beim Hotel hingegen nicht). Ich hätte das Zentrum direkt an den Kreisel und an die Volkmannstraße herangerückt. Dadurch wäre ein größerer, nutzbarer Park bzw. Platz entstanden und sinnlose Restflächen vermieden worden. Zudem wäre eine gemeinsame Flucht zu den schon bestehenden Hotels auf der gegenüberliegenden Seite hergestellt.


    Man fragt sich auch, wie der Bau des Zukunftszentrums künftig erweitert oder wenigstens eingebunden werden soll. Es dürfte maximal schwierig werden, das architektonisch glücklich zu lösen.

  • Ziegel: ja, ich glaube auch, dass die jetzt gefundene Lösung des Standortes nicht das non-plus-Ultra ist, aber dennoch wird eine neue Raumsituation geschaffen, die den Platz besser rahmt als jetzt.


    Ich denke, die Architekten und die Jury wollten dem Zentrum etwas Raum geben. Ein direkt an die Straßen herangerücktes Zentrum würde dann ggf. genau diesem gewünschten "Zelt-Effekt" widersprechen. Auch wenn es nie ein Ufo in der Stadtlandschaft sein sollte, so hat schon die Wahl dieser Architektur an sich gezeigt, dass man eigentlich doch ein Ufo wollte 😉

    Überspitzt gesagt: der Burj Khalifa hat auch einen gewissen "leeren" Radius um sich herum, um zu wirken. Oder um im Land zu bleiben: der Berliner Fernsehturm steht auch als Solitär am Platz.

    Oder um ganz lokal zu bleiben: stell dir unseren halleschen Roten Turm direkt am Straßenrand gedrungen zwischen den Häuserzeilen vor. Das würde absolut nicht wirken. Manche Architektur braucht einfach etwas Platz um sich herum, um zu wirken.


    Die Verlegung der Volkmannstraße (Süd-Nord-Relation) nach Osten zu den Bahngleisen hin finde ich generell nicht verkehrt. Jedoch - und diese Chance hat man im letzten Stadtrat vertan - hätte man auch die Nord-Süd-Relation der Volkmannstraße auf der Ostseite entlang führen können. Dies wurde sogar kurz im Stadtrat diskutiert, hat aber keine Mehrheit gefunden bzw. es war nicht einmal als Änderungsvorschlag eingebracht worden, wenn mich nicht alles täuscht.

    Damit hätte man den KFZ-Verkehr auf der Westseite des Zukunftszentrums komplett eliminiert und statt dessen zu den Bahngleisen verlegt. Das wäre die elegantere Lösung gewesen.

    Dann wäre auch die gewünschte Verbindung in Form eines "grünen Bandes" zwischen Stadtpark und Zukunftszentrum/Riebeckplatz besser gelungen. Die Magdeburger Straße wäre dann gedanklich als reine Fuß-/Radweg-Allee bis zum Riebeckplatz weitergeführt worden.

    So ähnlich hat man es ja am Steintor realisiert: die KFZ-Fahrbahnen wurden auf der Westseite des Steintor-Platzes entfernt, um einen neuen "Stadtplatz" vor dem Varietè zu schaffen, der nur Fußgängern und Radfahrern (+Straßenbahn) vorbehalten ist.


    Nun, es ist jetzt so wie es ist und wie schon gesagt, ich glaube das Zukunftszentrum darf den Raum um sich gerne haben, um zu wirken.

    Eine weitere Verdichtung um den Platz herum an anderer Stelle (Magdeburger Str.,Merseburger Straße etc.) ist jedoch dennoch vorteilhaft.

    Wenn man dem jetzt gültigen Strukturkonzept folgt, ist eine Vedichtung dort auch weiterhin möglich.

    Die nun realisierte kleine "grüne" Lunge um das Zukunftszentrum ist hierbei auch hilfreich, eine Verdichtung an anderer Stelle des Platzes zu rechtfertigen.

    Denn wir wissen alle, wie sehr heutzutage um jedes kleinste Stück Grün, welches Bauland zum Opfer fallen soll, gerungen und ggf. protestiert wird.


    Noch eine kleine Anmerkung: in der derzeitigen Saline-Ausstellung ist auch ein Entwurf zu sehen, der das Zukunftszentrum direkt mit dem Rondell verbunden hat bzw. es um das Rondell gelegt hat:

    Dieser Vorschlag kam jedoch nicht einmal bis unter die letzten 24 Plätze und war somit keine Diskussionsgrundlage in der finalen Juryauswahl. Das lag sicher hauptsächlich an Grundstücksfragen. Jedoch wäre eine Meinung der abstimmenden 90 Bürger zu solch einem Entwurf interessant gewesen.

  • der Burj Khalifa hat auch einen gewissen "leeren" Radius um sich herum, um zu wirken. Oder um im Land zu bleiben: der Berliner Fernsehturm steht auch als Solitär am Platz.

    Oder um ganz lokal zu bleiben: stell dir unseren halleschen Roten Turm direkt am Straßenrand gedrungen zwischen den Häuserzeilen vor. Das würde absolut nicht wirken.

    All diese Beispiele würde ich infrage stellen. Sowohl Burj Khalifa als auch Fernsehturm grenzen unmittelbar an kleinere Bauten an. Beide Türme stehen nicht völlig frei herum. Es gibt an beiden Orten zudem noch etliche freie Baufelder, eine weitere Verdichtung soll erfolgen.


    Der Reiz eines repräsentativen Bauwerks ist meistens gerade die Relation zu niedrigeren Gebäuden. Ein Wolkenkratzer oder Fernsehturm wirken gerade im städtischen Kontext beeindruckend und werden gern in Perspektiven mit Größenvergleich oder überraschenden Sichtachsen fotografiert. Auf der grünen Wiese würde z. B. der Fernsehturm niemanden interessieren. Oder denken wir an die Frauenkirche, für deren Wirkung der umgebende Neumarkt mit seinen kleinteiligen Bürgerhäusern absolut entscheidend ist.


    Der Rote Turm ist eine seltene Ausnahme und war ja ursprünglich auch in eine Fassung aus Bürgerhäusern integriert. Heute hat der Rote Turm in nur einer Relation 70 Meter Abstand zum nächsten Gebäude, an den meisten Nachbarn steht er näher. Zum Zukunftszentrum gibt es in fast allen Relationen 100, 150 und mehr Meter Luft bis zum nächsten Gebäude. Eine Fassung würde auch diesem Solitär gut tun, gerade zu den Gleisen hin. Dadurch, dass das Zentrum über die übliche Firsthöhe deutlich herausragt, sieht man ihm seine Höhe und Bedeutung erst an. Es braucht also eine umgebende Bebauung, welche die übliche Höhe definiert.


    Später nicht mehr zu korrigieren oder zu ergänzen ist der zu nördliche Standort des Zentrums. Es sollte wirklich näher an den Kreisel rücken. Der jetzt gewählte Abstand geht auf die beiden Brücken zurück, die aber abgerissen werden.


    Wenn das Zentrum einmal steht, macht eine vorgelagerte spätere Bebauung dort keinen Sinn. Es bliebe dann ein ein viel zu großer Vorgarten, der die Wirkung des eigentlichen Parks schmälern würde. Östlich kann man irgendwann immer noch die Volkmannstraße ganz streichen und dort entlang der Gleise ein einfassendes Gebäudeband bauen, wie im Konzept von Schönbornschmitz Architekten vorgeschlagen.

  • Zu beachten ist hier jedoch: das Zukunftszentrum erhält kein Kellergeschoss. Der Durchbruch in Form des Fußgängertunnels aus dem Rondell heraus muss also irgendwo vor dem ZuZe wieder das Tageslicht erreichen. Das am besten in Form einer längeren Rampe, damit auch mobilitätseingeschränkte Personen den Tunnel nutzen können.


    Diese Rampe ließe sich mit einem komplett an das Rondell anschließenden Bauwerk schlechter bewerkstelligen, außer man verlegt die Rampe diagonal als Durchbruch neben das ZuZe.


    Am Ende sind das wahrscheinlich alles Überlegungen welche die Jury treffen musste und es ist letztendlich genau dieses Gebäude an genau diesem Standort geworden.

    Und wer weiß, vielleicht rückt es ja tatsächlich noch etwas näher an das Rondell oder verschiebt sich noch mehr Richtung Westen.

    Noch steht das Gebäude nicht, hier kann noch einiges passieren.

  • Aus meiner Sicht ist der Sieger Entwurf deshalb ausgewählt worden, weil er am meisten als Landmark verstanden werden kann und deutlich zu sehen ist, wenn man mit dem Zug in den Bahnhof ein - und aus fährt. Es gab anscheinend große Fürsprecher für einen hohen Bau, auch wenn ich der Meinung bin, dass ein eine vertikaler Organisation und das Thema der Schwellenlosigkeit oder Zugänglichkeit im Widerspruch stehen und sich Innenraum organisatorisch in der Regel nicht lösen lassen. Ich denke auch, das ist darum ging maximale Grünfläche zu erreichen so, dass das Haus gefühlt mitten im Grünen steht. Ich hätte mir bei dem Entwurf, der wie ein Zelt aussehen soll auch eine Leichtbaulösung als Tragwerk gewünscht. Die Innenraum Aufnahmen sehen sehr massiv aus und haben aus meiner Sicht nicht viel mit der Leichtigkeit der Gebäudekubatur zu tun.

  • Bis Sonntag können die Entwürfe zum "Zukunftszentrum Deutsche Einheit und Europäische Transformation" im Salinenmuseum in Halle noch kostenlos besichtigt werden. Am Samstag den 12.Juli wird auch zu einer Mitmachaktion ins Salinenmuseum "Baustelle Zukunft" eingeladen.

    Wer es nicht in die Ausstellung schafft, kann Hier noch einige weitere Entwürfe begutachten.

  • Nur noch einmal zur Ergänzung, da für das neue Hotel-Hochhaus offiziell ja immer noch keine endgültige Fassadengestaltung bekanntgegeben wurde: auch Papenburg selbst wirbt mit dem "neuen" Fassadenentwurf auf seiner Seite (bereits seit Ende 2024).

    Quelle

    Der Entwurf stammt lt. Papenburg von Schönborn Schmitz Architekten, HPP Architekten


    Ich gehe davon aus, dass diese Fassade dann tatsächlich die realisierte werden wird (auch wenn ich persönlich nichts gegen den eigentlichen Siegerentwurf hatte).


    Und zuletzt noch ein kleiner Fun-Fact:

    Wir erinnern uns an den Entwurf von Großmann Architektur in Zusammenarbeit mit Cappellerarchitekten (der Entwurf wurde von Ziegel bereits auf Seite 1 dieses Stanges vorgestellt).

    Quelle


    Wer sich ein Bild machen will, wie der Entwurf in Realität aussehen würde, braucht nur nach Frankfurt zu schauen. Dort entsteht mit dem Spardabank-Tower zwar ein höherer, aber ansonsten auffällig ähnlicher Turm: je drei zusammengefasste Stockwerke, die Fassadenelemente fast 1:1 identisch, sogar der leichte Versatz im Turmschaft ist mit dabei. Der Frankfurter Turm kommt jedoch von "cyrus moser architekten".

    Ich muss jedes Mal an den Riebeckplatz denken, wenn ich Bilder vom Baufortschritt in Frankfurt sehe 😁

  • Am Riebeckplatz/ZOB finden aktuell Probebohrungen für den Bau des Hotel-Hochhauses statt:

    MZ-Link (Paywall)


    Im Artikel wird auch noch einmal die Höhe von 75 Meter bestätigt, zudem scheint die Fassadengestaltung nun gesetzt (siehe vorheriger Beitrag).


    Da es sich hierbei zukünftig um das höchste Hotel in Halle und überhaupt eines der höchsten Gebäude der Stadt handeln wird verwundert mich nur, dass bisher kein eigener Name für den Turm bekanntgegeben wurde. "Papenburg-Hotel" oder "Hotel-Hochhaus" wird dem Ort und der Größe nicht gerecht.

  • Kurzer Nachtrag zum obigen MZ-Artikel: der neue Hotel-Turm wird, von Ebene -1 des Riebeckplatz-Rondells gemessen, sogar 80 Meter hoch!


    Damit überragt das neue Hotel den bisherigen "Rekordhalter" am Bruchsee in Halle-Neustadt (73 Meter) um einige Meter und wird damit das höchste Haus in Halle sein.