Park- und Straßenbäume in Berlin

  • Welches ist die größte populäre Unwahrheit über Berlin ?

    Berlin sei eine besonders grüne Stadt.

    Es ist zwar korrekt, dass der Grünanteil im europäischen Vergleich verhältnismäßig hoch ist.

    Jedoch nur für 7 Monate in der Vegetationszeit. Im Winter addiert sich die graue Stadt mit dem Grau der abgestorbenen Laubbäume.

    Wenn das Vorhaben in Berlin mehr Bäume zu pflanzen einen wirklichen Mehrwert bringen soll, müsste deutlich mehr in Immergrüne Arten investiert werden. Nur dann kann man auch im Winter die Lebensqualität erhöhen und die Tristesse vertreiben.

    Ich wäre sogar dafür ein Forschungsinstitut einzurichten um besonders resistente Pflanzenarten zu kultivieren, die mit wenig Anspruch und Kosten im städtischen Umfeld zurechtkommen.

  • Dekoratives Anführungszeichen

    müsste deutlich mehr in Immergrüne Arten investiert werden. Nur dann kann man auch im Winter die Lebensqualität erhöhen und die Tristesse vertreiben.

    Gibt einige Argumente die dagegen sprechen.

    Viele immergrüne Pflanzen, insbesondere Bäume, sind weniger resilient gegen Schadstoffe, tatsächlich ist der jährliche Laubwurf der Laubbäume wie eine Entgiftungskur für das Pflanzenindividuum. Verschlimmert wird der Zustand der Nadelbäume noch durch ganzjährige Bindung von Luftschadstoffen an den (harzigen) Nadel - Gut für die Luft, schlecht für die Pflanze. Die Fichte stirbt uns grad überall weg, Tanne mag Stadtluft auch nicht gern. Fichte und Kiefer wären auch optisch keine passenden Straßenbäume. In Parks und Gärten triff man sie ja trotzdem.

    Viele Nadelbäume können keine abgestorbenen Zweige unterhalb der Krone ersetzen, wären sehr schwierig in der Pflege unter Wegsicherungsaspekten, die sehen dann irgendwann aus wie ein Pinsel.

    Eiche oder Ahorn hingegen können bis ins hohe Alter überall am Stamm neu austreiben.

    Außerdem wachsen Tanne und Co. gern in die Höhe, 20 Meter+ Straßenbäume sind aber eher unpraktisch. Zudem verschatten sie im dunklen Winter Wohnungen und Straßen. Vielen dürften mehr Licht im Winter wichtiger sein als Laub am Baum.

    Bei kleineren, immergrünen Gehölzen wie Stechpalme ist aber sicher mehr Potential zur öffentlichen Stadtbegrünung vorhanden.

  • Ich beobachte in allen Straßen-, Park-, Wohn-, und Gewerbegebieten zig immergrüne Arten, die alle offenbar wunderbar existieren und überleben.

    Mehr davon.

  • ^^^ Nee, bitte nicht. Einen Boulevard "Unter den Fichten" mag ich nicht haben. Das mit der "populären Unwahrheit" ist doch Humbug. Es gibt sowas wie Jahreszeiten, und die dürfen auch in der Stadt gerne wahrnehmbar sein. Davon ab: Der November (mein Horrormonat) wird auch durch Kirschlorbeer im öffentlich Raum nicht erträglicher.

  • Dekoratives Anführungszeichen

    Ich beobachte in allen Straßen-, Park-, Wohn-, und Gewerbegebieten zig immergrüne Arten, die alle offenbar wunderbar existieren und überleben.

    Als Hecke zur Grundstucksbefriedung wahrscheinlich. Da passen sie auch gut. Wobei ich Thuja in privaten Gärten nicht empfehlen würde ;)

    Als Straßenbaum sind fast alle immergrünen Arten einfach schlechter geeignet als Laubbäume. Und in Parks stehen sie ja.

    Ich persönlich empfinde den hohen Anteil Alleen und generell Straßen(Laub)bäumen in Berlin als sehr angenehm und sehe da wenig Grund zur Veränderung. Direkt bei mir vor dem Haus stehen wunderschöne Eichen auf dem Mittelstreifen. Das ist für mich Lebensqualität.

  • Nadelbäume am Straßenrand und mitteleuropäisches Großstadt-Feeling gehen für mich irgendwie gar nicht zusammen. Ich denke dann immer, ich sei in Sibirien oder Kanada oder gleich kommen die sieben Zwerge um die Ecke. :D

    Ausnahmen sind für mich Weihnachtsbäume und auch warme Klimate (Pinien in Italien o.ä.).

    Und auch ich habe kein Problem mit laublosen Stadtbäumen im Winter. Im Gegenteil, ich finde das schwermütig-romantisch (oder so). Ein großer Park wie der Tiergarten kann dann bei vorhandenem Schnee richtig interessant aussehen.

  • Ich als Gärtner habe auf meinem Areal in 2 Jahren mehr als 20 immergrüne Pflanzen neu eingebuddelt. Wo vorher von Oktober bis April weitgehend depressive Einöde herrschte ist jetzt ganzjährig Naturgrün zu erleben. Es ist ein Unterschied von Tag und Nacht. Es macht jetzt sogar Spaß im November oder März zu grillen. Wer einmal die Vielfalt von Immergrün entdeckt hat will nie zurück in eine Zeit von laublosem Gestrüpp.

  • Es sollen aber auch bei den Straßenbäumen vor allem heimische Gehölze gepflanzt werden, da sieht es ja schon bei den immergrünen Sträuchern eher mau aus (Ilex, Liguster, Eibe, Buchs...)

  • Nun wurde eine Liste hergestellt wo die kommende 15 Jahre Bäumen gepflanzt werden sollen in Berlin gesamt > 238.412. Bäumen Die Kosten Laut Bericht / BZ ) 1 Milliarden Euro.

    Die meisten in Treptow - Köpenick. 38.417 Bäumen ( 91 % )

    Die " wenigsten " in Friedrichshain-Kreuzberg

    7.830 Bäumen. ( 48 %)

    ( Rest Liste > siehe Link )

  • ^ über dieses Thema Stand auch heute auf der BZ.

    Die Partei: FDP ist Strick dagegen. Von FDP Landeschef : Christoph Meyer.

    Grund: siehe Link.

    Durch 480 Mitarbeiter sollen neue Jobs für Bewässerung der Bäume entstehen.

    Umwelt-Staatssekretär Andreas Kraus von der CSU , kann sich sogar ein neues Landesamt für Klimaanpassung vorstellen.

    ^ Meiner Meinung zur deiner Frage : Wieso den nicht, wenn es Mitarbeiter gibt, die es gerne machen wollen.