Areal "Südlich Rödelheimer Landstraße" mit "Schönhof-Viertel"

  • Danke für deine Einschätzung. Ich sehe den Punkt, auch wenn ich es in Teilen anders bewerte. Es geht bei der erwähnten Höhenstaffelung eher um eine Möglichkeit zur Gliederung innerhalb sehr langer Baukörper, nicht um künstliche Abwechslung um der Abwechslung willen. Und natürlich sind Gründerzeitbauten und heutige Wohnprojekte in Struktur, Nutzung und nicht zuletzt aufgrund von Kosten- und Regulierungsgründen schwer miteinander vergleichbar. Auch wenn es natürlich immer filigraner, verspielter und ausgearbeiteter sein könnte.
    Aber ich lasse das jetzt mal so stehen, denn es folgen ja noch einige Teile des Updates, auch zum Thema Wandfarben und Co.

  • Erstmal vielen Dank für die Mühe und die anschauliche Darstellung. Die Qualität im Viertel variiert doch recht stark zwischen sehr ordentlichen Bauten und den bereits genannten Schuhkartons. Ich komme nicht aus Frankfurt und war auch noch nie dort, aber mir kommt es von den Posts hier so vor, dass insbesondere in FFM sehr viel auf verputztes WDVS in quadratisch, praktisch, gut gesetzt wird. Das ganze dann gerne in weiß, grau oder anthrazit angestrichen und mit minimalen Details versehen. Und in diesem Viertel sieht man leider auch bei ungefähr 40 Prozent der Bauten dieses Schuhkartonniveau. Ich sehe ja ein, dass man bei hohem Anteil an gefördertem Wohnraum Abstriche bei der Gestaltung machen muss. Aber ist dies wirklich alles, was wir an einigermaßen günstigem Bauen realisieren können? Wie viel teurer, vor allem im Verhältnis zum Gesamtbau, wäre eine etwas lebendigere, sinnlichere Fassade? Wenn diese Bauten ein paar Jahre alt sind, dann werden einige Straßenzüge, vor allem die grau angestrichenen Bauten, eher trist wirken. Natürlich helfen die schön angelegten Außenanlagen, aber Architektur sollte doch auch etwas mehr leisten können.

  • Teil 4:


    Hier beginne ich mit dem Rundgang um das „Valentina“.

    Optisch empfinde ich das „Valentina“ als einen der unansehnlichsten Baukörper im gesamten Neubaugebiet des Schönhof-Viertels. Das ist besonders schade, da dieser Standort nicht nur Wohnen bietet, sondern gleichzeitig auch eine zentrale Rolle im Quartier einnimmt, mit Nahversorgern, einer KiTa und dem Anschluss an den künftigen Quartiersplatz.

    Statt städtebaulicher Ausstrahlung, wie wir diese z.B. von Neubauprojekten aus dem Gallus kennen, präsentiert sich ein großer, fast hermetisch abgeschotteter Block mit lieblosen Streckmetallbalkonen. Die Fassadengliederung in der Vertikalen des Baukörpers ist so zurückhaltend, dass sie kaum wahrnehmbar ist, nur die stark ausladenden Balkone deuten darauf hin. Der Baukörper, man könnte auch sagen der Block wirkt monolithisch, recht kühl und abweisend.

    Einziger Lichtblick ist der grüne Fliesenspiegel der Fassade im Erdgeschossbereich, der zumindest auf dieser Ebene einen schönen Akzent setzt.


    Natürlich ist nachvollziehbar, dass zwei große Supermärkte, ein Café und eine Kita keine filigrane Fassadenarchitektur ermöglichen, bzw. dies nur äußerst schwierig umzusetzen ist, Funktion geht hier leider klar vor Form. Aber dennoch hätte man mit etwas mehr Gestaltungswillen mehr erreichen können. Ein gezielter Materialwechsel, großzügigere oder ein mehr an Glasflächen, hätten dem Gebäude nicht nur mehr Leichtigkeit verliehen, sondern auch seine öffentliche Funktion gestaltend und transparent unterstrichen. So bleibt es bedauerlicherweise bei einem sicher funktionalen, aber äußerst abweisenden Auftritt. viewpoint-eye.jpg


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    Nordwestliche Ecke des „Valentina“, mit der Einfahrt in die Joachim-Biermann-Straße, und einem leider für Frankfurt typischen Beispiel rücksichtslosen Falschparkens auf einem Bürgersteig.

    Positiv fällt im Vergleich dazu auf, dass im Schönhof-Viertel die Zahl der oberirdischen Stellplätze entlang der Fahrbahnen generell deutlich reduziert wurde (so entstehen eine Vielzahl an zusätzlichen "Grüninseln"). Das ist ein großer Unterschied im direkten Vergleich zur Platensiedlung, wo ein regelrechter Wildwuchs an oberirdischem Parken zu beobachten ist.


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    Auf dem nächsten Bild sieht man ganz gut, was ich damit meine. Auf dem anderen Bild ein Blick zurück zur Rödelheimer Landstraße mit seinen Altbauten:


    Bild: https://www.fvgffm.de/img/SHF/schoenhof39.jpg Bild: https://www.fvgffm.de/img/SHF/schoenhof40.jpg


    Noch einmal der Blick zurück in Richtung Altbauten, aber auch direkt auf das Café an der Südwestseite. Rechts daneben befinden sich die Eingänge zu Tegut und Aldi. Besonders gut gefällt mir an dieser Stelle der matte Kupferton der Fassadenverkleidung, eine angenehme Farbwahl im Kontext. In dieser Art oder Farbe hätte ich mir auch Teile der Fassade weiter oben gut vorstellen können.


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    Der zukünftige Quartiersplatz mit seinen kleinen aber gelungenen Grüninseln:


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    Die südliche Front des Valentinas nach Osten, hier viel freundlicher wirkend, da nicht so hermetisch abgeriegelt:


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    Und die kleinen Grüninseln des zukünftigen Quartierplatzes:


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    Die sehr abweisend wirkende „Ostwand“ des Valentina zur Valentina-Archipowa-Straße hin. Und einmal ganz ehrlich: Viel anders präsentiert sich auch die zuvor gezeigte Westseite nicht.

    An dieser Stelle treffen wir im Rundgang wieder auf das Baufeld C1 der Nassauischen Heimstätte, geplant vom Architekturbüro Landes & Partner. Diesen Bereich wollen wir uns gleich noch einmal im Detail ansehen. Eines muss man dem Büro lassen, es wird über den Entwurf diskutiert und so bringt man sich eben ins Gespräch.



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    Zuerst die Nordseite, das meiste habe ich dazu in Tel 3 bereits geschrieben, hier soll es vor allem um Detailbilder gehen viewpoint-eye.jpg:


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    An dieser Stelle wird besonders deutlich, was im Gesamtbild an dieser Stelle fehlt: eine klare räumliche Trennung zwischen öffentlichem und privatem Bereich. Die Eingangsbereiche liegen bei allen Gebäudeteilen direkt am Gehweg, ohne sichtbare Abgrenzung oder gestalterische Fassung, weder ein Zaun, noch eine niedrige Mauer oder auch nur ein stärker definierter Übergangsbereich markieren die Schwelle.

    Gerade im Erdgeschoss, mit Fenstern in Griffhöhe und direkten Blickachsen von der Straße, wirkt die Gestaltung dadurch zu offen, fast ungeschützt. Auch wenn hier ein schmaler Streifen mit Bepflanzung vorgesehen ist, fehlt eine klare Struktur, die zwischen den unterschiedlichen Räumen vermittelt.

    Im Vergleich dazu sind an anderen Stellen des Viertels, etwa entlang der Rödelheimer Landstraße bei den Baufeldern C2 und C3, gelungenere Lösungen umgesetzt worden. Mit vergleichsweise einfachen Mitteln wie Einfassungen, Mauern oder Zäunen gelingt dort eine elegantere, mondänere Adressbildung und eine stärkere visuelle Strukturierung des Straßenraums.


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    Weitere Detailaufnahmen als Vorschauen:


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    Nun zu den Hinterhöfen und dem massiven Einsatz der Fluchtwendeltreppen. Hier müssen wir sprechen. viewpoint-eye.jpg


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    Detailaufnahme:


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    Ein Blick in diesen Innenhof lässt mich irritiert zurück. Auf den ersten Blick ist hier vieles umgesetzt worden, was grundsätzlich positiv zu bewerten ist: eine grüne, gepflegte Gartenanlage, klare Trennung der Räume von privat und halböffentlich, ein kleiner Spielplatz, der gerade für Familien attraktiv sein dürfte, und eine insgesamt befriedigende Nutzbarkeit des Innenbereichs.

    Doch je länger man hinschaut, desto mehr verliert sich der Eindruck. Visuell ist das Ganze einfach zu viel. Die Farbgebung ist auch hier sehr kräftig: Rot, Blau, Beige im Pastell und dazu die hellbraunen hölzernen Fensterrahmen (die für sich alleine recht schick aussehen, wie ich finde). Für sich alleine genommen wären viele dieser Elemente vielleicht vertretbar, aber in der Kombination fehlt es an Zurückhaltung und Balance.


    Hinzu kommen die außenliegenden Wendeltreppen, die vermutlich als Fluchttreppen fungieren. Funktional bedingt nachvollziehbar (Kostendruck), aber gestalterisch wirken sie billig und rein technisch gedacht, sie überlagern die ohnehin kleinteilige Fassadenstruktur noch zusätzlich. Gerade im Ensemble mit allen angesprochenen Elementen, Balkonen usw. entsteht ein unruhiges, fast chaotisches Bild.

    Der Hof selbst ist eigentlich gut proportioniert, die Bepflanzung ordentlich angelegt, aber selbst hier ist vieles vielleicht zu eng gesetzt für meinen Geschmack, was den ohnehin überladenen Eindruck noch verstärkt. Weniger wäre hier mehr gewesen, sowohl farblich als auch im Umgang mit Bauteilen und einer solchen Fassadengliederung.


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    Bild: https://www.fvgffm.de/img/SHF/schoenhof50_2.jpg Bild: https://www.fvgffm.de/img/SHF/nz18.jpg

    Bild: https://www.fvgffm.de/img/SHF/nz20.jpg Bild: https://www.fvgffm.de/img/SHF/nz21.jpg


    Weitere Teile des Updates folgen, mit einem meiner Lieblingsareale des Neubaugebiets, dem Baufeld F3 und F2 der Instone Real Estate, entworfen von den Scharnberger Architekten. Ebenso kommt der (Central?) Park Ost zur Sprache.


    Vorschau:


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    Danke für die Aufmerksamkeit.

    Einmal editiert, zuletzt von Adama ()

  • Adama ich kann die Haltung zu den verwendeten Farben und Fluchttreppen in den Innenhöfen nachvollziehen.


    Aber um ehrlich zu sein: nach den letzten Jahren der monotonen Riegel- und Klotzbebauung habe ich lieber zu viel Kleinteiligkeit, als zu wenig.


    Neben den von dir angesprochenen Vorzügen weisen die Gebäude sogar noch eine (halb-) geschlossene Bauweise, eine Höhenstaffelung und einen halbwegs vertretbaren Dachabschluss auf. Deshalb würde ich trotz einzelner Irritationen festhalten, dass das Ergebnis deutlich überdurchschnittlich ist.

  • Es geht weiter mit Teil 5, allerdings werden die kommenden Teile mit deutlich weniger Text, dafür aber Bild intensiver ausfallen. Einerseits aus Zeitgründen (allein in dieses Update sind mittlerweile fast 20 Stunden Arbeit geflossen, mit Fotografieren, Bearbeiten und Schreiben), andererseits aber auch ganz bewusst:

    Ich möchte mit meiner subjektiven Sicht auf die Bauabschnitte nicht unbeabsichtigt Diskussionen lenken oder Meinungen beeinflussen. Vielleicht bietet reduzierter Text Raum für eigene Eindrücke, Meinungen.

    Auf diesem Weg kann eine vielseitigere Diskussion über das neue Viertel, dessen Bauteile und seinen Fortschritt entstehen.

    Danke fürs Mitlesen bis hierhin!


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    Blicke auf den zentralen Park Ost, zuerst von Quartiersplatz Richtung Westen:


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    Und damit sich das alles besser vorstellen kann, wie das mit ein wenig grün wirken wird (Es sind in der realen Planung weitaus mehr Bäume geplant), habe ich mit Firefly AI einen kleinen Park eingefügt:


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    Von Osten aus Richtung Quartiersplatz:


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    Die Baufelder F3 und F2 der Instone Real Estate, entworfen von Scharnberger Architekten, präsentieren sich abwechslungsreich und farblich gut aufeinander abgestimmt. Gehört zu meinen 2 Lieblingsprojekten auf dem Areal.

    Im Anschluss folgt dann der direkte Blick auf das benachbarte Baufeld F1, das sich aktuell noch im Rohbau befindet.


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    Auch hier der AI Vergleich mit und ohne Grün:


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    Kurzer Blick über den zukünftigen Park zurück zum Valentina:


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    Weitere Bilder als Vorschaubilder der Innenhöfe und der Westseite:


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    Vergleich zwischen dem aktuellen Zustand am geplanten Standort der Unterführung Birkenweg und einer AI-gestützten Vision. Natürlich würden die Fahrbahnen in der realen Umsetzung bereits deutlich tiefer liegen, die Darstellung dient lediglich der Veranschaulichung und soll die räumliche Idee unterstützen:


    Bild: https://www.fvgffm.de/img/SHF/schoenhof59.jpg Bild: https://www.fvgffm.de/img/SHF/schoenhof59_1.jpg


    Innenhöfe:


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    Bild: https://www.fvgffm.de/img/SHF/schoenhof67.jpg Bild: https://www.fvgffm.de/img/SHF/schoenhof68.jpg Bild: https://www.fvgffm.de/img/SHF/schoenhof66.jpg Bild: https://www.fvgffm.de/img/SHF/schoenhof70.jpg Bild: https://www.fvgffm.de/img/SHF/schoenhof63.jpg Bild: https://www.fvgffm.de/img/SHF/schoenhof62.jpg


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    Baufeld F1:


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    2 Mal editiert, zuletzt von Adama ()

  • Teil 6.

    An dieser Stelle weichen wir etwas von der ursprünglichen Strecke ab. Teil 7 wird sich dann mit den Innenhöfen der Baufelder E1, E2 sowie D1, D2 und D3 befassen.

    Jetzt bleiben wir zunächst im Bereich der Brigitte-Frauendorfer-Straße, auf der Seite zum Park hin, mit besonderem Augenmerk auf das sehr gelungene Torhaus des „Nuville“, entworfen von Karl Dudler Architekten.


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    Bild: https://www.fvgffm.de/img/SHF/schoenhof79.jpg Bild: https://www.fvgffm.de/img/SHF/schoenhof80.jpg Bild: https://www.fvgffm.de/img/SHF/schoenhof81.jpg Bild: https://www.fvgffm.de/img/SHF/schoenhof72.jpg Bild: https://www.fvgffm.de/img/SHF/schoenhof73.jpg Bild: https://www.fvgffm.de/img/SHF/schoenhof96.jpg Bild: https://www.fvgffm.de/img/SHF/schoenhof97.jpg Bild: https://www.fvgffm.de/img/SHF/schoenhof100.jpg Bild: https://www.fvgffm.de/img/SHF/schoenhof92.jpg Bild: https://www.fvgffm.de/img/SHF/schoenhof91.jpg


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    Torhaus Komplex Nuville mit Details:


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    Westliche Kurve Brigitte-Frauendorf-Straße:


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    3 Mal editiert, zuletzt von Adama ()

  • Teil 7, Hinterhöhe, Innenhöfe von E1, E2 und D1,2,3:


    Zuerst die Blickachsen am südöstlichen Ende von E2 und D3:


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    Bild: https://www.fvgffm.de/img/SHF/schoenhof04.jpg Bild: https://www.fvgffm.de/img/SHF/schoenhof06.jpg


    Bild: https://www.fvgffm.de/img/SHF/schoenhof07.jpg Bild: https://www.fvgffm.de/img/SHF/schoenhof13.jpg


    Bild: https://www.fvgffm.de/img/SHF/nz03.jpg


    Platz zwischen D2 und D3:


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    Blick nach rechts zur KiTa und der Rundung des Gebäudeteils E2:


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    Richtung Torhaus Nuville:


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    Westliche Süd- und Nord Solitäre:


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    Weitere:


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    Bild: https://www.fvgffm.de/img/SHF/schoenhof13.jpg  Bild: https://www.fvgffm.de/img/SHF/schoenhof16.jpg



    Platz zwischen D1 und D2:


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    Vom Platz nach Norden:


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    Und nach Süden, vorbei hinter dem Torhaus:


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    Bild: https://www.fvgffm.de/img/SHF/schoenhof82.jpg Bild: https://www.fvgffm.de/img/SHF/schoenhof85.jpg Bild: https://www.fvgffm.de/img/SHF/schoenhof86.jpg



    Zentraler Platz bei Durchgang Torhaus Nuville:


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    Nach Links von gleicher Position:


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    Blick von der entgegengesetzten Seite:


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    Nach rechts von gleicher Position:


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    Das war es fürs Erste. Ein paar Nachzügler folgen noch in einem separaten Beitrag. Vor allem von der Ostseite der Baufelder E1 und E2 fehlen noch einige Perspektiven, die ich dann nachreiche.



    Fazit zur Neubebauung des Schönhofviertels:


    Nach vielen Jahren der Planung und mittlerweile weit fortgeschrittener Umsetzung lässt sich das Schönhofviertel heute als ein ambitioniertes, aber auch dringend benötigtes und in weiten Teilen gelungenes Stadtentwicklungsprojekt beschreiben. Auf zuvor größtenteils ungenutzter Fläche entstanden innerhalb weniger Jahre mehrere hundert Wohnungen, ergänzt durch Einzelhandel, Infrastruktur und zudem weitere öffentliche Räume.

    Städtebaulich folgt das Viertel einer klassischen Blockstruktur mit klaren Raumkanten zur Straße und großzügigen, autofreien Innenhöfen. Gerade diese Innenbereiche bieten teils hochwertig gestaltete Wege, Grünflächen und Spielplätzen, eine angenehme Aufenthaltsqualität, auch wenn nicht alle Höfe gestalterisch gleich gelungen ausfallen. Die Blockstruktur hätte durch z.B. durch Staffelgeschosse gewinnen können.


    Positiv hervorzuheben sind besonders die Baufelder D2, F1 und F2 sowie das Florentinus:

    Das Torhaus auf D2, entworfen von Karl Dudler Architekten, überzeugt durch klare Proportionen, gute Materialwahl und eine städtebaulich markante Platzierung. Auch die von Scharnberger Architekten geplanten Baufelder F1 und F2 wirken durchdacht und gelungen, mit stimmiger Farbgestaltung, ruhiger Fassadengliederung und einer insgesamt angenehmen Präsenz im Viertel.


    Demgegenüber bleiben andere Bereiche deutlich hinter den Möglichkeiten zurück. So wirkt etwa das großvolumige „Valentina“ trotz seiner zentralen Bedeutung für das Quartier gestalterisch schwach. Sehr positiv ist Raumwirkung an der Rödelheimer Landstraße mit seinen breiten Fußgängerwegen und den zumeist wertig wirkenden Fassaden. An der Valentina-Archipowa-Straße gibt es Abschnitte, in denen die Schwelle zwischen öffentlichem Raum und privater Erdgeschosszone wenig definiert ist. Hier sollte man nachbessern.


    Ein besonders deutlicher Schwachpunkt ist derzeit die Erreichbarkeit des Viertels für alle Verkehrsteilnehmer. Die Anbindung ist in jeder Hinsicht verbesserungswürdig: Für den Autoverkehr gibt es nur wenige Zufahrten; Fußgänger und Radfahrer stoßen auf unattraktive oder gar inoffizielle Wegeführungen, etwa zum Bahnhof West. Die Verbindung zur City West bleibt durch die fehlende Unterführung am Birkenweg weiterhin blockiert. Ein städtebauliches, extremes Defizit, das dringend behoben werden sollte.


    Trotz aller noch vorhandenen Schwächen bleibt das Schönhofviertel meiner Meinung nach ein gelungener Beitrag zum innerstädtischen Wohnungsbau in Frankfurt. Die Mischung aus gefördertem und frei finanziertem Wohnraum, die Integration von Nahversorgung, zukünftig auch Schulen, Kita und wohnungsnahen Grünarealen sowie die Nachverdichtung auf wenig ungenutztem Areal machen das Projekt stadtplanerisch sinnvoll und zukunftsfähig.

    Bei den zukünftigen Baufeldern des nächsten Bauabschnitts wünsche ich mir allerdings mehr gestalterische Finesse, Liebe zum Detail und eine stärkere Vielfalt in der Ausformung der Baukörper.


    Mit der Fertigstellung der beiden Parkanlagen im Osten und Westen wird die Aufenthaltsqualität nochmals deutlich steigen. Diese Grünräume haben das Potenzial, nicht nur Naherholung zu bieten, Verbindungen innerhalb des Viertels zu stärken, und hoffentlich mittelfristig auch die Anbindung nach außen zu verbessern.



    Ich bin gespannt, wie sich das Viertel in den kommenden Jahren weiterentwickeln wird. Das Grundgerüst steht, jetzt kommt es auf die Feinjustierung an.

    2 Mal editiert, zuletzt von Adama ()

  • Top Adama, wie immer, und besten Dank. Das Viertel ist aus meiner Sicht wenigstens "anständig" verdichtet. Hier wurde nicht zuviel Bauland verschwendet. Der Durchstich zur City West muss und wird sicher erfolgen, alles andere macht aus meiner Sicht keinen Sinn. Arbeite selbst im Industriehof um die Ecke und kenne den illegalen Weg zwischen den Schienen zum Westbahnhof. Surreal. Zu den von dir kritisierten Aussenwendeltreppen habe ich allerdings eine andere Meinung. Erstens stören sie mich rein ästhetisch nicht besonders und zweitens ist nunmal ein 2. Fluchtrettungsweg zwingend erforderlich. Wie bei meiner damaligen eigenen ETW in Bergen leidvoll erfahren, macht die Bauaufsicht zusammen mit der Feuerwehr da, richtigerweise, keine Kompromisse. Überall dort, wo die Leiterwagen der Feuerwehr nicht anfahren, ihre "Stempel" oder wie die Dinger heißen zum festen Stand ausfahren und anleitern können, müssen im Prinzip Leitern hin. Diese dürfen maximal je 10 m lang sein und brauchen dann einen Übergang, z. B. zu einer weiteren Leiter. Sieht auch nicht wirklich gut aus, rettet im Brandfall aber Leben. Insofern gefallen mir die Wendeltreppen sogar recht gut. Diese benötigen wohl auch weniger Platz an der Fassade. Von den Mietern/Eigentümern ist halt in Kauf zu nehmen, dass theoretisch der eine dem anderen auf den Balkon steigen kann und für Einbrecher ist es wohl auch nicht allzu schwer von unten hochzusteigen!? (M)eine damalige Rettungsleiter ging nicht ganz hinunter, sondern endete ca. 2-3 m über dem Boden. Dieses letzte Stück musste durch Entsperrung von oben ausgelöst werden, sodass das restliche Leiterstück heruntergeschnellt wäre und somit bis zur Erde gereicht hätte. Also alles nicht so einfach dieses sehr diffizile Thema des 2. Fluchtweges ...Sorry, bissi off topic, aber passte jetzt einfach hier mal hin.

  • vielen Dank für die Mühe. Ich bin in letzter Zeit häufiger beim Aldi und beim Tegut dort - noch kann man herrlich entspannt einkaufen. :) Zur Wirkung des Viertels bin ich aber pessimistischer als Adama. Es klang hier auch in anderen Beiträgen durch - warum muss man im Jahr 2025 immer noch bauen, dass offensichtlich ist, was öffentlich gefördert wurde und was für Eigentümer gedacht ist? Wir haben Zugriff auf unglaubliche Rechenleistung und modernste Materialien - trotzdem wirkt der Großteil, als habe der Statiker das Gebäude gleich mitentworfen. Das Ganze erinnert mich an den Ostbahnhof, wo engagierte Büros wirklich gute Architektur entwickelt haben - nur damit Herr Junker mit seinem Geiz die Wirkung des Viertels deutlich limitiert. Diese Schuhkästen werden in 4-5 Jahren noch schäbiger aussehen, wenn erst de Umwelteinflüsse die Fassaden beeinträchtigen. Diese grünen Fliesen erinnert mich irgendwie an ein Klo in den 80er Jahren. Kann man sich nicht ausdenken. Insgesamt gibt es ein paar gelungene Entwürfe, aber für mich sind die leider in der MInderheit. Und das die Stadt wieder einmal die nahverkehrliche Anbindung eines Viertels verschläft, verwundert nach dem Europeviertel-Desaster eigentlich auch. Das da ein Tunnel fehlt, muss doch jedem klar sein.

  • Ja, das Einkaufserlebnis dort ist momentan herrlich, das stimmt wohl!


    Hier noch wie angekündigt die letzten Nachzügler von der Ostseite der Baufelder E1 und E2.


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    Bild: https://www.fvgffm.de/img/SHF/nachz03.jpg Bild: https://www.fvgffm.de/img/SHF/nachz00.jpg Bild: https://www.fvgffm.de/img/SHF/nachz04.jpg Bild: https://www.fvgffm.de/img/SHF/nachz05.jpg Bild: https://www.fvgffm.de/img/SHF/nachz06.jpg

    Bild: https://www.fvgffm.de/img/SHF/nachz08.jpg Bild: https://www.fvgffm.de/img/SHF/nachz07.jpg



    Edit am 14.08.2025

    Leider wurden die folgenden Beiträge ohne Hinweis darauf in ein anderes Thema verschoben und somit eine so wichtige Debatte über das Viertel als auch dieses Thema selbst. Daher von mir der Verweis zu den für das Schönhofviertel sehr wohl relevanten Beiträge:


    4 Mal editiert, zuletzt von Adama ()


  • Der Zeppelin kam Ende August auch beim Schönhofviertel vorbei. Ansicht mit Blick nach Nordosten. Unten rechts die Baustelle der Hybridschule - siehe Beitrag #103 von Schmittchen

  • Der Quartierpark Ost ist in den letzten 4 Wochen gut vorangekommen. Beeindruckend die Verschattung in dieser Jahreszeit zur Mittagszeit/höchster Sonnenstand. Sonne kann da nur von Westen kommen - das, was nach Passieren der Hybridschule dann noch ankommt.


    Blick nach Westen Richtung Ludwig-Landmann-Straße. Mitte links die "aufstrebende" Hybridschule ;)


    Blick nach Nordosten Richtung Rödelheimer Landstraße/Goldina-Hirschberg-Straße