Opernneubau auf dem Baakenhöft [Wettbewerb entschieden]

  • In einem ersten NDR Bericht werden nochmal die 340 Mio Baukosten als Vorgabe der Kühne-Stiftung betont. In den nächsten zwei Jahren werde nun geprüft, ob sich das Gebäude mit allen Anforderungen in diesem Rahmen realisieren lässt. Wird Ende 2027 dann der Bau beschlossen, sei die Kühne-Stiftung verpflichtet, das Gebäude fertigzustellen "Koste es, was es wolle." Zitat Jörg Dräger.

    Interessant sind ab Sekunde 47 auch die Bilder der Grundrisse und Querschnitte. Erstaunlich, wie klein der Saal im Verhältnis zu den Räumen hinter der Bühne ist.

    NDR Beitrag

    Einmal editiert, zuletzt von Elbsandstein (14. November 2025 um 09:54) aus folgendem Grund: typo

  • … ein ereignisreicher Tag für Architekturentscheidungen in Deutschland, und dann auch noch für zwei Opernhäuser.

    Dieses hier und dann das der Oper am Rhein in Düsseldorf.

    Sehr interessant wie unterschiedlich die preisgekürten Entwürfe sind. Allerdings ist das auch der unterschiedlichen Lage und dem völlig unterschiedlichen Umfeld geschuldet.

    Hier in Hamburg ist die Lage nicht zu übertreffen und der Entwurf holt das raus was für mich hier rauszuholen war. Er kann seine nordeuropäischen ( nicht hanseatischen) Urheber nicht leugnen, wirkt leicht, luftig… sehr inspirierend. Auch das als nordisches Littoral gestaltete Umfeld finde ich ausgezeichnet. Insbesondere die ausgewachsenen Kiefern und die Dünenlandschaft zur Halbinselspitze hin.

    Ein aussergewöhnlich demokratisches Opernhaus, völlig anders als der Düsseldorfer Entwurf.

  • Ich finde das ist ein sehr gelungener Entwurf! Bisher habe ich die Entwicklung entspannt auf mich zukommen lassen, und jetzt finde ich schade das erst in zwei Jahren die Bauentscheidung getroffen wird. Auf den Plänen die im NDR zusehen sind geht ja jetzt schon hervor, wie viel mehr die Oper bekommt. Vielleicht wird so Oper was für mich. Die Elbphilharmonie hat da für die Klassik näher gebracht.

    Eine verpasste Chance sehe ich darin, dass auf dem Vorplatz zur Elbe hin, die Terrassen Struktur des Gebäude nicht genutzt wird für eine outdoor Bühne um im Sommer den Raum zu bespielen und noch nahbarer die Oper zu den Menschen zu bringen.

  • Dekoratives Anführungszeichen

    Auch das als nordisches Littoral gestaltete Umfeld finde ich ausgezeichnet. Insbesondere die ausgewachsenen Kiefern und die Dünenlandschaft zur Halbinselspitze hin.

    Das ist mir auch sofort aufgefallen. Man sollte nicht unterschätzen wie sehr die Qualität des Entwurfs von diesem Punkt abhängt. Fragt sich nur, ob das auch so umgesetzt wird. Wer einmal ein Ferienhaus in Dänemark in den Dünen bewohnt hat, weiß, wie schnell man den feinen Sand im Haus hat.

    Ist aber auch meiner Meinung nach ein ausgesprochen gelungener Entwurf. Ich habe schon befürchtet, dass man einen optischen Gegenpol zur Elbphilharmonie würde schaffen wollen. Gott sei Dank war man klug genug darauf zu verzichten. Auch das Interior: erste Sahne - soweit man das bisher beurteilen kann.

  • Dekoratives Anführungszeichen

    Eine verpasste Chance sehe ich darin, dass auf dem Vorplatz zur Elbe hin, die Terrassen Struktur des Gebäude nicht genutzt wird für eine outdoor Bühne um im Sommer den Raum zu bespielen und noch nahbarer die Oper zu den Menschen zu bringen.

    Ein legitimer Gedanke. Ich denke aber, dass es mindestens zwei Gründe gibt, die dagegen sprechen könnten:

    1) Dieser Ort ist durchaus stärker Wind und Wetter ausgeliefert, da von Wasser von zwei Seiten umgeben. Wind, Schiffslärm etc. dürften die Klangqualität besonders bei so feiner Kunst wie der Oper deutlich schmälern.

    2) Im Hinblick auf die Eventisierung ist es vielleicht nicht so schlecht, die bereits bestehenden Möglichkeiten intensiver zu nutzen. Ob Magellan-Terrassen, Marco-Pollo-Terrassen oder der Platz rund um das Störtebeker Ufer / Busanbrücke sind bereits geeignete Flächen für Events. Hinzu kommen Bereiche um das Überseequartier. Sich an der Spitze des Baakenhöfts vermeintlich in Ruhe zurückziehen zu können in den Dünen wäre etwas neues.

  • ^

    Danke, ich mag den Siegerentwurf. Insbesondere seine fließenden Verbindungen und die Integration mit den Außenanlagen, fast schon organisch, aber sehr zurückhaltend.

    Aber jetzt, nachdem ich den Entwurf von GMP international GmbH, Hamburg, mit Diller Scofidio & Renfro, New York

    gesehen habe, liegt er nur noch auf Platz 2.

    Wow! Schade, dass dieser Entwurf nicht gewonnen hat. Sehr beeindruckend auf den ersten Blick und auch weit gedacht, mit den Open Air Tribünen. Da warte ich gespannt auf weiteres Bildmaterial.

    Einmal editiert, zuletzt von Adama (15. November 2025 um 01:00)

  • Hab mir heute auch die Entwürfe angesehen.

    Fazit: der Siegerentwurf von BIG ist der "simpelste", im Prinzip ein großer, mittig platzierter Kasten um den dann große grüne Terrassen und Rampen gezogen werden. Als fast einziger Entwurf setzt er die Idee des begehbaren Dachs konsequent um. Obwohl alles so grün und zugänglich scheint, ist der Freiraum nicht gut proportioniert. Die Uferkante sollte m.E. komplett grün sein, wie beim Baakenpark. Es fehlt angemessener Eingangsbereich (Opernvorplatz) in Richtung Baakenhafenbrücke / Lohsenpark / U4. Von dort werden ja die meisten Besucher kommen. Ich hoffe hier kann noch nachgearbeitet werden - Potenzial ist auf jeden Fall da! Juryentscheidung geht insgesamt klar.

    GMP sieht auf den ersten Blick spektakulär aus, auf den zweiten Blick wie ein Raumschiff ( direkt aus Star Trek) und auf den dritten Blick ist alles zu viel, zu überladen, zu viele merkwürdige Ideen und Details (Gezeitenbecken, zusätzliche Außenbühnen, eine Neuinterpretation des Treppenhauses der Opera Garnier von Paris ....).

    PFP machen städtebaulich alles richtig: guter Auftakt mit Vorplatz in Richtung Loosepark, Baukörper rückt an die Spitze der Landzunge. Architektonisch passt aber so gar nichts zueinander.

    Sou Fujimoto hat eine Mischung aus Salatschüssel und Fußballstadion entworfen.

    Snøhetta haben das Opernhaus von Sydney als Franzbrötchen neu interpretiert. Gefällt mir sehr! Aber grüne Elemente und das gewünschte, begehbare Dach fehlen irgendwie komplett.

  • Intro eines FAZ-Artikels (leider hinter der Paywall) zur Oper:

    Ein Opernprojekt als Menetekel: Die Hansestadt, eben noch bewundert für ihren Pragmatismus, setzt auf Architekturkitsch und frönt einem unerquicklichen Neofeudalismus.

  • ^ Der Autor kritisiert, dass die Stadt nach Milliarden für Elbphilarmonie und den Einstieg beim Elbtower nun weitere Millionen für ein neues Opernhaus ausgebe, obwohl es bereits ein respektables gebe und zuvor nie ein Bedarf für einen Neubau festgestellt worden sei. Der steuersparende Milliardär Kühne, der bereits vom Elbtower-Deal profitiert habe, bekäme von der Stadt nun seinen nächsten Prestigebau, für den er selbst nicht viel mehr als 300 Millionen zuzuschießen gedenkt, während für die Stadt trotz Vertrag Kosten von mindestens 700 Millionen zu erwarten seien. Für den Bau würde Tschentscher auf das Geld aus dem Schuldentopf von Friedrich Merz zählen. Bjarke Ingels hinwiederum habe die Jury in Person von Kühne mit Reminiszenzen an sein Hotel Fontenay, die Grünen mit "urbanen Pseudobiotopen" und kitschiger "Dünen- und Waldromantik" geködert.

  • Was für ein Quark (- der FAZ Artikel).

    Dem Autor ist offenbar noch nicht einmal bekannt, dass das begrünte und begehbare Dach eine faktische Vorgabe des Sponsors war. Also der Wunsch von jemanden, der allzu großer Nähe zu den Grünen vollständig unverdächtig ist.

    Hauptsache man macht aus einen paar Bäumen und etwas Gras einen Kulturkampf, statt sich daüber zu freuen, dass Hamburg einen Oper erhält, von der alle etwas haben.

  • Wirklich ziemlich unterirdisch dieser Artikel, selbst für die FAZ... Da stimmt ja wirklich nichts, weder die Zahlen, noch die Vergleiche. Irgendwie habe ich fast das Gefühl der Autor nimmt da irgendwas persönlich.

  • Ja, Adama, da stimme ich Dir zu. Der Siegerentwurf wäre auch bei mir nur der 2. Platz. Organisch schön in die Landschaft integriert, von der Seite aus gesehen auch sehr schön harmonisch und fließend konstruiert, von oben aber teilweise vielleicht nicht unsicht-, so aber doch zumindest unscheinbar. GMP schlägt hier einen absoluten "Eyecatcher" vor, der auf mich eine extrem hohe Ausstrahlung hat und mich beim ersten Anblick in ein "Wow" verfallen ließ. Vielleicht passt der Entwurf ja von den Ausmaßen her in Frankfurt an die Stelle der geplanten alten "neuen" Oper ... ;)

  • Vielen Dank für die Bilder. Ich für mein Empfinden bleibe dabei, dass das beste Design gewonnen hat. Diese überdimensionierten Treppen erzeugen ein Gefühl des "viel zu viel".

    Frage an die Profis: Kann es nicht sein, dass durch die gebogene Treppenform, die zum Grund zugespitzt zum Trichter wird, bei entsprechendem Starkregen ungeheure Wassermassen auf einem Punkt zusammenkommen würden? Meine das vierte Bild aus Sicht der HCU.

  • Der GMP Entwurf ist (mir) viel zu unruhig und schreiend. An dieser Stellle (ein traditionelles Hoeft) die hafentypische Kaimauer gegen eine stupide Steinschuettung auszutauschen ist ausserdem Unsinn 'hoch drei' und verkennt total die Genese des Ortes.

  • Beim gmp Entwurf stört mich das große weiße Dreiech was man wenn man über die Brücke oder den Lohsepark schaut sehen würde. Gerade bei trüben Wetter wirkt Weiß sehr grau und das hat man in Hamburg oft. Unschön ist auch die braune Wand auf der anderen Seite. Die wirkt irgendwie falsch und dürfte wirklich riesig sein. Aber alles in allem ein wirklich guter Entwurf, nur BIG finde ich trotzdem besser.