Opernneubau auf dem Baakenhöft [Wettbewerb entschieden]

  • "Auch die Finanzen des Projekts sind im Vertrag geregelt: Die Stadt übernimmt demnach wie angedacht 147,5 Millionen Euro für sogenannte standortspezifische Mehrkosten wie den Hochwasserschutz. Die Summe war im Vorfeld als "gedeckelt" bezeichnet worden. Nun ergibt sich aber: Das ist dann doch noch nicht alles, was die Stadt zahlen muss. Hinzu kommen noch einmal rund 104 Millionen Euro für die Ertüchtigung des Grundstücks in der Hafen-City sowie die dortigen Freiräume. Plus knapp eine halbe Million Euro für Personal und Rechtsberatung, "damit das Projekt seitens der Stadt optimal begleitet werden kann", wie es heißt."


    https://www.competitionline.com/de/news/markt/…arde-12512.html

    https://www.hamburg.de/politik-und-ve…enhoeft-1091072

    ein 250 millionen euro teures geschenk für den steuerzahler! danke kühne!

  • Machen wir die Rechnung mal auf.

    Der Senat veranschlagt die Sanierung Oper am Dammtor auf ca 1. Millarde. Ziehen wir davon mal die Kosten durch die Stadt ab:

    250 Millionen für einen Neubau der durch die Stadt Hamburg getragen wird

    300 Millionen die Kühne (+ angemessener Kostensteigerungen, ich schätze wenige Prozentpunkte)

    gegen.

    Bleiben 450 Millionen € die gedeckt werden müssten für die Sanierung.

    Im falle des Neubaus:

    Ergibt eine direkte, tatsächliche Belastung von 250 Millionen €.

    Ziehen wir das von 1. Milliarde ab, bleiben 750 Millionen € Ersparnis. Da ohnehin klar ist, dass 250 Millionen nicht ausreichen, hilft Kühne mit 300 Millionen aus, wo in Endeffekt (wie bei der Elbphilharmonie) nur Kosten für den Betrieb und die Instandhaltung anfallen. Spoiler: das würde in jedem Szenario eine laufende Belastung sein. Daher klammern wir das auch aus.

    Ergo: für den Steuerzahler ein Ersparnis von 750 Millionen.

    Das kann man für einen Neubau definitiv als Geschenk betrachten.

    Verstehe nicht was du hier für ne Stimmung verbreitest

  • Die Entscheidung naht

    Das Abendblatt berichtet von studentischen Entwürfen der Elb-Oper, die eine Masterclass von Carsten Roth an der TU Braunschweig vorgelegt hat. „Die Frische dieser Entwürfe hat uns überrascht“, wird Roth zitiert. Das kann ich, zumindest anhand der Abbildungen auf der Abendblatt-Website, nicht so ganz nachvollziehen. Da findet sich z. B. ein Kugelbau, der wie eine Mischung aus Boulées Kenotaph für Newton und dem Star-Wars-Todestern wirkt, nur halt mit gläserner Hülle. Ein anderer Entwurf erinnerte mich spontan an Niemeyers Kathedrale in Brasilia, jedoch ohne deren Eleganz. Also irgendwie eher retro als frisch, wenn auch keineswegs unspektakulär. Wichtige Nebeninfo: Die Jury für den Wettbewerb um den Bau des neuen Opernhauses soll morgen zusammenkommen. Die Entscheidung wird laut Abendblatt voraussichtlich am Donnerstag bekannt gemacht werden.

    Quelle: https://www.abendblatt.de/hamburg/kultur…er-hamburg.html (ggf. Paywall)

  • Es gibt zumindest ein offiziell zur Verfügung gestelltes Pressebild. Also rein damit, statt einem Link nach dem anderen.

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    Bild : BIG & Yanis Amasri Sierra, Madrid, Spain

    Ein Auszug aus der Pressemitteilung der Stadt gleich hinterher. Beachtet bitte den Hinweis auf die Ausstellung am Ende dieses Beitrags.

    Bjarke Ingels Group gewinnt Qualifizierungsverfahren zum Opernneubau

    Eine Jury aus Vertreter*innen der Stadt, der Kühne-Stiftung und externen Expert*innen hat sich gestern einstimmig für den Entwurf ausgesprochen. Der Entwurf sieht ein herausragendes Opernhaus mit einer einladenden, rundum begehbaren Dachlandschaft vor, die sich zu allen Seiten zur Elbe und in die Stadt hinein öffnet.

    Der Siegerentwurf wird nun in den kommenden voraussichtlich zwei Jahren in enger Abstimmung mit der Stiftung, der Stadt und der Hamburgischen Staatsoper als künftiger Nutzerin konkretisiert. Am Ende dieser erweiterten Vorplanung und einer belastbaren Kostenschätzung wird die Kühne-Stiftung abschließend über die Realisierung des Neubaus entscheiden. Als Standort ist das Baakenhöft in unmittelbarer Elbląge in der HafenCity vorgesehen.

    Aufsetzend auf eine theaterfachliche Vorplanung wurde das architektonische Qualifizierungsverfahren von der Hamburgische Staatsoper Projekt gGmbH durchgeführt.

    Die Jury bescheinigt dem Entwurf des Teams der Bjarke Ingels Group ein wohlüberlegtes Konzept und einen städtebaulich überzeugenden Ansatz. Er sei eine „gelungene Symbiose aus guten Bedingungen für ein Opernhaus und spannendem Wahrzeichen für alle Hamburgerinnen und Hamburger“. Als besonderes Merkmal wurden die großzügigen Dachauskragungen der Fassade gewürdigt, aus denen eine Kaskade von eleganten Balkonen resultiere: „De facto entsteht eine Spirale aus Dachgärten, die mit einheimischen Bäumen, Büschen und Gräsern bepflanzt wird und der Öffentlichkeit als Aufenthaltsort zur Verfügung gestellt wird. So kann das Operngebäude vollständig umrundet werden, um Blicke zur Stadt, zur HafenCity und zum Hafen zu genießen.“ Der Entwurf werde insbesondere bei Nacht zur Ikone, wenn seine ausufernden „Blätter“ von unten beleuchtet einer aufsteigenden Blüte ähnelten.

    Edit: Es folgen weitere Ansichten.

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    Bilder: BIG & Yanis Amasri Sierra, Madrid, Spain

    Vom 14. November bis 30. November, werden alle Entwürfe im Kesselhaus, Am Sandtorkai 30, 20457 Hamburg in der HafenCity ausgestellt.

    Öffnungszeiten: Freitag 14.11. ab 15 Uhr, sonst:

    Dienstag bis Freitag: 10:00–17:00 Uhr

    Samstag und Sonntag: 11:00–17:00 Uhr

    montags geschlossen

    Eintritt frei

  • Ich muss zugeben, dass beim Blick auf das erste Bild der Entwürfe sich auch bei mir kein Wow eingestellt hat.

    ABER: Je mehr Bilder ich sehe und je länger ich sie wirken lasse, umso besser empfinde ich die Auswahl. Dies liegt an verschiedenen Aspekten. Zunächst grundsätzlich an der Lage. Die zukünftige Oper wird flankiert von der sehr prägenden Elphi und dem Elbtower mit seiner leuchtenden Fassade im Hintergrund. Da tut es in der Tat gut, ein "leises" Highlight dazwischen zu haben, das besonders nachts in der Ansicht von der gegenüberliegenden Uferseite magisch wirkt.

    Hinzu kommen die Aspekte der Begehbarkeit. Die Möglichkeit, das Gebäude so intensiv zu umrunden ist spannend. Hinzu finde ich die Begrünung in der Form zeitgemäß. Es ist genug Fläche versiegelt und dementsprechend wirkt für mich diese Idee nach mehr als nur einer Alibilösung wie in anderen Bauvorhaben mit vermeintlich begrünten Dächern.

    Hoffentlich bekommen wir a) die anderen Entwürfe noch zu sehen und b) ist der folgende Satz nur der übliche Verlauf bei solchen Projekten und entpuppt sich nicht als Falle, bei der dann doch nur die Stadt in Vorleistung gegangen sein muss hinsichtlich der vorbereitenden Maßnahmen:

    "Am Ende dieser erweiterten Vorplanung und einer belastbaren Kostenschätzung wird die Kühne-Stiftung abschließend über die Realisierung des Neubaus entscheiden."

  • ^ Da geht es mir ähnlich. Mich hat die Visualisierung aus der Vogelperspektive zunächst etwas irritiert. Mein erster Gedanke: Sieht so aus, als hätten sie den (begrünten) Bunker Feldstraße im Hafen versenkt. Doch bei genauerem Hinschauen vermag ich dem Entwurf einiges abzugewinnen. Ein Bau, der sich gegen die Elbphilharmonie behaupten kann, ohne diese übertrumpfen zu wollen. Das begehbare Dach war ja m. W. – aufgrund Kühnes Wünschen – gewissermaßen gesetzt und ist hier ansprechend gestaltet. Insofern: Daumen hoch!

  • Dekoratives Anführungszeichen

    Sicherlich wirkt es innovativ und ökologisch

    Mit der Ökologie ist das so eine Sache. Ich sehe da eher ein perfektes Beispiel, wie man Vogelschlag provoziert: viele Bäume vor spiegelnden Glasfassaden.

    Ansonsten ein durchaus netter Entwurf, zumindest nicht hässlich, was schon sehr viel wert ist. Ziemlich auf den Punkt, um ein sowohl repräsentatives Gebäude zu entwerfen, wie es sich für eine Oper gehört, aber auch nicht ganz so aufzutrumpfen... angesichts der Diskussionen über auftrumpfende Bauvorhaben in Hamburg.

  • Hinsichtlich Lage und Begehbarkeit hat der Entwurf ja viele Gemeinsamkeiten mit der Osloer Oper und beide Eigenschaften werden sie zu einem ebensolchen Besuchermagneten machen wie das norwegische Vorbild.

    Hinsichtlich Architektur übertrifft der Entwurf m.E. das nordische Vorbild sogar noch - die abgerundeten Formen, die schlanken auskragenden Dächer und die hölzernen Innenverkleidungen wirken sehr elegant. Hinzu kommt die wirklich ansprechende und fast natürlich wirkende Begrünung, die im Übrigen Ähnlichkeiten hat mit der erst kürzlich geschaffenen um die ebenfalls von einem Mäzen gestifteten und auch am Wasser gelegenen Oper von Kopenhagen - angesichts der Herkunft des Architekturbüros sicher kein Zufall.

    Auf Schmittchens 2. und 3. Rendering sieht man auch, dass das Ding wesentlich massiver bzw. dominanter werden wird als das erste Vogelperspektiven-Rendering suggeriert.

    Ich bin sehr angetan von dem Entwurf. Die Oper wäre auch nicht die erste Landmark, die das dänische Büro setzt.

  • Dekoratives Anführungszeichen

    Hinsichtlich Lage und Begehbarkeit hat der Entwurf ja viele Gemeinsamkeiten mit der Osloer Oper ...

    Insbesondere das Foyer hat IMHO eine gewisse Ähnlichkeit.

    Aber der Hamburger Entwurf ist dennoch „anders genug“ um auf eigenen Beinen zu stehen.

    Opernhaus Oslo:

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    Bilder und Bildrechte: HelgeK

  • Das Opernhaus in Oslo macht seine Gradlinigkeit aus, seine klare Struktur und Konturen. Dort wurde bewusst auf Pflanzen jeglicher Art verzichtet, um den futuristischen Entwurf wirken zu lassen.

    Ich muss sagen: Hier zerstört die Bepflanzung für mich einen eigentlich gelungenen Entwurf.

    Vielleicht überarbeitet man nochmal das Landschafts-Konzept, ein wenig mehr Ordnung und weniger Wildwuchs würde dem Ganzen dort sicher besser stehen.

  • Dekoratives Anführungszeichen

    Hinsichtlich Lage und Begehbarkeit hat der Entwurf ja viele Gemeinsamkeiten mit der Osloer Oper

    Da muss man gar nicht so weit in die Ferne schweifen.

    Die blüten- bzw. blätterförmige Dachkonstruktion und die Öffnung des Gebäudes mittels Glasfronten zum

    Wasser gibt es schon in Potsdam beim Hans-Otto-Theater, entworfen von Prof. Gottfried Böhm:


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    Bilder © BATEG GmbH

    https://bateg.de/portfolio/hans-otto-theater/

    https://boehmarchitektur.de/projekt/neubau…ater-in-potsdam

  • Innen sieht das schon klasse aus, von außen finde ich den Entwurf auch in Ordnung, auch wenn ich mir an dieser Stelle etwas aussagekräftigeres gewünscht hätte. Die Dünenbepflanzung gefällt mir, auch wenn ich mich frage, wie man den Sand an Ort und Stelle halten möchte.

  • Ich finde den Entwurf gelungen. An der Stelle finde ich eine so „zarten“ Entwurf gelungener als bspwl Aufbauten wie in Sydney oder dergleichen. Erstmal ist der Platz an der Stelle sehr begrenzt und zweitens, wie von einem Vorredner, steht das Haus direkt auf der Mitte zwischen Elbphilharmonie und Elbtower. So stellt es keines in den Schatten, besitzt aber auch selbst genug strahlkraft.

    Finde es nur schade, dass die Hafencity damit die dritte Perle Hamburger Architektur für sich beanspruchen darf. Aber war halt seither das Areal ins Auge gefasst