Marktplatz - Wünsche & allgemeine Diskussion

  • LucBXL Die von dir erwähnten Unterschiede sind bekannt. Aber das ist nicht der Punkt, auf den ich hinaus wollte.

    In München gehört der Anblick schöner Stadtplätze zur Stadtkultur. Das liegt auch an der Mentalität der Menschen. Die Münchner zelebrieren Lebensfreude. Da gehören repräsentative Stadtplätze einfach zur DNA der Stadt.

    In Stuttgart ist es anders. Stuttgart ist halt - gefühlt - immer noch eine Industriestadt. Die Menschen arbeiten gerne und viel. Lebensfreude ist für die pietistisch gepägten Schwaben kein Thema, auf das man besonderen Wert legen müsste. Und daher ist es dem Großteil der Menschen in Stuttgart auch völlig egal, ob der Marktplatz schön oder hässlich ist.

  • ^

    das ist jetzt schon arg Klischee und ist mir so in Stuttgart auch noch aufgefallen.

    Generell ist Stuttgart weit weniger hässlich als immer über die Stadt erzählt wird.

    Südlich vom HBF, Schlossanlage, Königstraße, das Viertel zwischen Feuersee und Schwabstraße, Heusteigviertel... alles schöne bis sehr okaye Gegenden.

    Und auch der Marktplatz ist nicht hässlich, fast alle Gebäude sind gepflegt und in sich stimmig. Einzig der Breuninger, neben dem der Kaufhof am Marienplatz wirkt wie Designerware :D und das neue Haus des Tourismus sind mMn. wirklich ärgerlich.

    Wenn der HBF fertig ist (eigentlich sollte man das jetzt schon anfangen, damit nachher das Gesamtbild besser ist), muss nur unbedingt der Bodenbelag in den Schlossanlagen erneuert werden. Der sah schon sehr heruntergekommen aus...

  • Architektur-Fan: Immer wenn im Zshg. Württemberg ästhetische Probleme diskutiert werden, taucht regelmäßig der Begriff "Pietismus" auf. An dem wird´s wohl liegen... Aber der ständig aufploppende Begriff erklärt hier nichts. "Echte" Pietisten liegen sicher im unteren Promille-Bereich der Bevölkerung dieses Landstrichs. Der wirklich eindrucksvolle Stuttgarter Rathausvorgänger wurde in einer Zeit erbaut, als der schwäbische Pietismus noch bedeutend war. Die Stuttgarter Lebensfreude zeigt sich vielleicht etwas anders als inMünchen in der Theater- und Ballettbegeisterung der kulturell Interessierten. Immerhin ist das Cannstatter Volksfest nach der Münchner Wiesen die Nr. Zwei in Deutschland...

    Der Abriss des zum großen Teil erhaltenen Stuttgarter Rathauses und die beklagenswerte Stuttgarter Stadtautobahn erklären sich ganz wenig religiös durch die Autobegeisterung der Nachkriegsjahre, die in Stuttgart als dem Standort zweier Auto-Weltfirmen sicher besonders heftig war. Dazu kam der damalige OB Klett, der sicher einer der begeistertsten Auto-Fanatiker war, was man der Innenstadt heute leider noch ansieht...

    Ich selber habe inzwischen meinen Frieden mit dem putzigen 50er-Jahre-Marktplatz gemacht. Fachwerk-Marktplätze sind in Esslingen/ Tübingen/ Leonberg/ Kirchheim/ Urach usw. - in kurzer Auto(!)-Entfernung...

  • Also Bitte, der Marienplatz in München lebt doch zu 99% von seinem Rathaus, der Rest der Bauten ist doch auch nichts besonderes! Zudem gibt es auch in München genügend gesichtslose und langweilige Wohnquartiere! Und das Pendant zur B14 ist in München der mittlere Ring! Es gibt auch in Stuttgart tolle und lebendige Plätze, zum Beispiel den Schlossplatz! Der große Unterschied von Stuttgart und München, neben der Stadtgröße, ist das fehlen eines historischen Rathauses und das fehlen von einer freizeitlichen Nutzung des Flusses, der leider immer noch sehr industriell geprägt ist.