Bayerische Landesbank Brienner Straße - Neuentwicklung?

  • Bayerische Landesbank will Hauptsitz an Brienner Straße aufgeben

    Die Immobilienzeitung schreibt heute (hinter Paywall), dass die Bayerische Landesbank ihren Hauptsitz an der Brienner Straße 18 aufgeben werde. Das habe die Zeitung erfahren, ein Sprecher der Landesbank habe dies auf Nachfrage bestätigt. Ein Umzug sei beschlossene Sache. Angaben zum Zeitplan und zur Planung im Detail machte der Sprecher nicht.


    Auch ergibt sich aus dem Artikel, dass die Bayern LB das Maklerhaus Colliers mit der Suche nach Büroraum im Stadtgebiet beauftragt hat. Über die Anmietung von etwa 40.000 Quadratmetern soll bereits konkret verhandelt werden.


    Als Gründe für den Umzug werden zum einen veränderte Anforderungen an moderne Büros genannt. Einzelbüros sollen zugunsten Desk-Sharing abgeschafft werden. Des weiteren wird eine steigende Home-Office-Quote angegeben. Schließlich soll beim Gebäudebestand erheblicher Sanierungsbedarf bestehen.


    Die Bayern LB prüft einen Verkauf des bisherigen Hauptsitzes. Hauptsächlich geht es um ein rund 27.000 Quadratmeter großes Grundstück zwischen Oskar-von-Miller-Ring und Türkenstraße. Als Erlös könnte ein hoher dreistelligen Millionenbetrag erlangt werden, je nach künftigem Baurecht.

  • Das sind tolle Nachrichten! Der alte Hauptsitz zieht die Ecke schon arg runter.


    Zusammen mit der Neugestaltung des Altstadtringtunnels und der Kreuzung Brienner und Oskar-von-Miller sollte diese zentrale Ecke künftig deutlich mehr hermachen.


    Gespannt bin ich auch, wohin die Bayern LB zieht? Wo wird aktuell so viel (neue) Bürofläche frei, bzw. gebaut?

  • Jaaaaaa! Was für eine fantastische Nachricht am Jahresbeginn :thumbup::thumbup::thumbup: Endlich weg mit diesem blauen Kasten (der Innenhof hat seine Qualitäten), endlich eine greifbare Chance auf Stadtreparatur an dieser prominenten Stelle.


    Lage: https://www.google.de/maps/pla…3d48.1454219!4d11.5730801

    Gespannt bin ich auch, wohin die Bayern LB hinzieht? Wo wird aktuell so viel (neue) Bürofläche frei, bzw. gebaut?

    Im Zentrum wäre das Elementum (bis 2025; knapp 60.000 qm) möglich, etwas weiter außerhalb (ggf. der BLB zu weit außerhalb) der Nachbar des KapWest (2025; 35.000 qm). Oder gleich in den neuen Karstadt-Ersatz zwischen Stachus und HBF (2026). Das wäre wohl die beste Lage. Ansonsten fällt mir in zentralen Lagen kein noch freier Büroneubau ein, der bereits in verhandlungsfähigem Stadium ist und 40.000 qm. bereit hält. Macherei, Werksviertel, Zschokkestraße, rund um den Arabellapark sind alle großen Gebäude bereits vorvermietet. Die Neustrukturierung des BR-Areals in der Arnulfstraße steckt noch in den Kinderschuhen.


    EDIT: Im Werksviertel gäbe es doch noch einen Kandidaten, das MediaWorks (90.000 qm), das Hines umgestalten und erweitern möchte.

  • Diese Ecke würde sich, parallel zur Fuß- und Radfahrerfreundlicheren Umgestaltung des Altstadtrings, der an besagter Stelle bereits in diesem Jahr starten soll (SZ-Plus-Artikel zum Thema) super anbieten, um das gesamte Museumsareal besser mit der Altstadt zu verknüpfen. Vielleicht durch ein offeneres Bauwerk mit öffenlichen Funktionen zumindes im Erdgeschoßbereich.

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    https://de.wikipedia.org/wiki/Wittelsbacher_Palais

    Mehr Bilder hier: https://stadtarchiv.muenchen.de/scopeQuery/bildansicht.aspx [EDIT: im Reiter "Suche" --> "Volltextsuche" Wittelsbacher Palais eingeben, dann links auf den Reiter "In die Bildliste wechseln"]


    Wiederaufbau unwahrscheinlich, da Druck zur Flächenverwertung wohl zu groß. Wenn auch ein schönes Gebäude, zählt es nicht unbedingt zu meinen Favoriten was Rekonstruktion in München betrifft (recht verschlossen und trutzburgartig).


    Ich fände eine diagonale Sichtachse durch das Gelände von der Briennerstraße zum Museumsareal (Pinakothek der Moderne) wünschenswert. Es entstünden zwei mehr oder weniger dreieckige Baufelder.

    Einmal editiert, zuletzt von MiaSanMia () aus folgendem Grund: Stadtarchiv-Links funktionieren nicht wie gewünscht

  • Da würde ich mir zahlreiche andere Stellen lieber wünschen, als hier eine Neuentwicklung durchzuführen. Aktuell scheint die bestehende Dichte nicht schlecht zu sein.

    Würde sich hier nicht ein lokales Einkaufszentrum lohnen?

  • ^ es gibt bestimmt drängendere Ecken, aber nachdem die ganze Gegend gerade im Umbruch ist (die Siemens Zentrale und der Luxusblock mit der runden Ecke sind ja auch noch recht jung), finde ich die Aussicht auf eine Neuentwicklung sehr spannend.


    Vielleicht kann man in dem Zuge ja auch das Gewirr an der Kreuzung Türken- und Gabelsbergerstraße irgendwie einladender und fußgängerfreunlicher gestalten.

  • Nicht uninteressant dieses Wittelsbacher Palais. Wenn ich dir auch mit dem "trutzburgartigen" Charakter recht geben muss. Und zuletzt bis zu seiner Zerstörung hatte der Bau ja als Gestapo-Sitz eine sehr unrühmliche Rolle im dunkelsten Kapitel unserer Stadt. Der Nachfolgebau der Bayern LB ist ja erst Ende der 1970er / Anfang der 1980er Jahre entstanden – lag das Gelände seit Kriegsende über 30 Jahre brach?


    Der blaue Bestandsbau (Fertigstellung war offenbar ca. 1983) ist für die damalige Zeit sehr aufwendig gestaltet und hat meiner Meinung nach durchaus seine Qualitäten. Man versuchte eindeutig – wenn auch unbeholfen – die damals angesagten Ideen der Postmoderne umzusetzen, mit Dachschrägen, Passagen, Arkaden, einem Innenhof mit Brunnen und sogar etwas Einzelhandel und Gastronomie. Dennoch ist es nicht gelungen, den Charakter eines abgeschotteten Büroghettos, ja eines letztlich toten Stücks Innenstadt, zu mildern. Letztlich verhindern der im Osten angrenzende Oskar-von-Miller-Ring sowie die für den Autoverkehr übertrieben breit ausgebaute Gabelsberger Straße im Norden eine bessere Durchlässigkeit des riesigen Quartiers zur restlichen Maxvorstadt und insbesondere Richtung Altstadt. Dass man heutzutage ein so großes innerstädtisches Büroareal kaum lebendiger und durchlässiger zu gestalten vermag, zeigt das auf der gegenüberliegenden Altstadtring-Seite gelegene neue Siemens-HQ. Aber genau das wird die Herausforderung einer möglichen Umgestaltung sein. Dabei halte ich neben der besseren Öffnung nach Norden und Westen (ggf. auch mithilfe eines Rückbaus der Autoschneisen) eine Funktionsmischung mit einem Schwerpunkt auf Wohnen und ggf. Gastronomie für sehr wichtig. Von einem "Einkaufszentrum" würde auch ich abraten. Außer den 5 Höfen kenne ich kein gelungenes Bespiel im Stadtgebiet, außerdem scheinen die Zeiten des konzentrierten stationären Einzelhandels in unseren Städten ähnlich wie großflächige Büronutzungen vorbei zu sein.

  • Gibt es nicht noch Kunstsammlungen des Freistaates, die noch Ausstellungsflächen benötigen? Waren dafür nicht noch weitere Bauabschnitte der Pinakothek der Moderne vorgesehen?


    Ich kann mir an dieser Stelle auch ein Pärkchen mit Museums und Hochschulbebauung vorstellen.


    Braucht nicht das nahegelene Mathematische Institut der LMU neue Räume? Soll nicht deren Bestand an der Theresienstraße auch abgerissen werden?


    Am Ende entsteht dort noch drr neue Konzertsaak. 😜

  • ^ Der gute alte Mathebau soll perspektivisch irgendwann abgerissen werden, das Gebäude ist auch in einem miesen Zustand (zum studieren aber ganz angenehm). Die Mathefakultät kommt dann in der Maistraße unter.


    Für ein Universitätsgebäude wäre die Fläche sicher trotzdem interessant, auch wenn da realistisch einfach die Kapazitäten fehlen.



    Ich persönlich hätte am liebsten den Konzertsaal vom Werksviertel an der Stelle (so es den denn überhaupt braucht), dann könnte man dafür im Werksviertel bei der Bebauung in die Höhe gehen.

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    Bitte nicht noch einen Kulturbau im Zentrum. Mehr Polyzentren etablieren, als alles in der Innenstadt konzentrieren. An der Stelle am Altstadtring wäre heute sicher kein 55 m hoher Konzertkoloss mit Leuchtfassade wie im Werksviertel möglich.

  • Da der Bedarf an stationärem Einzelhandel und Büros rückläufig ist, müssen wir uns schon Gedanken machen, welche anderen Funktionen wir bei weiter fortschreitender Digitalisierung unserer Innenstadt (und folglich einem Areal wie diesem) zuweisen möchten. Neben Wohnungen und Gastronomie kann die Kultur hier sicherlich eine wichtige Rolle spielen, ebenso wie die oben angeregte Bildung und Wissenschaft. Das Ziel, einer möglichen Verödung der Gegend in und um die Altstadt entgegen zu wirken, wird in den nächsten Jahren ggf. eine höhere Priorität einnehmen als die Erschaffung zusätzlicher Polyzentren.

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    Der Bedarf an Bürofläche ist tendenziell pro Arbeitsplatz rückläufig, was aber durch Expansion bestehender Betriebe und Neuansiedlungen in den Städten kompensiert bzw. in den dynamischen Städten einfach überkompensiert wird.

    Dass Kultur eine wichtige Rolle in Innenstädten spielt ist ja klar, aber mir wäre ein Konzertsaal zwischen Altstadt und Museumsareal einfach zu viel an einer Stelle. So ein Kasten steht ja nicht nur 20 Jahre, sondern 50 und mehr, wenn es hier im DAF seit Jahren immer heißt, wir brauchen mehr Subzentren, eine Entflechtung auch der Pendlerströme aller Art, dann muss man irgendwann auch mal damit anfangen, sowas geht nicht von heute auf morgen, sondern braucht Jahrzehnte, muss organisch wachsen.

    Eine Verödung der Altstadt halte ich für völlig utopisch und für Panikrhetorik bestimmter Medien, die jede Ladenschließung als Vorbote der Apokalypse deuten. Kaum waren die Corona-Einschränkungen im Sommer gelockert, war es fast genauso übervoll wie sonst auch (wobei darüber ja oft gejammert wird, mehr Raum sei gewünscht). Dazu fällt mir auch ein: Alte Akademie (Novartis), Karstadt Sporthaus (Max-Planck-Institut) bereits Jahre vor Vollendung vermietet, dazu Öffnung der Akademie mit Einzelhandel und Gastronomie; Karstadt Hbf Neuentwicklung mit 400 m Ladenstraße, weitere Fußgängerzonen rund um Max-Josephs-Platz, Westenriederstraße und den Färbergraben mit Neuentwicklung Sattlerplatz stehen in den Startlöchern.

  • Das sind tolle Nachrichten! Der alte Hauptsitz zieht die Ecke schon arg runter.

    Lieber Mitforist, da möchte ich ihnen widersprechen. Immer wenn ich in München bin zieht es mich in diese sonderbare Brienner Straße. Mich fasziniert vom Odeonsplatz bis zum Stiglmaierplatz die großzügige Abfolge von Plätzen, Stadtgrün und vor allem die städtebauliche und zudem architektonische Eigenart dieser Straße. Ich kenne in München kaum authentischere Straßenzüge, so würde ich den gesamten Straßenzug am liebsten vor modischen Eingriffen bewahren.

    Der Bauteil des Hauptsitzes zur Brienner Straße fügt sich nach meinem Urteil perfekt in die Reihe von sehr qualitätsvollen Nachkriegsbauten der Straße ein. Irgendwie hat die Straße etwas unnahbar geheimnisvolles und dadurch sehr faszinierendes. Welche Geheimorganisation könnte sich wohl hinter dieser oder jener Fassade verbergen? So unfauffällig und doch mit einem geschäftlichem Ernst, der keiner Mode unterliegt. Eine Straße die irgendwie so gar nicht zur Schicki-Micki-(Bio)-Lederhosen-Seligkeit (bitte als Metapher verstehen, ist nicht allgemeingültig für München) passen will. Ein etwas anderes Stück München, bei dem ich hoffe, dass die Stadtverantwortlichen seine Qualitäten erkennen.