The Franz | Berlin Friedrichshain (in Bau)

  • Mit dem Aufstellen der Parkverbotsschilder vor 2 Wochen, deren Gültigkeit bis Mitte 2023 hinein reicht, hatte es sich schon abgezeichnet.

    Die alte DDR-Kaufhalle in der Rüdersdorfer Straße wird endlich abgerissen und wohl auch gleich durch einen Neubau ersetzt.

    Den Gerüchten in der Nachbarschaft nach sollen hier angeblich zwischen 180 und 330 Wohnungen entstehen.


    IMG_0162.jpeg

  • Berlinier nach meinem Kenntnisstand gehört das Grundstück noch immer zu Edeka.

    Irgendwann wird hoffentlich ein Bauschild mit allen Projektinfos aufgestellt.


    Ich bin auf jeden Fall begeistert wie schnell der Abriss läuft. Am Nachmittag war schon mehr als die Hälfte weg.

  • Ein kleines Update zu meinem Beitrag #811


    Der Ex-Kaufhallen-Typenbau ist nun abgerissen.

    Die Tiefbauer sind nun angerückt und stellen die Baugrube her.

    Von dem Baufeld weg wurde nun die Berlintypische pinke Grundwasserpipeline durch den Kiez gelegt.

    Noch immer ist nicht genau klar was hier nun gebaut wird.


    IMG_0455.jpeg

  • Ja das ist das gesuchte Projekt. Aber wer soll das bezahlen? QM-Preise bis 10.000 Euro. Und dann wird es so angepriesen: Der „The FRANZ“ ist sowohl für junge Berufstätige als auch für Familien der perfekte Wohnort...

    Ich kenne keine jungen Berufstätigen oder Familien, die für 80 qm 800.000 Euro ausgeben können und wollen.

  • Zur Architektur: Sehr ansprechend im Vergleich zu den Kisten der Umgebung - sehr schöne Akzente die durch die Profilierungen gesetzt werden. Das EG sieht durch die Materialität sehr hochwertig aus.

  • ^Willkommen in der ganz "normalen" Berliner Gegenwart! Wenn Frau Giffey hier nicht radikal das Ruder rumreißt, könnte sich der Kauf einer dieser extrem teuren Wohungen reichlich lohnen, weil unter Scheel und den Seinen 80 qm zwischen Plattenbauten schon bald nicht mehr den "Schnäppchenpreis" von 800.000 kosten, sondern ganz schnell über eine Million.


    Mod: Die ausschweifende Diskussion die auf diesen Beitrag folgte habe ich dorthin verschoben. Hier bitte im Thema weiter.

  • Update vom 16.11.2021


    Es geht sehr schnell voran. Mittlerweile ist gut die Hälfte der Baugrube durch den typischen Berliner Verbau gesichert.

    Ein großer Teil des Aushubs ist schon abtransportiert und wie auf folgendem Bild zu sehen, wird der erste Kran in dieser Woche aufgebaut.


    IMG_0910.jpeg

  • Puh, das Teil ist ja ein ganz schön sperriger Klopper. Dagegen nimmt sich die 50er-Jahre-Bebauung ja sehr bescheiden aus. 0 Bezug zur Umgebung und gerade mit den 50er-Jahre-Bauten hat man doch einen recht guten Bezugspunkt.

    Die Verwendung von klassischen Gestaltungsmerkmalen wie Gesimsen oder Reliefs ist ja schön und gut, aber wenn solch ein unproportionierter Trum bei rumkommt begeistert mich das recht wenig. Das 1. OG wirkt gequetscht, der EG-Bereich trotz der Öffnungen wenig einladend, überdimensioniert und trist und die Minibalkone wirken an der riesigen Kubatur reichlich verloren.

    Die fertigen Putzfassaden von Fuchshuber finde ich häufig auch nicht gerade sehr wertig. Aber dann 10TEURO pro m² berappen dürfen... :/


    Hier mal noch eine weitere Visu:


    32_rudersdorfer-str_puvjn2.jpg

    (C) D&H Projektmanagement GmbH | NOKERA Planning GmbH

  • Hier fehlt die mittige Rückversetzung nach vorne hin. Dadurch wirkt die Front klobig und unzulänglich definiert. Statt dass sich subtil zwei "Turmecken" abzeichnen, wirkt das Gebäude wie ein Riegel, der sich unnatürlich nach hinten raus verlängert.

  • Die Viso is echt mal interessant, sieht hier erst ma aus wie n Spekulantenobjekt aus Moskau.


    Der Fairness halber sollte man aber sagen, dass wenn man sich die Gegend auch aus der Vogelperspektive mal anschaut - hier eigentlich alles scheinbar planlos in den Sand gesetzt wirkt - ein Konglomerat aus überlebten Stadtversatzstücken aus der Vorkriegszeit -,die Schnipsel von Bauten aus der ersten Wiederaufbauphase, die die vormals gewachsenen Strukturen mit einer völlig anderen Philosophie zu überblenden suchen, dann die lose eingestreuten, riesigen Arbeiterschliessfächer, denen die Idee von Stadt völlig abgeht und schließlich die hilflose aber teilweise ambitionierte Restflächenverwertung aus der Nachwendezeit - hier findet kein Neu-Bau irgendwie Anschluss weils keine konsequent durchgehaltene Idee von Städtebau an dieser Stelle gibt und wohl auch nicht geben kann. Ein schizophrener fail wie er in Berlin überall und bis heute immer wieder angerührt wird, auch wenn’s manchmal Stadtreparatur genannt wird. Man müsste schon gehörig abräumen um diese Gegend neu zu definieren.


    Der Bau hier folgt zwar der Idee einer Blockrandfortsetzung, zitiert sogar die zaghafte klassizistische Haltung der 50er Jahre-Bebauung mit etwas zu platter verhärteter Geste und verspricht sogar die Weiterführung der Vorgartenidylle dieser bei gleichzeitiger Hinwendung zum übersteuerten Effizenzwohnungsbau Marke Platte -im Ergebnis erhält man dann halt etwas wo man meinen könnte, die Architekten haben die Pläne zu Germania etwas zu oft gesehen.

    Geschickter wäre wohl eine parzelliertere Anmutung des Blockes gewesen, die diesen Klopper etwas lockerer wirken lässt, auch die Gebäudeecken hätte man spezieller ausbilden können - abgeschrägt oder abgerundet vielleicht sogar mit einem anderen Höhenabschluss würde der ganze Bau längst nicht mehr so schwerfällig wirken.


    Das obere Gurtgesims leitet leider auch nicht wirklich eine Variation des Fassadenthemas ein und wirkt dadurch eher überflüssig -hier gibts weder ein Mezzanin noch eine anders geartete fassadentextur oder auch nur Farbigkeit - nicht mal die eingeschobene Staffelung beginnt hier- der einzige Sinn hier scheint eine Referenz an die Traufhöhe des Nachbarn herstellen zu wollen, am eigen Muster trägt sich das leider nicht sonderlich schlüssig .

    Dieser Einfall wirkt dadurch eher anbiedernd , launisch und blutarm.

  • Die Viso is echt mal interessant, sieht hier erst ma aus wie n Spekulantenobjekt aus Moskau.

    Ich finde, es sieht aus wie der gehobene Neubau-Standard, den z.B. Pandion gerade überall in der Stadt baut. Nicht besser, aber auch nicht schlechter. Was mich, ähnlich wie Batō, ärgert, ist der fehlende Bezug zum 50er-Jahre-Block, der ja durchaus seine Qualitäten hat. Bisschen mehr Achtung vor dem Bestand hätte hier viel ausmachen können.

  • Ich finde, die Gegend pendelt zwischen Monotonie Richtung Straße der d. P. K. und besonders harten Brüchen Richtung Koppenstraße. Ich finde es gut, dass der Bau ein Kind seiner Zeit ist und die Gegend um seine zeittypische Handschrift bereichert. So erscheint diese Umgebung nicht mehr so aus der Zeit gefallen und von der Welt vergessen. Und je diverser dieses Viertel wird, umso lebenswerter erscheint es mir persönlich. Was mich irritiert, ist, dass in dem offenen Erdgeschoss geparkt zu werden scheint.

  • ^Georges Henri und Endell schreiben fast das gleiche was ich schreiben wollte.

    Die ehemalige Fruchtstraße war bis in die 1960er Jahre ein dicht bebautes Innenstadtquartier. Ich habe ein schönes Buch mit Fassadenfotografien darüber. Zu DDR-Zeiten wurde fast alles abgerissen und trostloses Wohnviertel gebaut.

    Wenn ich zum Einkaufen zur Metro fahre fällt mir immer wieder die städtebauliche Leere der Gegend auf. Die Straßen sind viel zu breit und ich fühle mich wie in einem Außenbezirk. Nichts lädt zum Verweilen ein.

    Die letzte Visu mit Winterwetter macht deutlich: Der Neubau ist weder das Eine noch das Andere, weder Innenstadtblock noch Vorortbebauung. Der offensichtlich geschlossene Blockrand hat Vorgärten oder Abstandsgrün. Das passt weder zur historischen noch zur Nachbarbebauung.

    Das Erdgeschoss ist gewerblich durch einen Edeka-Markt genutzt. Trotz des hohen Verwertungs- und Vermarktungsdrucks ist ein nicht unerheblicher Teil der Fläche im Haus(!) einfach nur Parkfläche für Autos.

    Trotzdem ist es besser als der Zustand zuvor.

  • Original (C) D&H Projektmanagement GmbH | NOKERA Planning GmbH


    Mal eine schnelle, nicht ganz saubere Bearbeitung, aber ich denke etwas Höhenvarianz hätte dem ganzen seine Klobigkeit genommen und diese Monotonie aufgebrochen.

    Ansonsten stimme ich Ostkreuzblog zu. Dieser Umstand stört mich auch an meinen alten "Kiezen", in denen ich in Lichtenberg / Hohenschönhausen aufgewachsen bin. Es ist ein Segen, nichtmehr zwischen diesen "Stadtmauern" laufen zu müssen.

  • ... dies enormen 11-geschossigen Plattenbaublöcke. Sie ziehen sich teilweise wie bewohnte Stadtmauern durch ganze Stadtquartiere. Lassen weder Wind noch Licht durch.

    Das Leben kann entlang dieser Häuser auf der Straße nicht stattfinden, denn Infrastrukturen wie Läden oder andere Einrichtungen des täglichen Bedarfs waren nie vorgesehen. Und damit findet auch keine Kommunikation zwischen den Menschen statt.


    Ich denke dass die Stadt den Mut haben muss bei einigen 11ern radikal anzusetzen um die harten, abweisenden Strukturen zu durchbrechen...

    Nun wurden ja nach der Wende bereits etliche dieser 11-Geschosser komplett abgerissen, vor allem in Marzahn. Heute fehlen bezahlbare Wohnungen. :/


    Aus wohnungspolitischen Gründen, aber auch aus ökologischen halte ich es für nicht erstrebenswert, weitere Blöcke dem Erdboden gleichzumachen. Ich hoffe, das siehst du genauso. Da muss meines Erachtens der Städtebau mal in die zweite Reihe treten.


    Aber eine teils radikale Umgestaltung halte auch ich durchaus an einigen Orten für angebracht. Um die Sperrwirkung zu verringern, können z.B. Durchbrüche für Fußgänger geschaffen werden, so geschehen in Lichtenberg im Wohngebiet Frankfurter Allee Süd in der Schulze-Boysen-Straße. Es wäre auch zu überlegen, ob man in den Erdgeschossen die Wohnungen umwandelt in Gewerbeeinheiten, um diese Straßenzüge zu beleben. In einigen EGs sind ja zumindest schon Arztpraxen u.ä. untergebracht.


    Und zum eigentlichen Gegenstand dieses Threads: Ich finde den Bau gar nicht sooo schlecht, da wurde bisher an vielen Stellen sehr viel hässlicher gebaut. Mir gefallen die geschlossenen Balkone besonders - ich kann offene Balkone mit Stabgeländer nicht ausstehen!