Sternbrücke - Abriss und Neubau [realisiert August 2026]

  • Na ob sie GIGANTISCH gut aussieht ist sicherlich Geschmackssache. Auf jeden Fall ist sie derart GIGANTISCH klotzig, dass schon überlegt wird das ganze gewachsene Umfeld an diesen unmaßstäblichen Bau anzupassen.

    Fakt ist jedenfalls, dass die Bahn überall in Deutschland neue Brücken baut. Da ist es schon interessant, welche mediale Aufmerksamkeit das Teil bekommt. Hätte man das Ding in - sagen wir - Gütersloh gebaut, dann würde sich kein Schwein für diesen Koloss interessieren. Zumindest würde in Gütersloh vermutlich kaum wer versuchen sich diesen Brecher schönzureden.

    Dabei finde ich die Brücke optisch eigentlich ganz okay. Irgendwo am Hafen würde sie bestimmt eine gute Figur machen, aber mitten in der Stadt ist sie optisch schon herausfordernd. Aber vielleicht wäre daneben noch Platz für den ein oder anderen Elbtower. Dann passt es wieder.

  • Die Sternbruecken-Ini und der Denkmakverein haben einen neuen Lebensinhalt gefunden: Sie laufen Sturm gegen Anjes Tjarks Idee einer hoeheren Bebauung rund um die Sternbruecke (Paywall).

    Wenn die Ini und der Verein sofort 'stramm dagegen' sind, dann kann man daraus schliessen - es muss eine gute Idee sein.

    Die Stadt darf sich nicht von diesen ewig gestrigen Leuten am Nasenring durch die Manege fuehren lassen. Tjarks hat recht - mehr Dichte und mehr Hoehe waere hier staetebaulich genau richtig.

  • Schon interessant wie du den Begriff der angeblich Ewiggestrigen instrumentalisierst, um deine ganz persönlichen Ansichten als allgemeingültige Wahrheit darzustellen.

    Dabei muss ich spontan an die Hochhäuser denken, die sich in der Vergangenheit in das Frankfurter Westend gefressen haben. Es gibt unzählige Beispiele aus der Vergangenheit, wo man herzlich wenig Rücksicht auf gewachsene Strukturen genommen hat - was selten wirklich gut gegangen ist. So würde man heute auch in Frankfurt den Standort von so manchem Hochhaus vermutlich anders wählen. Du merkst es sicher schon: das passt alles irgendwie ganz hervorragend zu dem Begriff ewiggestrig.

  • ^^Der Begriff der Ewiggestrigen passt schon ganz gut bei Leuten, die sich pauschal jeder Veränderung ihrer Umgebung versperren. Im Kern begründen diese Leute ihre Ablehnung oft damit, dass "alles so bleiben soll wie es ist". Sich einer höheren Bebauung zu versperren ist zugleich hoch abschottend und intolerant gegenüber den potenziellen neuen Bewohnern, die ein attraktiver Stadtteil wie die Schanze mit hoher Bebauung anziehen könnte. Es spricht ebenfalls niemand von Dimensionen, wie im Frankfurter Westend, auch wenn ich das persönlich gar nicht schlecht finden würde.

  • Dekoratives Anführungszeichen

    ^^Der Begriff der Ewiggestrigen passt schon ganz gut bei Leuten, die sich pauschal jeder Veränderung ihrer Umgebung versperren. Im Kern begründen diese Leute ihre Ablehnung oft damit, dass "alles so bleiben soll wie es ist".

    Alternativ könnte man auch argumentieren, dass Ewiggestrige in diesem Kontext Personen sind, die nichts aus den Fehlern der Nachkriegszeit gelernt haben. Leute die wollen, dass "alles so bleibt wie es ist", also an Bewärtem festhalten wollen, auch wenn es ökonomisch nicht mehr sinnvoll ist, würde ich z. B. politisch eindeutig bei der CDU verorten.

    So unterschiedlich kann man Dinge interpretieren. Obwohl ich dich natürlich verstehe. Ich finde die Hochhäuser im Frankfurter Westend auch nicht unbedingt schlecht. Ich habe aber auch die Altbauten nicht mehr erlebt, die für so manches Hochhaus vielleicht abgerissen wurden. Auch sind solche Großstrukturen selten gut für die Diversität eines Viertels.

    Ich persönlich denke, dass die große architektonische Geste, in gewachsenen Vierteln, einfach allzu oft schief läuft. Und dann stehen die Klötze da für Jahrzehnte und die Architekten ziehen sich aus der Verantwortung. Das kann einem natürlich egal sein, wenn es einem nur um den optischen Eindruck geht und nicht um die Lebendigkeit eines Quartiers.

    Ich bin ja nicht generell gegen höhere Bebauung. Aber da sollte man sehr sehr vorsichtig vorgehen.

  • ^^ Ich denke, wir sind grundsätzlich einer ähnlichen Auffassung. Das Umfeld um die Sternbrücke war ein urbaner und lebendiger Ort, der nun derzeit offensichtlich seinen Charme verloren hat. Ich denke nur, dass es an der Zeit ist diesen Charme wiederherzustellen, wenn auch auf eine andere Weise auf vorher. Höhere und dichte Bebauung hilft da schon mal weiter.

    Ein Fehler von Nachkriegsstädtebau war ja grade das Fehlen von dichter Blockrandbebauung und Vorhandensein von unnötigen Abstandsgrünflächen. Es wäre ein großer Fehler, die Potentiale der freigewordenen Flächen nicht zu nutzen.

  • Gibt es in Hamburg eine städtische Strategie für den Bau neuer Solitärgebäude? Hamburg ist eine große und grüne Stadt, und ich glaube, dass einige wenige neue Hochhäuser von 100 Metern der Flora und Fauna keinen extremen Schaden zufügen würden. Wien beispielsweise wäre in dieser Hinsicht ein gutes Beispiel.

  • ^^Nein es gibt keine Hochhausstrategie für Gebäude über 100m in Hamburg. Momentan gibt es den Elbtower und das Baufeld 120 der Hafencity mit 120m erlaubte, was allerdings nah beim Elbtower ist. Das Problem ist momentan dort, dass man für das Geld was man für das Baufeld120 braucht auch den Elbtower gut weiterbauen kann und der hat natürlich mehr Fläche. Es gibt allerdings einiges bei 50m+.


    Wenn 100m+ irgendwann mal gebaut wird, dann wahrscheinlich beim Berliner Tor oder in der HafenCity. Eventuell auch dazwischen in Hammerbrook oder Rothenburgsort. Momentan gibt es dort aber keine genauen Pläne. Allerdings liegt momentan einiges still und Pläne kann man ändern.

    Wollen wir uns wieder auf das eigentliche Thema fokussieren?

  • Das Interesse von Hrn. Tjarks als Senator für Verkehr und Mobilitätswende an einer höheren Neubebauung an der Sternbrücke ist allerdings nachvollziehbar. Ein Blick auf den B-Plan (TB84) zeigt, ein Teil der heute bebauten Flächen ist für die Straßenverbreiterung abzutreten. Auch wenn der Plan in der Form nicht mehr verfolgt wird, zeigt das Gebäude Stresemannstraße 100 wo eine zukünftige Bebauung beginnen könnte.

    Im Gegensatz zu dem Umfeld der Sternbrücke ist der Montageplatz der Brücke - die Brammerfläche - an der Max-Brauer-Allee unbebaut. Der B-Plan lässt dort nur Gewerbebebauung zu. Könnte also sein, dass es bei der bisherigen 5-Monats-Nutzung bleibt und dort demnächst wieder eine Bauspielplatz-Veranstaltungsfläche mit Schirmchen und Liegestühlen eingerichtet wird. Etwas anderes als das wäre gut.

  • ^^Der jetzige Bebauungsplan kommt aus der Nachkriegszeit und soll halt angepasst werden. Das kann man also so nicht klar sagen. Allerdings gibt es in Hamburg einiges was mit 50-60m geplant ist. Da würde ich bei Neuplanung auch in etwa drauf tippen. Also hoch genug das es einen Platz dominiert ohne das man es von weiter weg klar sieht. Zumindest nicht um die Sternbrücke wo ja schon viel recht dichter Blockrand steht, der die Sicht auf solche Hochhäuser verdecken würde.

  • Die Züge fahren wieder-- seit heute ( 31.08.2026 ) ist die Verbindungsbahn wieder im Betrieb.

    In den vergangenen Wochen haben DB und die bauausführenden Firmen rund um die Uhr unter Hochdruck daran gearbeitet, den Bahndamm wiederherzustellen und die neue Sternbrücke in die Verbindungsbahn zu integrieren. Dafür wurden rund vier Kilometer Schiene, etwa 3000 Schwellen und rund 8000 Tonnen Schotter verbaut. Ebenso wurde die Oberleitungsanlage sowie Leit- und Sicherungstechnik erneuert beziehungsweise neu errichtet.


    mehr Informationen auch im Hamburger Abendblatt ( Paywall Artikel )