Revitalisierung Bürokomplex 'Kalle Neukölln' (in Bau)

  • Neuer Kreativ-Standort "101 Neukölln"

    Wie verschiedene Zeitungen heute berichten, soll das einstige Sinn-Leffers-Kaufhaus an der Karl-Marx-Straße ab Mitte 2017 zu einem Kreativ-Areal unter dem Namen "101 Neukölln" umgebaut werden. Der neue Eigentümer Simmo, ein Fonds der österreichischen Sparkasse, will hierfür 30 Millionen Euro investieren.


    Artikel in der Berliner Morgenpost
    BZ-Bericht mit einigen Visualisierungen

  • „101 Neukölln“, gesprochen „einsnulleins“


    Die S IMMO plant die vollständige Entwicklung des 6-stöckigen Bestandsgebäudes (ehemaliges Quellekaufhaus, heute Schnäppchencenter) einschließlich des dazu gehörigen Parkhauses. Durch Umplanungen wird die Nutzfläche auf rund 22.000 m2 erweitert. Auf 9.000 m2 entstehen Einzelhandel-, Fitness- und Gastronomieflächen. Weitere 13.000 m2 werden künftig als Büros vermietet. Derzeit stehen rund 60 % des Gebäudes leer. Der im Sanierungsgebiet Karl-Marx-Straße/Sonnenallee als Schlüsselimmobilie ausgewiesene Komplex soll das Zentrum beleben und zu einem Motor der kreativen Stadtentwicklung werden. Der Umbau der Karl-Marx Straße und vor allem, die Entwicklung der Straßenkreuzung (ehemaliger Platz der Stadt Hof) zum Alfred-Scholz Platz, ziehen nun also die ersten größeren Folgeinvestitionen nach sich.


    Der Clue, die leerstehende Parkgarage wird zum Start-up Hub umgenutzt.







    Bildquelle: REALACE GmbH auf competionline



    Ist-Situation (noch vor der Neuentwicklung der Karl-Marx-Straße).


    Parkhaus, am Stadtbad.


    Anm. Mod: siehe auch Beitrag #309.

  • ^ Bzgl. Kalle Neukölln:


    Jein. Hier wurde 2016 schon einmal berichtet. Damals war noch von einem Kreativ-Standort mit dem Namen "101 Neukölln" die Rede.


    In der DAF-Projektkarte war das BV noch unter dem alten Namen eingetragen und wurde nun entsprechend aktualisiert. :)

    Laut Webseite war bereits Ende 2019 Baubeginn.

  • ^^Spannendes Projekt. Zugleich würde ich der Website den Award für den füchterlichsten Immobiliensprech des Jahres 2020 vergeben. Auszug gefällig?


    "Kommt alle aufs Dach! S☀nne, ̇ ̊°Sprìtz & Schorle° ̊ ̇ à la KALLE: himmelbaden, stadtschwärmen & freiblicken. ☞connecten☜, chillen ☮ & schlemmen. Kommt ☀ Tag, kommt Nacht ★. Guten Morgen, coffee on roof? Mittag, ♫usik, Sonnenuntergang, Cheers‰ Dachgartengensslandschaft – grün & genial, sü oder herb. Immer offen für alle & immer üppig!"

  • Wieso spannend? Stinknormaler Umbau und liest sich nur wie ein Hipsterorgasmus.

    Das ist doch kein Umbau, das ist eine komplett andere Architektur. Da bleibt kaum ein Stein auf dem anderen. Außerdem im Herzen von Neukölln. Dieser Schandfleck von Schnäppchenhalle kommt endlich weg und ein vergleichsweise hochwertiger Neubau hin. Die Karl–Marx–Str. macht sich so langsam. Das finde ich spannend, denn Neukölln ist ein wichtiges Zentrum des Berliner Südostens und hat aus meiner Sicht ähnliches Potential wie Steglitz im Südwesten.


    Hipsterorgasmus: ja, da geb ich dir recht.

  • Revitalisierung Kaufhaus und Hochgarage zum Bürokomplex 'Kalle Neukölln' - Bauupdate

    Wie bereits im letzten Herbst im Forum berichtet worden ist, wird aktuell das im Jahr 1970 errichtete Kaufhaus an der Karl-Marx-Straße 101 komplett umgekrempelt. Mit der damaligen Eröffnung nutzten zunächst die Firmen Quelle und SinnLeffers die Verkaufsflächen. 2001 zog Karstadt ein und einige Jahre später ein 'Schnäppchen-Center', bevor es schließlich über lange Zeit leer stand. Zu dem gesamten Komplex gehörte auch ein großes Parkhaus an der Ecke Ganghoferstraße / Donaustraße, wobei beide Bauteile quartiersintern miteinander verbunden waren, sodass man direkt ins Kaufhaus gelangte.


    Der neue Eigentümer, die Maruhn Real Estate Investment GmbH, hat sich gegen einen Komplettabriss und für eine umfangreiche Revitalisierung entschieden. Zukünftig werden in dem Objekt mit seinen insgesamt 40.000 m² NF vor allem Büroflächen zu finden sein. Die Rede ist von etwa 26.000 m². Daneben wird es zahlreiche öffentliche Flächen mit Einzelhandel (4.000 m²) und Gastronomie (6.000 m²) sowie einer vielseitig nutzbaren Dachgartenzone (4.000 m²) geben. Der Investor verspricht moderne Arbeits- und Nutzungskonzepte, von denen nicht nur die Beschäftigten, sondern insbesondere auch der Kiez profitieren soll. In der ersten Jahreshälfte 2022 sollen die Bauarbeiten abgeschlossen werden.


    Ich möchte an dieser Stelle noch die aktuellen Visualisierungen zeigen, mit denen man beim Besuch der Projekt-Homepage überschüttet wird. Die Bestandsbauten werden dabei bis auf die Rohbaukonstruktion zurückgebaut. Für die Fassaden der beiden Baukörper hat das Berliner Büro Max Dudler Architekten zwei unterschiedliche Architektursprachen entwickelt. Das Interior Design wurde durch Realace entworfen, die bereits beim Bikini Berlin ihr Können gezeigt haben.


    Die Straßenfront an der Karl-Marx-Straße 101:


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    Das Luftbild zeigt links den Gebäudeteil zur KMS und rechts den zweiten Gebäudeteil an der Donaustraße.


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    Es folgen noch zwei aufgestylte Eindrücke des Innenraums (wohl die Foodcourt Area):


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    Quelle: Projektseite von Kalle Neukölln und MREI GmbH


    Vor Ort sieht es zur Zeit so aus, dass die Bauten bereits komplett entkernt worden sind (Vorzustand bei Google Streeview). Der Treppenturm zum benachbarten, historischen Gebäude der Sparkasse ist hierbei in Gänze entfernt worden.


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    Der Blick in die Ganghoferstraße (Vorzustand) :


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    Dieser Treppenturm wird, sofern man das auf einer der obigen Visus richtig erkennen kann, mit einem Pyramidenmotiv gestaltet werden.


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    Die entkleidete Ostecke des ehemaligen Parkhauses in der Gesamtansicht (Vorzustand) :


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    Die abgebildeten Fotografien sind durch mich am 08.03.2021 aufgenommen worden und bei Gebrauch mit ©RianMa zu kennzeichnen. Vielen Dank.

  • Danke für die Eindrücke - insgesamt eine erhebliche Verbesserung des vorzustandes wie ich finde, gerade die Anlehnung der Geschosshöhen zum historististischem Nachbarn sind hier zu begrüßen.


    Ich bin nicht sicher ob das Staffelgeschoss hier die beste Lösung darstellt - das sieht leider zum Barock geschweiften Giebel hin sehr merkwürdig aus.

    Das eigenwillige zickzackgeschoss wirkt wie draufgefallen.

    Vielleicht wäre es eleganter und konsequenter gewesen die Ecken des Staffelgeschosses auskragen zu lassen und über die gesamte Fassade herunterzuziehen oder wenigstens die fensterreihe der 4. Etage etwas zurückzusetzen - das würde organischer aber auch expressiver wirken denke ich.


    Die betont sichtbare Betonpuzzelei gefällt mir nicht, so etwas kennt man eher von Parkhäusern oder anderen Billigbauten - bei denen man keinen Wert auf Details legt.

    Insgesamt überzeugt mich die andere konventionelle Fassadengestaltung an der Donaustrasse mehr - die wirkt eleganter und sicherer im Entwurf auf mich.

  • Anders als mein Vorredner möchte ich noch einmal deutlich machen, wie großartig ich das Projekt finde. Für mich als Nichtberliner ist das nun typisch Berlinerisch mit rauem Look und öffentlichen Dachgeschossflächen für Urban Gardening und anderen Dingen, wo die man nur ohne richtigen Job Zeit und Kraft hat ;-) . An vielen verschiedenen Stellen wurden kleine, besondere Lösungen geschaffen, was, auch wenn nicht alles jedem gefällt, deutlich über 08/15 hinausgeht. Auch die unterschiedliche Fassadengestaltung, welche das Projekt trotz der Größe nicht massiv erscheinen lassen, sind positiv. Wenn diese Entwicklung im Europaquartier stehen würde, wäre sie Anziehungs- und Lebensmittelpunkt des sonst nüchternen Quartiers.

  • Rauer Look für einen rauen Bezirk, juhu! Ich glaube die Straße hätte mehr Lebensqualität nötig. Ich weiß nicht ob es so typisch Berlinerisch ist? Das muss jeder für sich selbst entscheiden. Obwohl ich gebürtiger Berliner bin (kein Zuzug, alle Generationen seit Jahrzehnten hier) kann mich persönlich nicht mit "rauem"-Charme identifizieren. Was typisch für Berlin ist, dass sind die unzähligen Möglichkeiten wie der Tiergarten, der Wann und Müggelsee, seine neuerliche Geschichte der letzten 80 Jahre, seine Clubkultur, sein zügiger ÖPNV etc etc



    Natürlich entwickelt sich die Metropole weiter, aber hoffentlich mit Augenmaß, weil Leben sollte man schon in dieser Stadt und nicht jeder kann etwas mit 24h Partys anfangen. 🤣 Berlin braucht definitiv mehr von Lebensqualität und kultureller Vielfalt, aber alles immer bezahlbar...


    Liebe Grüße! :)

  • Dieses Projekt KALLE kann ich nicht genug loben!


    Denn neben dem geschmäcklerischen Dingen die hier gerne diskutiert werden ist für mich das entscheidende:


    es ist ein Gebäude für die Menschen!!!


    wichtige Punkte die in den letzten Jahren in berlin schmerzlich nicht eingehalten wurden sind vorhanden:


    - durchgängig offene Fassaden im Erdgeschoss

    - echte Dachbegrünung in einer sich stark erhitzenden Stadt

    - Wasserbecken!
    - mix aus Office und Markthalle

    - Integration der öffentlichen Plätze drum herum

    - stilvolle Sanierung der alten Gebäudeteile


    Noch besser würde jetzt passen wenn man die Donaustrasse und die Ganghoferstrasse jetzt in Parks umbaut und die parkenden Autos damit entfernt 🌳 so hätte man ein neues lebendiges Viertel wo Kinder spielen können, mit Einbindung des Stadtbad Neukölln und den tollen Altbauten im Süden