Touristische Seilbahn zum Feldberg?

  • Der Rhein-Main-Verkehrsverbund hatte bekanntlich die Machbarkeit einer Seilbahn-gestützten ÖPNV-Verbindung von der U3-Endstation Hohemark über den Feldberg nach Schmitten untersuchen lassen. An anderer Stelle war berichtet worden, dass im Hinblick auf die bestehende verkehrliche Situation im Untersuchungsraum eine Integration einer Seilbahn in den ÖPNV nicht realistisch ist. Eine in den ÖPNV integrierte Seilbahnstrecke von der Hohemark (U3) nach Schmitten, Oberreifenberg und/oder anderen Orten hätte wegen des geringen zu erwartenden Nutzens keine Aussicht auf Förderung. Der Nutzen wäre so unterirdisch niedrig, dass sich jede weitere Diskussion erübrigt. Das haben die Autoren der Studie anscheinend recht bald erkannt.


    Sie schreiben, ihre Untersuchungen und der Vergleich mit anderen touristischen Projekten habe erkennen lassen, dass bei einer weiteren touristischen Erschließung des Feldberggebiets grundsätzlich von positiven Rahmenbedingungen für den erfolgreichen Betrieb einer Seilbahn ausgegangen werden könne. Diese würde über die heutige Nutzung des Großen Feldbergs hinaus weitere Besucher anziehen und damit auch das Fahrgastpotenzial im ÖPNV erhöhen. Vor dem Hintergrund dieser Erkenntnisse wurde mit dem RMV vereinbart, den Fokus der Untersuchung zulasten einer weiteren Ausdetaillierung der ÖPNV-Variante zu ändern und stattdessen erste Ansätze für eine touristische, privat betriebene Seilbahn aufzuzeigen.


    In der touristischen Variante wurde die Trasse auf dem Abschnitt zwischen Oberursel-Hohemark und dem Großen Feldberg weiter untersucht, und zwar in der Bauform einer Zweiseilumlaufbahn (2S).


    Lage Antrieb Bergstation
    Lage Abspannung
    Talstation
    Lage Garagierung Talstation
    Drehrichtung Uhrzeigersinn
    Horizontale Länge 5.812 m
    Höhenunterschied 516 m
    Schräge Länge 5.868 m
    Tragseildurchmesser
    56 mm
    Zugseildurchmesser
    46 mm
    Dauerleistung (Vollauslastung)
    650 kW
    Anfahrleistung
    900 kW
    Förderleistung
    1.500 pphpd
    Fahrgeschwindigkeit
    7 m/s
    Kabinenabstand
    252 m
    Taktzeit
    36 s
    Kabinenanzahl
    53 Stück
    Fahrzeit
    14,20 Min.
    Trittbrettgeschwindigkeit (Station)
    0,22 m/s


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    Grafik: RMV-Machbarkeitsstudie


    Gerechnet wurde mit einem 12-Stunden-Betrieb (9-21 h) an 358 Tagen im Jahr. Dafür wären 16 Vollzeitstellen erforderlich. Die jährlichen Betriebskosten würden knapp 1,5 Mio € betragen, die jährlichen Kapitalkosten 2,3 Mio €. Die Investitionen 53 Mio € (Seilbahntechnik 28 Mio €, Gebäude, Mastenfundamente 19 Mio €, Planungskosten 6 Mio €).


    Kapital- und Betriebskosten summieren sich somit auf rund 3,8 Mio. €/Jahr. Ergänzt man einen Gewinn von 20 %, so errechnen sich erforderliche Einnahmen in Höhe von rund 4,5 Mio. €/Jahr. Bei vergleichbaren Attraktionen werden Fahrpreise in der Größenordnung von 8 –9 € verlangt und von den Nutzern toleriert und damit auch investiert. In der Regel wird bei einer Bergfahrt der Preis für die anschließende Talfahrt reduziert, sodass ein Preis je Berg- und Talfahrt von 14 € unterstellt werden kann. Einige Besucher werden jedoch ins Tal wandern, sodass auch unter Berücksichtigung von verbilligten Familienkarten ein Preis je Fahrgast von 10 € unterstellt werden kann. Damit müssten für ein wirtschaftliches Ergebnis Nutzerzahlen von 450.000/Jahr erreicht werden.


    Sowohl der Baumwipfelpfad in Bad Wildbad als auch der Thyssen-Krupp Testturm für Auszugstechnik in Rottweil weisen rund 250.000 Besucher/Jahr aus. Beide Städte haben kein mit dem Rhein-Main-Gebiet vergleichbares unmittelbares Umfeld. Der Opel-Zoo in Kronberg/Taunus hatte im Jahr 2019 550.000 Besucher. Daher könnten aus dem Großraum Frankfurt durchaus 500.000 Besucher/Jahr bei der Seilbahn erwartet werden. Ein privates Investment für die Seilbahn zum Großen Feldberg sei daher als möglich zu betrachten. Es sei zu erwarten, dass sich Interessenten für weitere Besuchermagnete melden werden, was die wirtschaftliche Basis des Seilbahnbetriebs weiter absichern wird; als Beispiele werden Sommerrodelbahn, Klettergarten/Baumwipfelpfad, Hängebrücke, Downhill Bikepark etc und eine Gastronomie, die die Bandbreite der Bedürfnisse abdeckt, genannt.


    Die Studie nimmt an, dass die Besucherzahlen durch das erhöhte Angebot steigen werden. Entsprechend sei davon auszugehen, dass auch die Seilbahn als touristisches Erlebnis genutzt werden würde. Weiterhin könne eine Seilbahn in diesem Fall als Referenz-Projekt und Positiv-Beispiel dienen, um die Nutzer für eine Seilbahn außerhalb alpiner Gebiete zu sensibilisieren und den Weg für den Einsatz einer urbanen Seilbahn zu ebnen. Die Studie geht von einem privaten Investment aus und von einer Projektlaufzeit von 4-5 Jahren. Um eine fundierte Aussage im Hinblick auf eine touristische Seilbahnvariante treffen zu können, wären weitere Detailbetrachtungen erforderlich.


    Ohne jeden ÖPNV-Bezug würde diese aber vermutlich nicht der RMV beauftragen, fragt sich, wer ein solches Projekt zu seiner Sache machen würde.

  • Hoffen wir dass sich nach Corona (falls die Politik uns überhaupt jemals unsere unabhängig von Impfstatus und sonstiger Panikmache immerhin verfassungsmäßig garantierten Grundrechte zurückgibt), jemand findet, der das nötige Kleingeld und Risikobereitschaft hat. Zu wünschen wäre es sehr. Im Zuge dessen hoffe ich auch auf eine Sperrung des Gipfelplateaus zumindest für den MIV (auch auf die Bushaltestelle kann man dann gut und gerne verzichten), möglichst zusätzlich auch der L3024 zwischen Parkplatz Windeck und Sandplacken.


    Immerhin lassen sich Seilbahnen innerhalb weniger Monate durch Neue ersetzen. Die Möglichkeit bestünde also weiterhin, dass irgendwann doch mal die ursprünglich vorgeschlagene 3S-Bahn kommt (und vielleicht auch doch mal in den RMV aufgenommen wird), die auch in der Lage ist Fracht zu transportieren. Damit ließen sich die erwähnten Straßen dann sogar zu einfachen Waldwegen zurückbauen.


    Rhein-Main macht einfach viel zu wenig aus seinem höchsten Berg. Die meisten anderen Städte beneiden Frankfurt um seinen Hausberg, und die allermeisten würden ihren Bewohnern dort auch viel mehr Freizeitmöglichkeiten bieten oder das sogar zu einem eigenen touristischen Anziehungspunkt entwickeln. In Singapur hat man sowas sogar in einen kompletten Freizeitparkt verwandelt, bei uns dagegen haben selbst Aussichtsturm und Gastronomie im Sommerhalbjahr sogar an langen Wochenenden geschlossen...

  • Eine Seilbahn könnte wohl wirtschaftlich betrieben werden.. alleine durch den Ausbau der bestehenden Trails für Mountainbiker ließen sich wahrscheinlich ein vielfaches der benötigten Fahrgastzahlen erzielen. Obwohl aktiver Mountainbiker und Wanderer wünsche ich mir das eher nicht, das Feldberggebiet ist heute schon stark überlaufen, Natur ist nur dann schön wenn man auch noch etwas davon sieht. Einen Rummelplatz wie z.B. in Winterberg in der Nähe einer Großstadt braucht es nicht wirklich. Für mich ist da weniger mehr ! Schließen der Zufahrt zum Gipfel für den MIV, Reduktion der Parkplätze.. der Aussichtsturm ist bald auch nicht mehr nötig.. der sichtbehindernde Wald ist ja zum größten Teil schon gefällt. Bzgl Gastronomie, der Feldberghof wird umgebaut, dieser ist demnächst wieder geöffnet.

  • Es gab früher mal einen Sessellift um auf den Großen Feldberg zu gelangen. Leider nicht viel im Internet dazu gefunden, außer einem FAZ Interview von 2019 mit Landrat Krebs, in dem erwähnt wird dass es mal eine Feldberg Lift GmbH gab. Bei der Demontage des Seils war ich damals (mehr als 30 Jahre her) dabei. Die Pfeiler und die Schneise waren noch jahrelang erkennbar.

    Ich finde die Idee an sich nicht schlecht, glaube aber auch, dass dann ein ganzheitliches Verkehrskonzept entwickelt werden muss. Possen wie die, um die Kiosk-Hütte in den letzten Jahren, sind da Kontraproduktiv. Nicht jeder will in eine Restaurant, machem reicht auch die warme Wurst und Kaffee oder Glühwein.


    Auch muss klar sein, egal ob die Masten einer neuen Seilbahn keine Schneisen mehr bräuchten weil sie über den Bäumen die "Gondeln" tragen, trotz allem mit mehr Platz für mehr Leute auch Freiflächen auf dem Plateau geschaffen werden muss.

    Mehr Besucher, egal ob im Sommer oder im Winter bedeutet natürlich auch, dass entsprechende Rettungswege und Kapazitäten geschaffen werden müssen. Die Bergwacht gibt alles, aber die dann ansteigenden MTB Abfahrten durch Seilbahn und ansteigender Nutzung, mehr Besucher ansich bedürfen auch einer Kapazitätsanpassung bei Rettungsmaßnahmen.

    Und machen wir uns nichts vor.... dazu reicht hier der Platz nicht, obwohl am Mt. Washington mehr als vorbildlich organisiert für alle, Skifahrer, Wanderer und MTB'ler ganz großes Programm läuft.

  • Ein Problem durch zusätzliche Mountainbikes sehe ich nicht. Gibt es Konflikte, werden Velos eben nicht mit der Bergbahn befördert, ganz einfach. An Werktagen oder generell zu Zeiten mit wenig Besuchern kann es anders gehandhabt werden.


    Einen Sessellift gab es meines Wissens nicht. Es gab einen Schlepplift, den Nordbahnlift, eine reine Sportanlage zum Skifahren. Talstation war in Oberreifenberg nahe des großen Parkplatzes an der Siegfriedstraße, also die entgegensetzte Seite zur Hohemark. Der Nordbahnlift wurde Ende 1969 in Betrieb genommen. 1988 brannte die Bergstation ab (wohl Brandstiftung), danach wurde die zuletzt unrentable Anlage demontiert. Die Skiabfahrt ist noch heute gut zu erkennen - und dort Reste von Kunststoffmatten. Damit wurde in den Siebzigern Liftspur und Abfahrt belegt, um Skibetrieb im Sommer zu ermöglichen und den Schlepplift so rentabel zu machen. Das erwies sich als zu gefährlich und wurde nach nur einer Sommersaison wieder eingestellt.

  • Es wäre nicht der erste Versuch, den Feldberg touristisch zu erschließen, wie die FAZ in ihrer Ausgabe vom 24.08.2016 berichtete.


    Im Jahr 1970/71 hatte Feldberg-Lift GmbH aus Stierstadt, die bereits den von Schmittchen erwähnten Schlepplift am Nordhang betrieb, den Bau und Betrieb einer Gondelbahn zwischen dem Heidetränktal und dem Gr. Feldberg beantragt. Die Wirtschaftlichkeitsberechnung ging davon aus, dass die an der Hohemark endende Stadtbahnlinie (heute U3) um ca. 2,5 km in das Heidetränktal verlängert wird; die Stadtwerke Frankfurt sollen dem im Prinzip auch zugestimmt haben. Am 15.7.1971 erlies das RP Darmstadt einen entsprechenden Planfeststellungsbeschluss. Baubeginn war für 1973 oder 1974 geplant.


    feldberg-seilnbahnynkw9.jpg


    © OpenTopoMap (CC-BY-SA) Rot: Gondelbahn 1971 Blau: Seilbahn 2020 Orange: Verlängerung Stadtbahnstrecke


    Danach sollte die Gondelbahn eine Länge von 3.380 m haben und eine Höhendifferenz von 460 überwinden. 163 Kabinen sollten mit einer Geschwindigkeit von 3,0 m/s bis zu 1.000 Personen/h und Richtung transportieren. Das Seil wäre über 19 Stützen gespannt worden, die Fahrt sollte 19 Minuten dauern (lt. PFB v. 15.7.1971, StAnz 1971, S. 2169) . Wandervereine und Naturschützer liefen Sturm gegen die Idee; zum einen weil für die Trasse streckenweise eine acht Meter breite Schneise in den Wald geschlagen werden sollte, zum anderen wegen des befürchteten Rummels.


    Daneben sollte ein zusätzlicher Sessellift vom Parkstreifen an der Straße zwischen Rotem Kreuz und Niederreifenberg auf das Feldbergplateau zu führen. Wie die Kabinenbahn sollte er den großen Vorteil haben, das ganze Jahr in Betrieb zu sein.


    Ausgebremst wurde das Projekt zunächst von der Ölkrise 1973 und endgültig dann von der Gebietsreform, denn Gondelbahn und Sessellift sollten mit kommunaler Beteiligung betrieben werden. Statt des Main-Taunus-Kreises war nun plötzlich der aus Obertaunuskreis und Kreis Usingen gebildete Hochtaunuskreis für den Großen Feldberg zuständig. Zu diesem Zeitpunkt zeichnete sich schon ab, dass hauptsächlich Verluste zur Verteilung anstehen würden. Und so verschwand das Projekt in der Schublade. Einen erfolglosen Wiederbelebungsversuch unternahm die SPD-Fraktion im Umlandverband im Sommer 1979. Jetzt also auf ein Neues...

  • Durch die Karte wird deutlich das es für eine Seilbahn auf der blauen Trasse erhebliche Wiederstände im Form des NSG Weiße Mauer geben dürfte, des weiteren befindet sich dort unter der Trasse ein Gebiet das durch die Jägerschaft als Rückzugsraum für das Wild vorgesehen ist und durch Wegesperrungen besonders behütet wird. Sarkasmus an... das mit der Schneise im Wald wird dieses mal allerdings nicht so das Problem... einige Bereiche sind dank Klimawandel und Borkenkäfer mittlerweile frei von Fichtenplantagen (Wald konnte man das ja nicht nennen) Sarkasmus aus.

  • Schneise durch den Wald würde es doch sowieso gar nicht geben. Ist ja schließlich keine Einseilbahn vorgesehen (wo das tatsächlich zu träfe) sondern nunmehr eine 2S-Bahn. Da Trag- und Zugseil getrennt sind, lassen sich deutlich größere Stützenabstände realisieren wo die Seile in einer Höhe verlaufen, dass die darunterliegenden Baumwipfel problemlos ohne jegliche Eingriffe überschwebt werden. Einzig für die 8 Stützen und die beiden Stationen ist Bauplatz nötig.

    Die ursprünglich für die ÖPNV-Variante avisierte 3S-Bahn wäre sogar mit Stützenabständen von mehreren Kilometern machbar.

  • Eine Schneise gibt es nicht, das ist klar, aber der Hinweis auf das Landschaftsschutzgebiet ist richtig.


    Datenbereitstellung: Hessisches Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie / © Hessisches Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz | Datengrundlage: Hessische Verwaltung für Bodenmanagement und Geoinformation


    Die hellgrüne Fläche ist ein FFH-Gebiet, die rot umrandete ein Naturschutzgebiet. Soweit ersichtlich, stünde darin die Stütze Nr. 4. Könnte man diese verlegen, gäbe es zumindest keinen baulichen Eingriff. Ob das Überschweben der Fläche ein naturschutzrechtlicher Eingriff wäre?

  • Das ist doch eine Hügelkuppe innerhalb der geschützten Zone, oder? Dann lassen sich Stützen bei annehmbaren Stützenhöhen bzw. Bodenabständen des Tragseils natürlich nicht beliebig versetzen, sonst kommt die Bahn nicht über den Berg. Und eine Zweiseilumlaufbahn, die ohne Waldschneise auskommt - geht das überhaupt? Zumindest habe ich das noch nie gesehen. Es geht ja neben Bau und Wartung (etwa der Rollenbatterien an den Stützen) auch um die Möglichkeit, die Kabinen bei Betriebsausfall evakuieren zu können.

  • Naja, die eigentliche Weiße Mauer würde nicht überschwebt, sondern ein kleines benachbartes Hügelchen, welches deutlich tiefer (ca. 40m) liegt als die Weiße Mauer (634m).


    Andererseits müsste die Stütze - falls sie unmittelbar vor dem FFH-Gebiet positioniert wird - gegenüber der Hügelkuppe mindestens 20m an Höhe ausgleichen. Keine Ahnung ob das noch geht. Hinter der Hügelkuppe wäre es noch schlimmer, weil da das Gelände in Richtung Massborn-Bach erstmal abfällt.

  • ^^ Aus der von mir als thumbnail eingebundenen Grafik aus der Machbarkeitsstudie lasst sich ersehen, dass die Kabinen meterweit über den Bauwipfeln hängen, in der Studie stehts auch so drin. Der Abstand zum Boden beträgt mindestens 25 m, eine Fichte mittleren Alters ist so um +/- 15 m hoch. Sollte gehen, oder?

  • Jedem Naturliebhaber dreht es den Magen um wenn er sieht was hier gedacht und geplant wird. Ich frage mich ob einige der schreibenden hin und wieder im Taunus unterwegs sind. Die Idee ca 200m von der Weiße Mauer entfernt mitten durch die Blickachse entlang des Taunus eine Seilbahn zu bauen deren Türme an dieser Stelle 60-70m hoch werden sollen macht mich sprachlos. Das ganze ist so etwas von unausgegoren das ich nicht an eine Realisierungsabsicht glauben kann. Es fängt an der Talstation an die auf dem, schon heute meist überlasteten Parkplatz Hohemark steht. Für eine solche Bahn braucht es sicher 400-500 Parkplätze.. das geht dort nur auf dem Geländer der Internationalen Schule oder durch Rodung des Waldes, selbst eine Tiefgarage wird einen erheblichen Eingriff in das Gebiet erfordern. Die Bahn selbst würde sehr prägnant in die aktuell zum Glück noch einigermaßen geschlossene Erscheinung des Waldes eingreifen. Ich bin mir sicher, sobald die erste Grafik auftaucht die ein realistisches Bild der Bahn im Gelände zeigt wird sich kein Politiker trauen diese Idee öffentlich zu vertreten, Mehrheitsfähig ist sie ziemlich sicher nicht.


    Fichten werden im übrigen gerne mal 60m hoch ..in diesem Gebiet stehen Exemplare mit sicher 40m..

  • Der Naturliebhaber fährt am liebsten mit seinem Auto in den Wald, um dann in Bodennähe durch bewaldetes Gelände zu wandern, ohne Blick über die Wipfel. Die Stützen würde er wahrscheinlich erst dann wahrnehmen, wenn er direkt davor steht. Wer mal auf Waldwegen auf den Goetheturm zugelaufen ist, weiß das; ähnlich der Meisterturm in Hofheim. Aus der Distanz wären die Masten nur gegen den Himmel zu erkennen, weil sie gegen den Wald keinen Kontrast bilden, sind ja nicht rot-weiß angemalt. Es wäre ja die Frage, von wo aus man überhaupt theoretisch einen Mast erblicken kann und ob man ganz praktisch dort überhaupt hinkommt, oder umgekehrt, was man von dort, wo man hinkommt, sehen kann. Aber ich merke schon, wenn's um den Wald geht, hört der Spaß auf.

  • ^^ Muss man das mit der Höhe von Fichten nicht inzwischen in der Vergangenheitsform schreiben?

    Warum braucht es für die Bahn Parkplätze, als Zubringer gibt es eine U-Bahn. Wenn man dann keine Parkplätze an der Talstaton baut, haben es nach dem ersten Mal die, die lernen wollen, verstanden und kommen mit der Bahn.


    Und Natur beobachten während man drüber schwebt ist meiner Meinung nach der geringstmögliche Eingriff und sollte bei der Geschwindigkeit der Bahn berücksichtigt werden, die, anders als eine ÖPNV-Seilbahn, nicht auf Transportleistung getrimmt sein muss, sondern deren Benutzung allein schon Event ist.

  • ....Warum braucht es für die Bahn Parkplätze, als Zubringer gibt es eine U-Bahn. .......

    Eben weil die meisten nicht mit dem ÖPNV anreisen, sondern mit ihren "SUV's" (Anführungsstrichelchen beachten) bis vor das Plateau fahren wollen und werden. Von daher ist es schon eine legitime Frage, wo man denn die ganzen PKW's abstellen kann wenn die Seilbahn ein Magnet werden würde.

  • Die U3 allein wird das nicht aufnehmen können. Das ist völlig klar. Jeder, der an einem schönen Wochenende mal am Feldberg war, weiß wie voll dort dann die Parkplätze sind. Wenn man die Straße zwischen Sandplacken und Rotem Kreuz über den Feldberg denn schließen möchte, müssen die Autos ja irgendwohin.


    Außerdem dauert mit der U3 die Anreise zur Hohemark doch sehr lange (37 Minuten von der Hauptwache), speziell wenn man im südlichen Frankfurt wohnt oder erstmal mit U4-U7, S-Bahn oder Straßenbahn zur Hauptwache oder anderen Kreuzungspunkten der A-Linie kommen muss.


    Man könnte natürlich den gerade erweiterten Parkplatz an der Hohemark auch durch ein 2- oder 3-geschossiges Parkhaus ersetzen. Das wäre sicher nicht schön, aber aus meiner Sicht relativ schnell machbar und würde die Kapazität doch deutlich erweitern.

  • In der Studie steht die Talstation auf dem Parkplatz ! und nimmt ca 50% dessen ein..d.h es muss dann schon eine Tiefgarage mit 3 -4 Ebenen nach unten sein..


    Stütze 4 steht nach dieser Planung innerhalb des NSG (km 2.64 ) .. das NSG fängt bei ungefähr km 2,4 der Bahn an.. dort ist die Geländehöhe ca 30m niedriger was im Umkehrschluss heist das die Stütze 30m höher werden muss (dann 90m )

  • Alles richtig, aber bitte: es ist eine Machbarkeitsstudie, die zum Gegenstand hat, ob man so was im Prinzip seilbahntechnisch machen kann - kann man. Das ist keine baufertige Planung, keine Entwurfsplanung, keine Genehmigungsplanung. Also sind umweltrechtliche, naturschutzrechtliche, baugrundmässige, erschließungsmäßige wirtschaftliche, verkehrliche und sonstwelche Details natürlich ungeprüft. Keine Frage, das Projekt müsste noch einige Hürden nehmen, aber es wäre ja nicht die erste Seilbahn, die geplant wird. Nur: wenn man keine Fragen stellt, bekommt man auch keine Antworten und kann am Ende die verschiedenen Belange nicht vernünftig abwägen. Deshalb schließt die Machbarkeitsstudie ja auch mit dem Vorschlag, u.a. solche Umstände vertiefend zu betrachten.


    Zur Weißen Mauer: das ist FFH-Gebiet im Landschaftsschutzgebiet. Aus der gebietspezifischen Definition des Schutzzwecks ergibt sich, dass eigentlich niemand drin herumlaufen sollte, eigentlich sollte dieser Bereich komplett für Fußgänger und Biker gesperrt werden, um den seltenen Lebensraum nicht zu gefährden. Ein Mast an der richtigen Stelle ist ja vielleicht naturschutzrechtlich weniger gravierend, als Legionen von Wanderern, die da durchspazieren. Vielleicht liefert die Seilbahn ja genau das Argument, den Bereich am Boden Schutzes halber großflächig zu sperren. Die Höhe eines Mastes ist keine Frage des Naturschutzes, sondern allenfalls des Landschaftsbildes. Um den mehr oder weniger freien Blick auf den Feldberg zu genießen, muss man ja nicht unbedingt auf einen Hügel mitten im FFH-Gebiet kraxeln, da gäbs weniger problematische Plätze, und sei's ein Stehplatz in der Seilbahn.

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  • Bei einer Kapazität von 1500 Personen pro Stunde und Richtung braucht man - selbst bei Wochenendbesetzung mit ganzen Familien, also 3-4 Personen im Auto - über das Abstellen aller Autos an der Hohemark nicht nachdenken, das geht nicht, selbst wenn man nur einen Aufenthalt von 30 Minuten auf dem Feldberg annimmt. Selbst in dem Fall (30 Minuten reine Fahrzeit, 30 Minuten Aufenthalt und 3,5 Personen je Fahrzeug) müssten fast 450 Fahrzeuge an der Hohemark abgestellt werden.

    Wenn man noch 200 Personen/Stunde über die U3 rausrechnet wären es noch gut 370 Autos.


    Wenn die Aufenthaltsdauer oben länger wird, braucht man unten mehr Parkplätze oder mehr Bahnverkehr.


    Vielleicht gibt es auch noch ein paar, die mit dem Fahrrad raufwollen und so die Gesamtkapazität drücken - aber ein "Monsterparkhaus" an der Hohemark kann nicht die Lösung sein.