Hamburg Hauptbahnhof - Umbau & Erweiterung [in Planung]

  • Wie erwartet haben die Jammerlappen vom Denkmalverein die Planungen am Hauptbahnhof stark kritisiert. DIe Kritik stoesst in die selbe Richtung wie das was man dort schon im Juli verbreitet hat.


    Ausserdem redet man sich bein Denkmalverein die aktuelle Stituation schoen statt offen einzugestehen, dass der Status Quo unhaltbar ist.

  • Die Nummer mit den Bussen: mal sehn. Sehr offensichtlich ein schräger Kompromiss.

    Ich verstehe auch nicht warum die Busse da durch sollen.

    Stattdessen hoffe ich eher, dass mit der Fertigstellung der U3-Sanierung die Mönkebergstraße in ein Fußgängerzone mit Radstreifen umgewandelt wird.

    Würde die Aufentshaltqualität dort deutlich steigern.

  • Leider muss ich dich bzgl. der Mö zumindest mittelfristig enttäuschen. Es war zwar u.a. von Seiten des hvv geplant alle Linien auch weiterhin über die Steinstraße zu führen - aber es kam wie es kommen musste: Anwohnende in der Steinstraße haben sich u.a. über die lauten (Nacht-)Busse beschwert und bewirkt, dass zumindest eine teilweise Rückkehr in die Mö unausweichlich wurde. Wies da mit einer dauerhaften Lösung aussieht weiß glaube ich keiner.


    Und bzgl. der Frage "Warum Busse über die Steintorbrücke?": Ich denke es gibt kaum eine Alternative die vielen Buslinien anders zwischen der Ost- und Westseite des HBF zu führen ohne deutliche Nachteile zu generieren und zum anderen wird dort ja im Moment sogar bereits eine Haltestelle direkt auf der Brücke eingerichtet um den Umstieg zu den neu geschaffenen Bahnabgängen zu ermöglichen. In dem Zusammenhang ist es durchaus sinnig mit dem Aufbrechen des Bahnhofs nach Süden zur Steintorbrücke dann dort auch eine hochwertige Busanlage in den Bahnhof zu integrieren.

  • Ich verstehe auch nicht warum die Busse da durch sollen.

    ^^ Darf ich das mal uebersetzen? Verstehe ich deine Aussage richtig als...


    'Ich verstehe nicht, warum der aufkommenstaerkste Fernbahnhof in der Bundesrepubik Deutschland, gelegen in der mit Abstand zweitgroessten Stadt des Landes, ein zentraler Knotenpunkt zwischen Nah- und Fernverkehr mit ueber 500,000 Reisenden am Tag, in Zukunft einen (heute nicht vorhandenen) direkt in den Gebaeudekomplex integrierten, ueberdachten Anschluss an das Hamburger Bus-Netz bekommen soll!'.


    Die Frage ist - was soll man denn darauf antworten? Man kann sicherlich ueber dass 'wie' und die Gestaltung diskutieren. Aber wenn jemand ersthaft nach dem 'warum' fragt, dann bin ich ehrlich gesagt etwas ratlos...

  • Nebenbei: Wenn man schon so eine grandiose riesige Ost-West-Halle bauen will, soll dann allen ernstes der De-Facto-Haupteingang des Hbf zur Moenckebergstraße hin weiterhin durch dieses dreckige Taubenkackloch erfolgen? Dort, wo die Decke so niedrig ist, dass groessere Menschen kaum aufrecht gehen koennen? Ich denke, diesbezueglich muss nachgebessert werden.


    Insbesondere jetzt wo die unterirdischen Zugaenge zu den Kaufhaeusern nicht mehr so dringend notwendig sind, und wo man die Gelegenheit haette das ehemalige Karstadt Sport abzureissen, und durch einen Neubau (Gastronomie, Einzelhandel, Hotel?) zu ersetzen der wieder in der historischen Strassenflucht steht statt vier Meter zuruekversetzt. Aehnliches gilt fuer die Saturn-Seite, wobei man dort meiner Ansicht nach mit einem Anbau schon viel erreichen koennte.


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    Bild: bof architekten / Hervorhebung: ich


    Wenn es nach mir ginge (geht es leider nicht, ich weiss..) dann wuerde ich mir wuenschen, dass


    > Der ehemalige Kartstadt Sport abgerissen und durch einen Neubau in der Flucht der Moenckebergstrasse ersetzt wird.


    > Die Nordseite des Saturns einen Anbau bekommt, der den Baukoerper in der Flucht der Moenckebergstrasse ergaenzt


    > Der unterirdische Eingang in den Hauptbahnhof (Zugang zum Suedsteg) ersatzlos entfaellt.


    > Die neue Querhalle und eine neue Treppenanlage oestlich des Steintorwalls die neuen Zugaenge werden.


    So in der Art - vorher

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    Bild: Google Maps 3D / ich


    So in der Art - nachher

    saturn1024znk5v.jpg

    Bild: Google Maps 3D / ich


    Bitte nicht an gestalterischen Details (oder dem Mangel daran) meiner laienhafen Zeichnung aufhaengen. Es geht mir nur ums Grundprinzip. Rechts den ehemaligen Kartstadt-Sport per Photoshop 'umzubauen' habe ich mir aus Zeitgruenden gespart. Ich bitte sich den Teil zu denken.

  • Aber wenn jemand ersthaft nach dem 'warum' fragt, dann bin ich ehrlich gesagt etwas ratlos...


    Du hast die Frage schon sehr gut verstanden Midas.

    Ich meine Du bist ein Befürworter von Bussen in der Mönkebergstraße. Ich frage mich schon seit 30 Jahren warum die da durchfahren müssen. In der Kauflinger Straße in München fahren auch keine Busse!

    Mit dem Umbau der U3 entfällt das letzte Argumnet für Busse dort.

    Ohne die Fortführung durch die Mönkebergstraße macht es aber keine Sinn die Busse durch den Bahnhof fahren zu lassen, oder?


    Da Du immer gut informiert bist, bist Du sicher vom Fach, im Gegensatz zu mir. Aber sehe es einfach als Chance mal Meinungen aus dem interessierten "Volk" zu hören, jenseits von Nimbys.

    Ich schätze Deine Beiträge sehr, aber manchmal sind sie etwas A...

  • Ich habe auch schon länger das Gefühl, dass der Saturn das Stadt-Entree negativ beeinflusst.


    Allerdings sehe ich nicht den Blockrand zur Mönckebergstraße als das Problem, sondern die die banale Zweckbau-Kubatur an der Stelle, die meiner Meinung nach auch etwas deutlich höheres vertragen kann. (Stichwort: Dem Loch der Gleise eine Kante geben)


    Meine Lieblingsidee ist hier eine Aufstockung, vielleicht mit öffentlicher Dachnutzung.


    Der Eingansplatz zur Mönckebergstraße kann so zu einem richtigen Platz werden, wo der zurückgesetzte Blockrand sogar helfen würde.


    Ob man jetzt einen Riesen-Hummelmann-Eimer-Brunnen dahinstellen soll, lasse ich mal offen. Die Idee ist mir beim Malen gekomen.


    In meiner Vision gibt's auch Raum für Busverkehr.


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    Bild: ich

  • Bonteburg - Gestalterisch wäre das jetzt nicht so wirklich meins mit solchen Aufstockungen, ehrlich gesagt, aber ich finde es trotzdem gut, dass die Leute hier im DAF sich Gedanken machen, Ideen haben, Vorschläge zeigen, Mitgestalten...


    Das zeigt doch, dass es in den kommenden Jahren ein bunter und spannender Prozess werden wird, nicht nur den Hauptbahnhof umzugestalten, sondern auch das Umfeld. Also dort, wo der Bahnhof funktional an die Stadt 'andockt'. Je mehr Ideen und Stimmen es dabei gibt, desto besser.

  • Ich muss sagen mir ist eigentlich die Nutzung der Halle relativ egal, das schöne ist ja, dass man sie völlig unterschiedlich nutzen kann. Dann fahren eben 10 Jahre da Busse lang sobald wir die nicht brauchen wird daraus eben eine Fußgängerzone zum Bummeln oder für Events macht man mal was ganz anderes. Es wird ja kaum was dauerhaft fest verbaut, was man nicht mit wenigen Tausend Euro ändern könnte.

  • Ruhri - Na klar. Nur was soll das realistischerweise für ein Szenario sein, wo Hamburg in Zukunft keine Busse mehr braucht?


    Die Stadt wächst, die tägliche Anzahl an Reisenden am Hbf soll in den nächsten 20 Jahren (so die Prognose) von 500,000 auf rund 750,000 steigen. Der motorisierte Individualverkehr soll mehr und mehr aus der Stadt gedrängt werden.


    Damit werden wir absehbar Busse brauchen solange sie Menschen nicht fliegen lernen.


    Einzig die Metrobusachse 5 wird an Bedeutung verlieren wenn ihr Verlauf in weiten Teilen von der U5 übernommen wird.

  • Leider muss ich dich bzgl. der Mö zumindest mittelfristig enttäuschen. Es war zwar u.a. von Seiten des hvv geplant alle Linien auch weiterhin über die Steinstraße zu führen - aber es kam wie es kommen musste: Anwohnende in der Steinstraße haben sich u.a. über die lauten (Nacht-)Busse beschwert und bewirkt, dass zumindest eine teilweise Rückkehr in die Mö unausweichlich wurde. Wies da mit einer dauerhaften Lösung aussieht weiß glaube ich keiner.

    Naja, die Hochbahn wollte schon beide Relationen und setzte sich durch. Neben Anwohnern beschwerten sich aber auch Unternehmen über die Busse, während kurz darauf Einwände kamen, wenn Kunden und Mitarbeiter nicht mehr "vor der Tür" aussteigen können. Eine Umfrage mit mäßigem Rücklauf bzw. Interesse hatte dann grob ein Drittel "nur Mönckebergstraße", ein Drittel "nur Steinstraße" und ein Drittel für die jetzige Lösungen. Kann man nie allen Recht machen und der Oberbaudirektor sinniert ja weiterhin von einer Mönckebergstraße ohne Busse. Von daher bleibt abzuwarten wie es dauerhaft weitergeht. Die nächsten Jahre wird es aber sicherlich erstmal so bleiben.

  • Ich bin ja wirklich für eine Reduktion des MIV im öffentlichen Raum. Aber in diesem Falle haben die geparkten Autos den Platz ja geradezu geschmückt! Das ist wirklich an grauer Trostlosigkeit kaum zu übertreffen, schrecklich.

  • lexibexi - Naja... Erwartest du, dass man jetzt hier Millionen investiert, wo eh schon klar ist, dass das gesamte Umfeld in ein paar Jahren dann komplett neu gestaltet wird?


    Hierbei, ebenso wir bei den neuen Zugangstreppen am Süden, geht es um rein funktionale Provisorien, die den Fluss der Reisenden und die Verkehrssituation verbessern sollen bis die 'große Lösung' fertig ist.


    Gestaltung steht dabei nicht an vorderster Stelle.

  • Interessant! Ich hatte das bisher eigentlich noch nicht mal als Platz (vielleicht noch nichtmal als Ort, wo man higehen kann) wahrgenommen. Werde demnächt mal erkunden...

  • Was ich mir uebrigens fuer die Sued-Ansicht noch wuenschen wuerde, waere dass sich die Nord-Sued Halle und die neue Ost-West Halle in Form eines Kreuzgewoelbes ineinander-schneiden: So wie ein Kirchenschiff und das Querhaus einer gothischen Kirche.


    Damit haette man von Sueden her eine neue Fassade an der der historische Hallenquerschnitt weiterhin ablesbar waere. Das ganze saehe in meinen Augen dann weniger nach einer Rueckseite aus.


    So in etwa:


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    Bildgrundlage: bof architekten / Bildmanipulation: ich


    manuxfk9p.jpg

    Bildgrundlage: bof architekten / Bildmanipulation: ich

  • Coole Montage. Der Punkt mit der prägnanten Südfassade ist mir beim gedanklichen Nachschwingen zu den Entwürfen auch gekommen. Das ist so dermaßen identitätsstiftend für den Ort - sowohl von innen wie auch von außen - dass es eigentlich unabdingbar ist, dieses Element wieder aufzugreifen.

  • Von Innen wohl weniger, weil die aktuelle Sued-Fassade ja in jedem Fall bestehen und von innen sichtbar bleibt. Die Innenansicht der Halle waere also in jedem Falle quasi unveraendert, nur dass hinter der heutigen Sued-Fassade dann statt der Aussenwelt eine zweite neue (Quer-) Halle laege.

  • Ja, das ist klar. Dennoch stellt sich die Frage, wie sich die Lichtverhältnisse mit dem Anbau ändern und ob tatsächlich die bestehende Verglasung dann so bleibt. Von innen gesehen wäre es zunächst naheliegend, von „außen“ könnte man das aber in Frage stellen. Eine Öffnung hin zur neuen Halle würde ggf mehr Sinn machen, als so zu tun, als wäre nichts geschehen. Wenn man es mit deiner Idee zu Ende denkt, dann wäre eine Neugestaltung der jetzigen Südfassade sinnvoll, die dann mit dem neuen Abschlusselement korrespondieren sollte.