Parkstadt Karlshorst (Lichtenberg | in Bau)

  • ^Das Industriegleis auf RianMa s Fotos reichte übrigens mal von der Schlesischen Bahn bis in die Wilhelminenhofstr. Falls jemand den Katalog zur Ausstellung "Die unvollendete Metropole" hat, auf Seite 119 gibt es einen Entwurf für ein Schnellstraßenbahnnetz, der eine Linie vom Ostkreuz in diesem Verlauf vorsah. Das war 1919, also jetzt vor mehr als 100 Jahren.

  • Laut Tagesspiegel plant bonova auch die Flächen auf der anderen Seite des Hönower Wiesenwegs zu kaufen und zeitnah zu entwickeln.


    Es könnte noch einmal Platz für eine halbe Parkstadt geschaffen werden. Die abgeranzten Trailerparks müssten weichen. Freut mich. :)


    Mod: Off Topic dort, hier bitte im Thema weiter.

  • Man bietet nun hohe Beträge, damit man das Gebiet westlich des Hönower Wiesenwegs entwickelt werden kann.

    Die ersten Wohnwagen stehen bereits auf der Straße zum Verkauf - siehe Bilder im ersten Fünftel der Galerie.


    Ich habe mir die Gegend letzte Woche angeschaut: Im Vergleich zu meinem letzten Besuch im Herbst hat sich viel getan. Die beiden umschließenden Straßen wurden verbreitert, die Baugruben für die Kita und die Schule wurden ausgehoben und die ersten Blöcke stehen kurz vor der Fertigstellung.

  • Verständnisfrage:


    In der BA-Vorlage 205/2017 – Bebauungsplan 11-47b zum Areal steht "Die Vorlage wurde beschlossen." Bedeutet das, dass so gebaut wird, wie in der Vorlage beschrieben? Oder beginnt damit erst die Planung?


    Zum Areal westlich des Hönower Wiesenwegs (Bebauungsplans 11-47bb) steht:


    Die wesentlichen Planungsziele des Bebauungsplans 11-47bb sind:
    - die Reaktivierung innerstädtischer Brachflächen und die Wiederherstellung der
    städtebaulichen Ordnung,
    - die Schaffung von Wohnbauflächen im Anschluss an die im Plangebiet 11-47ba geplante
    „Parkstadt Karlshorst",
    - die Entwicklung eines öffentlichen Grünzugs entlang des verfüllten Abschnitts des Hohen
    Wallgrabens,
    - die Entwicklung privater Grünfläche,
    - die Ausweisung von privaten Erschließungsflächen und
    - die Verlegung der bestehenden 110-KV-Freilei-tungstrasse.

  • Update zum Baufortschritt.


    Zunächst die Südwestseite (vom Hönower Wiesenweg aus fotografiert):


    parkstadt_karlshorst01.jpg


    parkstadt_karlshorst02.jpg


    parkstadt_karlshorst03.jpg


    parkstadt_karlshorst04.jpg


    Ganz im Westen des Baufeldes sind die ersten Fassadendetails sichtbar:


    parkstadt_karlshorst05.jpg


    parkstadt_karlshorst06.jpg


    parkstadt_karlshorst07.jpg


    Nordseite:


    parkstadt_karlshorst08.jpg


    Blick vom Blockdammweg auf die „Nordfront“:


    parkstadt_karlshorst09.jpg


    parkstadt_karlshorst10.jpg

  • Das ist ein riesiges Projekt, ich bin gespannt wie sich dieser Gegensatz entwickeln wird, denn aktuell steigt die Einwohnerzahl Berlins ja nicht gerade. Bereits 2020 gab es praktisch Stagnation und auch dieses Jahr scheint sich dies nicht zu ändern. Gleichzeitig werden solche Großprojekte, mit hunderten oder gar tausenden Wohnungen fertig.


    Anbei auch noch eine schöne Visualisierung bei Nacht, die wir hier noch nicht hatten. Es wirkt wie ein ganzer eigener Stadtteil:


    (c) Bonava

  • Um es mit Mao zu halten - "Baue und sie werden kommen" ... aber Spaß beiseite - In Berlin gibt es immernoch einen recht großen demographischen Ausdehnungspuffer. Noch immer gibt es Familien oder andere Wohngemeinschaftsformen, welche in sehr beengten Verhältnissen leben. Alles anekdotisch, ich weiß: Wenn ich jedoch daran denke, dass allein unter den jüngeren meiner Kollegen sich einzelne noch mitte zwanzig Zimmer mit ihren Geschwistern teilen...


    In einem staffelartigen Bewohnerwechsel können diese sich noch immer ausdehnen.

  • ^ich denke auch das es nicht so dramatisch kommen wird - allerdings kommt die baby boomer generation auch langsam in die jahre bzw. in die seniorenheime. da werden auch tausende wohnungen/häuser frei...mal sehen wie das weitergeht.

  • 42096381bh.jpg

    (c) Bonava

    Zu der Visualisierung sei erwähnt, dass über das Gelände hinweg am östlichen Rand (hier im Bild von mitte rechts nach oben links verlaufend) immer noch eine Hochspannungstrasse verläuft, von deren Rückbau aus Kostengründen bislang abgesehen wurde. Eine weitere, mitten übers Gelände verlaufende Trasse wurde vor 3 Jahren entfernt. Sieht natürlich so besser aus - bin mal gespannt, ob die tatsächlich noch entfernt wird - oder nicht.


    Auch im unteren Teil entspricht das Bild nicht der Realität. Hier gibt es keinen Wald sondern allerhand alte, zum Teil verfallene Gewerbeansiedlungen. Diese Flächen hat Bonova zum Großteil auch bereits aufgekauft, um dort weitere Wohnungen zu bauen.

  • ^^das ist ja clever von bonava....

    ^ich finde es gibt im osten der stadt relativ viele Hochspannungstrassen - schade das man hier so wenig macht, wie auch allgemein tut man relativ wenig für die gestaltung von straßen und infrastruktur im Berliner Osten (damit meine ich besonders die Außenbereich wie Hellersdorf etc.)

  • Für das Wohngebietszentrum an der Parkstadt wurde nun im Oktober der Bauantrag eingereicht. Neue Visus gibt es auf der Architektenseite. (c) Baumeister Dietzsch. Soll vermutlich in Kontinuität zur rationalen Architektur und Materialität der Parkstadt stehen. Schön ist anders...die geschwungenen, hohen Elemente an der Frontseite der Gebäude erschließen sich mir irgendwie nicht so ganz, wirkt etwas albern. Das Zentrum ist immerhin der repräsentative Eingang zur Parkstadt, hier habe ich nicht den Eindruck, dass die Entwurfsqualität der anderen Architekten (der Wohngebäude) erreicht wird oder dem repräsentativen Charakter gerecht wird. Kann aber auch an den schlechten Visus liegen. Die Außenfläche der Kita befindet sich auf dem Dach, wenn ich das richtig deute. Im Vergleich zu dem, was in Reichweite rund um das Funkhaus entsteht, ist das hier doch recht durchschnittlich.


    2021.11.08+Kamera+5+neu.jpg?format=1000w


    Kamera+35+fertig.jpg?format=1000w


    Lageplan:

    Lageplan.jpg

  • Ich finde ja auch, dass diese geschwungenen Teile irgendwie missraten sind, frage mich aber dennoch, wo denn die Entwurfsqualitäten bei den Wohngebäuden liegen. Hier finde ich sie jedenfalls nicht.


    Die oben gezeigten Visus sind allerdings unter aller Kanone. Archicad Freeware.

  • Danke für den Link living2050.


    Bin irgendwie zwiegespalten. Zum einen erinnert mich die städtebauliche Geste und die Gestalt der Gebäude sehr an die Berliner Moderne. Allerdings hätte man sich seinerzeit in der Regel nicht einem riesigen Parkplatz als zentrales "Freiraumelement" zugewandt und den Raum dahinter noch mit einer seltsamen Zeile zugestellt. Die schmalen Durchgänge an den Seiten nach Lenkung des Fußgängers über ebenjenen Parkplatz zum dahinter liegenden Freiraum empfinde ich als städtebauliche Fehlplanung.


    Ich mag die 20er und 30er sehr, kann mir auch vorstellen, dass das Büro Baumeister Dietzsch in Bezug auf die auf der Website gezeigten realisierten Projekte eine vernünftige Ausführung hat, finde die Komposition und die Begründung einer solchen Geste an diesem Ort aber kitschig und zu historisch angeeignet. Auf die Qualität der Visus würde ich jetzt erstmal nichts geben.

  • Die große Geste gefällt mir eigentlich ganz gut. Vielleicht ein bisschen zu groß. Den vermutlich einzigen, städtebaulich definierten Platz des ganzen Quartiers mit einem Parkplatz zu füllen – das ist allerdings ein Anachronismus sondergleichen.

  • Auf mich wirkt das ganze eher wie eine Karikatur bzw. eine unbeholfene Interpretation der Amsterdamer Schule.

    Wenn der ganze Autowahnsinn mal vorbei ist kann man den Parkplatz immerhin recht problemlos in eine Art Stadtgarten oder städtischen Grünplatz verwandeln.

  • Ich kritisiere ja sonst nicht sehr viel an dem Aussehen von allem was in Berlin so neu gebaut wird.

    Aber das da sieht wie hässlichste 20er 30er Jahre Fabrik-Verwaltungsgebäude-Architektur aus.

    Zweckerfüllenden und Menschen abweisend.

  • ^^ Die beiden hochgeklappten Stirnlappen finde ich auch irgendwie seltsam....


    Den Begriff „Wohngebietszentrum“ finde ich hier unglücklich gewählt, zumal es hier ja am nördlichen Rand des Baugebiets liegt und von diesem irgendwie etwas abgetrennt wirkt (siehe Lageplan auf der Architektenwebseite).


    Da dieses Einzelhandel, Gewerbe und Kindertagesstätte beherbergen soll, werden ebenerdige Parkplätze anscheinend immer noch als unvermeidbar angesehen. Leider, denn es ist ja auch eine Tiefgarage geplant.