Parkstadt Karlshorst [in Bau]

  • "Parkstadt Karlshorst"

    Ich weiß ganz ehrlich nicht, ob dieses Projekt hier richtig ist. Es ist in Karlshorst, also Lichtenberg, aber es ist kein "kleines" Projekt.


    Hier, am Blockdammweg, soll in den nächsten Jahren ein ganz neues Stadtviertel mit mehr als 1000 Wohnungen entstehen. Bis aus der Brache mit DDR-Bauten die "Parkstadt Karlshorst" entsteht, sollen "nur" 5 Jahre vergehen. Projektentwickler ist Bonava (ehemals NCC). In der Berliner Morgenpost ist dazu auch ein Bild  zu sehen.

  • "Parkstadt Karlshorst"

    Ich weiß ganz ehrlich nicht, ob dieses Projekt hier richtig ist. Es ist in Karlshorst, also Lichtenberg, aber es ist kein "kleines" Projekt.


    Hier, am Blockdammweg, soll in den nächsten Jahren ein ganz neues Stadtviertel mit mehr als 1000 Wohnungen entstehen. Bis aus der Brache mit DDR-Bauten die "Parkstadt Karlshorst" entsteht, sollen "nur" 5 Jahre vergehen. Projektentwickler ist Bonava (ehemals NCC). In der Berliner Morgenpost ist dazu auch ein Bild zu sehen.

    Puh, das ist jetzt schon wieder drei Jahre her, dass es zu diesem großen Bauprojekt die letzte Meldung gab. Auch die avisierten 5 Jahre waren wohl sehr optimistisch gedacht.


    Es gab wohl einen längeren Streit um die Anzahl der Sozialwohnungen mit dem Bauträger. Der Tagesspiegel berichtet, dass die BVV jetzt mit den Stimmen von AFD, SPD und CDU gegen Grüne und Linke die Planreife des Projektes beschlossen hat. Knackpunkt war auch die vom Bauträger zu errichtende Schule, die der Bezirk dringend benötigt.


    Ungeachtet dessen macht der Bauträger schon Werbung für die Wohnungen. Auf der Webseite von Bonava sind auch ein paar Pläne und Visualisierungen zu sehen.

  • In Berlin vermisse ich sehr oft: "Gemeinsam" die Stadt von morgen. Ich bin ja kein Gegner von Lückenschluss, Erweiterungen im Bestand etc. aber diese Art von Bauland kann auch nicht die endgültige Lösung sein. Überall zu bauen bis es keine Freiflächen oder landwirtschaftliche Flächen mehr gibt, bis Berlin und Brandenburg eins werden kann auch nicht die Antwort auf die Wohnungsnot sein.


    Ein Beispiel:


    - Immobilien Leerstand beenden

    - Brachflächen nachhaltig entwickeln, immer im Sinne der Menschen. Ein "gesunder" Mix aus Erholung, Wohnen, Nahversorgung, Arbeiten mit Smart Cities etc.

    - behutsame Sanierung, Umbau, Erweiterungen im Bestand wo es sinnvoll erscheint, aber stets mit den Bürgern vor Ort, notfalls komplett Neubau und Wiedereinzug der Altmieter zu bezahlbaren Konditionen (in vielen deutschen Kommunen längst Realität)

    - in die Höhe bauen, Bürokratie abbauen und Neubau/Umbau beschleunigen. Alles sozialverträglich, nachhaltig ~ Umweltschutz muss beachtet werden, ohne gleichzeitig die Miete in die Höhe zu treiben. Ein Immobilienbesitzer ist genau so in der Pflicht Verantwortung zu übernehmen wie jeder Zivilist (ohne eigenes Eigentum etc.)

  • Ich meine, es ist richtig, dass eine Brachfläche, die schon durch eine Straßenbahnlinie (21) mit eigener Haltestelle erschlossen ist, bebaut wird. Dort werden teure Eigentumswohnungen gebaut, daran hat ein privater Investor natürlich Interesse. Eine Schule soll aber auch gebaut werden.

  • ^

    In diesem Fall scheint aber doch nicht das Problem zu sein, DASS gebaut wird, sondern WAS gebaut wird. Offenbar stellten sich die Bürger vor Ort ( allerdings auch die Linken) eine durchmischte Bebauung vor... nun gibt es ausschließlich relativ hochpreisige Eigentumswohnungen ...

  • Parkstadt Karlshorst

    Im Juni dieses Jahres erfolgte mit der offiziellen Grundsteinlegung der Baustart für das beachtliche, neue Lichtenberger Stadtquartier "Parkstadt Karlshorst", welches im Forum bisher noch zu wenig Aufmerksamkeit zuteil geworden ist und einen eigenen Strang verdient. Auf der 12 ha großen Industriebrache des ehemaligen Furnierwerks und des Maschinenbaugroßhandels der DDR im Lichtenberger Ortsteil Karlshorst entsteht in den kommenden sechs Jahren auf der Grundlage eines städtebaulichen Masterplans des Planungsbüros Klaus Theo Brenner Stadtarchitektur ein neues Quartier mit etwa 1.200 Eigentums- und Mietwohnungen, einer dreizügigen Grundschule, einer Kita und einem Nahversorgungszentrum. Das Viertel wird eingebettet in eine grüne Parklandschaft, die der "Parkstadt Karlshorst" auch den Namen gegeben hat.


    Der Masterplan wurde bereits vor einigen Jahren erarbeitet und mithilfe eines Bebauungsplans planungsrechtlich manifestiert. Gemäß der Vorstellungen von Klaus Theo Brenner soll hier eine Stadt in der Stadt entstehen, deren architektonische Sprache dem klaren Rationalismus der 20er Jahre unterliegt. Auf Grundlage dieses Leitgedankens wurde ein Werkstattverfahren mit insgesamt vier Architekturbüros initiiert, welche in den letzten Jahren einen eigenen rationalen Entwurfsstil bei Projekten etablieren konnten. Folgende Büros wurden dabei ausgewählt:


    - Klaus Theo Brenner Stadtarchitektur

    - Stephan Höhne Architekten

    - Eingartner Khorrami Architekten

    - Eckert Negwer Suselbeek Architekten


    Die Parkstadt Karlshorst setzt sich aus insgesamt zehn Baufeldern zusammen, die mittig eine in Nordsüd-Richtung verlaufende Allee ausbilden. Während das nördliche Baufeld am Blockdammweg für die dringend benötigten Infrastruktureinrichtungen (Schule, Kita, Versorgung) vorgesehen ist, werden die südlich gelegenen neun Baufelder fast ausschließlich dem Wohnen vorbehalten sein.

    Im Rahmen des durchgeführten Werkstattverfahrens wurde in enger Zusammenarbeit zwischen dem Investoren Bonava, dem Bezirksamt Lichtenberg und den eingeladenen Architekturbüros die Gebäudeplanung vorangetrieben, wobei die neun Wohnbaufelder zuvor gesplittet und zur Bearbeitung an die Büros aufgeteilt worden waren. Das nördliche Baufeld wurde dabei zunächst außer Betracht gelassen. Die dort angedachte Grundschule soll in naher Zukunft durch den Senat geplant und umgesetzt werden. Eine Fertigstellung des Schulbaus ist für 2023 angedacht.


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    Zur geografischen Einordnung (GoogleMaps) : Die Parkstadt soll im Bereich zwischen dem Blockdammweg im Norden, dem Hönower Wiesenweg im Westen und der Trautenauer Straße im Osten errichtet werden. Die oben abgebildete Luftperspektive zeigt das neue Stadtquartier aus Richtung Osten. Im Hintergrund ist das alte Kraftwerk Rummelsburg und das Funkhausareal zu sehen. Die weißen Kubaturen rechterhand zeigen die späteren Bauten der Grundschule und des Nahversorgungszentrums. In den Wohnquartieren sollen nach Gesamtfertigstellung 252 mietpreis- und belegungsgebundene Wohnungen, 218 freifinanzierte Mietwohnungen und 504 Eigentumswohnungen verfügbar sein.


    Den nachfolgenden Lageplan der Bonava habe ich noch durch die Bezeichnung der Baufelder ergänzt, damit die Einordnung der Bautätigkeiten nachvollziehbar ist. Die Bedeutung der dunkelgrünen Hervorhebung mancher Baufelder ist mir nicht bekannt. Diese haben, soweit mir bekannt ist, auch nichts mit der Verteilung von mietpreisgebundenen oder käuflichen Wohnungen zu tun.

    Gut zu erkennen ist jedoch das Konzept der Parkstadt. Das Wohnquartier wird durch sieben Stadtvillen nach Norden abgeschlossen. Südlich davon liegen die blockartig aufgebauten Quartiere WA 4 bis 10. Entsprechend des geschwungenen Verlaufs des Hönower Wiesenwegs werden die westlichen Baufelder trapezförmig angelegt. Die östlichen drei Baufelder wiederum sind als klare rechteckige Blocks konzipiert. WA 8 und WA 10 bilden die südlichen Endpunkte seitens der mittig verlaufenden "Magistrale" und sind aufgrund ihrer teils runden Ausformung als Sonderfälle zu betrachten.


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    Bevor ich Aufnahmen der aktuellen Bautätigkeiten zeige, ist ein Blick auf die architektonische Ausgestaltung angebracht. Hierbei kann vorweg gesagt werden, dass es bei der Planung gewisse Gestaltungsvorgaben gegeben hat. Besonders auffällig ist die Festlegung auf einen (dunkel-)roten Klinker (in leichten Abwandlungen), der von allen Gebäuden aufgegriffen wird. Die oberen Etagen werden dagegen in Putz ausgeführt. Erkennbar ist hierbei, wie unterschiedlich jedes Architekturbüro mit diesen architektonischen Gestaltungsmitteln umgegangen ist. Die Lösungen reichen entsprechend der rationalistischen Grundidee von strengen, horizontalen Gliederungen bis zu verspielten, vertikalen Mischformen. Wer sich einigermaßen mit den Büros auskennt, kann hier schnell die Entwürfe den jeweiligen Architekten zuordnen.


    Visualisierung 1 zeigt die Stadtvillen (WA 2) von Norden aus. Im Hintergrund ist WA 4 zu erkennen.


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    Visualisierung 2 zeigt die mittig gelegene "Flaniermeile". Ich vermute, der Blick geht von Norden in südliche Richtung.

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    Visualisierung 3 zeigt links die Rundung von WA 8. Im Hintergrund ist rechts die breite Front von WA 10 und links davon WA 9 zu sehen.


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    Alle Renderings sowie das Luftbild stammen von der Projektseite des Investors Bonava.


    Kommen wir nun zu den aktuellen Bautätigkeiten:

    Von den ehemaligen Hallen des einstigen DDR-Furnierwerks und Maschinengroßhandels ist nichts mehr zu sehen. Die Industriefläche ist größtenteils beräumt und vorbereitet für die sukzessive fortschreitenden Bauarbeiten. Das Areal wird weitläufig umzäunt, wodurch der Blick nur von außen möglich ist. Ich habe den gestrigen Tag genutzt und das Baugebiet von Ost nach West umlaufen.


    Von der Trautenauer Straße aus bietet sich der Blick auf das aktuell im Bau befindliche WA 9. Nach dem Erhalt der Baugenehmigungen wurde im Mai mit den Bautätigkeiten dieses Blocks begonnen, in dem später die 251 mietpreis- und belegungsgebundenen Wohnungen zu finden sein werden. Im Sommer 2022 sollen die zukünftigen Bewohner in die Gebäude einziehen können.


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    Aus nordöstlicher Richtung ist deutlich zu erkennen, wie umfangreich allein der WA 9 ausfallen wird. Gut zu erkennen ist hier auch, dass man bei dem benachbarten WA 7 schon aus der Baugrube herauswächst. In diesem Baufeld werden insgesamt 155 Wohnungen entstehen, von denen wiederum 41 mietpreisgebunden sind. Auch hier ist die Fertigstellung für 2022 vorgesehen.

    Pro Baufeld sind zur Zeit zwei Kräne im Einsatz.


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    Nördlich von WA 7 schließt sich noch die unendliche Weite an, obwohl die Erdbauarbeiten bereits die Umrisse von WA 5 kenntlich machen.


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    Die Aushubmengen werden, ehe sie abtransportiert werden, im nördlichen Teil des Grundstücks zwischengelagert.


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    Nachfolgend eine Aufnahme der nordlich gelegenen Ehrlichstraße im Übergang zum Blockdammweg.


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    Auf dem folgenden Bild ist die Achse zu erkennen, die später die Magistrale durch die Parkstadt bildet. Im Hintergrund ist das Baufeld WA 9 zu sehen.


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    Der Bauherr Bonava wirbt mit großen Planen und einem Vertriebscontainer nördlich des Blockdammwegs für die Parkstadt und die Wohnungen.


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    Weiter geht es in den Hönower Wiesenweg auf der Westseite des Projektareals. Diese "Straße" ist seither im Prinzip vorhanden gewesen, damit hier vorrangig über den Schienenweg die Transporte in das und auf dem ehemaligen, benachbarten Industriewerk erfolgen konnten. Temporäre Straßensperrungen und Einschränkungen wird es hier ab dem kommenden Jahr geben, wenn man die ersten Erschließungsmaßnahmen beginnt und den Hönower Wiesenweg zu einer vollwertigen Straße ausbaut. Aktuell wird die Straße an vielen Stellen zur illegalen Müllentsorgung genutzt und auch die westlich gelegenen Gewerbegrundstücke machen teilweise einen zwielichten Eindruck. Es ist gut, dass hier etwas verändert wird.


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    Vom Hönower Wiesenweg aus kann man den Baufortschritt auf den westlichen Baufeldern begutachten. Am weitesten fortgeschritten ist diesbezüglich das WA 4, das teilweise bereits im ersten Obergeschoss angelangt ist. Im Juni wurden hier die Arbeiten an der Tiefgarage begonnen, für welche eine partielle Grundwasserabsenkung erforderlich war. In diesem WA sollen insbesondere Eigentumswohnungen gebaut werden.


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    Die Nebeninformationen zu den Bauständen der einzelnen WAs konnte ich übrigens den Baustellenschildern entnehmen, die in einem Glaskasten an der Trautenauer Straße auch über den Baufortschritt berichten. Nördlich von WA 4 scheint der Baugrund auch bereits vorbereitet zu sein für die durchgängige Tiefgarage unter den Stadtvillen von WA 2. Aktive Tiefbauarbeiten sind hier jedoch noch nicht begonnen worden.


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    Der Blick vom Hönower Wiesenweg auf das Bauareal zum WA 9. Im Vordergrund entsteht in Zukunft das WA 6.


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    Ein Blick zurück zu dem im Bau befindlichen WA 4, für welchen drei Kräne benötigt werden.


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    Während auf der einen Seite des Hönower Wiesenwegs moderne Wohnbauten errichtet werden, befinden sich auf der anderen Straßenseite interessante Briefkastenansammlungen.


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    Zwei Aufnahmen folgen noch. Beide zeigen abschließend den am weitesten fortgeschrittensten Gebäudekomplex WA 9. Spannend wird es, wenn infolge der ersten Erschließungsmaßnahmen oder Übergaben die Projekte aus direkter Nähe betrachtet werden können. Ich hoffe, dass einige Foristen in regelmäßigen Abständen über den Baufortschritt berichten können. Insbesondere dank des Konzepts der "Stadt der Rationalisten" kann hier in den kommenden Jahren ein architektonisch interessantes Stadtviertel entstehen. Letztlich entscheidet hier aber auch die Qualität der Fassaden über den Gesamteindruck. Ich bin sehr gespannt.


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    Alle Fotografien sind durch mich aufgenommen und bei Gebrauch mit ©RianMa zu kennzeichnen. Vielen Dank.

  • Keine Geschäfte, dafür überall Autos auf den Visualisierungen - ich fürchte man nimmt es hier mit der Parkstadt doch etwas zu wörtlich.

  • Das finde ich auch sehr irritierend, diese demonstrative Präsenz von Autos auf den Strassen; das wirkt für ein Stadtviertel was im Jahr 2020 neu entsteht sehr altmodisch. Dafür hat man das Nahversorgungszentrum nicht in der Siedlung untergebracht, sondern schön separiert am Rande, mit ordentlich Parkplätzen zur Strasse hin und wahrscheinlich gar nicht durch die Architekten der Siedlung gestaltet, sondern wohl im Corporate Design der dort sich einmietenden Handelsketten. Von kleinteiliger Mischung keine Spur.

    Mögen die Fassaden auch noch so rationalistisch sein, für ein neues Stadtquartier der 2020er Jahre sind diese grundsätzlichen Programmierfehler enttäuschend und von unzulänglichem Standard.

  • Leider werden hier vor allem 9 neue Straßen gebaut... anstatt mit Tiefgaragen oder Kiezparkhaus zu arbeiten und so ein Autoarmes Viertel anzubieten... Chance vertan

  • Das ist keine Studentengegend in Mitte oder Kreuzberg, sondern ein relativ gediegenes Neubauviertel relativ weit draußen in Karlshorst für gut verdienende Familien, Rentner ect.. Die nächste Sbahn Station ist ca. 20min Fußweg entfernt. Wer dort wohnen möchte, besitzt bereits, teilt oder kauft sich bald ein Auto. Warum "Kiezparkhäuser" oder "Tiefgaragen" ein "autofreies Viertel" ausmachen, verstehe ich nicht. Weil man die Autos dann nur beim fahren sieht und nicht beim herumstehen oder was ist der Gedanke dahinter? Gibt es Leute, die sich an dem Anblick "parkender Autos" stören?

  • ^ Natürlich. In gewachsenen Vierteln ist die optische Dominanz des Autos ja noch zu verstehen, hier jedoch nicht. Auch gut verdienende Familien dürften interessiert daran sein, ihre Kinder draußen spielen zu lassen, wenn sie in eine "Parkstadt" ohne Durchgangsstraßen ziehen. Im Übrigen wird das Gebiet durch die Straßenbahnlinie 21 (+ künftig 22) erschlossen, damit ist man nach Fertigstellung der Neubautrasse in Friedrichshain in knapp 10 Minuten und im 10-Minuten-Takt am Ostkreuz oder in 16 Minuten am S- und Regionalbahnhof Schöneweide, da muss niemand zwingend 20 Minuten zum S Karlshorst laufen.

  • Parkstadt Karlshorst

    Im Juni dieses Jahres erfolgte mit der offiziellen Grundsteinlegung der Baustart für das beachtliche, neue Lichtenberger Stadtquartier "Parkstadt Karlshorst", welches im Forum bisher noch zu wenig Aufmerksamkeit zuteil geworden ist und einen eigenen Strang verdient....

    Etwas Beachtung hatte das Projekt schon bekommen. Z.B 2016 und 2019 im Strang "Kleinere Projekte Lichtenberg". 2019 hatte sich sogar eine kleine Diskussion über das Bauprojekt ergeben. Vielleicht lassen sich die alten Beiträge ja hierher verschieben?


    Modhinweis: Vollkommen richtig, danke für den Hinweis und die Recherche. Die Beiträge sind in diesen Projektstrang verschoben worden.

  • Ursprünglich war vorgesehen, dass die noch verbliebenen Hochspannungsleitungen abmontiert werden. Eine der beiden Trassen ist auch tatsächlich verschwunden. Die Zweite wird wohl leider weiterhin bestehen bleiben.

    Interessant ist auch, dass es am nördlichsten Ende einen Konflikt mit dem Inhaber der teilverputzten Backsteingarage gibt. Dessen Gebäude ragt in die geplante Straßenführung hinein. Eine Einigung zum Teilrückbau und/oder Grundstückstausches steht noch aus.

    Der Schulmangel ist in der Region enorm. In den öffentlichen Schulen stapeln sich die Baucontainer in denen unterrichtet wird. Ich bin mal gespannt, wann der Schulneubau los geht.

  • (...)

    Warum "Kiezparkhäuser" oder "Tiefgaragen" ein "autofreies Viertel" ausmachen, verstehe ich nicht. Weil man die Autos dann nur beim fahren sieht und nicht beim herumstehen oder was ist der Gedanke dahinter? Gibt es Leute, die sich an dem Anblick "parkender Autos" stören?

    Nun Kiezparkhäuser sollten meist am Rande des Kiezes stehen, damit im Innern keine Fahrzeuge rum stehen. Lediglich Anlieferung, Rettungsdienste usw. sind dann im kiez erwünscht und sichtbar. Dadurch wird ein Kiez "autofrei".


    Hierzu ein interessanter Link: https://stadtteil-vauban.de/verkehr/

  • Ich verstehe nicht woher diese "Obsession" des "autofreien Kiezes" kommt.


    In solchen Trabanten Städten ist das Auto auf der Straße doch so und so nicht präsent. Wenn dann parkend. Aber scheinbar stoßen sich einige sogar an parkenden Autos, weil sie den wertvollen "Straßenraum" klauen. Völlig unverständlich meinerseits...

  • Das finde ich auch sehr irritierend, diese demonstrative Präsenz von Autos auf den Strassen; das wirkt für ein Stadtviertel was im Jahr 2020 neu entsteht sehr altmodisch. Dafür hat man das Nahversorgungszentrum nicht in der Siedlung untergebracht, sondern schön separiert am Rande, mit ordentlich Parkplätzen zur Strasse hin und wahrscheinlich gar nicht durch die Architekten der Siedlung gestaltet, sondern wohl im Corporate Design der dort sich einmietenden Handelsketten. Von kleinteiliger Mischung keine Spur.

    Mögen die Fassaden auch noch so rationalistisch sein, für ein neues Stadtquartier der 2020er Jahre sind diese grundsätzlichen Programmierfehler enttäuschend und von unzulänglichem Standard.

    Ich möchte auch etwas dazu schreiben, da ich eine Wohnung in diesem Projekt gekauft habe, inklusive Tiefgarage wohlgemerkt, die gibt es auch in jedem Gebäude. Obwohl ich ein Kind habe, möchte ich bewusst nicht in einem autofreien Viertel wohnen und dann irgendwo am Rande parken müssen, damit irgendein Visionär eigene Fantasien verwirklichen kann. Die schönen progressiven Ideen sind sehr interessant in der Theorie, allerdings bitte dann auf Staatskosten oder für die speziellen Nischengruppen, die sich damit identifizieren möchten. Als Käufer einer Eigentumswohnung bezahlt man schon genug für die erwähnten mietpreisgebundenen Wohnungen, Steuern, grüne Technologien usw. Wenn ich dann nicht mal mein eigenes Auto in der Tiefgarage und auf der Straße parken dürfte, dann würde ich nie im Leben eine halbe Million für die Wohnung am Rande der Stadt ausgeben und mich dafür für ein paar Jahre verschulden. Ein Auto gehört einfach dazu, wenn man sich an eine Wohnung längerfristig binden möchte.
    Fazit: nicht alle wollen so progressiv wie in Kreuzberg Bergmannstraße wohnen müssen.


    Modhinweis 19.11.20: Die Klimadiskussion der letzten zwei Tage ist in die Lounge verschoben worden.

  • Interessante Diskussion, wenn man bedenkt dass der Standort ursprünglich mal im 10-Minuten Takt der Straßenbahn an den Bahnhof Ostkreuz angebunden sein sollte, jedoch die die immer oder überwiegend gegen das Auto sind vor Ort mit allen Mitteln und absurden Argumenten (unter anderem auch mit dem Wegfall von Parkplätzen) gegen die Straßenbahn ankämpfen.

    So hätte aus der Parkstadt ein hochattraktiver Standort mit top ÖPNV Anbindung werden können, aber leider wird's dann doch wieder nur die übliche Entwicklung.