Leipzig: Wohnraum für Studierende und Mikroappartementnutzer

  • Das schon einmal innerhalb eines Pakets verkaufte ehemalige Bürogebäude in der Johannisgasse 26 wurde jetzt laut Presse erneut veräußert. Geplant sind weiterhin 265 Studenten- und Mikroappartements sowie im Untergeschoß 98 PKW- und 265 Fahrradstellplätze. Der Umbau soll umgehend starten.

  • Laut LVZ schließt der Ne**o-Markt am Wiedebachplatz in Connewitz am Monatsende, da auf dem Grundstück ein Gebäude mit Studentenappartements gebaut werden soll. Das Netz gibt auf den ersten und zweiten Blick nichts her - hat jemand eine Idee?

  • ^ Nun, die LVZ hatte eine:

    178 möblierte Mini-Appartements sollen in einem gleichförmigen Baukörper entlang der Bornaischen Straße entstehen.

  • ^ ich kann dabei per se nichts verwerflich finden. Der Neubau wird halbwegs klassisch appliziert und füllt die Lücke mit der Traufhöhe genau aus. Eine zu bewahrende jetzige Situation mit Supermark-Flachbau und Parkplatz, ist für mich nicht erkennbar. Des Weiteren sind mit dem Wiedebachplatz Grünflächen direkt vorhanden. Außerdem wird das Gelände am Kreuz zu einer öffentlichen Fläche gestaltet und dort nicht durch einen Neubau nachverdichtet.


    Ich sehe damit nun hier keine, dem Nutzungsdruck des öffentlichen Raums, noch anheizende Faktoren.

  • ^ ich kann dabei per se nichts verwerflich finden


    Das sieht man in Connewitz sicher ganz anders. 178 zusammengequetschte Fertig-Appartements in einem übel nach Maximalrendite aussehenden Wohnbunker für Leute, die dort nur vorübergehend wohnen sollen, stellt schon so was wie der Höhepunkt einer sog. Gentrifizierung dar. Das ist dann wohl das Resultat des Hypes um Connewitz bzw. der überregionalen Berichterstattung, mit denen der Stadtteil einen hohen Bekanntheitsgrad und, trotz aller Polarisierung, eine hohe Attraktivität bundesweit erlangt hat.


    Am Montag sollen die Abrissarbeiten des alten Netto begonnen haben, um Platz für diesen Neubau zu schaffen


    bornaische-strasse-nefxj5g.jpg

    Quelle: Devello Immobilien AG

    LVZ.de

  • Cowboy jedem war es frei dort auf dem Gelände Wohnraum zu schaffen. Wenn sonst das Interesse nicht groß genug war, dann hat sich nach Jahrzehnten eben diese Lösung dort ergeben. Hier wird für ein paar Mikroapartments der Teufel an die Wand gemalt. Wer soll da wen verdrängen? Hier werden keine 200qm Lofts entstehen. Ich bezweifle, dass sich in dem Apartments massenweise Top-Verdiener und Fußball-Millionäre niederlassen, die den Charakter des Viertels nachhaltig verändern werden.

  • Ich frage mich, warum man nicht eine Verbindung zur Biedermannstraße geschaffen hat. Das hätte noch mehr Appartements gegeben und der lange Block wäre etwas aufgebrochen worden. Man hätte sogar für beide Teile unterschiedliche Fassaden verwenden können, wenn man ganz mutig gewesen wäre.


    Ich hab keinen Überblick über die Auslastung der bisher vorhandenen ähnlichen Anlagen. Irgendwie scheint es, als würden daran in erster Linie die Erbauer und Zwischenverkäufer verdienen. Die Mieten sind ja in Leipzig noch nicht so hoch, dass man keine andere Lösung finden würde. Gibt es wirklich so viele solvente all-inclusive-verwöhnte unselbständige Studenten? Falls ja, täte ihnen vielleicht etwas mehr Connewitz-Assimilation gar nicht so schlecht. Man kann das auch als Chance verstehen. ;)


    Insgesamt wären mir große mietpreisgedämpfte Wohnungen an der Stelle trotzdem deutlich lieber gewesen.

  • Birte genau so sehe ich es auch. Natürlich hätte ich mir selbst auch was anderes für die Fläche überlegt. Aber bei mir hätte auch der Kirchenneubau ggü. dem neuen Rathaus anders ausgesehen, die Neubauten östlich des HBF und die Höfe am Brühl. Daher sind die Diskussion hier im Forum auch so interessant, weil verschiedene Ansichten und Meinungen zusammenkommen. Aber mein Verständnis hört dann an der Stelle auf, dass jedem Toleranz und Offenheit gegenüber Veränderungen abverlangt wird (Konservative sollen sich auch ans Gendern gewöhnen), nur für die Linke Szene soll dann bitte alles so bleiben wie es ist.


    Der Neubau ist eine Veränderung und eine Chance, auch wenn vermutlich die Gewöhnung der kommenden "High Society" an realen Linken Terrorismus schwerer fallen wird, als den der bisher Ortsansässigen an den Anblick eines BMW i3 oder Teslas in der Bornaischen Straße.

  • ^ Das ist ja gerade die Crux! Wer glaubt denn noch, dass der kleine Teil jener Leute in Connewitz, der aus linkspolitischen Gründen Anschläge verübt und hinterher Bekennerschreiben auf Indymedia verfasst, aus Leipzig oder gar aus Connewitz stammt und arm sei? Also ich nicht. Dabei handelt es sich wohl eher wie im Fall Lina E. um Studenten, die noch gar nicht so lange in Leipzig wohnen. Oder wie ein Logopäde, Alt-Connewitzer und früher selbst Hausbesetzer, jüngst in der LVZ zu den ständigen Anschlägen auf seine Praxis meint: Westdeutsche Zahnarztsöhnchen und Jurastudenten

  • das hängt davon ab, ob die Heimbewohner an der H Meusdorfer Str. als Connewitzer mitzählen. Dann vermutlich ja. Optisch sind diese präsent auf ihren täglichen Wegen. Allerdings ist Connewitz sehr kinderreich, bis das prozentual aufgewogen wird, braucht es vermutlich andere Zahlen...


    Eine Schönheit wird der Baukörper sicher nicht. Es gibt auch hässlicheres. Der Netto war immer ein Schmuddelecke. Gebaut wird ja reichlich. Die Auswirkungen auf die Mieten sind von den Bestimmungen abhängig. Rein marktwirtschaftlich bestimmen Angebot und Nachfrage den Preis. Mehr Angebot = stabiler / günstiger bzw. nicht so drastisch ansteigender Preis. So gesehen verstehe ich die Teerbeutelwerfer auch nicht.