Neubau Mühlendammbrücke [in Planung]

  • Jimmy, Hard facts interessieren hier aber keinen weil man sich wieder ausschließlich auf die Gestaltung stürzt. Und die muss wohl mal wieder historisierend sein. Dass Cobe nen ziemlich guter Laden ist und in der Praxis tolle gebaute Projekte vorweisen kann ist egal. Mir persönlich gefällt der Entwurf ganz gut.

  • dass rein vom Verkehr geprägte Stadträume wieder Lebensräume werden, die als solche auch erkenn- und erlebbar sind.

    Das wird durch den Ausbau vom ÖPNV und verbreiterte Fahrradwege so gut es geht unterstützt. Verkehrstechnisch bleibt die Brücke ein Nadelöhr, welche gewisse Funktionalitäten und Kapazitäten abdecken muss. Der Rest, inklusive der von Dir gestellten Ansprüche, sind Fragen der Gestaltung, Architektur und des Angebots, vor allem des umliegende Stadtraums. Die Verknüpfung mit der Verkehrswende erschließt sich mir nicht.

  • Die Aufenthaltsqualität und der Genuss der Aussicht vom Brückenbogen kann ich mir bisher schwer vorstellen, für mich stellt sich weder die Brückengestaltung relevant als Anziehungspunkt dort dar, noch der Blick auf die Fischerinsel, die Nikoleiplatten oder die hässliche Handelskammer.

    Die historisierende Variante hat schon mehr Charme und Aufenthaltsqualität als das 60er Jahre Revival - aber so passts ja ganz gut zu den plumpen Platten...

    Weil das Umfeld "plump" und "hässlich" ist, soll also auch die neue Brücke plump und hässlich sein, damit sie sich besser ins Umfeld einfügt? Ist diese Argumentation wirklich ernst gemeint? Oder habe ich dich nur falsch verstanden?

  • Wenn man sich Fotos der baulichen Situation aus den zwanziger Jahren anschaut, könnte der Mühlendamm für viele Berliner ein Lieblingsort gewesen sein. Die Mittelinsel mit dem Sparkassengebäude, die seitlich abzweigende Inselstraße, die fast schon romantische Rückseite mit den Stegen über Wehr und Schleuse - das hatte Identität und Wiedererkennungswert.


    Der siegende Brückenentwurf mag von einem ‘ziemlich guten’ Büro entworfen sein, ist aber kontextfrei und könnte so an beliebigen Ort als Überführung dienen - Aufgabe technisch gelöst, Haken dran.


    Der Mühlendamm ist als Keimzelle Berlins in der Tat in mehrfacher Hinsicht ‘Ground Zero’, er ist die gebaute Klammer der Doppelstadt Berlin-Cölln. Ich verstehe nicht, weshalb sich Auftraggeber und Stadtgesellschaft einen solch lieblosen Umgang mit diesem historischen und sensiblen Ort leisten wollen. So wie wir heute bauen, werden wir morgen leben, und diese Flegelei, dieser lieblose und technokratische Angang, ist einfach nur enttäuschend.


    Diese Brücke wird nicht durch Experten und Architekten finanziert und sie wird auch nicht für sie gebaut. Bauherren sind wir alle, und es wird wirklich Zeit, dass wir uns Gehör verschaffen bei einer Landespolitik, die den Bezug zu den Einwohnern dieser Stadt auf schon so vielen Ebenen komplett verloren zu haben scheint. Ein Modikum an Gestaltungswillen, etwas Reflexion der Umgebung, Liebe für den Ort, und ja Esprit und Elegance, ist doch nicht zu viel verlangt.

  • Der siegende Brückenentwurf mag von einem ‘ziemlich guten’ Büro entworfen sein, ist aber kontextfrei und könnte so an beliebigen Ort als Überführung dienen - Aufgabe technisch gelöst, Haken dran.

    Fazit:

    Dieser Brückenentwurf nimmt keinen Bezug auf die Historie und die Herkunft des Ortes. Dieser Entwurf nimmt keine Rücksicht auf den Genius loci dieses Ortes. Wahrscheinlich wissen die Architekten dieses Büros nicht einmal, was der Genius loci sein soll.


    Dieser Brückenentwurf spricht die gleiche architektonische Sprache, wie die modernen, ausdruckslosen Gebäude, die in den nächsten Jahren am Molkenmarkt entstehen werden.

  • Wenig konstruktiv finde ich es, wenn jetzt einige Nutzer völlig ausrasten, nur weil vielleicht nicht ihr Lieblingsentwurf gewonnen hat. Wertungen wie "intellektuell primitivst" oder "Totalversagen" zeugen nicht von Respekt vor anderen Meinungen.

    Ich möchte meine Auslassung zur neuen alten identischen Brücke hiermit nochmals unterstreichen. Ein Statikfirma reicht hierfür allemal, ein Architekturbüro wie COBE ist hierzu nicht nötig und ein Wettbewerb ebenso wenig.

    Die Reduzierung der Fahrstreifen war im Modualsplit der 90er schon vorbereitet, nur nannte man das nicht großspurig "Verkehrswende". In Berlin wendiet sich nix, das hat Frau Günther jetzt ja bewiesen. Im übrigen warte ich seit gut fünf Jahren sehr geduldig auf diese Wende. Ich schreibe erst hier seitdem ich von diesem Senat (den ich mitgewählt und geduldig ertragen habe) nur noch frustriert bin.


    Jimmy, Hard facts interessieren hier aber keinen weil man sich wieder ausschließlich auf die Gestaltung stürzt. Und die muss wohl mal wieder historisierend sein. Dass Cobe nen ziemlich guter Laden ist und in der Praxis tolle gebaute Projekte vorweisen kann ist egal. Mir persönlich gefällt der Entwurf ganz gut.

    Welche Gestaltung? Wer spricht von historisierend, noch nie eine ansprechende moderne Brücke gesehen? Selbst die Minna Todenhagen Brücke an einer Ausfallstraße hat deutlich mehr Anspruch. Was gefällt ihnen denn an dem Entwurf? Und bitte jetzt nicht wieder ein paar Fahrradspuren zum Durchbruch des Jahrhunderts erheben.

  • ^ Ich finde die Anbindung zu den Uferwegen und dem Nikolaiviertel gelungen. Mich würden allerdings die anderen Wettberbsbeitäge interessieren. Vielleicht gibt es ja Gründe für den Juryentscheid.

  • Ich kann Ihnen sagen, was ich daran gut finde. Diese Brücke ist ein Funktionsbau und wird auch als solches behandelt. Ohne irgendwelche Kolonaden, die an diesem Ort sowieso keiner nutzt, ohne irgendwelche verkitschten Stuckatur Orgien, die die guten alten Zeiten wiederauferstehen lassen wollen. Es ist (leider) eine große, breite Straße, die eine Uferkante mit der anderen über einen nicht einmal 70 Meter breiten Wasserlauf vermitteln soll. Das ist keine Öresund Brücke, keine Golden Gate oder Rialto Brücke.

    Auch erstaunlich, wie Sie Frau Günther hierfür persönlich verantwortlich machen, gar ihren Rücktritt verlangen. Ich gehe nämlich nicht davon aus, dass die Verkehrssenatorin in der Gutachtersitzung eine Entscheidungsbefugnis hatte, gar daran teilgenommen hat.

    Die Unterstellung von Architektur-Fan, dass ein Büro wie Cobe den Begriff "Genius loci" nicht kennt, interpretiere ich als reine Polemik.

  • Ich kann Ihnen sagen, was ich daran gut finde. Diese Brücke ist ein Funktionsbau und wird auch als solches behandelt. Ohne irgendwelche Kolonaden, die an diesem Ort sowieso keiner nutzt, ohne irgendwelche verkitschten Stuckatur Orgien, die die guten alten Zeiten wiederauferstehen lassen wollen. Es ist (leider) eine große, breite Straße, die eine Uferkante mit der anderen über einen nicht einmal 70 Meter breiten Wasserlauf vermitteln soll. Das ist keine Öresund Brücke, keine Golden Gate oder Rialto Brücke.

    Also sind sie auch mit der jetzigen Brücke zufrieden. Gut jeder hat seine Ansprüche an das Leben, der eine mehr der andere weniger, das ist nicht zu kritisieren. Das mit den Kolonaden oder Stuckatur Orgien und den "alten Zeiten" versteh ich jetzt nicht.

    Auch erstaunlich, wie Sie Frau Günther hierfür persönlich verantwortlich machen, gar ihren Rücktritt verlangen. Ich gehe nämlich nicht davon aus, dass die Verkehrssenatorin in der Gutachtersitzung eine Entscheidungsbefugnis hatte, gar daran teilgenommen hat.

    Selbstverständlich ist sie verantwortlich, das ist Verkehr und ihr Ressort. Oder leitet sie den Finanzsenat? Am Anfang ihrer Amtszeit habe ich doch viel (zu viel) von ihr erwartet. Nach Frau Günthers Ankündigungen dachte man doch es bricht jetzt verkehrstechnisch das neue Jahrtausend an. Und da steht dieser Brückenneubau schon als eine gewisse Feuertaufe da. Die Brücke befindet sich doch nicht Adlershof oder Waidmannslust, das ist Mitte von Mitte. Auch wenn sie vom Funktionsbau träumen, im Ernst, unsere Straßen sollten wieder Lebensräume werden und nicht nur Funktionsräume sein. Wenn das kein Komplettversagen ist, ja ab wann werden sie dann unzufrieden mit der Politik??

  • Jimmy, Hard facts interessieren hier aber keinen weil man sich wieder ausschließlich auf die Gestaltung stürzt. Und die muss wohl mal wieder historisierend sein. Dass Cobe nen ziemlich guter Laden ist und in der Praxis tolle gebaute Projekte vorweisen kann ist egal.

    Ich habe mich zwar in keine einzigen Fall für einen historisierenden Bau ausgesprochen. Wohl aber interessiere ich mich für die architektonischen sowie urbanistischen Qualitäten eines Bauwerks, das das Zentrum meiner Stadt entscheidend prägen wird. Sorrrrryy, ... aber wir sind hier im Architekturforum. Das ist nicht ganz der richtige Ort, um sich schön technokratisch nur auf die Verkehrszahlen einer neuen, innerstädtischen Brücke zu versteifen.


    Dein Beitrag wäre überdies wertvoller, wenn du Begrifflichkeiten wie "guter Laden" und "tolle Projekte" mit auch nur einem konkreten Gedanken zu untermauern wüsstest.

  • Ich kann Ihnen sagen, was ich daran gut finde. Diese Brücke ist ein Funktionsbau und wird auch als solches behandelt.

    KrauseGlucke, JEDE Brücke ist auch ein Funktionsbau Doch wenn alle auf der Welt die Gattung Brücke auf deine Definition herunter-kastrieren würden, dann gäbe es ab sofort sicher nur noch "Säddischungsbeilachen" zu essen. Dann wäre das ganze Leben nur noch eine Verrichtung von Grundnöten. Das Wohnungsproblem wäre damit zugegebenermaßen auch gelöst, weil 90 % der Menschen auf deiner tollen, neuen Mühlendammbrücke dann ins Wasser gehen würden.

  • Der Entwurf von Hadi Teherani mit Kolonnadengang:

    Das war mein persönlicher Favorit. Die skulpturalen Arkadengänge hätten meines Erachtens wirklich dazu geführt, dass Menschen sich länger auf der Brücke aufhalten. Gerade in Hinblick auf den Klimawandel wäre es schlau gewesen, so ein großes Bauwerk teilweise zu bepflanzen und vor allem Schattenspender anzubieten. Schade, dass es nun COBE wird... aber immerhin, es gab noch schlechtere Entwürfe beim Wettbewerb.

  • Also sind sie auch mit der jetzigen Brücke zufrieden.

    Nun ja, sie erfüllt ihren Zweck. Sie implizieren die Gleichartigkeit des Entwurfs mit dem Ist-Zustand. Wir warten mal auf weitere Informationen zu diesem Beitrag und dann vergleichen wir auf ein neues. Interessant wäre auch zu wissen, wieviel Budget für den Neubau zur Verfügung stand. So etwas beeinflusst nämlich die gestalterische Ausformulierung enorm und kann hier eine elementare Rolle gespielt haben.


    Nach Frau Günthers Ankündigungen dachte man doch es bricht jetzt verkehrstechnisch das neue Jahrtausend an. Und da steht dieser Brückenneubau schon als eine gewisse Feuertaufe da.

    Ich verstehe leider immer noch nicht, was Frau Günther mit der Architektur einer Brücke am Hut hat. Zu den Fakten: Wir haben hier 4 statt 8 Spuren, keinen Parkstreifen in der Mitte, ein Gleisbett für die Tram, breite Radwege und einen weiten Gehsteig. Ich persönlich empfinde das schon als gewichtigen verkehrlichen Fortschritt im Vergleich zum heutigen Zustand. Verstehen Sie mich nicht falsch, am liebsten wären mir auch zwei Spuren oder gar kein MIV.


    Georges Henri, ich habe eigentlich keinen Bock mich auf dein Niveau herabzulassen. In einem Architekturforum gehe ich auch davon aus, dass man sich mit Architekten der Gegenwart selbst beschäftigt. Hier mal ein Link zu zweien meiner Lieblingsprojekte von Cobe: https://cobe.dk/place/israels-plads

    https://cobe.dk/place/norreport-station


    Im Wesentlichen gefällt mir bei den genannten Architekten eine akribische Analyse und ein freier Entwurfsansatz, dessen bauliche Ausführung überdurchschnittliche Qualität aufweist. Und das schönste ist, dass die Orte zumeist sehr gut funktionieren und angenommen werden.

  • ^

    So so, Krauseglucke, offene Grundbegriffe wie "toll" und "gut" mit sinnreichen, konkreten Gedanken auszufüllen, ist für dich also Ausdruck von "Niveaulosigkeit". Na, dann wissen wir ja jetzt, mit wem wir es bei dir zu tun haben.


    Dein Posting von Cobe, zu dem du wieder mal nicht ein einziges konkretes Wort zu sagen hast außer dem offenen Blubber-Begriff "Lieblingsobjekte", ist übrigens zum Davonlaufen. Welches "niveauvolle Urteil kommt von dir als nächstes? "Das find ich supikowski."? Ich bin ja so froh, dass ich bei dir die differenzierte Besprechung von Architektur erlernen darf.

  • Wenn ich das richtig verstanden habe war ja einer der Entscheidungsgründe, daß dieser Entwurf als Ersatzneubau (und somit ohne Planfeststellung) errichtet werden könnte.

    Mir stellt sich nun die Frage welcher andere Entwurf den das Kriterium eines Ersatzneubaus nicht erfüllt hätte und vorallem warum.


    Nach meiner Kenntnis muß ein Ersatzneubau an gleicher Stelle errichtet werden wie der Vorgänger und ggf. die gleiche Nutzung erfüllen. Weiterhin darf er keine zusätzlichen Flächen beanspruchen und Anrainer sowie andere Verkehrswege (in diesem Fall wohl den Schiffsverkehr auf der Spree) nicht nachhaltig einschränken, denn sonst wird eine Planfeststellung notwendig.


    Wenn meine Annahme zutreffen sollte, wäre das eine weitere Irreführung der Wettbewerbsentscheider nach dem Vorgaukeln der nichtvorhandenen Altstadtbebauung am Ostufer.


    Würde man jetzt (oder später) z.B. die Brücke teilweise überbauen bräuchte man auch keine Planfeststellung.

    Wären dafür ein (oder mehr) zusätzliche Brückenpfeiler notwendig müßte man diese gesondert planfeststellen weil zusätzliche Fläche beansprucht und der Schiffverkehr eingeschränkt würden.



    Was ich nicht verstehe:

    Entsprechend hätten doch die Fußwege an den Seiten als auskragendes Element in Leichtbauweise bis zum Jahr 20XX genutzt werden können, um diese dann wieder rückbauen zu können.

    Ich sehe das ähnlich, so hätte man z.B. auch vorgehen können.



    und bei der Gertraudenbrücke wird es nicht besser, will man verständlicherweise die denkmalgeschützte alte Brücke nicht antasten.

    Richtig, da wird es auf keinen Fall besser, zumal ja noch immer nicht entschieden ist wie man überhaupt vorgehen will.


    Allerdings hat man nach meinem bisherigen Kenntnisstand wohl die Absicht die historische Brücke anzutasten indem man diese für eine zukünftige Belastung (u.a. Straßenbahn) ertüchtigt.

    Das heißt diese müßte verstärkt und solle verbreitert werden.


    Dafür würde die nördliche "Brückenwange" vermutlich stehen bleiben, die südliche "Brückenwange" zwischenzeitlich entfernt und der Mittelteil vermutlich abgerissen.

    An die nördliche "Brückenwange" anschließend würde eine neue (tragfähigere, breitere) Betonbrücke gebaut und südlich mit der entfernten "Brückenwange" wieder verkleidet werden. (Ähnliches hat man jüngst mit der Roßstraßenbrücke gemacht indem die "Brückenwangen" stehen blieben und der Mittelteil mit Beton verstärkt bzw. neu gebaut wurde, nur in diesem Fall ohne Verbreiterung)


    Dieses Vorhaben wäre dann aber wahrscheinlich kein Ersatzneubau weil die historische Brücke kein Bestandteil der bestehenden Bundesstraße ist und müßte somit ein Planfeststellungsverfahren durchlaufen. (gleiches würde wohl ebenso für die Verschwenkung der Straße gelten)


    Denkbar wäre allerdings auch, daß man das Sparmodell ohne Planfeststellung wählt und lediglich die jetzige "moderne" Brücke als Ersatzbauwerk an gleicher Stelle neu errichtet.

    Hoffentlich kommt es so nicht, denn damit wäre auch der Spittelmarkt weiterhin verloren.



    Gruß, Jockel

  • Ich verstehe leider immer noch nicht, was Frau Günther mit der Architektur einer Brücke am Hut hat.

    Mit dieser Brücke, ihrer Ausformulierung und ihrer Wirkung (auf das Stadtbild und auf die Verkehrsströme) hat sie sehr wohl etwas zu tun. Es ist im Grunde ihr Schlußprojekt dieser Legislatur, an diesem Projekt ist sie zu messen. Es gilt das gleiche wie für Frau Lompscher und Frau Lüscher, gewogen und für zu leicht befunden. Und der Oberboss Herr Müller ist selbstverständlich als Regierender mitverantwortlich!

    Die Autofahrbahnen reduziert - das war schon vor Jahrzehnten vorgedacht, da dies in Zusammenhang mit der Straßenverschwenkung Molkenmarkt steht.

    Fahrradspuren - ist das jetzt schon eine Revolution?

    Fußgänger - soll sich auf Steinstufen setzen. Gerade in beim Thema Fußgänger, der viel zu wenig betrachtet wird und die wirkliche Verkehrswende darstellen würde, dieser hat leider kaum eine Lobby.

    Gerade an dieser Stelle wäre eine Überdachung in Form von Arkaden, etc. ( nehmen sie z. B. die Haltestelle Tram Hbf ) - nur um Assoziationen zu wecken, für Fußgänger und evtl. sogar für die Fahrradfahrer sinnvoll gewesen. Und wenn auch mancher solche Angst vor Zeitgenossen hat, die "in Ecken ... pissen", in Berlin wird überall hingepisst. Gott bewahre uns vor der Urinaldiktatur, sonst müssen wir auch noch das Brandenburger Tor abreißen.

    Wenn man sich alte Bilder der Mühlendammbrücke ansieht, dann versteht man dass durch ihre Bebauung das Stadtbild zwar auch verengt wurde, allerdings hatte sie eine verbindende Funktion. Aufbauten auf der Brücke und sei es nur ein Arkadengang (im Grunde sinnvoll als Verlängerung bis zum Leipziger Platz) - wie auch immer der architektonisch ausformuliert wäre - wären doch ohne riesige Zusatzkosten möglich. Die Fußgänger - und die sind auch in diesem Bereich mehr geworden - hätten mehr Anreiz, die Verbindung Fischerinsel Nikolaiviertel wäre deutlich gestärkt und der Ausblick und der Brücke zum Dom oder zum alten Hafen einzigartig.

    Einzig - man muss es wollen! Und Frau Günther will das nicht, kann das nicht oder ihre Arbeit besteht nur aus heißer Luft. Suchen sie sich was aus.

    Noch zum Thema Gertraudenbrücke, die alte Brücke wird mit Sicherheit nicht angetastet. Man wird den Denkmalschutz vorschieben und erklären, dass man die Brücke aus DDR-Zeit am selben Standort erneuert oder neu baut. Die Optik wird ähnlich profan wie die der COBE-Mühlendammbrücke, Der Spittelmarkt wird nie baulich gefasst.

    Ich nenne sowas entweder Borniertheit oder Unfähigkeit. Eine Bäckereiverkäuferin wäre bei so viel Wurstigkeit und Unfähigkeit schon längst gekündigt - diese Damen und Herren machen weiter und sitzen noch in X-Gremien und Beiräten und schaden somit, und das meine ich voll im Ernst, der Demokratie!

  • Pardon, aber Arkaden- oder Kollonadengänge auf der Brücke sind doch völlig sinnfrei, besonders beidseitige.


    M.A.n. hat die Brücke was, z.B. der Anschluss des Fusswegs ans Nicolaiviertel. Es bleibt abzuwarten, wie nachher die Detailösungen ausfallen. Es könnte z.B. eine gläserne Schutzwand zwischen den Fahrstreifen und den Fusswegen geben.

    Und natürlich muss es auch eine gute Beleuchtung unter der Brücke geben, was aber mit moderner LED Technik kein Problem darstellen sollte .

  • Pardon, aber Arkaden- oder Kollonadengänge auf der Brücke sind doch völlig sinnfrei, besonders beidseitige.


    M.A.n. hat die Brücke was, z.B. der Anschluss des Fusswegs ans Nicolaiviertel. Es bleibt abzuwarten, wie nachher die Detailösungen ausfallen. Es könnte z.B. eine gläserne Schutzwand zwischen den Fahrstreifen und den Fusswegen geben.

    Und natürlich muss es auch eine gute Beleuchtung unter der Brücke geben, was aber mit moderner LED Technik kein Problem darstellen sollte .

    Als sinnfrei würde ich diese nicht bezeichnen. Sie schreiben ja selbst, dass eine "Schutzwand" sinnvoll wäre. Also besteht auch bei ihnen der latente Wunsch nach mehr Abgeschirmtheit vom Verkehr oder sagen wir nach mehr Privatheit. Arkaden- oder Kollonnadengänge (wie auch immer das architektonisch ausformuliert wäre, siehe Beispiel vom Büro Teherani) kamen mir in den Sinn, da diese ja ab dem Leipziger Platz bestehen und bis dorthin fortgeführt werden sollen (war jedenfalls auch mal eine Planung). Bei den drei Neubauten am Petriplatz werden diese auch umgesetzt!! Man könnte auch große Laternen so ausformulieren, dass mehr Barriere entsteht (z. B. Seebrücke Spandau). Dafür gibt es ja Architekten. Nur weil die Brücke übers Wasser führt und die Autos in der Mitte nicht runterfallen, das hat nichts mit Architektur zu tun. Ein Anschluss ans Nikolaiviertel und evtl. etwas LED-Beleuchtung - für ein Büro wie COBE nur noch peinlich.

    Ich möchte aber schon darlegen was mich hier so auf die Palme bringt. Seit bald drei Jahrzehnten plant Berlin den Innenstadtbereich mit dem Straßenzug Leipziger Straße - Molkenmarkt. Dazwischen liegt die Einfahrt in die ehemalige Altstadt - die Mühlendammbrücke. Das Ergebnis ist ja auch deshalb so erschütternd, weil dies das einzige große Brückenbauwerk derzeit in der Innenstadt darstellt. Die Causa Gertraudenbrücke liegt ja noch im Nebel und leider bin ich mir sicher, dass meine Vermutung hierzu wahr wird. Was hier an Geld für Berater, Co-Gutachter, unendlichen Planungen ausgegeben wurde - und dafür, dass die neue Mühlendammbrücke nicht mal den Ansatz von Architektur zu bieten hat. Da fühle ich mich als Wähler und Bürger nicht nur betrogen, sondern buchstäblich veralbert. Man führt zwar private Investoren immer gerne am Nasenring durch die Manege, wie es aber um die Baukultur des Senates steht - das kann man hier ablesen.

    Aber ich möchte mich nicht nur an Frau Günther oder Frau Lüscher abarbeiten, Herr Müller schein ja mit Berlin eh wenig am Hut zu haben und Herrn Gothe scheint Mitte Wurst zu sein - anders kann ich mir sowas nicht mehr erklären.

    Und bitte nicht schon wieder mit dem Thema Geld ankommen. Ich frage mich allmählich wo die horrenden Steuereinnahmen Deutschlands eigentlich hingehen, in die Infrastruktur jedenfalls nicht. Wenn man Geld bräuchte, ganz einfach. Verkauft beide Grundstücke am Spittelmarkt und an der Gertraudenstraße an private Investoren, lasst dort den Spittelmarkt und die Südkante der Gertraudenstraße baulich fassen. Viellicht nicht in der Nicht-Architektur des WBM-Bauvorhabens Fischerinsel. Aber die architektonischen Highlights werden in dieser Stadt sowieso nur von privaten errichtet, falls der Senat mal nichts verschlimmbessert. Dann baut zwei anständige Brücken die das Prädikat Innenstadtbrücke und nicht Autobahnbrücke verdienen. Und warum eigentlich muss der Verkehr in der Leipziger Straße ab der Charlottenstraße nach Osten verbreitert sein (erst ab der Zufahrt Axel-Springer-Straße hat die Verbreiterung einen Sinn)? Auch hier könnte man in vorderster Linie (niedrigere) Bauten für Gewerbe errichten, dahinter zu den flacheren Hochbauten auf der Nordseite der Leipziger Straße könnten Parks entstehen - also alles eine Frage des Wollens!

  • Ich finde es mutig hier argumentativ gerade in diesem stadträumlichen Planungsgebiet die Gestaltung mit vagen Vorstellungen von möglichen Detaillösungen zu verteidigen, die nicht mal ansatzweise im Entwurf angesprochen oder angedeutet werden.


    Niemand gewinnt einen Wettbewerb mit dem Titel „eigentlich meine ich das ganz anders“ oder „ sieht man zwar nicht aber da kommt noch was dran“

    Auf dieser Grundlage können doch keine seriösen Wettbewerbsbeiträge in den Ring geworfen werden und dann noch gewinnen🤔 ...häh.


    Es ist sicher erst mal völlig egal in welcher Form, ob historisierend oder zeitgenössisch diese Brücke gebaut wird, da hat jeder halt andere Präferenzen.


    An diesem Ort wollte man dem Vernehmen nach im öffentlichen Raum ein Städtebauliches Schaustück für all seine Teilnehmer, vor dem Hintergrund der historischen Bedeutung des Areales.

    Die Umsetzung dieser Ambition kann ich nicht erkennen und ruft auch bei mir dementsprechend Widerspruch und Enttäuschung hervor.


    Gestalterisch dürften aus dem mäßigen eher heterogenen Umfeld heraus, gar keine stilistischen Empfindlichkeiten gegenüber irgendeiner bestehenden Situation dort bestehen, auch wenn man sich permanent auf die Keimzelle Berlins und ihre Wiederkenntlichmachung beruft - was sich im besten Falle bisher baulich lediglich auf ein schickes Straßenpflaster auf relativ historischem Grundriss mit putzigen Laternen reduziert und sich bis auf ne mögliche ausgegrabene verstreute Ruinenausstellung vom Petriviertel bis zum Molkenmarkt unter dem Motto archäologischer Pfad damit auch als abgeschlossen versteht.


    Nebenbei, würde sich doch der Aufbau des Portales des „Hohen Hauses“aus dem märkischen Museum wunderbar in dieses Konzept einfügen🤔


    Wichtig ist letztlich für dieses Brückenbauvorhaben, Wo will man für Wen in Sachen Stadtgestalt eigentlich hin und welchen ästhetischen Anspruch leitet man daraus abseits der reinen Funktion ab.


    Ein Bewusstsein für den „ Realen“ Ort, seine planerischen Perspektiven, sein historisches Gewicht, seine sowohl praktischen als auch sinnlichen Aufgaben sollte dementsprechend vorhanden sein.

    Das ginge aber gestalterisch nach meinem Dafürhalten auch bei der Architektur eines erst einmal funktional orientierten Verkehrsbauwerkes über eine rein technische Lösung mit ästhetischem Feinschliff hinaus.


    Die Gestaltung der Brücke ist gerade an dieser Stelle mit dem Marketing-Singsang „alte Mitte neue Liebe“ im Ohr, eben wie hier angedeutet kein lässliches Bonbon - sondern es wurden hohe sensuell erfahrbare Erwartungen und Ansprüche an die städtebauliche Qualität in der Bevölkerung trainiert denen nun gestalterisch versucht wird auf ungenügende Weise rein pragmatisch zu entsprechen.


    Es ist hier auch völlig egal, wie vermeintlich toll die Leistung von irgendeinem Ingenieur oder Architekten-Büro sonstwo ist, daraus ergibt sich nicht zwangsläufig, dass alles, in jedem Fall gelungen ist und gefälligst unwidersprochen für Toll zu befinden ist. Auch renommierte Büros sind nicht frei von Triviallösungen und Fehlern.


    Mal unabhängig von den Notwendigen Planungsprozessen die den meisten ergebnisorienterten Menschen recht egal sein dürften, hat Grote doch selbst zugegeben dass die Beteiligung am Wettbewerb enttäuschend übersichtlich war und die Ergebnisse hinter den Erwartungen zurückstanden- sichtbare städtebaulich interessante, Charakterstarke Attribute wie Pavillons, Kolonnaden oder sonst wie für den Passanten relevante und beeindruckende lebendige vielleicht sogar BaukünstlerischenDetails sind bei der Auswahl an Entwürfen kaum vorhanden und wenn doch ungenügend in der Umsetzung, gewesen.


    Wenn man als Jurymitglied so etwas von sich gibt heist das doch, dass man eigentlich etwas anderes für die Stadt wollte und lediglich für das kleinere Übel aus der Not heraus gestimmt hat, obwohl man eigentlich nicht überzeugt ist.

    Umso weniger kann ich die blumige Begründung für den Juryentscheid verstehen wer ist denn hier der Adressat für solche Windungen?


    Hofft man jetzt eigentlich von Seiten der Jury, Architekten und Ingenieure, dass die eigentliche Gestaltung für die Stadt das Baukollegium übernimmt?


    Es gibt doch für verschiedenste städtebauliche Projekte bereits Fälle in denen man vor ähnlichem Hintergrund Wettbewerbe verlängert oder neu ausgeschrieben hat weil die Ergebnisse hinter den Erwartungen blieben.


    Ich frage mich nur ob man nicht von Kommunaler Seite eine Mitverantwortung daran trägt, dass das Interesse an einem derartigen Wettbewerb so übersichtlich und die Ergebnisse insgesamt eher „NaJa“ waren.


    Ich denke die Brücke sieht letztlich auch so aus wie man sie sich unter den gegebenen Bedingungen redlich verdient hat- ein überwiegend technokratisch, pragmatischer Entwurf, der der dringlichen Notwendigkeit einer Brückenerneuerung entspricht.


    Die angedeutete Eleganz der Brücke lässt sich wenn, wahrscheinlich nur aus der Vogelperspektive oder mit viel Fantasie eventuell vom Wasser aus erfassen- weder klassische Fußgänger und schon gar nicht der Flaneur auf der Brücke haben davon wirklich etwas.


    Einzig die Situation zum Nikolaiviertel erscheint mir durchaus als vielversprechende Maßnahme für einen Passantenfreundlichere Lösung und zumindest kurzfristig gegen die unwürdige gegenwärtige Schmuddelsituation dort angemessen.


    Das Rolandufer bleibt trotzdem isoliert.

    Das erscheint mir aberwitzig, wenn man bedenkt dass das große Ziel die stärkere Verknüpfung der durch die Trasse auseinanderdriftenden Quartiere ist. Und nun soll man weiterhin unter der Brücke zum Rolandufer flanieren?


    Die Brücke hätte wie angestrebt etwas besonderes und anziehendes haben können, ein wirklicher stolzer Moment kommunal dirigierter Stadtbaukunst - was nützen mir die filigranen Stützen wenn ich doch auf dem besonders spannenden Brückenbrett hinter ner Baumarktgitterbalustrade verweilen soll und mir den Ausblick auf einen misslungenen Städtischen Raum oder den Kolonnenverkehr auf der Brücke schönreden muss.

    Das wird doch architektonisch durch nichts auf der Brücke irgendwie gehalten und hat in etwa den praktischen Charme der innovativen heissgeliebten Parklets.


    Unter Berliner Brücken hält man sich, sofern denn möglich, in Berlin selbst in Mitte bisher doch eher aus vielfältigsten Gründen eher ungern auf - da hat man dann seine üblichen verdunkelten Pissecken, Müllabladestationen und seinen aggressiven grafischen Veitstanz wirklicher, aktiver Stadtdekorateure.


    Die Illustration des Entwurfes setzt dem ganzen noch die Krone auf.

    Entweder entstand der Entwurf aus völliger Unkenntnis der dortigen baulichen Gegebenheiten was ziemlich ignorant wäre oder es geschah bewusst in manipulativer Absicht.


    Möglich dass die Nettigkeiten der Sitzgelegenheiten die man mit dem Argument des Verweilens mit toller Aussicht dort platziert hat, irgendwie bildlich stützen musste, damit das ganze seinem fussgängerfreundlichem genussvollem Ansinnen irgendwie entspricht.

    Da müsste man aber wie Camondo andeutete jetzt arge Umbaupläne im Brückenumfeld vornehmen was allen bisherigen Äußerungen zur zukünftigen Baugestaltung erheblich wiedersprechen dürfte.

    Es entsteht der Eindruck dass die reellen baulichen Gegebenheiten aus der Perspektive der Passanten wie in der Visu angestrebt, selbst den Entwerfern ungenügend erschienen.

    Wo kommen wir denn da hin wenn ich Architekturen in blumigen Disneylandschaften vor ab präsentiere, die dann auf der Halde stehen, gibts die dann nötigen Drogen, damit das Bild stimmt dann auf Rezept ?


    Ich finde die Häme und Abwehr gegenüber Rekonstruktionen oder historisierender Gestaltung vor 1960 braucht es zur Verteidigung des Entwurfes gar nicht. Diejenigen die sich darin bemühen sind mit den aktiven Entscheidern und Gestaltern aus Ämtern, Architekten und Politik bequem konform.

    Gestalterische Neigungungen zu klassischen historisierenden Lösungen haben auf Seiten der Stadt keine potente Lobby, der auch nur ein Vorhaben in der Richtung gerade in städtisch relevanten Bereichen aktuell zugestanden wird, selbst wenn das Interesse an solchen Lösungen beim doofen Plebs nicht unbeachtlich ist, wird es geflissentlich ignoriert, ausgesessen oder passgerecht neuinterpretiert wie man am Molkenmarktvorhaben aufs beste beobachten konnte.


    Von daher halte ich das ätzen und diese polemische Abwehr gegenüber eher historisierend orientierten Interessenbekundungen für überflüssig und unverhältnismäßig.


    Alle bisherigen kommunal initierten Quartiersneubildungen waren m.M bisher architektonisch eher mäßig bis missraten, gestalterisch und geschmäcklerisch einseitig und bildeten die Diversität der bürgerlichen Vorstellungen zu ihrer Stadt bei solchen Vorhaben recht ungenügend bis gar nicht ab.


    Man ist sehr eifrig dabei mitzuteilen was gar nicht geht, weil man es eben nicht möchte da es weder zum gestalterischen noch mentalen oder ideologischen Horizont passt.


    Dass man sich dann über mäßige Anteilnahme an den Bürgerbeteiligungsformaten zu Städtebaulichen Maßnahmen wundert, erstaunt mich bei der verengten Sicht auf gestalterische Maßstäbe, effektiv sektiererischer Ansprache und damit getroffener Klientelvorauswahl in einem obendrein polyzentrischen Stadtgebilde, wenig.

  • Das "Problem" ist aber doch, dass die Brücke, MIV hin oder her, bestimmte Anforderungen erfüllen muss. Achtung Polemik: Eine reine Fahrrad- und Fussgäbgerbrücke mit Geranien am Holzgeländer reicht hier nicht auch wenn es 1890 in schwarz / weiss noch so schön aussah.

    Über Details (Geländer, Beleuchtung, Stadtmöblierung u.a.) kann man bestimmt noch streiten, aber die Breite halte ich für absolut notwendig.