Sanierung Europaturm aka "Ginnheimer Spargel" (337,5 m)

  • Fernsehturm bleibt wohl für die Öffentlichkeit geschlossen, es ist zum <X .


    Der Ginnheimer Spargel ist seit 1999 für Besucher geschlossen. Eine Wiedereröffnung erscheint zunehmend unwahrscheinlich. Die Betreiberin, die DFMG Deutsche Funkturm GmbH, hatte, wie bekannt, gemeinsam mit der Stadt Frankfurt eine Machbarkeitsstudie erstellen lassen. Der Kostenbedarf liegt demnach bei rund 50 Millionen Euro, inklusive notwendiger Brandschutzmaßnahmen.


    Der Bund hatte 2019 zugesichert, die Hälfte der Kosten zu übernehmen, unter der Bedingung, dass Land Hessen und die Stadt Frankfurt die andere Hälfte tragen. Da beide sich bisher nicht auf eine finanzielle Beteiligung einigen konnten, laufen die Bundesfördermittel Ende 2025 aus (unfassbar!). Die DFMG geht daher aktuell davon aus, dass das Projekt nicht realisiert wird.


    Dass es grundsätzlich Lösungen gibt, zeigen Projekte in Hamburg und Dresden: Dort laufen Wiedereröffnungen unter denselben Finanzierungsmodellen, der Bund trägt jeweils die Hälfte der Sanierungskosten.

    Trotz allem sieht die Funkturm GmbH einen Hoffnungsschimmer: Sie verweist auf großes öffentliches Interesse und hofft, dass die Beispiele aus Hamburg und Dresden neue Impulse für Frankfurt setzen könnten. In der Turmkanzel könnten auf über 200 Metern Höhe 3.000 Quadratmeter nutzbare Fläche und Deutschlands höchste Dachterrasse entstehen, ein immenses Potenzial, das viele Bürger weiterhin begeistert.


    Hoffentlich besinnt man sich.




    https://www.tagesschau.de/inla…wohl-geschlossen-100.html

  • ^ echt ärgerlich sogar als Berliner. Es gab ein Viedeo vor 2 Jahren ( 4 min Länge) wie kurz berichtet wurde und Oben auf der Plattform aufgenommen wurde über die Skyline Frankfurt.


    So schade eine Stadt wie Frankfurt hätte es verdient. So wie Dresden & Hamburg wie du es erwähnt hast. Drücke die Daumen, das es was wird! Der 2 größter Fernsehturm Deutschland


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    ( Viedeo)

  • Aus Dresden kann ich berichten, dass die Bemühungen für eine Sanierung sich schon etliche Jahre hinziehen. Zuletzt hatte sich der Oberbürgermeister bemüht, die zugesagten Turm-Bundesmittel zur Carolabrücke "umzuleiten", was natürlich eine Quatsch-Idee war. Daran sieht man aber, dass auch im (noch!) schuldenfreien Dresden der Funkturm eher ein Luxusprojekt ist. Generell verfallen aktuell in etlichen Städten Förderzusagen für weit wichtigere Vorhaben bei dennoch oft viel kleineren Summen, weil die überlasteten Kommunen die Eigenanteile nicht aufbringen können. Mal geht es um Straßenbahnen oder Busse, mal um städtebauliche oder kulturelle Projekte.


    So gesehen ist es ein Wunder, dass der Dresdner Funkturm nun tatsächlich mit Steuerknete saniert werden soll. Für 25 Millionen Euro Investitionskosten, also der Hälfte von dem, was in Frankfurt veranschlagt wird, obwohl der Frankfurter Turm 10 Jahre jünger ist. Aber ok, er ist auch größer. Ich schaue gern mal von so einem Turm herab und finde auch Spielereien wie Projektionen auf ultradünnen LED-Folien auf den Fenstern ganz interessant, wie in Dresden angedacht. Aber warum das alles zu 100% durch Steuergeld finanziert wird, für ein Bauwerk, das zu 100% in Privatbesitz ist, das habe ich noch nicht verstanden. Beide Türme, auch der in Frankfurt, gehören der Deutsche Funkturm GmbH (Telekom, kanadische und US-Investoren). Der Staat hat genug sanierungsbedürftige Immobilien in seinem eigenen Besitz, bei denen Steuergeld mindestens ebenso gut angelegt wäre.

  • Der Kostenbedarf liegt demnach bei rund 50 Millionen Euro, inklusive notwendiger Brandschutzmaßnahmen. [...] Da beide sich bisher nicht auf eine finanzielle Beteiligung einigen konnten

    Ich kann mir vorstellen, dass die Stadt zögert, da durchaus ungewiss ist, ob es bei dieser Summe bleibt.

    Auch der Olympiaturm in München wird derzeit und noch bis Mitte 2026 saniert. Ende 2021 waren dafür noch 46 Millionen Euro im städt. Haushalt freigegeben, jetzt sind es aufgrund allgemeiner Preissteigerungen bereits 61 Millionen Euro. Dazu kommt rund 1 Million für einen erst im Laufe der Sanierung entdeckten Schaden an der Hydraulik des Drehrestaurants.

    In Zeiten chronisch klammer Kassen ist es dann aus Sicht des Frankfurter Haushalts fast* egal, ob der Bund die andere Hälfte übernimmt oder nicht. Wenn mir jemand anbietet, die Hälfte für meinen neuen Rolls Royce beizusteuern, ich aber die andere Hälfte nicht aufbringen kann, ohne mich über beide Ohren zu verschulden, dann nutzt mir die Großzügigkeit heute leider nichts. Es ist ja auch nicht so, als würde der Bund nie wieder Fördermittel zusagen. (*fast, denn günstiger wird es vermutlich nicht mehr).

    Zumindest finde ich das Zögern der Stadt vor diesem Hintergrund nachvollziehbar. Priorität müssen Projekte haben, die dazu beitragen den Status Quo in Kunst und Kultur aufrechtzuerhalten und das wird schwer genug. Für alles Zusätzliche wie die Wiederinbetriebnahme eines seit mehr als 25 Jahren geschlossenen Turms kommen sicherlich irgendwann auch wieder bessere Zeiten. Und ja, das darf man erstmal gerne zum Kotzen finden.

  • Die Entwicklung rund um den Europaturm ist für mich weiterhin schwer nachvollziehbar. Ich verfolge das Thema seit Jahren, und umso enttäuschender war es für mich, als ich bereits vor ein paar Wochen in einem Artikel gelesen habe, dass die große Chance, die Hälfte der Kosten, immerhin 25 Millionen Euro über Fördermittel abzudecken, nicht mehr genutzt wird. Eine erneute Beantragung in vergleichbarer Höhe dürfte äußerst schwierig werden. Wenn jetzt nichts passiert, wird sich bis dahin der Zustand weiter verschlechtern, die Renovierung umfangreicher, und die Bau- und Sanierungskosten steigen allgemein weiter an, was eine Wiedereröffnung immer unwahrscheinlicher macht.


    Aus meiner Sicht ist der Turm eine klare Bereicherung für Frankfurt: Er ist Teil der Stadtgeschichte, das zweithöchste Bauwerk Deutschlands und bietet mit seiner rund 220 Meter hohen Aussichtsplattform und dem Restaurant einen einmaligen Blick auf die Skyline und somit ein kulturelles Angebot. Würde die ehemalige Disco darin wieder eröffnet, wäre dies ein weiteres absolutes Highlight der Stadt.


    Noch im Sommer klang die Situation für mich deutlich positiver, in mehreren Artikeln sowie in einem Video von Journal Frankfurt mit einem Interview der Deutschen Funkturm GmbH wurde für mich durchaus Hoffnung auf eine Wiedereröffnung vermittelt. Ich habe den Eindruck, dass seitens der Deutschen Funkturm GmbH ein ernsthaftes Interesse besteht, dass sich etwas bewegt und der Turm wieder zugänglich wird.


    Ich komme aus dem Raum Mannheim und bin sehr häufig in Frankfurt. Erst vor wenigen Wochen habe ich erfahren, dass nun auch der Mannheimer Fernmeldeturm heute, am 28.12., aufgrund von Sanierungskosten in Höhe von 12–15 Millionen Euro für die Öffentlichkeit geschlossen wird und vermutlich ein ähnliches Schicksal wie der Europaturm erleiden wird.


    Bleibt zu hoffen, dass für beide Türme doch noch eine Lösung gefunden wird.


    Jetzt hole ich mir den Europaturm erst einmal ins Haus, vor wenigen Wochen habe ich begonnen, ein 3D-druckbares Modell des Europaturms im Maßstab 1:400 zu konstruieren.


    Links zum Video und zu einem Artikel von vor wenigen Monaten :


    https://www.journal-frankfurt.…er-Fernsehturm-44085.html


    https://www.journal-frankfurt.…ut-sich-nichts-44944.html

  • ^ Wenn es um den Rohbau geht ohne Antenne ; Genau. Paar Meter. ( Ehemalige von Westdeutschland. Nr 1 )


    Letztendlich Daumen drücken , dass es was wird für Touristen & Frankfurter wieder : Zugänglich am Turm.


    Nochmals Fakten über den Europaturm :


    > Stilllegung der Aussichtsplattform : 1999.

    > Bauzeit : 1974 -79

    > Betriebszeit : 1979

    > Letzte Umbau: 2004 ( Antenne)


    Wikipedia

  • Ich habe den Eindruck, dass seitens der Deutschen Funkturm GmbH ein ernsthaftes Interesse besteht, dass sich etwas bewegt und der Turm wieder zugänglich wird.

    Wie viel Geld wollen sie denn in die Hand nehmen? Oder besteht das Interesse nur darin, dass andere die Aufwertung der eigenen Immobilie bezahlen?

  • Ich finde es schwer nachvollziehbar wie hier eine unrentable Ruine draussen in der Prärie als Kulturgut dargestellt wird. Das Städel, welches jedes Jahr Hunderttausende von Besuchern anzieht, und zufällig vor ein Paar Jahren auch für 50 Euro erweitert und renoviert wurde, das ist Kulturgut. Und Leute wundern sich, dass die Stadt zögert? 50 Millionen für das Städel oder für den Spargel. Schwere Entscheidung...

  • ^

    BEIDES ist Kulturgut - mit jeweils unterschiedlicher Struktur und Gewichtung.


    Beim "Spargel" liegt der Focus nahezu ausschliesslich auf der Architektur und der Story des "Nachkriegs-Frankfurt" (das mMn erfolgreichste Frankfurt was es jemals gab). Beim Städel liegt der Focus vor allem auf den Exponaten die dort gezeigt werden.

    Oder möchtest Du etwa behaupten, man würde das Städel der Architektur wegen besuchen !? Ich jedenfalls nicht !

    Gerade in baulicher Hinsicht ist das Städel schon auf nationaler Ebene als Museum mMn bestenfalls ein mittelmässiges Bauwerk - kein Vergleich mit den Münchner oder Berliner Quartieren.


    Eine "Städel / Spargel" - Debatte jetzt zu eröffnen wäre ebenso polemisch wie in der Sache absolut unfruchtbar. Man würde die sprichwörtlichen "Äpfel mit Birnen" miteinander vergleichen.

  • ^

    Die Argumentation könnte ich nachvollziehen, wäre der Europaturm ein Abrisskandidat, aber es geht doch nur darum, ob die Besucherebenen wieder eröffnet werden? Und dann würde eine Architekturdebatte doch nur Sinn ergeben, würde man diese originalgetreu wie in den 70ern gestalten.


    Interessant wäre halt, ob Bedarf einer solchen Plattform besteht, damit sich das Ganze auch halbwegs selbst tragen kann. Wenn nicht, dann halt nicht.

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    Meine persönliche Befürchtung:

    Der Spargel wird früher oder später ein "Abrisskandidat".

    Es gibt überhaupt kein Konzept, diesen Bereich dort urbaner zu entwickeln. Dabei hätte dieses Gebiet enormes Potenzial als eine Art "Sub-Zentrum" (einschliesslich ggf. bald dort verkehrender U-Bahn).

  • Ohne Nutzungsperspektive gehen aber auch Denkmäler einem Abriss entgegen. Wenn die Sanierungskosten den möglichen Nutzen übersteigen, kann ein Erhalt als unzumutbar eingestuft und ein Abriss genehmigt werden. Kommt gar nicht selten vor.


    Für so einen Turm kann ich mir eigentlich kaum eine wirtschaftlich tragfähige Nutzung vorstellen. Vermutlich war das immer schon so, die Teile wurden von vornherein als Statussymbole errichtet. Dass sie das bis heute sind, ist ihre Lebensversicherung. Nur aus diesem Grund werden Zuwendungen aus Steuergeld diskutiert und teils auch gewehrt, von denen die meisten Vereine, die sich um Schlösser, Burgen oder was auch immer kümmern, nur träumen können.

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    Ja, das trifft auf sehr viele kulturelle Baudenkmäler zu. So gut wie jede Kirche ist an sich ein reines Verlustgeschäft, kaum ein Museum trägt sich selbst und die meisten repräsentativen Bauwerke wie irgendeine Siegessäule, ein beliebiges Siegestor oder eine der vielen Ruhmeshallen haben irgendeinen anderen Nutzen als in der Landschaft herumzustehen, Status zu symbolisieren und nett auszusehen. Für deren Instandhaltung und Sanierung gibt der Staat ebenfalls jährlich Millionen aus - das Kalkül ist der Beitrag zum Tourismus für eine Stadt / Region und der dürfte auch beim Ginnheimer Spargel gegeben sein; erst Recht sollte die Aussichtsplattform wieder eröffnen, aber auch unabhängig davon. Ob am Ende für den Staat / Steuerzahler irgendwann ein Gewinn herausspringt, lässt sich aufgrund der vielen Folgeeffekte gar nicht genau ermitteln.

  • Kostentreiber der Sanierung dürfte die Ertüchtigung der TGA hinsichtlich des vorbeugenden Brandschutzes nach aktuellen Vorgaben sein. Die Vorgaben orientieren sich wiederum an der zukünftigen Nutzungsart. Dreh- und Angelpunkt hierbei ist die Anzahl der maximal zu entfluchtenden Personen.


    Aufgrund seiner speziellen Bauform ist der Bau eines zweiten Flucht- und Rettungsweges nicht möglich und somit muss der vorhandene Weg technisch aufgerüstet werden (möglicherweise Entrauchungsanlage, Einteilung in Abschnitte, Mindestbreiten für die Rettung von verletzten Personen usw.). Dies kann wiederum die Anzahl der Gäste bzw. Besucher limitieren. Insgesamt sollen ca. 3.000 qm in der Kanzel an Nutzfläche zur Verfügung stehen. Ob diese auf zwei Ebenen (Indoor und Dachterrasse) verteilt ist mir nicht bekannt (Q).


    Der Einbau einer Restaurant- und/oder Bar-Ausstattung dürfte auch „'n paa' Mark fuffzich“ kosten, was die Deutschen Funkturm GmbH auf den zukünftigen Pächter vollumfänglich umlegen dürfte.

    Der Einbau derselben in der Sockelbebauung ist sicherlich kostengünstiger. Ob der Blick ins Grüne, konkreter auf den benachbarten Sportplatz bzw. die Kleingärten aus der Ebene +1 oder Ebene +2, für genügend Auslastung sorgt, dazu fehlt mir derzeit die Phantasie.


    Auch der Betrieb einer - vermutlich der höchsten in D - Discotheke dürfte aufgrund der Limitierung an Gästen durch den vorbeugenden Brandschutz einerseits und durch den beschränkten Platz anderseits für einen Pächter herausfordernd werden.


    Sowohl Gastro und Disco gabs ja schon mal oben im Spargel und beides hatte sich dann irgendwann wirtschaftlich überlebt.


    Bleibt meines Erachtens noch die Option einer Aussichtsplattform. Ob sich genügend Besucher für eine Aussichtsplattform an dieser Stelle interessieren kann ich nicht beurteilen.


    Eine sehr gute Erreichbarkeit mittels ÖPNV dürfte sicherlich nicht von Nachteil sein. Bis zur Inbetriebnahme des Lückenschluss der Stadtbahn, konkreter der zukünftigen Haltestelle "Bundesbank" (Projektseite), vergehen bekanntlich noch ein paar Jahre.


    Der Einschätzung von Äppler111 widerspreche ich, nämlich das der Spargel eine Ruine ist. Bspw. betreibt der Aufzugshersteller Schindler dort Forschung und Entwicklung an seiner Aufzugstechnik.

    Einmal editiert, zuletzt von main1a ()