Sanierung Europaturm aka "Ginnheimer Spargel" (337,5 m)

  • Europaturm ("Ginnheimer Spargel")

    Es gibt Überlegungen, den Europaturm wieder öffentlich zu nutzen. Konkret scheinen sie nach der heutigen Pressemitteilung der Stadt nicht zu sein:

    Noch immer gehört der Frankfurter Europaturm mit seinen 331 Metern zu den höchsten Fernmeldetürmen der Welt. Der „Ginnheimer Spargel“, wie ihn die Frankfurter kurz nach seiner Fertigstellung 1979 liebevoll tauften, war neben seiner technischen Nutzung viele Jahre lang ein Magnet für Millionen von Touristen, Gourmets und Partygängern. Bis heute ist er als Funkstandort in Betrieb, jedoch für Besucher nicht mehr zugänglich. Gemeinsam mit dem Hamburger Bundestagsabgeordneten und Obmann im Bundestags-Haushaltausschuss Johannes Kahrs besichtigte Oberbürgermeister Peter Feldmann das Bauwerk, um über neue Nutzungsmöglichkeiten und eine mögliche Öffnung für die Bürger nachzudenken.

    Oberbürgermeister Feldmann sagte: „Viele Frankfurter sind damit groß geworden, dass sie mit ihren Familien oder mit Besuchern aus anderen Städten von der Aussichtsplattform auf unsere Skyline, auf den nahen Taunus geschaut haben. Auch ich kann mich noch gut daran erinnern, auch daran, dass der „Ginnheimer Spargel“ ein Erkennungszeichen ist, das uns bei der Heimreise immer ein Gefühl von Zuhause ankommen vermittelt. Es wäre großartig, wenn es uns gelänge, dieses Frankfurter Wahrzeichen wieder allen Frankfurtern zugänglich zu machen.“

    „Früher standen Fernsehtürme für Fortschritt, Technik und Zukunft - heute für Heimat, Freizeit und Geschichte. Fernsehtürme wirken erst, wenn sie für alle geöffnet sind. Nur Tun bewegt“, fügte Kahrs hinzu. Der Geschäftsführer der Deutsche Funkturm, Bruno Jacobfeuerborn, sagte: „Der Europaturm ist in doppelter Hinsicht ein prägendes Bauwerk für Frankfurt und das Rhein-Main-Gebiet. Er versorgt die Region seit 40 Jahren mit wichtigen Funkdiensten und wird auch in Zukunft ein wichtiger Bestandteil der Medieninfrastruktur sein. Gleichzeitig ist er als Wahrzeichen nicht mehr aus der Frankfurter Skyline wegzudenken.“

    Nachdem das innerstädtische Fernmeldehochhaus als Antennenträger für Richtfunkstrecken nicht mehr ausreichte, entschied sich die damals verantwortliche Deutsche Bundespost zum Bau des Fernmeldeturms. Nach fünfjähriger Bauzeit war der mit seiner Antenne 337,33 Meter hohe und 75 Millionen D-Mark teure Europaturm fertig. Mit einem Durchmesser von 59 Metern ist die sechs Stockwerke hohe Kanzel in 227 Metern Höhe die weltweit breiteste. Sie ermöglicht einen grandiosen Blick über das gesamte Rhein-Main-Gebiet.
    Kein Wunder, dass dieser einzigartige Platz über viele Jahre hinweg als Diskothek, Restaurant und Aussichtsplattform genutzt wurde. Mehrere leistungsfähige Aufzüge brauchten die Besucher mit einer Geschwindigkeit von 4 Metern pro Sekunde nach oben. In den sechs Salons des Restaurants fanden bis zu 220 Gäste Platz und in der Diskothek traten damalige Schlagerstars wie Rex Gildo, Jürgen Drews und Bata Ilic auf.

    Allerdings war es trotz des riesigen Zuspruchs und meist ausgebuchter Plätze schwierig, die Einrichtungen wirtschaftlich zu betreiben. So wurde der Europaturm 1999 für die Öffentlichkeit geschlossen. Dies hatte auch mit den Auflagen der Brandschutzordnung zu tun, die einen Millionenaufwand erfordert hätten. Die technischen Rahmenbedingungen hatten sich mit den Jahren ebenfalls geändert. Techniker mussten das Gebäude nur noch selten besuchen, weil die modernen Sendeanlage längst aus der Ferne gesteuert werden können.

    Als Nachfolgerin der Deutschen Bundespost bietet heute die DFMG Deutsche Funkturm den Turm verschiedenen Unternehmen als Standort für Funkdienste an. Dazu zählen unter anderem digitales Fernsehen, analoges und digitales Radio, Richtfunkverbindungen für besonders hohe Datenübertragungen, Mobilfunk sowie spezielle Datendienste zur Unterstützung von High Frequency Trading.


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    Bild: Stadt Frankfurt am Main

  • ^ In der heutigen hessenschau gibt es einen Videobericht mit tollen Bilder aus dem Inneren und Außenaufnahmen vom Turm und Drumherum.

    Evtl. ist das Stuttgarter Modell eine Möglichkeit um den Turm brandschutztechnisch zu ertüchtigen und der Öffentlichkeit wieder zugänglich zu machen.

  • Die Fernsehtürme waren seinerzeit "Bauwerke in öffentlicher Trägerschaft", d.h. die Deutsche Bundespost benötigte keine Baugenehmigung, sie verantwortete den Bau selbst. Nach der Privatisierung der Post im Zuge der Postreform verloren die Funktürme ihre rechtliche Eigenschaft. Sie wurden praktisch über Nacht zu banalen Sonderbauten nach Landesbauordnung. Nach der erstbesten Sonderbaukontrolle erfolgte die Schließung, weil sie die Anforderungen des Brandschutzes nicht erfüllten.

    In Stuttgart führte eine private Initiative zusammen mit dem SWR die Sanierung durch und erreichte die Wiedereröffnung, vermutlich ist das mit "Stuttgarter Modell" gemeint.

  • Korrekt tunnelklick, dass meinte ich mit ''Stuttgarter Model''.

    Dort wurde der fehlende 2. unabhängige Fluchtweg, wie auch hier, bemängelt. Ich gehe davon aus das nicht nur der Europaturm ab dem Zeitpunkt seiner Privatisierung brandschutztechnisch als HH eingestuft und behandelt wurde. Wie tunnelklick erwähnte, galten bei der ursprünglichen Planung andere Kriterien und natürlich wurde ein nach heutigen Kriterien 2. unabhängiger Fluchtweg (Treppenhaus) nicht geplant und gebaut. Folglich ist ein nachträglicher Anbau oder Einbau eines separaten Treppenhauses oder der Umbau des existierenden keine Lösung, besonders wenn die Deutsche Funkturm diese Aufwendungen nicht den technischen Nutzern umhängen kann.
    In Stuttgart wurden alle Kabel ausgetauscht und zusätzlich wurden die Hochfrequenzkabel mit einer Metallkanal ummantelt und dieser Kanal ist in 1,5 m lange Schotts unterteilt.
    Die bestehende Treppenanlage zusammen mit der brandschutzertüchtigten Aufzugsanlage wurde mit den anderen Maßnahmen in Stuttgart als ausreichend bewertet um den Turm wieder für Besucher freizugeben.

    In dieser interessanten Dokumentation zur Historie des Turmes geht's zw. 7'05'' und 10'15'' um diese Ertüchtigung.
    Während dieser Sanierung mussten auch die asbesthaltigen Wasserleitungen ausgetauscht werden, siehe zw. 20'27'' und 21'40''.
    Ist dies auch hier ein Thema?

    Ergänzend noch ein FAZ-Artikel vom 28.11.2010 der sich mit dem Leerstand und fehlenden Brandschutz für eine öffentliche Nutzung beschäftigt, soweit also nichts Neues im Nordwesten.
    Ein Bewirtungsbetrieb wird m.E. die Sanierungskosten, in Stuttgart fielen 1,8 Mio. EUR an, schwerlich einspielen wenn die Parteien bei anderen Positionen keine Kostenreduktion vereinbaren.
    Wurden seiner Zeit im Europaturm nur die Brandlasten im Besucherteil entfernt?

    4 Mal editiert, zuletzt von main1a (9. August 2019 um 00:27) aus folgendem Grund: Rechtschreibung

  • Voraussetzung für eine mögliche Wiederöffnung des Europaturms, es wäre die höchste offene Aussichtsmöglichkeit in Deutschland, ist die Sanierung des Turms. Das ergibt sich aus einer aktuellen Pressemitteilung der Stadt Frankfurt. Heute hat der Haushaltsausschuss des Bundestages beschlossen, heißt es dort weiter, sich an der Sanierung des Fernmeldeturm mit 50 Prozent der Kosten zu beteiligen. Zugrunde liegt ein entsprechender Antrag der Deutschen Funkturm GmbH, einer Tochter der Deutschen Telekom. Hier wird der anteilige Betrag mit 24,758 Millionen Euro beziffert.

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    Bild: Schmittchen


    Seit dem vergangenen Oktober steht der Europaturm unter Denkmalschutz. Der in den Jahren 1974 bis 1979 nach einem Entwurf von Johannes Möhrle und Peter Metzger im Auftrag der Deutschen Bundespost erbaute Turm sei zum Zeitpunkt seiner Erbauung "Inbegriff modernster Kommunikationstechnologie" gewesen, teilte Markus Harzenetter, Präsident des Landesamtes für Denkmalpflege Hessen, am Donnerstag in Wiesbaden mit . Seine Erhaltung sei aus geschichtlichen, städtebaulichen und technischen Gründen von öffentlichem Interesse .

  • ^ Das heutige analoge HK greift dieses Thema auf und Bruno Jacobfeuerborn (Geschäftsführer der Deutsche Funkturm GmbH) äußert seine Einschätzung das es ein "Marathon" bis zur Wiederöffnung für die Öffentlichkeit ist. Denn die restlichen Millionen sollen das Land Hessen und die Stadt Frankfurt besteuern so die geäußerte Erwartungshaltung von Benedikt Albers (Sprecher der DFMG). Der DFMG schwebt eine Kostenträgerschaft vor wie sie in Hamburg und Dresden bei den dortigen Sanierungen zur Anwendung kam. Am 12. Dezember soll der Doppelhaushalt 2020/2021 ins Stadtparlament eingebracht werden und in diesem findet sich bis dato keine Position dazu.
    Ich gehe davon aus das die Verantwortliche aus Hessen und Frankfurt sich noch nicht abgestimmt haben ob und wieviel sie von den restlichen Sanierungskosten (in toto 49 Mio. EUR) übernehmen. Zur Erinnerung die Baukosten betrugen 75 Mio. DM.

  • Frankfurts höchstes Dach befindet sich über der Kanzel des Ginnheimer Spargels. Es hat einen Durchmesser von etwas mehr als 50 m und liegt in 237 m Höhe. Darüber sind nur noch die markanten sieben untertassenförmigen Antennenplattformen. Das Dach, das Besuchern bisher nicht zugänglich war, und die darunterliegenden zwei Publikumsetagen, seit 1999 für den Besucherverkehr geschlossen, möchte die Deutsche Funkturm in einigen Jahren erstmals bzw. wieder der Öffentlichkeit zur Verfügung stellen.

    Oben wurde schon erwähnt, dass dafür eine Sanierung und rund 50 Millionen Euro erforderlich sein werden. Auch, dass die Hälfte der Finanzierung der Bund übernehmen würde. Die anderen 25 Millionen Euro soll nach Vorstellung des Oberbürgermeisters komplett das Land Hessen übernehmen. Die Stadt sieht er außerstande diese Summe zu "stemmen", wie es in der vergangenen Woche in einer Pressemitteilung hieß. Letzteres lasse ich mal besser unkommentiert.

    Weitere Neuigkeiten aus der Mitteilung:

    • vorhanden sind drei Aufzüge, davon waren zwei für das Publikum bestimmt, einer für die Feuerwehr
    • in Betrieb ist der Feuerwehraufzug
    • in den anderen beiden Schächten testet "ein renommierter Aufzugshersteller" seine Produkte (meines Wissens die Schindler Aufzüge AG)
    • alle drei Auszugsanlagen müssten ausgetauscht werden, um aktuellen Sicherheitsanforderungen zu genügen
    • zusätzlich wäre die gesamte technische Gebäudeausstattung auf aktuelles Niveau zu bringen
    • notwendig wäre auch ein vergrößerter Empfangsbereich, in dem Sicherheitskontrollen stattfinden können
    • die Nutzung des Dachs als Aussichtsplattform würde Umbauten erfordern, u. a. eine Brüstung am Rand, die aus Glas gefertigt werden könnte
    • dort bleiben muss ein Kran der Deutsche Funkturm, damit befördern Techniker Lasten auf den Turm, die nicht in die Aufzüge passen
    • die Fensterscheiben der Publikumsetagen müssten durch feuerfeste Ausführungen ersetzt werden
    • die Dreheinrichtung auf der Restaurant-Etage, der äußere Teil der Plattform drehte sich einmal pro Stunde um die eigene Achse, ist noch vorhanden

    • nach Einschätzung der Deutsche Funkturm ließe sich diese Anlage mit überschaubarem Aufwand wieder in Gang setzen

    Aktuelle Fotos:

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    Bild: Stadt Frankfurt am Main, Foto: Stefan Maurer

    Die untere Besucheretage, das ehemalige Restaurant, aktuell:

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    Bild: Stadt Frankfurt am Main, Foto: Holger Menzel

    Die obere Besucheretage aktuell:

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    Bild: Stadt Frankfurt am Main, Foto: Holger Menzel

    Plattform auf der Kanzel:

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    Bild: Stadt Frankfurt am Main, Foto: Holger Menzel

    Blick von der Plattform auf der Kanzel:

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    Bild: Stadt Frankfurt am Main, Foto: Holger Menzel

  • Nach einem weiteren Jahr gibt’s lt. diesem Bericht keine Neuigkeiten.

    Fasse trotzdem mal den Status quo zusammen um nicht den Überblick zu verlieren ;) :

    - Zusage vom Bund ist seit dem Herbst 2019 firm sich an den Sanierungskosten i.H.v. ca. 25 Mio. EUR zu beteiligen;

    - unter der Bedingung das die Stadt, bezogen auf die damaligen Sanierungskosten, die restlichen 50 Prozent übernimmt;

    - prinzipiell würde das Land von dem städtischen Anteil wiederum 25 Prozent übernehmen;

    - aber stellvertretend für die Stadt war der zukünftige Ex-OB wohl mal lose in Kontakt mit dem Hessischen Finanzminister welche Gewerke und mit wieviel Geld sich das Land beteiligen soll. Lt. dem Finanzministerium "sehen wir hier zunächst die Stadt am Zug, Klarheit in diesen beiden Punkten als Basis für weitere Gespräche zu schaffen, für die das Land gerne zur Verfügung steht."

    - Die Deutsche Funkturm ist nicht in der Verantwortung dies stellvertretend für die Stadt zu erledigen, denn die "Grundvoraussetzung für die Förderung ist eine Kofinanzierung, die von Oberbürgermeister Peter Feldmann aber nicht vorangetrieben wurde". Und nochmals zu einer möglichen Kostenteilung: "Bei unserem Fernsehturm Dresden zum Beispiel erfolgt die Finanzierung zu 50 Prozent über den Bund, zu 25 Prozent über das Land und zu 25 Prozent über die Stadt. Eine vergleichbare Lösung wäre auch in Frankfurt denkbar."

    - Seitens der Stadtverordneten aus der Vierer-Koalition gibt‘s auch kein Interesse in die Bresche einzuspringen die der zukünftige Ex-OB hinterlassen hat. Denn von der größten Koalitionspartei den Grünen heißt es lapidar: " Langfristig ist das sicher eine schöne Sache, aber ich [= Dimitrios Bakakis, Fraktionschef] kann mir nicht vorstellen, dass die Öffnung des Fernmeldeturms derzeit Priorität hat." Und Ursula Busch [SPD-Fraktionsvorsitzende] schlägt in die selbe Kerbe: "Angesichts der Haushaltslage müssen wir uns sehr gut überlegen, wofür wir das Geld ausgeben."


    Fazit: Ein anderes Projekt auf der langen Liste was der zukünftige Ex-OB öffentlichkeitswirksam an sich gerissen hat aber auf halben Weg hat liegen lassen weil er damit öffentlich keinen 'quick win' macht.

    Das die Vierer-Koalition dies nicht voran bringt ist auch ernüchternd da aus ihrer Sicht dies anscheinend nicht genügend Wählerstimmen bringt.

    Wann eine Besuchernutzung möglich ist, ist damit weiter ungewiss - schade.

    6 Mal editiert, zuletzt von main1a (23. August 2022 um 17:34)

  • Drei weitere Jahre sind vergangen, ohne dass sich substanziell irgendwas geändert hätte. Der Magistrat hat lediglich kürzlich ein Auskunftsersuchen des Ortsbeirats beantwortet, dem zu entnehmen ist, dass der Magistrat seine Überlegungen zur Ko-Finanzierung der Sanierungskosten aufnehmen wird, sobald ein belastbares Maßnahmenkonzept vorliegt; ich lese daraus, der Ball liegt im Feld der Eigentümerin Deutsche Funkturm GmbH, die die Kosten der Sanierung und Brandschutzertüchtigung beziffern muss, bevor alle anderen ihr Geld in den Topf werfen.. Das Land sei weiterhin gesprächsbereit hinsichtlich einer Kostenbeteiligung, die Zusage eines Festbetrages durch den Bund i.H.v. 25 Mio € stehe weiterhin.

    Interessant vielleicht in unserem Kontext das Zitat aus der Begründung des Landesdenkmalamtes für die Unterschutzstellung:

    Dekoratives Anführungszeichen

    "Städtebaulich bildet der Turm mit dem Riegel der benachbarten Bundesbank nördlich der A 66 ein imposantes Eingangsmotiv. Turm und Riegel unktionieren aus der Nahsicht als markante Tormotive. Aus der Fernsicht stellt sich der Europaturm zudem als städtebauliche Landmarke dar. Das kurz nach seiner Fertigstellung "Ginnheimer Spargel" genannte Bauwerk besitzt eine Formgebung, die sie von vergleichbaren Fernmeldetürmen abhebt. Fernmeldetechnisch stellt er bis heute einen wichtigen Knotenpunkt im Netz der Sondertürme im Bundesgebiet dar und bildet den Endpunkt der Höhenentwicklung westdeutscher Fernmeldetürme vor dem Beginn des digitalen Zeitalters. Das bauzeitliche Antennenhebezeug und die Fassadenbefahranlage stellen einzigartige und auf den Fernmeldeturm zurechtgeschnittene technische Ausstattungsstücke dar. Der Fernmeldeturm ist Kulturdenkmal aus geschichtlichen, städtebaulichen und technischen Gründen."

    Quelle: ST_1235_2025 vom 21.7.2025

    2 Mal editiert, zuletzt von tunnelklick (31. Juli 2025 um 22:32) aus folgendem Grund: Rechtschreibung

  • Der Ginnheimer Spargel bleibt weiterhin für die Öffentlichkeit geschlossen.

    Zwar befürwortet die Stadt Frankfurt eine Wiedereröffnung, doch konkrete Zusagen fehlen.

    Die Hürden liegen vor allem im Brandschutz: Zwei getrennte Rettungswege und ein Feuerwehraufzug wären Pflicht. Die Kosten für Sanierung und Ertüchtigung werden auf rund 50 Mio. Euro geschätzt. Der Bund hatte 2019 zugesagt, bis zu 24 Mio. Euro zu übernehmen; Stadt und Land konnten sich bisher aber nicht auf die Finanzierung des Restbetrags einigen. (wen wundert es bei diesem Magistrat)

    Die Eigentümerin, die Deutsche Funkturm GmbH, hat 2019 eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben, ein belastbarer Zeitplan liegt jedoch weiterhin nicht vor.

    Der 1979 fertiggestellte Turm ist mit 338 Metern das höchste Bauwerk Frankfurts. Früher lockten Cafeteria, Drehrestaurant und die Diskothek „SkyTower“ zahlreiche Besucher, seit 1999 ist er aus "angeblichen" Sicherheitsgründen geschlossen.

    Einfach nur noch traurig.

    Q: https://www.fnp.de/frankfurt/blei…t-93947239.html

  • ^

    50 Mio. Euro (selbst wenn es 100 Mio. Euro wären !) sind - gemessen an der Fernwirkung und dem auch identitätsstiftenden Charakter dieses durchaus ikonischen Bauwerkes - wahrlich "nicht viel Geld". Hinzu kommt, dass der Bund offenbar auch zu einem beträchtlichen Beitrag bereit ist.

    Das Problem mit dem Fernsehturm liegt mMn. aber tiefer.

    Nicht wenige der "Planenden" in Ffm. sehen diesen Bereich dort als "Peripherie". Mittlerweile kursieren sogar Überlegungen (auch hier im Forum), auf dem benachbarten BuBa-Gelände (teilweise) Wohnungen zu bauen, falls das Sanierungs-Projekt der BuBa radikal abgespeckt werden sollte.

    Da sieht man doch klar: Nicht unbedeutende politische Kräfte in der Stadt haben doch gar kein Interesse daran, in diesem Bereich der Stadt ein "Highlight" mit einem revitalisierten Fernsehtum zu bekommen. Ich unterstelle manchen von diesen "Verdichtern" gar: Am liebsten wären sie den Fernsehturm komplett los.

    Einmal editiert, zuletzt von m.Ro80 (25. September 2025 um 11:38) aus folgendem Grund: Klarstellung: Ich VERMUTE, dass "Nicht unbedeutende politsche Kräfte..." kein Interesse haben [...]. Ja, meine Formulierung ist in der Tat missverständlich. Es war NICHT im Sinne einer Tatsachenbehauptung gemeint. Meine VERMUTUNG habe ich sodann thematisch substantiiert (siehe v.a. unten). SORRY !

  • Nix für Ungiut, aber auf die Idee, 50, ach was 100 Mio € wären wahrlich nicht viel Geld, kann man nur kommen, wenn man sich in seinem Sessel räkelt, sich die ... krault und nach dem fünften Bier irgendwas von Identitätsstiftung schwadroniert, und die Planenden nicht zu vergessen, die sind eh an allem schuld. Saach ema, wo lebst'n du? Wenn du wieder klar siehst, können wir ja vielleicht noch drüber sprechen.

    (kann dann weg, musste aber mal gesagt werden)

  • Dekoratives Anführungszeichen

    Nicht unbedeutende politische Kräfte in der Stadt haben doch gar kein Interesse daran, in diesem Bereich der Stadt ein "Highlight" mit einem revitalisierten Fernsehtum zu bekommen. Ich unterstelle manchen von diesen "Verdichtern" gar: Am liebsten wären sie den Fernsehturm komplett los.

    Kannst Du da Namen nennen wer da kein Interesse hat?

    Viele Fernsehtürme und ehemalige funktionieren sehr gut als Highlight und der Platzbedarf für Besucher ist in der Regel auch nicht enorm bzw. lädt schön gestaltet auch zum verweilen ein. Im Frühjahr war ich auf dem Lotus Tower in Colombo, erst seit kurzem eröffnet und es hat einfach nur Spaß gemacht, vor allem oben im Freien eine Runde zu drehen.. Gut da war auch chinesisches Geld mit drinnen bei der Errichtung. Weiteres Beispiel, der CN Tower in Toronto mit seiner durchsichtige Glasbodenplatte, tolles Erlebnis darauf zu stehen.

    Warum schreibe ich das so? Weil das Besucher anlockt in die Stadt, Umsatz bringt und ein paar Arbeitsplätze. Der Spargel hat zudem noch das Plus, dass man von ihm aus auf die Hochhäuser aus etwas Ferne drauf schaut und nicht mitten drinnen steht. Er gibt also schon was zurück.

    Das Problem sind hier die 50 Millionen € oder wie immer in Deutschland, dass was noch oben drauf kommt und einen Betreiber zu finden der das eigene finanzielle Risiko mit eingeht.

  • Dekoratives Anführungszeichen

    Nicht wenige der "Planenden" in Ffm. sehen diesen Bereich dort als "Peripherie". Mittlerweile kursieren sogar Überlegungen (auch hier im Forum), auf dem benachbarten BuBa-Gelände (teilweise) Wohnungen zu bauen (...)

    Da sieht man doch klar: Nicht unbedeutende politische Kräfte in der Stadt haben doch gar kein Interesse daran, in diesem Bereich der Stadt ein "Highlight" mit einem revitalisierten Fernsehtum zu bekommen.

    Verstehe ich nicht. Wieso stehen Revitalisierter Fernsehturm und Verdichtung (im benachbarten BuBa-Gelände) in Widerspruch?

    Im Übrigen: angesichts der hohen Kosten verstehe ich, dass man bei der Revitalisierung zurückhaltend ist. Ich würde mir wenigstens die Beleuchtung aus früheren Tagen (konkret: aus der Zeit vor dem Ukrainekrieg) wünschen, als der Turm auch nachts ein echtes Highlight war. Neben der "Tellerbeleuchtung" war es vor allem das Anstrahlen von unten (mit weißem Licht), welche den Turm eine fast kathedralische Erscheinung gab.

  • ^

    Der Widerspruch mMn besteht darin, dass das Konzept der "Verdichtung" (hier meine ich die FUNKTIONLAE Verdichtung im Städtebau - O-Ton: "15-Minuten-Stadt") nicht zu der Vorstellung passt, den mutmaßlich "peripheren" Fernsehturm zu einer neuen Art von "Erlebnisbereich" zu entwickeln. Ein solcher "Erlebnisbereich" würde mMn auch nur dann gut funktinieren, wenn man für den ganzen Nahbereich dort oben ein höheres Maß an Zentralität anstreben würde. In diesem Sinne hatte ich hier mal die Idee vorgetragen, den direkten Nahbereich des Fernsehturm auch für Oper / Schauspiel in die Erwägungen einzubeziehen (die U-Bahn in dieser Gegend ist im Übrigen auch in Planung). Aber das wurde von vornherein als "Peripherie" von einigen Wortführeren hier abgetan. In der Branche gibt es nicht nur den Spruch "Lage, Lage, Lage !". Es gibt auch den umgekehrten Ansatz: "Lage MACHEN !".

    Der tendenzielle Abschied der BuBa aus diesem Bereich würde die FUNKTIONALE Verdichtung in Ffm. weiter beschleunigen. Es entstehen dann eben dort vor allem Wohnungen, die der Idee eines eventuellen "Erlebnisbereich" im direkten Umfeld des Fernsehturm (man denke an die Geräusch- und Verlehrsbelstungen) auch nicht unbedingt zuträglich sind.

    Stichwort "hohe Kosten":

    In Anbetracht der Summen, die für die sog. "Kulturmeile" im Bereich CBD im Gespräch sind, sehe ich den Kosten-Punkt speziell beim Fernsehturm eher gelassen. Entweder man will das Thema ernsthaft angehen (wofür ich keinerlei Anzeichen sehe) oder man lässt die Sache eher treiben. Letzteres ist mMn nach der Fall, denn es fehlt schlichtweg an einem "grösseren Konzept" um einen revitalisierten Fernsehturm in den Nahbereich dort oben schlüssig zu integrieren. "Peripherie" eben.

    2 Mal editiert, zuletzt von m.Ro80 (25. September 2025 um 09:13)

  • Diese Gegend verdient auf jeden Fall ein städtebauliches Konzept in der der Spargel ein Teil sein könnte. Bundesbank zu Wohnbebauung, Rosa Luxemburg auf Ebene 0, Verbindung U4, Autobahnende Miquelallee neu gestalten idealerweise mit P&R Anbindung an Neubau der U4, dazu ein riesiges (+190.000 qm) Kleingartengebiet in Bestlage welche dringend benötigten Wohnraum zur Verfügung stellen könnte. Nur einfach den Fernsehturm zugänglich machen wird nicht reichen dam muss dann am Sockel auch was passieren um weitere Anreize zum Besuch zu geben.

  • Ich war auch schon mal in der Disco drin, aber auch nur ein einziges Mal, weil es einfach zu weit ab vom Schuss ist. Wenn ich mir die Stadt von oben anschauen will dann laufe ich zum Maintower, der ist direkt in der City und man muss nicht erst ein Auto holen. Von daher finde ich die 50 Millionen für einen Turm in dem sich die Läden nie selber finanzieren können rausgeschmissenes Geld.

  • Heute interessanter Bericht in der FAZ (ohne Schranke über die App lesbar!), wonach der Frankfurter Unternehner Peter Pawelski den Turm zu einem sog. "Reallabor der digitalen Entwicklung" umbauen möchte. Er nennt eine Summe von 75 Millionen Euro, die in Form von Token an private Investoren ausgegeben werden sollen, die eine Rendite von angestrebten 6% abwerfen sollen. Es könnten dann 900 Personen gleichzeitig oben sein, anstatt bisher 550 und bis 2031 könnte das Projekt abgeschlossen sein und der Turm damit auch wieder öffentlich zugänglich sein! Schaun mer mal und drücken die Daumen...aber immerhin ein Lichtblick!

    https://www.faz.net/aktuell/rhein-…-110737800.html