Signa-Hochhaus Kaufhof am Alex (130m | Planung)

  • Kleihues hat sich kritisch geäußert, aber nicht weil er gegen den Turm und den Anbau an das Kaufhaus wäre – er ist schließlich der Architekt. Sondern weil er ihn gerne um 90 Grad versetzt gebaut hätte.

    Das wäre definitiv besser gewesen, wenn man den Turm um 90 Grad gedreht hätte. Dann hätte die breitere Seite des Turms zum Platz hin gezeigt. Der Alexanderplatz hätte somit geschlossener gewirkt.

  • Wenn ich das Foto in dem Artikel sehe, wie die Hochhäuser dort stehen wie Kadetten, auf etwa gleiche Kopfhöhe hingestellt, als würden sie gleich zum Salutieren ansetzen, da vergeht mir wieder alles. Man kann doch nicht alle Hochhäuser am Alex mit -in etwa- derselben Quadratbolzen-Kubatur nebeneinanderstellen und dann auch noch fast alle gleichhoch und dann auch noch fast alle mit der Breitseite an derselben Achse ausrichten. ....

    .... darauf habe ich schon vor einem Jahr hingewiesen als die erste Visu aufpoppte. Ich habe es mit dem Pariser Beispiel der 'Front de Seine' verglichen, alles ungefähr gleich hoch, gleiche Kubatur, gleiche Entstehungszeit. Hat aber keinen hier interessiert. Hauptsache endlich Hochhäuser.

    https://structurae.net/de/bauwerke/front-de-seine

  • ^So platt würde ich das nicht formulieren. Aber in der Tat kann man froh sein, dass sich am Alex nach 30 Jahren Stillstand endlich etwas tut. Ja, ich bin mehr als glücklich sowohl mit dem Design des Turms als auch mit dem Umstand das er in einer Höhe von 134 Metern kommt.


    Wenn wir Glück haben, stehen in 2025 mit dem Park Inn, 4 Hochhäuser am Alex - wenn dann noch 2 Architekturikonen dazu kommen, wirkt das schon ganz anders. Das beweisen übrigens auch andere Innenstädte. Es wirkt sogar manchmal etwas skurill, wenn sich zu viel exzentrische Architektur aufeinander ballt. Das fällt mir z.B. aktuell in London besonders auf und ich beobachte das eher skeptisch.


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    Kommentar: Na was denn nu? Die Riesengurke, die Herr-der-Ringe Scherbe oder der unförmige Kasten dazwischen? Auf was soll das Auge sich fokussieren, wohin wird es gerichtet? Oder gar komplett weg davon auf die Tower Bridge und Burg?

    Lizenz: Creative Commons Wikimedia

  • Es wirkt sogar manchmal etwas skurill, wenn sich zu viel exzentrische Architektur aufeinander ballt. Das fällt mir z.B. aktuell in London besonders auf und ich beobachte das eher skeptisch

    da gebe ich dir voll und ganz recht. ich bin zwar ein grosser fan von the shard, dem leadenhall building und the gherkin, aber so langsam wirds too much.


    bezogen auf den alex: eine base aus der geplanten "Quadratbolzen-Kubatur" und dazu 1 - max 2 HH die durch ihre architektur auffallender, maybe exentrischer sind, halte ich für den perfekten mix. diese sollten aber eine höhe von 170/180m bringen, damit es nicht so aussieht, als hätte man mit einer kettensäge den einheitshöhenbrei verursacht 😁


    auch wenn der signa-turm in seiner form anfangs etwas langweilig scheint, so wird es doch ein schönes und hochwertiges HH. die fassade bringt eine leichtigkeit und verschafft dem cluster eine angenehme base.

    auch wenn man einiges hätte anders bzw besser machen können, aber ich freue mich trotzdem auf den "neuen" alexanderplatz. und ich bin überzeugt, dass er am ende verdammt nice wird

  • Camondo: Der Vergleich mit 'Le Front de Seine' hinkt leider sehr, da dieses Quartier als isolierte Stadtanlage gedacht und gebaut wurde, welche in sich durch eine artifizielle Plus-Eins-Ebene zusammen gehalten und durch selbige von der Reststadt getrennt wird. Die Türme werden nicht in eine gewachsene Stadt eingefügt und prägen nicht punktuell die Silhouette eines bestehenden Kontextes, sondern sie sind alle Teil einer in sich geschlossenen Siedlung mit Tunnelsystem in der Null-Ebene. Das betont ihre Verwandschaft zu seriellen Punkthochhaus-Clustern in Satelitenstädten. Nicht aber markieren sie das eigentliche und vor allem gewachsene Zentrum einer Hauptstadt.


    Wenn du Le Front de Seine unbedingt vergleichen willst, dann denke meinetwegen an das Barbican Centre in London. Denn auch dieses mit seinen drei gleich hohen Türmen, eingefasst in ein von der Reststadt abgetrenntes Plus-Eins-System, steht im bewussten Kontrast zu der Diversität des Clusters in der gewachsenen City of London.


    Im übrigen legt schon die Begrifflichkeit von 'le front', also der Stirnseite, der Stirn bzw. der Front nahe, dass man sich so etwas vielleicht entlang einer Uferlinie wie an der Seine leisten kann, die ihrem Wesen nach als als horizontale Kette gedacht oder interpretiert werden kann. Das Zentrum einer radialen Stadt wie der Berliner Mitte als Front zu prägen, als Stirnwand aus gleichhohen 'Stehlen' würde angesichts des Stadtgrundrisses am Alex aber keinerlei Sinn ergeben. Genau dieser Eindruck würde aber entstehen, wenn wir am Ende eine Phalanx gleich hoher Türme bekämen. Da hilft dann ganz sicher kein Blick an den Front de Seine. Wenn schon Île de France, dann sollte man lieber auf das diverse Cluster in La Défence schauen, welches - zwar auch mit Plus-Eins-Ebene - zumindest dem alten Radialplatz, nämlich der alten Place de la Défence entsprechend ein dreidimensionales Stadtensemble und keine Wand bildet.

  • < wie schon erwähnt ich ziehe den Vergleich nur bezogen auf Kubatur, die Ansammlung der Türme, Gestalt und gleichzeitige Entstehung. Nicht in Bezug auf ihre Umgebung oder die die Historie der Stadt. Du musst den Bogen nicht weiter spannen und mir dann zum Vorwurf machen.

    Und ein Vergleich mit La Defense hinkt nicht? La Defense.. eine Idee einer zentralen Verwaltungsstadt von de Gaulle deren Ursprung in den frühen 60ern liegt, die nichtmal Paris zuzurechnen ist, an deren chaotischer Fortführung bis heute gebastelt wird, hat nun wirklich nichts gemein, mit dem hier in Berlin.

    In diesem Fall vergleiche ich nur rein äusserlich und das ist natürlich nicht stadthistorisch.

  • Wenn man übrigens auf die Neuordnung des Alexanderplatzes durch die DDR blickt, die seit ein paar Jahren als Referenz angeführt wird, erkennt man, dass gerade das Einfrieren der Höhen auf 130 Metern eben diese Prägung der 60er Jahre besonders unangenehm konterkarriert. Denn auch die DDR hat mit dem Interhotel, dem deutlich kleineren Haus des Reisens, dem ebenfalls in individueller Höhe und Kubatur gestaltenen Haus des Lehrers, den eigenwilligen Haus des Berliner Verlags, dem Memi, dem Haus der Statistik etc. ganz bewusst eine belebte und frei gestaffelte Silhouette erzeugen wollen. In dieselbe Wirkung zahlte auch später das eigenwillige Handeszentrum ein. Dass man Höhe und Proportionalität des Park Inn seit einigen Jahren zum verbindlichen Maß aller Klons erklärt, hat für mich mit Respekt vor dem Wesen der Stadtgestalt aus DDR-Zeiten rein gar nichts gemein. Im Gegenteil.


    ^^Haha, Camondo, du bist so geil. Erst beschwerst du dich mal wieder, dass dein Posting vor 100 Jahren zum Front de Seine "keinen interessiert habe", und wenn man differenziert mit dir in die Diskussion geht und deinen Einwurf zuende denkt, dann hat man dir dadurch "einen Vorwurf gemacht". Ich dachte, hier gehts um Hochhäuser im Kontext von Städtebau und nicht um Ehestreit... ;-))

  • < wir sollten diese Unterhaltung weiterführen wenn die Türme gebaut sind. :*

    Was mich gerade irritiert, warum diese Diskussion immer nur bei diesem Projekt aufkommt und nicht beim Covivo-Projekt, das in seiner indifferenten Gestaltung noch viel diskussionswürdiger ist.

  • Wenn man übrigens auf die Neuordnung des Alexanderplatzes durch die DDR blickt, die seit ein paar Jahren als Referenz angeführt wird, erkennt man, dass gerade das Einfrieren der Höhen auf 130 Metern eben diese Prägung der 60er Jahre besonders unangenehm konterkarriert. [...] Dass man Höhe und Proportionalität des Park Inn seit einigen Jahren zum verbindlichen Maß aller Klons erklärt, hat für mich mit Respekt vor dem Wesen der Stadtgestalt aus DDR-Zeiten rein gar nichts gemein. Im Gegenteil.

    Das empfinde ich gerade umgekehrt als richtig. Hochhaussolitäre, waren in der DDR, wie auch in anderen sozialistischen Ländern mit Sondernutzungen belegt. Sicherlich sind auch repräsentative Staatsbetriebe (Park-Inn), kollektivierte Industrievertretungen (Haus des Reisens) und Arbeitnehmervereinigungen (Haus des Lehrers), Repräsentationsbauten des Staates gewesen. Wen oder was repräsentiert das Signa Hochhaus, um sich in die DDR-Stadtgestalt der Sonderformen einreihen zu dürfen? Das Park-Inn ist heute eine private Hotelkette und hat keine repräsentative Funktion mehr. Eine kollhoffsche Hochhaussilhouette mit Natursteinfassaden, wäre der größstmögliche Kontrast zur 60er-Jahre Prägung gewesen.


    Das Memi ist wohl auch eher ein Kind seiner besonderen Lage. Man könnte hier vielmehr die gleichförmigen Rathauspassagen, oder vis-a-vis die Platten an der Karl-Liebknecht-Straße anführen. Die Hochhäuser an der Leipziger sind weitere Beispiele.


    Ein x-beliebiges Büro- oder Wohnhochhaus hätte keine besondere Stellung in der Stadtsilhouette der DDR gehabt und auch keine übermäßig individualisierte Gestaltung. Eine gewisse Gleichförmigkeit ist meiner Ansicht nach charakteristisch für die Umgebung. Ob diese Gleichförmigkeit der Hochhausgestaltung angemessen ist, sei dahingestellt - ortsfremd ist sie für die Nutzung zumindest nicht.


    In Warschau sind übrigens die beiden bedeutensten und höchsten Hochhäuser der sozialistischen Moderne auch sehr gleichförmig in ihrer Gestalt (quadratisch, 139m & 140m, 2-geschossiger horizontal gegliederter Sockel, 100m voneinander entfernt).

  • ^

    Ein schnödes Mittelklassehotel für Auslandstouris bekommt bei dir also das Gütesiegel des repräsentativen Staatsbetriebs, das Signa hingegen, in dem schon bald die verehrten Werktätigen des Landes ihrer Arbeit nachgehen, ist in deiner Qualifizierung "x-beliebig", zumal es gestalterisch die Brücke zwischen dem Park Inn und den Behrensbauten herstellt.


    Und dann werden wieder Äpfel mit Birnen verglichen: Die in der Tat identischen Wohnhochhäuser an der Leipziger Straße haben gar nicht die Funktion, den Kern der Berliner Silhouette, also rund um einen Platz am Fernsehturm zu prägen. Sie sind als in sich abgeschlossenes Wohnensemble gedacht, das eine lange, gerade Straße begleitet.


    Und ganz ehrlich? Das Memi, die Wohnhäuser an der Karl-Liebknecht, das Haus des Lehrers und das des Reisens weisen eine Zitat "Gleichförmigkeit" auf??? Ich denke, jeder Mensch, der zwei funktionierende Augen hat und für eine halbwegs differenzierte Betrachtung von Architektur offen ist, kann hier nur noch aussteigen.


    Bei allem materiellen Mangel damals fände ich es doch höchst zweifelhaft, der DDR auch einen solchen Mangel an architektonischer Kultur zu unterstellen. Zumal die DDR in wiederkehrenden Wellen ihre Dogmen immer selbst über den Haufen warf. Jeder, der einmal vom Straussberger Platz über den Alex zum Nikolaiviertel gelaufen ist, sollte nicht mehr auf die Idee kommen, das "Erbe" der DDR auf irgendeine eindimensionale Formel à la "Gleichförmigkeit" zu reduzieren. Und genau dabei wurde auch allen Bereichen der Gesellschaft Raum gegeben, es gab eben nicht nur die überhöhten Institutionen, von den du sprichst. Man hat natürlich alles politisch überhöht belabelt; dass du diesen Labels auf den Leim gehst, finde ich amüsant. Es stand damals aber eben doch ein banales Hotel im Mittelpunkt, um dem Sendemast eines Unterhaltungsmediums zu Füßen zu liegen. Genauso wurden banale Kinos und Devisenbringer zu raumbestimmenden Blickpunkten gemacht, die nicht heiliger sind als ein Bürohochhaus, das 2021 gebaut wird.

  • ^ Mit "Gleichförmigkeit" meine ich nicht mehr oder weniger, als Du mit "Klon" in Höhe, Proportionalität und Silhouette, in Bezug auf das Park Inn und dem Signa Turm. Wenn Du jetzt die gestalterische Brücke zu den steinernen Behrensbauten und den Signa Turm schlägst, kann ich diese Kritik nicht nachvollziehen.


    Das der Alexanderplatz und die angrenzenden Straßen hauptsächlich durch kompakte freistehende Riegel/Zeilen und Hochhausscheiben (mal mit und ohne Sockel) geprägt sind und auch manche Loch- und Bandfassade durch Systematisierung Ähnlichkeiten untereinander aufweisen, kann doch niemand abstreiten. Die städtebaulichen Grundfiguren gleichen sich - das ist für die 60er/70er-Jahre nichts ungewöhnliches, gerade bei der hohen Vorfertigung.


    Genau diese Ähnlichkeiten der städtebaulichen Grundfiguren kritisierst Du im Bezug zur Hochhausbebauung. Ich gebe Dir recht, dass das Stadtzentrum durch Hochhaussolitäre (in Höhe und Anordnung) geprägt war. Jetzt sind nun mal rund ein Dutzend neue Hochpunkte in der unmittelbaren Nachbarschaft geplant - die es zur DDR-Zeiten stadtplanerisch so nie gegeben hätte. Wenn es sie in dieser Masse gegeben hätte, wäre man hiermit städtebaulich nicht anders umgegangen als mit gehäuften Wohnhochhäusern andernorts.


    Der Kern, um den wir streiten ist doch der, ob gleichförmige oder solitärhafte Hochhäuser den Bestand der DDR-Moderne städtebaulich besser integrieren.


    Ich denke im Ergebnis und in der Kritik am 130m-Deckel sind wir doch einer Meinung. Mit der Begründung zur mehr Individualität aus Respekt an der 60er-Jahre-Bebauung, kann ich aber leider nichts anfangen. Dann müssten wir auch über den eigentlich ortsfremden Blockrand diskutieren, den glaube ich hier niemand hinterfragt. Zwischen DDR-Moderne und Kollhoffplan gibt es eine größtmögliche Diskrepanz in den städtebaulichen Leitbildern. Warum man nun das eine mit den anderen rechtfertigt, kann ich nicht nachvollziehen. Im übrigen sehen wir doch am Breitscheidplatz das gleiche Problem mit der 50er-Jahre-Bebauung.

  • Monsieur, ich kann deiner Argumentation nur sehr bedingt folgen. Bei einer Detailbetrachtung wie Du es sie vornimmst, kann man immer darauf verweisen, dass hier keine Gleichförmigkeit vorherrscht.

    Wenn ich die Architektur der DDR einordne - und jetzt bitte nicht die Augen verdrehen - , dann sehe ich nur wenige wesentliche Ausrichtungen.

    Die Karl Marx Allee, die mehr oder weniger dem stalinistischen Vorbilderbauten in der UdSSR nachempfunden wurden und für sich stehen, dann die Plattenbauten, die einfach aufgrund der gleichen Materialien und industriellen Herstellung von unserer Wahrnehmung als Einerlei empfunden werden und dann die Architektur die am Alexanderplatz vorherrschend ist.


    Ich besitze bestimmt nicht deine Kenntnisse über Architekturgeschichte und dein famoses Detailwissen, das ich als äusserst bereichernd empfinde.

    Ohne das Bild von-dem-Wald-vor-lauter-Bäumen-nicht-sehen bemühen zu wollen, kommt es mir so vor, dass du dadurch , dass du dich so en détail damit auseinandersetzt naturgemäß zu anderen Beurteilungen kommst wie ich, der eher die Wirkung der Gesamtheit dieser Architektur, sozusagen den Wald lol - weniger kenntnisreich und rational - betrachte. Und dabei - franchement - ich sehe ich keine Vielfalt sondern nur diesen eklatanten Mangel an architektonischer Kultur um deine Ausdrucksweise zu verwenden.


    Was du so en passant als quasi négligeable abhandelst, nämlich die materiellen Mängel - ist für mich eines der größten Defizite.

    Ich finde es amüsant, wenn wir heute zu Recht die mangelnde Gestaltungskraft bei der Neubebauung am Alexanderplatz beklagen, und fast jeder Beitrag resignierend etwas positives sucht und die hochwertigen Materialien - ob bei Kleihues, Covivo und dem noch folgenden Rest - als letzten Rettungsanker hervorkramt um den Entwürfen wenigstens etwas abzugewinnen. Und selbst dieser Rettungsanker ist ich bei den immergleichen Materialien der Plattenbauten neben der ohnehin schon gestalterischen Einförmigkeit nicht vorhanden.


    Das führt auch soweit, dass ich ich Gebäude wie das Westin und andere 'Edelplatten', die Du so detailliert und kenntnisreich am Gendarmenmarkt analysiert hast und - für mich noch gruseliger die im Nikolaiviertel - letztendlich der gleiche Einheitsbrei sind und selbst die unterschiedliche Gestaltung es nicht vermag, es als etwas großartig Anderes von mir wahrgenommen zu werden, weil eben die verwendeten Materialen und andere gestalterische Elemente, die sich ähneln dominieren und nicht die von Dir beschriebenen Unterschiede.

    Und das hat nichts mit ideologischer Verblendung oder mangelnder Offenheit zu tun.


    Wenn man zynisch wäre, könnte man behaupten, dass genau dieser systemimmanente Mangel das stilbildenste Element der DDR Architektur darstellt.

    Dieser Mangel hat die Auswahl bestimmt, unter anderem die Abkehr der Architektur der Stalinallee zu den immergleiche Platten aus den immergleichen Material, die industrielle Herstellung und Konformität determiniert und der Kreativität einen engen Spielraum verordnet, neben den ideologischen Vorgaben.

    Diese Bauten machen mehr oder weniger den überwiegenden Großteil der gesamten Architektur aus und sind von einer Monotonie, die erdrückend ist.


    Und nebenbei bemerkt - die Elemente die beim Haus des Berliner Verlages an die Fassade geschraubt wurden - sehen für mich so aus, als wären für das Haus des Reisens zu viele produziert worden und man hat nicht gewusst was man damit anfangen sollte, die Gleichförmigkeit des Alexanderplatzes ist doch wesentlich größer als die von Dir kolportierten Unterschiede.

    Ja ganz ehrlich.


    Und ganz ehrlich? Das Memi, die Wohnhäuser an der Karl-Liebknecht, das Haus des Lehrers und das des Reisens weisen eine Zitat "Gleichförmigkeit" auf??? Ich denke, jeder Mensch, der zwei funktionierende Augen hat und für eine halbwegs differenzierte Betrachtung von Architektur offen ist, kann hier nur noch aussteigen.


    Wenn ich als Gegenbeispiel den am ehesten vergleichbaren Ernst Reuter Platz heranziehe dort sieht man wirklich eine Palette von verschiedenen Gebäuden, die eine Bandbreite von Formen, Stil und Materialien aufweist und trotzdem als zusammengehörig identifiziert werden kann. Das muss man nicht mögen, aber ist architektonisch wesentlich interessanter für mich.

  • Kommentar: Na was denn nu? Die Riesengurke, die Herr-der-Ringe Scherbe oder der unförmige Kasten dazwischen? Auf was soll das Auge sich fokussieren, wohin wird es gerichtet?


    Hätte man in London nur mal ebenso uninspirierte und austauschbare Klötzchen-Architektur realisiert wie sie derzeit in Berlin geplant ist.

    Ich bin zwar froh dass überhaupt gebaut wird, aber arg viel banaler als das was da am Alex entsteht gehts eigentlich kaum noch. Zumindest was Hochhäuser angeht.

  • Offenbar geht es bald los: War heute in der Galeria-"Markthalle" (sprich: Lebensmittel-Abteilung) einkaufen und staunte über halbleere Regale. Eine Verkäuferin erzählte, dass dort Ende kommender Woche Schluss ist – wegen "des Umbaus", wie sie sagte. Die Fläche liegt dort, wo Hochhaus und Anbau entstehen. Die Verkäuferin meinte auch, sie wisse nicht, ob sie ihren Job behält. Klang sehr traurig. Nicht für alle ist sowas eine gute Nachricht...

  • Dazu gab es neulich in der "Berliner Zeitung" eine kurze Info. Der Lebensmittelbereich wird jetzt schon geschlossen, weil ein vorübergehender Umzug der benötigten Kühltechnik innerhalb des Kaufhauses zu teuer wäre. Aus dem Grund wird der recht beliebte Lebensmittel-Markt am 3. April für ein paar Jahre schließen. Die 60 Mitarbeiter sollen aber auf andere Filialen in der Stadt verteilt werden.