Signa-Hochhaus Kaufhof am Alex (130m | Planung)

  • ^^ Ich finde den Kleihues-Entwurf soweit eigentlich ganz elegant. Es wird sicher auch auf die Details ankommen. Aber ich sehe einen schlanken Turm, der, wie es scheint, passend zum eleganten Warenhaussockel mit warmem Naturstein verkleidet wird. Könnte für meinen Geschmack wirklich schlimmer kommen.

  • Diese Einheitshöhe von 130 Metern ist einfach problematisch und macht die Skyline eintönig. Ich hoffe daher umso mehr, dass der 150 Meter Hines-Turm kommt. Zusammen mit dem 150 Meter Monarch Turm wäre dann zumindest etwas Variation drin.

  • Mit der Einheitshöhe könnte ich gut leben, wenn die B-Pläne aber zugleich eine Verjüngung vorgeben würden. Das Schöne am Kollhoff-Masterplan war ja gerade, dass jedes Hochhaus seine eigene Kopfgestalt hatte. Ich kann überhaupt nicht nachvollziehen, warum eine solche Staffelung nicht festgeschrieben wurde. Zehn gleichhohe Zigarettenschachteln sehen fürwahr langweilig aus.

  • Weil hier der Fokus sehr auf das Hochhaus gerichtet ist, sollte daran erinnert werden, dass als weitere Maßnahme das Kaufhof-Gebäude an die Karl-Liebknecht-Straße herangeführt werden wird. (Siehe auch Bebaungsplan.) Zusammen mit dem Abriss des Verbindungsbaus zum Park-Inn und der Weiterentwicklung vom Baufeld D1 westlich des ParkInn (das ebenfalls an die K.-L.-Straße herangeführt werden wird), wird das, wie der Signa-Vertreter gestern in der Anhörung im Stadtentwicklungsausschuss feststellte, die Verbindung des Alexanderplatzes Richtung Hackescher Markt stärken. Auch wird der Druck steigen, den Raum neu zu gestalten, der jetzt von der Memhard-Straße belegt und verschwendet wird. Spätestens dann wird voraussichtlich auch das Memi zur Disposition stehen.

  • Das sich die Linke hier mit der Forderung nach Verdrehung und negiertem Blockrand durchgesetzt hat, ist ein großer Makel in meinen Augen. Das HH von Kleihues soll sich optisch möglichst wegducken und das wird es hinter dem hohen Sockelbau des Kaufhof auch, unabhängig von der drohenden gestalterischen Eintönigkeit, die der kursierende Entwurf ausstrahlt. Völlig absurd, ein Hochhaus mittig aus einem Kaufhaus wachsen zu lassen, so eine Scheiße kann man sich wieder nur in Berlin ausdenken. :Nieder:


    [x] Die Urprungsplanung nach Kollhoff und gemäß gültigem(!) B-Plan muss wiederhergestellt werden, das Hochhaus gehört an die Karl-Liebknecht ecke Dircksenstr. Diese devote Haltung von Signa, in fast allen Punkten freiwillig den kleingeistigen Bedenkenträgern im Senat entgegen zu kommen, hat mich schon in der Anhörung genervt, auch wenn Herr Herzberg durchaus auch hat durchblicken lassen, dass sich Signa ungebührlich in die Ecke gedrängt und unfair behandelt fühlt (kurz wurde gar mit einem Gang vors Oberverwaltungsgericht gedroht).


    Vor-Entwurf:

    backgroundpvu1w.jpg©q11 -berlin

  • Das stimmt aber leider mit der Faktenlage nicht ganz überein.


    Schon im ursprünglichen Kohlhoffplan sollte das Hochhaus längs zur Dirksenstraße gebaut werden, wie du im Bebauungsplan sehen kannst. Erst bei der Überarbeitung des Kohlhoffplans 2015 wurde beschlossen das Gebäude um 90 Grad zu drehen und das Gebäude längs zur Karl-Liebknecht-Straße zu führen. Man hat sich damals erhofft, dass das Gebäude dann zügiger realisiert werden könnte, da so die Eingriffe in das bestehende Kaufhaus Gebäude reduziert würden.


    Jetzt war es aber so, dass sich Signa scheinbar wiederum eine Drehnung des Hochhaus zur Karl-Liebknecht-Straße gewünscht hat (lustiger Weise eben auch aus dem Grund, dass so die Eingriffe in das Kaufhaus reduziert würden). Sonst hätte man sich auch gar nicht darauf einigen müssen, weil seit dem Senatsbeschluss 2015 die Stadt ja vorhatte das Gebäude zu drehen. Übrigens damals auch schon unter Senatsbaudirekorin Lüscher. Und weil der Bebauungsplan nie an den Beschluss von 2015 angepasst wurde führt es dazu, dass der Turm bei Ausrichtung an die Dirkensstraße auch am Ende so gebaut würde, wie es im aktuellen Bebauungsplan steht ;-)

    Ich wähle freilich nicht die Linke, aber was die damit auf ein mal zu tun haben sollen verstehe ich auch nicht. Das Rendering war übrigens nie ein echter Entwurf, sondern -glaube ich- mal eine Spielerei von einem Foristen hier.

  • Ich wähle freilich nicht die Linke, aber was die damit auf ein mal zu tun haben sollen verstehe ich auch nicht. Das Rendering war übrigens nie ein echter Entwurf, sondern -glaube ich- mal eine Spielerei von einem Foristen hier.

    Die Linke hat sogar gefordert, das Hochhaus am Kaufhof ganz zu streichen. Die Verlegung mittig in das Kaufhaus hinein, meiner Meinung nach auch, das wurde meinen Ohren nach in der Anhörung erwähnt, ich kann mich natürlich irren. Wenn die Anhörung online gestellt wird, müsste sie hier zu finden sein: Link


    https://img.morgenpost.de/img/…GNA-KLEIHUES-KLEIHUES.jpg


    Mod: Wegen fehlender Quellenangabe geurtlt.


    Der Entwurf ist nicht der von Kleihues. Er sieht in Kubatur und Materialität dem aktuell in den Zeitungen kursierenden Entwurf aber verblüffend ähnlich:


    [ ] Weltstädtisch

    [x] Super-Öde

    [ ] Elegant

    [ ] Zum Kaufhof passend


    Ich erinner mich noch wie es immer hieß: "Die Reduzierung auf 130m wird uns lauter nichtssagende Kanthölzer und Quadratbolzen beschehren, statt hübscher Dachabschlüsse wie von Kollhoff angedacht, weil die Investoren nun jeden qm rausquetschen müssen, um die fehlenden 20m zu kompensieren"


    Und siehe da, außer den beiden 150ern (Gehry und Tetris) bekommen wir, wie es scheint, genau das.

  • Ja die Linke hat gefordert das Hochhaus ganz zu streichen - aber die Verdrehung des Hochhauses die du denen andichtest war nie deren Position. Und auf deinem ersten Post verläuft doch das Gebäude entlang der Karl-Liebknecht-Straße. Wenn das untere Bild dem so ähnlich aussieht, dann ist die Verdrehung doch wohl nichts schlimmes oder?

    Mir ist die Drehung ehrlich gesagt nicht so wichtig. Es kommt viel mehr auf Kubatur und Architektur an und ja, da ist das aktuelle Rendering von Kleihues enttäuschend. Vielleicht ist es aber auch nur eine Baumassestudie und kommt am Ende ganz anders.

  • Das Ganze ist eine Farce und hat mit Architektur nur noch am Rande zu tun.

    In 10 Jahren stehen dann sechs oder sieben identische Kästen rum. Irgendwann wird sich dann jeder fragen, wie es so weit kommen konnte und alle gucken sich an und keiner will's gewesen sein.

  • Ich empfehle mal einen Blick in den Nachbarstrang hier zeigt Forumsmitglied Bau-Lcfr mit eindrucksvollen Bildern was in Warschau gerade passiert und möglich ist. Die städtebauliche Grundsituation in Warschau hatte ich ja schonmal mit der Berliner Situation rund um den Alex als durchaus vergleichbar beschrieben:

    Warschau - Bauboom im Osten

  • Die Ausgangslage mag städtebaulich ähnlich gewesen sein, aber Polen ist doch völlig anders aufgestellt als Deutschland.

    Bei uns verteilen sich die verschiedenen- ich nenne es mal Kompetenzzentren- auf unterschiedliche Städte und Regionen. Frankfurt ist der Finanzplatz mit angeschlossenem Mega-Hub und all den damit einhergehenden Gebäuden. München Dienstleistungs-, und Medienzentrum, Hamburg Handelsstadt Nr.1, Düsseldorf das hiesige Zentrum der internationalen (Massen)Modeindustrie und Versicherungen, Köln eine große Medienstadt. Durch Föderalismus und den „Hidden Champion Mittelstand“ bis hinein in die tiefste Provinz, war, ist und bleibt Deutschland ein „Flickenteppich“.

    Nur, all das bündelt sich in Polen eben großteils in Warschau, weil die Strukturen nach dem Fall des eisernen Vorhangs neu geschaffen wurden. In Deutschland sind die Weichen im Westen nach 1945 gestellt worden und entsprechend gewachsen. Berlin ist zwar Hauptsadt, und zweifelsfrei ein kultureller und gesellschaftlicher Hotspot und Meltingpot, zudem stark wachsend, aber weit entfernt davon, den etablierten Regionen der Republik wirtschaftlich den Rang abzulaufen. Also entstehen die städtebaulichen Riesenprojekte , die Hochhäuser und die Leuchtturmprojekte weiter in Frankfurt& Co. „Geld regiert die Welt“ (und den Architekturmarkt) und davon ist in Berlin nach wie vor zu wenig vorhanden (der politische Unwille groß zu denken, so zumindest mein Eindruck, kommt da noch oben drauf).

  • < Ich wollte eigentlich das Augenmerk mehr auf die unterschiedlichen Stile und auch unterschiedlichen Höhen der Hochhäuser lenken. Sie stehen ähnlich wie am Alex auf einem gutüberschaubar großen Terrain, nur die Mischung und Unterschiedlichkeit macht den Reiz. Ich sehe da ähnlich wie Theseus eine Gefahr, dass die neue Skyline doch recht dröge bis abweisend wirken könnte wenn hier nur rectangle Kisten in gleicher Höher hingesetzt werden muss man sich halt in der Gestaltung abheben, no?

  • Camondo, jetzt enttäuscht du mich. Diese Warschauer Türme sind so unerträglich geschmäcklerisch wie ein Designerturnschuh von Kik. Willkürlich-konkave Aussparungen und Chichi aus der untersten Schublade. Wenn so etwas in Berlin gebaut würde, dann wär ich vor Scham rot aus wie ne Brombeere.


    Es ist schon komisch. Seit Jahrtausenden bauen die Menschen Türme und entwickeln dabei eine große Vielzahl schlüssiger Muster für die Gliederung vertikaler Baumasse. Doch seit Abu Dhabi, Baku und Chong Ching krümmt und zwirbelt es sich plötzlich überall in die Höhe wie in einem Moabiter Möbelläden. Die Ostberliner Alternative zu diesen "Designer-Türmen" heißt dann gerne Pragmatismus à la Covivo, schön sexy mit grauen Platten wie ein Stromkasten-XXL. Aber es muss doch auch etwas dazwischen geben. Lustigerweise war das Spiel mit den Volumina bei Kollhoff nicht nur architektonisch, sondern auch städtebaulich viel überzeugender.

  • Georges, das Beispiel Warschau ist doch nur eine Metapher, soll heissen mehr Unterschiedlichkeit im Design der Türme und bessere Höhendifferenzierung. An meinem guten Geschmack solltest du eigentlich nicht zweifeln. Ich bin sehr dafür Kollhoff die Gestaltung für 1 bis 2 Türme zu übertragen. das wäre nur Recht. Er hat das schon ganz gut gemacht in seinem Plan.


    P.S. Wie hat dir die Capella Palatina gefallen?

    P.S. Sind Brombeeren nicht eher bläulich?

  • In der Ausschusssitzung wurden weitere Visualisierungen von Signa veröffentlicht, auf denen man mehr erkennen kann.


    Ich habe mal Screenshots gemacht:


    poO5F4sdj

  • Danke Stad1982, wenn man das so sieht, würde ich mich jetzt dazu hinreissen lassen für die Realisierung des Gehry-Turms alle Daumen zu drücken. Ich meine ihn ganz links erkennen zu können ...

    Auch wenn jetzt sehr an den Details des Kleihues-Turms gefeilt werden sollte, haut es mich nicht um.

  • Und da sieht man mal wieder, dass die Linke keine Ahnung von Architektur und Städtebau hat. Der Turm ist durch die bedauerliche Reduktion unangenehm gedrungen und sieht aus wie der hässliche Zwergenzwilling von Frau Lompscher.