Signa-Hochhaus Kaufhof am Alex (130m | in Bau)

  • Die Art-Deco-Türme waren eine Vision, die Kollhoff zur Illustration in Ansichten und Modelle aufgenommen hat – so könnte es mal aussehen. [..]Es war eine Planung ins Blaue hinein: Anders als am Potsdamer Platz gab es keine konkreten Bauvorhaben, denen der Masterplan eine Form geben sollte – es wurde ein Masterplan präsentiert, in der Hoffnung, er werde sich schnell mit Inhalt füllen.

    Dass ein Masterplan nur ein "Leitbild" darstellt, ist mir bewusst. Er stellt die Beziehung von Politik-Investoren aber auch auf eine transparente und rechtlich streitbare Verhandlungsbasis. Dass man 1993 oder auch 2000 gehofft hat, er würde sich "schnell" mit Inhalt füllen, ist allerdings übertrieben. Ich meine, 1993 war die Stadt, vor allem um den Alex herum ja nun wirklich noch eine Ruine im Vergleich zum heutigen Bebauungswert. Es war schon klar, dass dies ein äußerst ambitionierter Plan für kommende Jahrzehnte sein würde, der sich nur erfüllen kann, wenn Berlin sich wirtschaftlich weiter vereinigt und gemeinsam wächst. Stimmann schien dann Anfang der 2000er aber tatsächlich ungeduldig zu werden. Einmal hat er gar gefordert, die Höhe auf 100m zu reduzieren, damit es für Investoren leichter würde. Vielleicht konnte er den Umstand nicht verkraften, dass dort in seiner Amtszeit nichts passiert. Vielleicht war er aber auch hochhauskritischer, als ich ihn in Erinnerung habe. Immerhin fällt der Potsdamer Platz auch in seine Zuständigkeit und dort wollte man 150m bauen und wurde letztlich politisch auf 100m kleingemacht, was die damaligen Architekten um Helmut Jahn, Hans Kollhoff, Renzo Piano und co. sehr verärgert hat, wie ihnen dort von Seiten des Senats hereingepfuscht wurde.

    Warum sind in neuesten Visus weder das Park Inn noch die die im Bau befindlichen Covivio-HH zu sehen? Die neben Galeria gezeigten HH können doch so nie gebaut werden, oder irre ich mich?

    Die sind perspektivisch hinter dem Kaufhofturm versteckt. Hier nochmal ein paar Stills aus dem RBB-Beitrag, wo man die Silouette der HH erkennt. Leider in schlechter Qualität, aber der neue Charakter des Platzes wird denke ich recht deutlich. Mich erinnert diese Uniformität der Baukörper, diese kantigen und zueinander undifferenzierten Baumassen irgendwie an (den schlechteren Teil von) Tokio. Wäre Ulbricht noch am leben, ich glaube, er würde dem Ensemble seinen Segen geben. Das ist ja auch schon ne Aussage im Jahr 2021.

    Es verbleibt noch die Hoffnung, dass einer der TLG-Türme oder der linke Turm neben dem ParkInn etwas mehr Skulpturalität oder gestalterische Finesse aufweisen. Ich persönlich glaube nicht mehr daran. Wenn der Gehry auch noch zugunsten von z.B. Kleihues fällt, dann ist der Alex städtebaulich endgültig in den 60/70ern angekommen.


    [x] Langfristig (nach Vollbebauung mit HH) kann ich mir aber vorstellen, dass das ParkInn den Eigentümern zu "klein" und grundrissmäßig zu uneffizient wird. Sofern wir in keinen Weltkrieg im Pazifik hineingezogen werden und die Weltkonjunktur nicht die Biege macht, dürfte der Bauwert am Alex in den nächsten Jahrzehnten eigtl. nur den Weg nach oben kennen. Ein 180m+ Turm an Stelle des ParkInn in ~15 Jahren kann dem Ensemble schon einiges geben, bzw. die Uniformität nehmen.


    https://abload.de/img/alexneu2021vwk8p.jpg


    Mod: Bild geurlt. Bitte DAF Richtlinien für das Einbinden von fremden Bilder beachten.

  • Ich meine, 1993 war die Stadt, vor allem um den Alex herum ja nun wirklich noch eine Ruine im Vergleich zu heute. Es war schon klar, dass dies ein äußerst ambitionierter Plan für kommende Jahrzehnte sein würde, der sich nur erfüllen kann, wenn Berlin sich wirtschaftlich weiter vereinigt und gemeinsam wächst.

    Ich glaube, das wurde erst ab Mitte der 90er klar - der Kollhoff-Plan entstammt noch der Euphorie von Mauerfall, Vereinigung und Hauptstadtbeschluss. Damals las man öfter mal Prognosen, Berlin werde binnen zwei Jahrzehnten zur Sechs-Millionen-Metropole explodieren (was ich als Teenager ungeheuer beeindruckend fand) und wohl auch Frankfurt als Finanz- und Handelszentrum ablösen. Stattdessen kamen erstmal Bevölkerungsverlust, Überschuldung und Bankenskandal.


    Zur Geschichte der Planung habe ich einen interessanten Artikel aus der Bauwelt (von 2017) gefunden. Darin erfährt man u.a., dass von den 13 Kollhoff-Türmen schon 1994 nur 10 in das B-Plan-Verfahren übernommen wurden. War mir neu.


    Wäre Ulbricht noch am leben, ich glaube, er würde dem Ensemble seinen Segen geben.

    Die DDR hat stadtprägende Hochhäuser als Solitäre gebaut, nicht als Cluster. Siehe den Messeturm und das Uni-Hochhaus in Leipzig, den JenTower in Jena oder das Park Inn und das WHZ in Berlin. Nichts an den aktuellen Alex-Planungen erinnert an die DDR - maximal kann man über die Kubatur der Bauten einen Bezug zum International Style herstellen, darüber auf die Moderne und darüber auf die DDR zwischen Anfang der 60er und Ende der 70er. Daraus jetzt Ulbricht abzuleiten, ist schlicht gehässig.

  • Hier ist erstmal zu bis es projektbezogene Neuigkeiten / Updates gibt.


    Und wieder auf. Bitte sachlich und themenbezogen bleiben. Es muss nicht jede Diskussion die sich irgendwann im Kreis drehte neu aufgewärmt werden.

  • Hier ein paar Bilder der Baustelle von heute:


    d21abffa-5f12-44e8-atukgk.jpeg


    Der Abriss hat zwar noch nicht begonnen, die Einrüstung lässt aber schon mal erahnen, wo zukünftig der Tower + Galeriaanbau stehen werden:


    0c70c1b7-fd7e-4d94-bs4j2m.jpeg


    Ein Baustellenschild hängt auch schon:


    c3e81f68-5252-470d-89zkw0.jpeg

    ©555Farang

  • Der Abriss hat zwar noch nicht begonnen, die Einrüstung lässt aber schon mal erahnen, wo zukünftig der Tower + Galeriaanbau stehen werden:

    Aber wenn ich das richtig verstanden habe, wächst die Galeria nebst Turm doch noch einige Meter in Richtung KLS, oder? Derzeit ist doch nur der bestehende Korpus eingerüstet...


    Ist damals beim Umbau eigentlich schon das Fundament für den Turm mit hergestellt worden oder steht uns da jetzt auch wieder so eine jahrelange Baugrubenödnis wie beim Monarchtower bevor?

  • Ja, das Gebäude wird noch einige Meter bis an die Grundstücksgrenze vorgezogen. Unterkellert ist es dort schon, siehe link. Ich glaube auch, dass dort einmal eine Einfahrt zur TG geplant war. Aber inwieweit das Fundament dort noch verstärkt werden muss, keine Ahnung. An einer Grube werden wir aber nicht vorbei kommen

    Link zu Längsschnitt

  • "MYND" ^.^ Da hat sich aber jemand Mühe gegeben. Bald können wir gemeinsam "MYND" beim wachsen zusehen. Diese neuartigen Marketingwortschöpfungen sind doch herrlich. "BRAYN" war vermutlich schon vergeben. Ich wäre ja für "1 PML" gewesen. :S

  • Der RBB berichtete gestern über das Mynd (für: "My Mind"). Neu war mir, dass die Dachterasse in der 33. Etage nun doch für die Öffentlichkeit offen sein soll, ein Besuch soll "auch nach den Landenöffnungszeiten möglich sein". Wenn ich mich richtig erinnere, war das in einer Sitzung im Baukollegium noch ausgeschlossen worden.


    Interessant fand ich auch eine andere Stelle. Das städtebauliche Konzept sehe, heißt es da, eine maximale Höhe von 150 Metern vor. Voraussetzung hierfür aber sei dem "Leiter für Städtebau", Manfred Kühne zufolge, "dass die Türme an ihrer Spitze immer schlanker würden". Solche filigranen Türme funktionierten in New York, in Deutschland sei das für die Projektentwickler aber zumeist nicht machbar. Für Signa wäre das unwirtschaftlich gewesen, weshalb es nur 134 Meter würden.


    Da ich dies bislang nie gehört habe und ganz andere Erklärungen kursieren (Wunsch der Investoren nach Angleichung am Park-Inn), und weil ja weder der Alexander Tower noch das bislang geplante Hines-Gebäude nach oben schlanker werden und dennoch genehmigt wurden, halte ich diese Erklärung nicht für glaubhaft. Allerdings wäre es dann wiederum etwas merkwürdig, dass Kühne das in einem Interview behauptet. Würde das stimmen, wären die unzähligen Vorstellungen von sich verjüngenden Hochhäusern, die hier im Forum jahrelang variiert wurden, am Alexanderplatz, ebenso wir in Deutschland, mehr oder weniger unrealistische Wunschvorstellungen gewesen.

  • ^

    Grundsätzlich kann man natürlich ganz oben die besten Mieten kassieren, also hat ein Bauherr ein Interesse daran, dass oben herum möglichst viel vermietbare Fläche herauskommt. Das läuft natürlich einem "ästhetischen Abschluss" in gewisser Weise entgegen, bzw. ist eine architektonische Herausforderung. In NYC hat die Stadtverwaltung irgendwann abgestufte Abschlüsse im "zoning law" eingefordert, was wunderbare HH-Ikonen wie das Crysler Building hervorgebracht hat. In Frankfurt zeichnet sich seit einiger Zeit leider auch der Trend ab, dass oben herum immer mehr Baumasse hineingequetscht wird. Das "One" wäre so ein Beispiel oder auch der geplante 160m Wohnturm nahe dem neuen Bahn-Hauptquartier. Das wird hier mit 150m aber alles (freiwillig) nichts, weil der Alex einfach noch nicht so weit ist, dass hier Höchstpreise erzielt würden und die Grundschnitte der HH alle ziemlich klein sind. Bei grundflächenmäßig derart kleinen Hochhäusern kann man nicht auch noch großzügig was abknapsen. Da bleibt ja blos noch der Kern stehen. Man hätte hier direkt als Stadt drauf bestehen müssen, aber dann hätte man evtl. auch die Investoren verprellt oder riskiert, dass die Türme optisch zusammengespart werden.

  • ElleDeBE Für mich klingt das nach dem stillen Abschied von der 130-Meter-Regel, den ich kürzlich schon vermutet hatte. Seit 2017 hieß es: Ihr bekommt Eure Brutto-Geschossfläche, wenn ihr nicht höher als 130 Meter baut. Jetzt lautet das halb-offizielle Signal: Ihr dürft 150 Meter bauen, sofern Ihr das Ding nach oben schlanker macht.


    Spekulation: Manfred Kühne ist Abteilungsleiter für Städtebau, also dürfte er das nicht einfach so dahin sagen. Er kann seinen ehemaligen Chefinnen (Lüscher und Lompscher) aber nicht in den Rücken fallen, also verpackt er das Angebot an künftige Investoren in ein Wirtschaftlichkeits-Argument: 130 Meter mögen billiger sein, aber wenn ihr denn unbedingt wollt...


    Keine Ahnung was daraus folgt, jedenfalls scheint wieder Bewegung in der Debatte zu sein. Und das Argument mit der Freistellung des Fernsehturms hat Kühne gar nicht erwähnt.

  • Ich habe ehrlich gesagt wenig Vertrauen in den RBB, die Sachlage richtig darzustellen. Schon Sätze in dem oben geposteten Artikel wie "Ende Oktober war Baustart für den ersten und auch höchsten der vier neuen Tower - er wird mit 150 Metern so hoch (jetzt kommt's) wie das Park-Inn." (bitte, was???) offenbaren, dass der RBB mal wieder gar nichts geschnallt hat. Man ist es ja gewohnt, dass auch die Erklärgrafiken dieses Lokalsenders immer alles verzerrt oder falsch darstellen, weil die in Sachen Architektur und Städtebau chronisch überforderten Journalisten wie in diesem Fall Jenny Barke leider gar nicht die Zeit haben, sich in die für sie offenkundig themenfremde und komplexe Lage einzuarbeiten. Was dabei herauskommt, ist, dass Leute wie wir tief in den Kaffeesatz blicken, um zu verstehen, was der Artikel uns sagen will.

  • Für mich klingt das nach dem stillen Abschied von der 130-Meter-Regel, den ich kürzlich schon vermutet hatte. Seit 2017 hieß es: Ihr bekommt Eure Brutto-Geschossfläche, wenn ihr nicht höher als 130 Meter baut. Jetzt lautet das halb-offizielle Signal: Ihr dürft 150 Meter bauen, sofern Ihr das Ding nach oben schlanker macht.

    Ja, das klingt sehr plausibel – auch angesichts der Personalumstellungen und der veränderten Machtverhältnisse innerhalb von RRG – und es wäre für mich auch die wünschenswerteste aller Möglichkeiten. Kühne spielte in diesem Fall den Ball den Investoren zu und regte bei ihnen sogar den Ehrgeiz an, beweisen zu wollen, dass sich eine verjüngende Spitze sehr wohl rechnen kann.


    Statt also, wie Berlinier, von 150 Metern auszugehen, von denen man etwas wegnehmen müsse ("Bei grundflächenmäßig derart kleinen Hochhäusern kann man nicht auch noch großzügig was abknapsen"), geht man von 130 Metern aus, gewährt aber die Möglichkeit eines Zuschlags, wenn verjüngt wird. Statt das Entgangene ("Abgeknapste") tritt das zusätzlich Gewährte (zusätzliche Fläche und ein interessanteres Gebäude) in den Vordergrund.


    In gewisser Weise wäre das näher am ursprünglichen Kolhoff-Plan (mit seinen sich verjüngenden HH) + der Erhöhung der Chance, das auch zu realisieren. Denn wenn man 150 Meter gewährt, wäre Verjüngung Verzicht und also illusorisch. 130 Meter + Verjüngung auf 150 Meter als Zuschlag erhöht dagegen die Chancen auf sich oben verjüngende Hochhäuser.


    Dazu passt ein bekannter Witz:

    Ein Dominkaner betet zusammen mit einem Jesuiten. Dieser zündet sich irgendwann eine Zigarre an. Darauf der Dominkaner: "Also, wir Dominkaner sind papsttreu und haben deswegen beim Vatikan angefragt, ob wir beim Beten rauchen dürften. Das wurde uns aber nicht gestattet."Darauf der Jesuit: Auch wir sind selbstverständlich papsttreut und auch wir fragten an. Wir stellten nur die Frage etwas anders: Ob wir beim Rauchen beten dürften? Das wurde uns erlaubt.

  • Kühne spielte in diesem Fall den Ball den Investoren zu und regte bei ihnen sogar den Ehrgeiz an, beweisen zu wollen, dass sich eine verjüngende Spitze sehr wohl rechnen kann.

    Ja, und man kann noch weiter spekulieren: Google verrät, dass Kühne bereits 2008 in seiner Abteilungsleiter-Position war. Vermutlich ist er also Sozialdemokrat. Jetzt bringt er, als wäre es selbstverständlich, die 150 Meter ins Spiel – und zwar mitten in den Koalitionsverhandlungen von RGR. Denkbar, dass Giffey hier über die Bande ein Signal an die Linken sendet: Das müsst ihr schlucken, sonst wird das nichts.


    Wie gesagt, Spekulation. Möglich auch, dass Georges Henri recht hat und dem RBB die Höhenangaben durcheinander geraten sind (wobei die 134 Meter des Signa-Turms ja stimmen). Auf jeden Fall hängt viel davon ab, wer Lompscher bzw. Scheel ersetzt, und wer Lüscher nachfolgt.

  • Nachtrag:

    Das Park-Inn ist mit den beiden Antennen eingerechnet tatsächlich etwa 150m hoch.

    Das hatte der RBB zumindest an anderer Stelle wirklich nicht kapiert: Die Grafik zu dem Artikel zeigt die Dachkante des Park Inn auf einer Höhe mit dem Monarch-Turm, während Covivio und Signa viel niedriger eingezeichnet sind. Völliger Quatsch: Das Park Inn hat 125 Meter bis zur Dachkante, 132 Meter mit diesem seltsamen Aufbau und, wie Du schreibst, 150 Meter mit den Antennen.


    Bin gespannt, was der RBB schreibt, wenn Monarch über das Park Inn hinausragt: "Illegale Aufstockung auf 180 Meter?" :/ Für Kühnes Aussage bedeutet das aber wenig: Er bezieht sich explizit auf Signa.


    EDIT: Habe der Redaktion geschrieben und um Korrektur gebeten. Mal sehen, ob was passiert...

  • ich kann mir nicht vorstellen, dass mit Kühnes Aussagen Signa dazu eingeladen wird, die Turmhöhe mittels Verjüngung auf die alte Höhenbegrenzung von 150 Metern zu vergrößern. Das mag für die noch kommenden Türme Sinn machen, deren Planung noch nicht so weit gediehen sind. Und ehrlich gesagt begrüße ich das auch. Mir wäre da eine Varianz zwischen 120 und 170 Metern noch lieber (und am Ende wird man sowas Ähnliches auch bekommen...).

    Aber einen Turm, der sich schon in der Detailplanung befindet und für den sich Architekten und Investoren ein Konzept erdacht haben, kann man doch nicht beliebig mit sich verjüngende Etagen krönen. Man kann sicher Etagen ergänzen. Aber einen Turm, der seine Höhe Quaderförmig einnimmt entwirft man einfach anders als einen sich verjüngenden Turm.

  • ich kann mir nicht vorstellen, dass mit Kühnes Aussagen Signa dazu eingeladen wird, die Turmhöhe mittels Verjüngung auf die alte Höhenbegrenzung von 150 Metern zu vergrößern.

    Signa sicher nicht mehr, deren Entwurf steht. Aber andere Bauherren, konkret vor allem Hines. Die sind ja gerade in Verhandlungen um 130 vs. 150 Meter. Das klingt jetzt nach der Ansage: Beerdigt Euren Gehry-Brocken und legt uns was schlankeres vor – dann bekommt Ihr die 150. Aber vielleicht sehe ich das auch zu optimistisch.

  • ^

    Meiner Erinnerung nach hat sich eigtl. nur Lüscher kurz vor ihrem Abgang ausdrücklich gegen einen 150m Gehry bzw. ausdrücklich für die 130m Grenze ausgesprochen. Von z.B. dem linken "Interimsbausenator" Scheel sind mir keine solchen Aussagen bekannt. Hier habe ich was interessantes vom letzten November (18.11.2020) gefunden zu dem Thema. Da es sich um öffentliches (Bürger)Material handelt, kann ich das ja frei quoten:

    "
    -Daniel Buchholz (SPD) bittet um Informationen zum aktuellen Stand der Aufstellung eines Bebauungsplans für ein Hochhaus auf dem Baufeld D4 am Alexanderplatz, nachdem der Aufsichtsrat der BVG dem Abschluss einer nachbarschaftlichen Vereinbarung mit dem Investor zugestimmt habe. Sei diese inzwischen unterzeichnet?
    -Senator Sebastian Scheel (SenStadtWohn) erinnert daran, dass es in der Vergangenheit schon einmal einen Bebauungsplan mit einer Hochausentwicklung auf diesem Areal gegeben habe. Der Investor habe dann anders optioniert und versuche nun, die Bebauung des Hochhauses an einer anderen Stelle umzusetzen. Das habe zu Schwierigkeiten mit der Stabilität der darunter verlaufenden U-Bahnröhre geführt. Aufgrund der Bedenken der BVG ruhe das B-Planverfahren seit 2016. Im letzten Jahr habe es intensive Gespräche zwischen dem Investor und der BVG mit dem Ziel einer Klärung gegeben. Nun solle es eine technische Lösung geben, die in einem von der BVG erarbeiteten Entwurf einer Grundsatzvereinbarung zwischen dem Vorhabenträger Hines und der BVG festgehalten worden sei. Dazu habe es auch Abstimmungen mit der Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz und der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen gegeben. Rechtsgültigkeit habe der Entwurf aber noch nicht erlangt. Das B-Planverfahren werde erst weitergeführt, wenn dies der Fall sei.
    -Daniel Buchholz (SPD) fragt, ob die Grundsatzvereinbarung bereits von einer der beiden Parteien unterzeichnet worden sei. Sei seine Annahme richtig, dass die Zuständigkeit für das Bebauungsplanverfahren allein bei der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen liege? Wer entscheidet über das Fortführen des Bebauungsplanverfahrens?

    -Senator Sebastian Scheel (SenStadtWohn) erwidert, dass ihm nicht bekannt sei, ob bzw. von wem die Vereinbarung schon unterzeichnet sei. Die Annahme von Herrn Buchholz, dass die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen für das Bebauungsplanverfahren zuständig sei, treffe zu. Sobald die Grundsatzvereinbarung von beiden Seiten paraphiert sei, finde eine erneute eingeschränkte Behörden- und Öffentlichkeitsbeteiligung statt. Auf deren Grundlage werde dann ein städtebaulicher Vertrag zwischen seiner Verwaltung und Hines notwendig.

    -Vorsitzende Ülker Radziwill stellt fest, dass der Tagesordnungspunkt damit beendet sei."

    Quelle


  • Signa sicher nicht mehr, deren Entwurf steht. Aber andere Bauherren, konkret vor allem Hines. Die sind ja gerade in Verhandlungen um 130 vs. 150 Meter. Das klingt jetzt nach der Ansage: Beerdigt Euren Gehry-Brocken und legt uns was schlankeres vor – dann bekommt Ihr die 150. Aber vielleicht sehe ich das auch zu optimistisch.

    Da würde ich abwarten. Erinnern sie sich an den Bau des Concorde-Hotels Joachimstaler Straße durch Kleihues. Ursprünglich sollte das Gebäude die Höhe des Swiss-Hotels gegenüber aufnehmen (etwa 45 Meter), dann wurde während der Bauzeit die Höhe des auf der anderen Seite liegenden Allianz-Hochhauses (ca. 60 Meter) (nach-)genehmigt.

    Bei einem Hochhaus von 134 Meter, bei dem noch nicht mal die Baugrube vorbereitet ist dürften 16 Meter mehr in der Planung kein Problem darstellen. Vielleicht gibt es ja noch eine Aktualisierung des Turms, Kleihues sprach ja selber etwas launisch, dass das Besondere daran ist, dass er nicht besonders ist. Diese Aussage verwundert mich schon, darf er doch den Bau des Vaters hier fertigstellen. Ich glaube jeder von uns Hobbyarchitekten hier würde es als doch etwas Besonderes empfinden für den Alexanderplatz einen Entwurf abliefern zu dürfen. Ich kann mir durchaus vorstellen, dass wir ab der Neubesetzung des Bausenats hier noch eine (kleine) Überraschung erleben.


    Was das Ganze Gewese der beiden Damen wegen 20 Metern nun gebracht hat, das wissen die Götter. Architektenkind schreibt ja richtig, dass das "Forum Hotel" an dem man sich plötzlich höhentechnisch auszurichten hatte ja 125 Meter hoch und samt Antenne 150 Meter Höhe erreicht. Warum der Fetisch mit den 130 Metern bleibt das Rätsel der beiden von ihren Posten verschwundenen.

    So ist das halt wenn man die Rechnung ohne Wirt macht. Niedrigere Höhe aber gleiche BGF erzeugt Breite. Da kann Sauerbruch Hutton noch so viel "graue Energie" bekämpfen, die müssen quetschen. Zudem ist es halt eine ästhetische Proportionsfrage. Auf eine Verjüngung sollte man sich nicht unbedingt versteifen, die war eine Idee Kollhoffs, von der man sich beim Monarch-Turm und Gehry-Turm damals durch Frau Lüscher "bewusst" verabschiedete. Mag einem gefallen oder nicht, jedoch haben beide Türme im Entwurf ja ein gewisses Spiel in ihrer Struktur. Und da kommt dann das Problem auf.

    Sauerbruch Hutton wollen sich zumindest den Knick bewahren, wenn auch schwierig, Kleihues gibt gleich ganz auf und stellt einfach nen Kasten (wenn auch sicher mit ästhetischer Fassade) hin. Ein schönes Beispiel was schlechte Politik ist.


    P.S. und nicht ganz zu vergessen, wer von uns weiß denn schon ob das "Forum" (Park Inn) in 10 oder 20 Jahren noch bestehen wird oder sich die Anforderungen an so ein Haus (niedrige Decken, Umnutzung schwierig) nicht ganz verändert haben werden.