New Podium - Revitalisierung Haus des Berliner Verlages

  • Auf dem Instagram Auftritt der Autoren der Machbarkeitsstudie findet sich eine Überarbeitung. Im wesentlichen wird nun ein zweites „Hochhaus“ vorgeschlagen, welches direkt neben dem Pressecafe stehen müsste. Außerdem wird die kleine Alexanderstraße durch das Memi an die Münzstraße herangeführt. Dem Stadtraum tät der Vorschlag gut und die Hochkörper würden dem Wunsch nach Urbanität am Alexanderplatz entsprächen.


    Interessant ist auch, dass die Überarbeitung Oktober 2022 veröffentlicht wurde. Arbeitet jemand bei der WBM und weiß, ob es da konkrete Planungen gibt?

    3. Hat der User Rotes Rathaus aber auch recht bei der verwurschteteln Straßenführung. Hier wurde vor zwei Jahren vom User K-1 eine WBM-Machbarkeitsstudie (Aktueller Link ) gefunden, welche vorschlägt den Sockel zu öffnen, und zumindest in der Raumwirkung eine kleine Verbesserung wäre.

  • Und welchen Nutzen können wir heute daraus ziehen, wenn die DDR im Jahr 1952 eine "richtige" Planung gemacht hat, die aber in der Folgezeit dummerweise nicht umgesetzt worden ist?


    .... ich weiß ja nicht was Du unter ”richtiger“ Planung so verstehst. Du schwärmst von Kathedralen und Triumphbögen ... Dies hier kommt dem vielleicht Nahe. Ich möchte noch anfügen, daß man bei DDR als Bauherr nicht im Sinne einer statischen sich nicht verändernden abstrakten Größe sprechen kann, da sich die Baupolitik der DDR nach Stalins Tod erheblich verändert hat und die DDR ebenso und ebenso wieder Anfang der 70er Jahre.

    Der Entwurf ist leider anonym. Er positioniert sich ungefähr an der Stelle wo heute der Saturn steht, da links ein Behrens-Bau und der S-Bahnhof Alexanderplatz zu erkennen sind.


    Hier das ist die Quelle von der ich in meinem Post sprach. Ein Foto von mir aufgenommen.


    Bildnachweis BArch, aus dem sehr empfehlenswerten Buch: Symbolsuche, Die Ost-Berliner Zentrumsplanung zwischen Repräsentation und Agitation, Peter Müller, Gebr. Mann Verlag, Berlin, Seite 79


    https://i.postimg.cc/Jh5L224h/IMG-2419.jpg

    2 Mal editiert, zuletzt von Camondo ()

  • Ich möchte an der Stelle auch ergänzen, dass die Komposition des Alexanderplatzes, d.h. Haus des Reisens, Hotel Berlin, Haus der Elektroindustrie und der Presse-Café-Pavillon heute nicht mehr in seiner ursprünglichen Wirkung erlebbar ist, da das Saturngebäude die Sichtbeziehung Haus des Lehrers und Presse-Café kappt. Der Bildfries des Presse-Cafés ist nämlich als Gegenstück zum Fries des Haus des Lehrers zu verstehen. Der Presse-Café-Pavillon steht da also nicht ganz zufällig.

  • Du schwärmst von Kathedralen und Triumphbögen.

    Es müssen keine Kathedralen oder Triumphbögen sein. Es geht darum, dass der Städtebau in seiner programmatischen Abfolge an den richtigen Stellen architektonische Ankerpunkte (im Sinne einer Landmark) setzen sollte. Das Frankfurter Tor und der Strausberger Platz stellen solche Ankerpunkte dar, die durchaus gelungen sind. Allerdings stellt der Bereich um den Alexanderplatz in diesem Zusammenhang leider einen Totalausfall dar. Da bringt auch der von Katzengold angestrengte Erklärungsversuch zur Programmatik des sozialistischen Städtebaus nichts. Solche Erklärungsversuche sind verbale Kosmetik, die gar nichts bringen. Am Alexanderplatz und seinem Umfeld steht einfach alles an der falschen Stelle. In architektonischer Hinsicht handelt es sich um einen (Un-) Ort für Masochisten. Das Haus des Berliner Verlags samt Pavillon passen wunderbar in dieses "Ensemble", das sich dadurch auszeichnet, das rein gar nichts zusammenpasst.

  • Architektur-Fan : Wenn du sagst "In architektonischer Hinsicht handelt es sich um einen (Un-) Ort für Masochisten." dann ist das dein persönliches Erleben. Ich finde nicht, dass man andere diskreditieren muss, wenn sie anderer Meinung sind. Der Alexanderplatz ist in seiner jetzigen Form auch nicht mein Lieblingsort aber ich muss dennoch anerkennen, dass es einer der spannendsten Orte Berlins ist, da hier Welten und Weltansichten aufeinandertreffen. Ich halte es für einen Glücksfall, dass eben nicht wie in den 90er Jahren angedacht war, einfach Tabula Rasa gemacht und das DDR-Erbe getilgt wurde, sondern, dass man nun versucht die Gebäude der unterschiedlichen Zeitschichten miteinander zu verbinden. Das kann m. E. auch nur ein stufenweiser Prozess sein. Man sollte schauen, wie sich die zwei Türme (Mynd und ALX) einfügen bzw. ein neues Raumgefühl bringen und dann ggf. die Planung für die weiteren Neubauten justieren. Auf jeden Fall sollte man, die noch vorhandenen Gebäude (Haus der Elektroindustrie ausgenommen) bewahren und ggf. sinnvoll ergänzen. Die WBM-Machbarkeitsstudie ist doch ein gutes Beispiel hierfür. Im Ganzen, sollte man sich beim Alexanderplatz von Vergleichen zu anderen Orten (Triumphbögen und Kathedralen inbegriffen) lösen. Der Platz hat seine eigene Geschichte und sein eigenes Gesicht, das eben nicht jedem gefällt. Das muss es aber auch nicht.

  • ... , sondern, dass man nun versucht die Gebäude der unterschiedlichen Zeitschichten miteinander zu verbinden.

    Von welchen unterschiedlichen Zeitschichten redest du?


    In diesem Bereich gibt es DDR-Architektur und zeitgenössische Architektur aus den letzten 30 Jahren. Und sonst? Wo genau sind denn die Zeitschichten, in denen man die Epochen der Vorkriegszeit sehen kann? Ich kann besagte Zeitschichten nämlich nirgends erkennen. Um unterschiedliche Zeitschichten zu kombinieren, müsste es erst mal unterschiedlichen Zeitschichten geben. Aber die gibt es leider nicht.


    Mit dem Argument der Zeitschichten soll eine Vielfalt suggeriert werden, die es am Alexanderplatz doch überhaupt nicht gibt.

  • Zwei Behrensbauten prägen den Alexanderplatz. Beide aus der Vorkriegszeit. Wenn man mit dem Krieg den II. meint. Insofern hat Katzengold vollkommen recht.

  • Grundsätzlich empfinde ich diesen Abschnitt der Alexanderstraße, zwischen der Kreuzung zur Otto-Braun-Str. und der Karl-Liebknecht-Straße völlig trostlos.

    Es ist Praktisch ein Hinterhof des ausufernden Alexanderplatzes und wer da strandet, also an einer Stelle als Fußgänger aus der Tiefgarage kommt, fühlt sich verloren.

    Der Pavillon spielt da praktisch keine Rolle, zwischen all den Straßenverkehrsflächen und Hochhäusern.

    Rein architektonisch ist aber der sanierte Gebäudekomplex Haus des Berliner Verlags zur Zeit weit und breit der einzige Lichtblick, das ändert aber nichts an der Gesamtsituation und wirft schon ein seltsames Licht auf die Stadtentwicklung im 34. Jahr nach dem Ende der DDR.