New Podium - Revitalisierung Haus des Berliner Verlages

  • Ich hab heute in der Dämmerung noch mal den Ort des Glasanbaus auf mich wirken lassen es scheint wirklich keine spiegelfassade zu sein und trotzdem fehlt mir eine optische Brücke zum Verlagsgebäude - denkbar wären Gliederungselemente die auf das pressekaffee oder das Verlagsgebäude verweisen- so vereinzelt es sich nach meinem Dafürhalten doch sehr aber vielleicht war diese additive Wirkung ja bewusst gewählt. Die schräge finde ich prinzipiell eine gute Idee und lässt sich ab Stoß als Dachfirstzitat lesen aber mit der konsequenten Glasumsetzung vor Ort hadere ich. Das warme Licht an der Kreuzung kleine alexanderstrasse hatte was intimes wird aber stark durch den geschlichteten Gründerbau - aufgrund der portalfassung vermutlich aus den 1860ern oder frühen 1870ern und den ebenso stark reduzierten und zudem fensterlosen Zweckanbau des Babylon wie ich finde nachteilig bestimmt. Im jetzigen Zustand wirkt die Ecke eher hinterhöfisch. Die etwas lebendigere aber nach meiner Einschätzung ebenfalls nachträglich reduzierte Fassade des spätklassizistischen Gebäudes kann da auch nicht mehr viel richten. Ich denke eine Neu-Belebung des Fassadenbildes am Wohngebäude und ein Pflanzungskonzept oder bespielen der Wandflächen des Kinosaales würde den Ort optisch ungeheuer stärken. Die übrige neuere Wohnbebauung in der Alexanderstraße ist gut gemeint und schon gar nicht für das Verlagsgebäude irgendwie ästhetisch relevant. Das Memi bleibt für mich der am schwersten zu verdauende Brocken.

    Einmal editiert, zuletzt von Endell ()

  • Update New Podium.

    Die Vollendung der Fassadenarbeiten schreiten voran. Derzeit werden die letzten Glasscheiben im Giebelbereich eingesetzt. Ich bin positiv angetan.

    Das lässt sich sehen.


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    Bild von mir. Darf verwendet werden.

  • Ich hab heute in der Dämmerung noch mal den Ort des Glasanbaus auf mich wirken lassen es scheint wirklich keine spiegelfassade zu sein und trotzdem fehlt mir eine optische Brücke zum Verlagsgebäude - denkbar wären Gliederungselemente die auf das pressekaffee oder das Verlagsgebäude verweisen-

    Ich glaube, dass die noch anzubringenden Lisenen oder Vertikalstreben das New Podium zugleich gliedern als auch eine Verbinung zum Verlagsgebäude schaffen.

  • Ich habe es nie verstanden und ich verstehe es bis heute nicht, warum der Neubau so dermassen hochgejubelt wird. Hier sieht man wirklich exemplarisch dass nichts zu garnichts passt.

  • Das warme Licht an der Kreuzung kleine alexanderstrasse hatte was intimes wird aber stark durch den geschlichteten Gründerbau - aufgrund der portalfassung vermutlich aus den 1860ern oder frühen 1870ern und den ebenso stark reduzierten und zudem fensterlosen Zweckanbau des Babylon wie ich finde nachteilig bestimmt. Im jetzigen Zustand wirkt die Ecke eher hinterhöfisch. Die etwas lebendigere aber nach meiner Einschätzung ebenfalls nachträglich reduzierte Fassade des spätklassizistischen Gebäudes kann da auch nicht mehr viel richten. Ich denke eine Neu-Belebung des Fassadenbildes am Wohngebäude und ein Pflanzungskonzept oder bespielen der Wandflächen des Kinosaales würde den Ort optisch ungeheuer stärken.

    Natürlich sind die Gründerzeitbauten hier "geschlichtet", aufwendig gestaltet waren diese Fassaden aber nie. Mir scheint, dass häufig vergessen wird, dass es sich um einen extrem verarmten Bereich der Innenstadt handelte, der nun aus der Gegenwart heraus romantisiert wird. Was die anderen Gebäude betrifft: Der klassizistischen Schulbau, die "Communal-Armen-Schule" von 1842, hat nach der Sanierung seine historische Gestalt (mit einigen zusätzlichen Fenstern) wiederbekommen. Er trägt keine "nachträglich reduzierte Fassade", sondern sah auch schon 1912 so aus: https://sammlung-online.stadtmuseum.de/Details/Index/189959

    Und der "stark reduzierte und zudem fensterlose Zweckanbau des Babylon" ist das Babylon, nämlich der Kinosaal. Da der Poelzig-Bau als gesamtes Ensemble (Wohnhaus Weydingerstraße & Babylon) sowie die angrenzende Wohnanlage Kleine Alexanderstraße (ebenfalls von Poelzig) zurecht unter Denkmalschutz stehen, wird dort auch sicherlich kein "Pflanzungskonzept" die Fassade entstellen.


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    Architekturmuseum Berlin

  • Update zu Baufortschritt vom 08.03.2021, fotografiert von mir


    Die Gebäudefuge zwischen "Altbau" und Neubau, die gelbe Fläche erschien mir zuerst wie eine weitere Dämmung, tatsächlich ist die aber plan zur restlichen Fassade

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    Blick in die Hirtenstraße

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    Am Pressecafe zeigt sich ein kleines Stück der alten "Kunst am Bau" aus vormaliger Zeit (ganz rechts)

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    Die Gesamtsicht von der Straßenbahnhaltestelle aus

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    d.

  • ^ Auf was willst du damit hinaus? Minsk ist eine recht schöne, alte, europäische Stadt.

  • ^ Erstens das, und zweitens wird diese Ecke noch einiges gewinnen, wenn der Bau hinter dem Verlagshaus durch einen Neubau ersetzt ist, der an den Bockrand heranreicht. Vom Memi ganz zu Schweigen...

  • Mann, wenn das erst mal fertig ist! An dieser Ecke ist Berlin ja fast so schön wie Minsk


    Ich glaube du warst noch nie in Minsk! So sieht es da jedenfalls eher nicht aus, denn das Zentrum ist von stalinistischem Klassizismus geprägt und eine freie "Altstadtinterpretation" (fast wie in Frankfurt ;-)) hat man sich als "Retroinsel" auch gegönnt


    PS "echte" Bebauung von vor 1945 ist dort recht selten, denn die deutschen Truppen haben die Stadt praktisch dem Erdboden gleichgemacht. Der Wiederaufbau ist aber in der tat sehr sehenswert und gehört wohl zum Besten was die Sowjetunion im Städtebau betrieben hat.


    d.

  • So sieht es da jedenfalls eher nicht aus, denn das Zentrum ist von stalinistischem Klassizismus geprägt und eine freie "Altstadtinterpretation" (fast wie in Frankfurt ;-)) hat man sich als "Retroinsel" auch gegönnt

    Mit anderen Worten: in Minsk hat man das gebaut, was schön ist! Was spricht dagegen, dass man eine solche Altstadtinterpretationen im Imfeld des Alexanderplatzes umsetzt?


    Das gibt es nur in Deutschland, dass freie Altstadtinterpretationen mit Verachtung bewertet werden.

  • kennt keiner hier die zugige Ecke beim Minsk Hilton mit dem graubraunen Plattenmonster daneben? Aber Minsk steht hier nur Pars pro toto für dieses Gefühl, irgendwo tief im Osten zu sein, wo man an der Tramhaltestelle den Kragen hochschlägt und es nach Heizöl riecht ;)

  • Das gibt es nur in Deutschland, dass freie Altstadtinterpretationen mit Verachtung bewertet werden

    Wie kommst du darauf das ich hier etwas "verachte"?

    Es ist offensichtlich das du dir Urteile über Dinge anmaßt von den du entweder zu wenig weißt (wie eben Minsk) oder sie nicht verstehst (wie meine obige Ausführung)

    Dafür hab ich in der tat wenig übrig...


    d.

  • Ich persönlich bin kein echter Fan der DDR-Moderne, aber sie hatte schon auch Ihre Momente - und es wäre schade, wenn man das alles beseitigt. Dieses Gebäude, heute ja "Haus des Berliner Verlags" bekannt, ist schon verhältnismäßig extravagant, insbesondere zusammen mit dem Pressecafe.


    Was mich viel mehr stört ist der lange Riegel entlang der Karl-Liebknecht dahinter (aus Perspektive meines letzten Bildes). Der ist in den 90ern mal saniert worden, sieht dadurch aber sicher nicht vorteilhafter aus. Und die Wohnplatte, bekannt als "Memi" würde bei mir auch keine Gnade finden.


    Mein Fazit: Gut das hier ein nicht uninteressantes Gebäude hochwertig und authentisch saniert bzw. ergänzt wird. Beim Umfeld würden ein ähnliche Konzepte dann aber nicht mehr ausreichen um die städtebaulichen Wunden mit merkwürdigen Hinterhöfen, Sackgassen und Lieferzonen zu beseitigen...


    d.