WoHo Kreuzberg

  • Fein. Erst wird gemeckert, dass keine Hochhäuser gebaut werden. Jetzt wird eines gebaut und es wird abermals gemeckert, weil es nicht Bestandteil eines Clusters ist. Manchen Zeitgenossen kann man nichts recht machen.

    Davon abgesehen bietet das Umfeld ja auch noch Platz für weitere Hochpunkte.

    Aber wahrscheinlich würde dann auch gemeckert, weil nur 2 oder 3 Türme gebaut würden, statt 4 oder 5.


    Ich freue mich auf dieses Projekt und hoffe auf baldige Realisierung. Ganz besonders interessant finde ich das Nutzungskonzept. Ob das so klappt wie angestrebt, zeigt uns dann die Zukunft.

  • Prinzipiell finde ich das Projekt sehr interessant, aber ehrlich gesagt bin ich doch sehr skeptisch ob das alles so klappen wird, wie das hier dargestellt wird.

    Wenn ich das richtig verstehe, ist es ein privater Investor, der hier baut und folglich das Ganze mit einer Gewinnabsicht verbunden ist.

    Ich weiß auch nicht, ob und wieviel er für das Grundstück bezahlt hat, oder ob das der Bezirk zur Verfügung stellt?

    Um ein Hochhaus zu finanzieren, wenn dabei 20 % der Fläche ( ein Drittel vom Wohnanteil von 60% ) mietpreisgebunden sind (6,50 Euro) Dazu weitere 15% der Flächen für kulturelle oder soziale Einrichtungen, also wenig Mieteinnahmen. Bei allen anderen Hochhäusern kosten die Eigentumswohnungen schon mindestens 10.000 Euro pro qm, wohl eher 15 000 in den oberen Etagen denke ich, und das ohne diese ganzen Auflagen. Wie soll das gehen, und was müssen die restlichen Eigentumswohnungen kosten frage ich mich. Der Investor wird sich das überlegt haben, allerdings warte ich erstmal ab was draus wird.

  • Und wenn ich diese Überschrift der Morgenpost lese, dann habe ich erhebliche Zweifel ob diese Förderung wie sie in Berlin praktiziert wird, für irgendjemand interessant ist. Leider ist der Artikel doch recht knapp.


    https://www.morgenpost.de/berl…eckend%20weit%20entfernt.


    Wenn ich das richtig verstehe werden prinzipiell maximal die Kosten zwischen Sozialmiete und Kostenmiete erstattet. Ganz ehrlich, das ist schon schwierig bei einem 0815 Projekt von einer landeseigenen Gesellschaft. Aber die Unterdeckung ist bei einem Gebäude wie hier, Hochhaus mit architektonischen Anspruch gleich wesentlich höher. Und wenn man das auf 30! Prozent der Wohnfläche fordert, wie teuer müssen dann ohnehin schon teure Hochhauswohnungen dann werden?

    Der Umsatzausfall im Vergleich zu einer frei vermieteten Wohnung dürfte gewaltig sein. Angenommen die Sozialmiete beträgt 6,50 Euro, die Kostenmiete bei so einem Projekt vielleicht 12-15 Euro und auf dem freien Mietmarkt bestimmt um die 25 Euro pro qm. Diese Lücke muss erstmal wieder gedeckt werden.

    Ich bin kein Experte und habe zu wenig Informationen und Detailkenntnisse, aber ich sehr skeptisch, inwieweit das machbar ist.


    Außerdem ist es doch prinzipiell sehr fragwürdig Steuermittel für sozialen Wohnungsbau für ein Luxusprojekt - ein Hochhaus so wie es hier präsentiert wird, fällt einfach darunter- wenn mit dem gleichen Betrag an anderer Stelle vielleicht zwei oder dreimal so viele Wohnungen gefördert werden können.

    Ich finde es interessant und bin neugierig wie sich das entwickelt.

  • Finde den Entwurf relativ gelungen und die Holzbauweise ist auch in der Größenordnung einfach ein fälliges Projekt für Berlin. Ansonsten lohnt es sich, sich mal ein bisschen mit dem Entwickler zu befassen. Die UTB von T. Bestgen wird von vielen Akteuren der Berliner Landespolitik – vor allem dem Baustadtrat Florian Schmidt – über den Klee gelobt. Dabei dürften die wenigsten verstanden haben, wie das Geschäftsmodell überhaupt funktioniert.

    Dazu vor allem mal auf die Rolle der BeGeno16 schauen, eine pseude-Genossenschaft die bei den UTB Projekten als Bauherr auftritt und gut fürs Image nach außen ist, jedoch eigentlich nichts anderes ist als ein Eigenkapitalbeschaffungsvehikel für die UTB (und noch dazu die Ideale einer Genossenschaft unterläuft). Das sind Konstruktionen, da werden SIGNA und Co. neidisch.


    https://www.test.de/Wohnungsba…zept-mit-Haken-5536845-0/

    Und so ist es dann auch kein Zufall, dass Bestgen es war, der die insolvente Mieter-Genossenschaft DIESE eG mit einer Zwischenfinanzierung rettete und damit auch den Baustadtrat Schmidt im Amt hielt. Quid pro quo hat es aber natürlich nie gegeben ;)


    https://www.tagesspiegel.de/be…r-millionen/25421932.html

    Das Projekt bleibt trotzdem gut und ich hoffe es gelingt. Dem Entwickler ist kein Vorwurf zu machen. Er ist eben einfach clever und die Landespolitiker haben viel Haltung aber wenig Fachwissen.




  • Es bleibt sicherlich spannend ob man so einen anspruchsvollen Entwurf inkl. aufwendig zu pflegender Fassadenbegrünung zu einem Preis hinbekommt der dem Klientel von Schmidt auch zuträglich ist.


    Die Begrünung auf dem Rendering ist doch eher Marketing. Letztlich bleibt es jedem Mieter selber überlassen ob er Grün will.

    Bin skeptisch bei dem Projekt. Es ist wohl eher eine öko-soziale Utopie als Feigenblatt für ein Hochhausentwurf. Architektonisch ist der Entwurf Durchschnittware mit dem für Berlin seltsam typischen Sockelanbau.

  • Da hier von mietpreisgebundenen Wohnungen die Rede ist:

    Soweit ich weiß, ist der Hochhausbau teurer als das Bauen in der Horizontalen. Das wird schwierig werden, teuren Hochhausbau und preiswerten Wohnraum unter einen Hut zu bringen.

  • < Darauf hatte schon ein Vorredner hingewiesen, allerdings unter dem Projektnamen 'Urbane Mitte' der wohl noch nicht zu jedermann vorgedrungen ist.

    In meinen Augen ist es weniger ein Cluster als ein Band, das über die Urbane Mitte am Gleisdreieck, den EURF am Schöneberger Gasometer, der Bebauung an Stadtautobahn schliesslich seinen Abschluß am Steglitzer Kreisel Hochhaus findet, dessen Projektname mir gerade nicht einfällt.

  • Danke Betonkopf.


    Also wenn ich mir die Modelle auf Baunetz anschaue – ein Würfelhusten nach dem anderen! Oder sind das schon die Mutanten eines weiteren Lüscher-Raster-Virus? Wenn man sich mal überlegt, was der Genius Loci alles so hergibt – Tempodrom, Pumpwerk Radialsystem, IBA Bauten, Anhalter, dann ist das einfach, mit Verlaub, armselig, was da produziert ( – oder auch vielleicht gebrieft wurde?).

    Die Jury – gottlob – hat das Schlimmste jetzt verhindert. Trotzdem, das Ergebnis ist nur Mittelmaß. Holzverkleidung, catchy für jede/n grünen Oberhäuptling*innen und Raster, nun ja für unsere regulierende Regula-Raster-Lüscher, die wohl so noch das ganze nächste Berliner Jahrzehnt damit recht und winklig prägen mag.

    Was ich aber bis heute nicht verstehe, ist der Standort für das ganze: der bestehende postmoderne Bestand wird förmlich erdrückt und eingequetscht. Bei einer Ausschusssitzung des Bezirks, gestern verfolgbar im Netz, konnten die Beteiligten außer Werbe-Geschwurbel auch keine wirkliche auf die Frage - 'Warum genau hier?' - dem Forum bieten. Das Beste war noch die Ausrede von einem städtischen 'Orientierungmerkmal', als ob sich die Ausgehtourist*innen, oder jetzt auch Kiezbewohner nach ihrem Späti-Besuch erstmal zum Turm ausrichten müssten?

    Wenn schon Orientierung, hätte man die Klopper an den Landwehrkanal gelegt und das achso-hässliche 2-Geschoss-Jugendamt geopfert.: Dann gleich doppelt so hoch und schön durch die Wasserspiegelung, plus Verlegung Verkehr auf die Kanalsüdseite, ist ja von der Anti-Auto-Koalition sowieso schon geplant. Dann hätte das Ding wenigstens Landmark-Character, wie es heute in sinnlosem Investoren-Sprech so schön heisst.

    So ist es aber wieder Klops mit Soße, aufgekocht, worden. Schade drum: wie immer viel gewollt, und wieder ganz wenig gekonnt.



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    Quelle: Baunetz.de / ZRS Architekten ( Architektenkind – Beispiel für die 'Qualität' aus dem Wettbewerb, dies ist nicht der Siegerentwurf, da diese schon oben gezeigt)

  • Ich verstehe die Verrisse nicht ganz. Der Turm sieht doch sehr gefällig aus. Die Holzkonstruktion ist durchaus innovativ. Daran angelehnt könnte ich mir größere Sozialbauvorhaben vorstellen, die nicht nach den elendigen Betonmaschinen aussehen, die Menschen zu Nummern zu deformieren scheinen und die heute von WBM und Degewo im Auftrag des Senats kopiert werden.


    Die Visus wirken allerdings sehr hochwertig (auch wenn man das übertrieben dargestellte, dem Marketing dienende Grün im Geiste wegradierte). Es sieht eher nach Buden für Millionäre aus.

  • Daran angelehnt könnte ich mir größere Sozialbauvorhaben vorstellen, die nicht nach den elendigen Betonmaschinen aussehen

    Schon recht, aber das ist kein "Sozialbauvorhaben", sondern ein Drittel-Mix aus Sozialwohnungen, normalen Mietwohnungen und (vermutlich recht teurem) Eigentum. Ich glaube, es wäre der Sache dienlich, wenn man so etwas nicht im Kopf als "Sozialbau" abhaken würde, sondern den gemischten Charakter ernstnimmt.

  • Was mir an dem Bild (#54) oben vor allem auffällt ist, dass dieses städtebauliche Niemalsland einen enormen Schub erlebt. In unmittelbarer Nähe entsteht auch noch das neue Exilmuseum.

  • Ich finde den Siegerentwurf mit Abstand am besten, allerdings steht das Gebäude wirklich etwas komisch in der Gegend herum. Mein Bauchgefühl sagt mir, dass der Turm um 90grad gedreht gehört.

  • Sicher ist dies hier kein sozialer Wohnungsbau, so meinte ich das auch nicht. Ich würde mir aber bei peripheren Bauvorhaben durch Wohnungsbaugesellschaften daran angelehnt mehr Einsatz von Holz und mehr Individualität wünschen.